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Streifzüge in der Regio: 52 Sonntagsausflüge für Wissbegierige


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Rezension von

Ragan Tanger

Streifzüge in der Regio: 52 Sonntagsausflüge für Wissbegierige Genialer Ausflugsratgeber In der Region, in der man lebt, ist man zu Hause und mehr oder weniger verwurzelt. Drum spricht man auch allerorten von der eigenen oder heimischen Region. Aber nur in Südbaden gibt es die Regio als umgangssprachlichen Begriff, ganz einfach so, als hätten alle anderen Lokalregionen hintenan zu stellen, wenn es um die sprachliche Besitznahme der Lokalität geht. Zwischen Vogesen, Schweizer Jura und Schwarzwald liegt der Oberrhein, annähernd als Synonym für die Regio herhaltend, ein Dreiländereck, das sprachlich, kulturell und geographisch eine ganze Menge zu bieten hat. Und genau diese Tiefe der Regio, die Reichhaltigkeit des Schatzkästlein (ein Begriff, den der Vorzeigebadener Johann Peter Hebel für seine lehrreichen Geschichten verwendete) hat der ehemalige Forstamtleiter und Professor für Waldbau, Peter Gürth, hier versammelt. Als begeisterter Wanderer zeichnet er sich bereits für einige originelle Natur- und Kulturführer im Silberburg-Verlag aus, der auch das folgende Werk herausgegeben hat. Die Streifzüge in der Regio wollen Wissbegierigen ihre Heimat (oder ihre zugezogene Heimat) schmackhaft machen und das, so der Buchumschlag, abseits ausgetretener Pfade. Das ist in einer so dicht besiedelten und vor allen Dingen so tief untersuchten und bewanderten Gegend wie der des Oberrheins nicht allzu leicht, doch die originelle Aufmachung der einzelnen Vorschläge hält, was versprochen wurde. Natürlich wurde der Nimberg bei Teningen woanders schon vorgestellt, ebenso wie die Ruine Schwarzenberg oder das Schloss Beuggen bei Rheinfelden, aber die Gesamtheit ist es, die dieses Buch sehr, sehr empfehlenswert macht. Zunächst einmal werden diese 52 Angebote auf einer Karte im Einband so dargestellt, dass man direkt weiß, wo man hinfahren kann oder will. Im Inhaltsverzeichnis wird dann dank einer Ikonographie ersichtlich, ob der entsprechend Ausflug auch für Kinder lohnenswert ist, und dann geht es - geschickt mit einer geographischen Ordnung versehen - direkt los. Die Ortenau bietet fünf Ausflüge, das Elsass sechs, der Hochschwarzwald acht Exkursionen und auch die anderen Regionen (Mittlerer Schwarzwald, Kaiserstuhl, Nordschweiz etc.) bewegen sich in diesen Größenordnungen. Drei Seiten bekommt dann jedes Ausflugziel mit Wander-(oder Kultur-)Wegbeschreibung, Anfahrtswegen, Karten, Informationen und vor allen Dingen einem sehr feinen Fließtext mit historischen, kulturellen oder naturwissenschaftlichen Hintergrundinformationen. Der Hezog Karl Eugen von Württemberg ist nun mal der Namensgeber des Karlsteins, das macht die Wanderung zu diesem nachvollziehbarer. Der Kaiserstühler Gemüsegarten in Eichstetten bietet neben einem Samengarten auch ein Obstmuseum und dazu kann man auch noch einen knapp sieben Kilometer langen Geopfad genießen. Wanderspaß, Hintergrundwissen, Kulturgeschichte sind hier trefflich vereint, herrlich sympathisch und Lust machend von Gürth vorgestellt. Die vielfältigen anregenden Vorschläge vorzustellen ist vom Platz her nicht gegeben; drum noch ein paar Highlights: Wie wäre es, den Steinen des Freiburger Münsters in Heimbach auf die Spur zu kommen, die heiligen Höhlen auf dem Ehrenkirchner Ölberg ins Visier zu nehmen oder den geheimen Thingplatz der Pfadfinder bei Hinterzarten zu entdecken? Das macht Lust und ist immer auch durchführbar. Hier werden keine 25 Kilometer langen Wanderungen feilgeboten, sonder richtig schöne Natur- und Kulturhäppchen, getoppt sogar vom letzten Abschnitt des Buchs, den Naturhighlights, unter anderem den Freiburger Mammutbäumen und den Orchideen im Markgräfler Land. Fazit: Für den schmalen Preis ein absolut empfehlenswertes Büchlein, das gar keine Wünsche aufkommen lässt. Wer sich ranhält hat alle 52 Vorschläge in einem Jahr erkundet, frühestens dann würden wir uns über einen Nachfolger dieses hervorragenden Führers freuen.

Genialer Ausflugsratgeber

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In der Region, in der man lebt, ist man zu Hause und mehr oder weniger verwurzelt. Drum spricht man auch allerorten von der eigenen oder heimischen Region. Aber nur in Südbaden gibt es die Regio als umgangssprachlichen Begriff, ganz einfach so, als hätten alle anderen Lokalregionen hintenan zu stellen, wenn es um die sprachliche Besitznahme der Lokalität geht. Zwischen Vogesen, Schweizer Jura und Schwarzwald liegt der Oberrhein, annähernd als Synonym für die Regio herhaltend, ein Dreiländereck, das sprachlich, kulturell und geographisch eine ganze Menge zu bieten hat. Und genau diese Tiefe der Regio, die Reichhaltigkeit des Schatzkästlein (ein Begriff, den der Vorzeigebadener Johann Peter Hebel für seine lehrreichen Geschichten verwendete) hat der ehemalige Forstamtleiter und Professor für Waldbau, Peter Gürth, hier versammelt. Als begeisterter Wanderer zeichnet er sich bereits für einige originelle Natur- und Kulturführer im Silberburg-Verlag aus, der auch das folgende Werk herausgegeben hat.

Die Streifzüge in der Regio wollen Wissbegierigen ihre Heimat (oder ihre zugezogene Heimat) schmackhaft machen und das, so der Buchumschlag, abseits ausgetretener Pfade. Das ist in einer so dicht besiedelten und vor allen Dingen so tief untersuchten und bewanderten Gegend wie der des Oberrheins nicht allzu leicht, doch die originelle Aufmachung der einzelnen Vorschläge hält, was versprochen wurde. Natürlich wurde der Nimberg bei Teningen woanders schon vorgestellt, ebenso wie die Ruine Schwarzenberg oder das Schloss Beuggen bei Rheinfelden, aber die Gesamtheit ist es, die dieses Buch sehr, sehr empfehlenswert macht.

Zunächst einmal werden diese 52 Angebote auf einer Karte im Einband so dargestellt, dass man direkt weiß, wo man hinfahren kann oder will. Im Inhaltsverzeichnis wird dann dank einer Ikonographie ersichtlich, ob der entsprechend Ausflug auch für Kinder lohnenswert ist, und dann geht es - geschickt mit einer geographischen Ordnung versehen - direkt los. Die Ortenau bietet fünf Ausflüge, das Elsass sechs, der Hochschwarzwald acht Exkursionen und auch die anderen Regionen (Mittlerer Schwarzwald, Kaiserstuhl, Nordschweiz etc.) bewegen sich in diesen Größenordnungen.

Drei Seiten bekommt dann jedes Ausflugziel mit Wander-(oder Kultur-)Wegbeschreibung, Anfahrtswegen, Karten, Informationen und vor allen Dingen einem sehr feinen Fließtext mit historischen, kulturellen oder naturwissenschaftlichen Hintergrundinformationen. Der Hezog Karl Eugen von Württemberg ist nun mal der Namensgeber des Karlsteins, das macht die Wanderung zu diesem nachvollziehbarer. Der Kaiserstühler Gemüsegarten in Eichstetten bietet neben einem Samengarten auch ein Obstmuseum und dazu kann man auch noch einen knapp sieben Kilometer langen Geopfad genießen. Wanderspaß, Hintergrundwissen, Kulturgeschichte sind hier trefflich vereint, herrlich sympathisch und Lust machend von Gürth vorgestellt.

Die vielfältigen anregenden Vorschläge vorzustellen ist vom Platz her nicht gegeben; drum noch ein paar Highlights: Wie wäre es, den Steinen des Freiburger Münsters in Heimbach auf die Spur zu kommen, die heiligen Höhlen auf dem Ehrenkirchner Ölberg ins Visier zu nehmen oder den geheimen Thingplatz der Pfadfinder bei Hinterzarten zu entdecken? Das macht Lust und ist immer auch durchführbar. Hier werden keine 25 Kilometer langen Wanderungen feilgeboten, sonder richtig schöne Natur- und Kulturhäppchen, getoppt sogar vom letzten Abschnitt des Buchs, den Naturhighlights, unter anderem den Freiburger Mammutbäumen und den Orchideen im Markgräfler Land.

Fazit: Für den schmalen Preis ein absolut empfehlenswertes Büchlein, das gar keine Wünsche aufkommen lässt. Wer sich ranhält hat alle 52 Vorschläge in einem Jahr erkundet, frühestens dann würden wir uns über einen Nachfolger dieses hervorragenden Führers freuen.

geschrieben am 07.01.2012 | 534 Wörter | 3367 Zeichen

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