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Sukkubus, Bd. 2: Roxelane


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Rezension von

Frank Drehmel

Roxelane Rankte sich die erste Geschichte um die Verstrickung der „Töchter der Lilith“ in die französische Revolution, steht mit Roxelane diesmal eine historische Persönlichkeit im Mittelpunkt der Story, welche es in der ersten HĂ€lfte des 16. Jh. unter dem Namen Haseki HĂŒrrem Sultan im osmanischen Reich als Frau an der Seite Sultans SĂŒleyman I. zu außerordentlichem gesellschaftlichen und politischen Einfluss brachte. SklavenjĂ€ger ĂŒberfallen auf Suche nach lukrativer „Ware“ das an der russisch-galizischen Grenze gelegene Heimatdorf der schönen Alexandra Lisowska und verschleppen die junge Frau nach Kaffa auf der Krim, um sie hier zusammen mit der nubischen Prinzessin Setkem an den osmanischen Großwesir Ibrahim Pascha zu verkaufen. Schon hier, spĂ€testens jedoch in Venedig, wo die Reisegesellschaft des Paschas auf ihrem Weg nach Istanbu Station macht, wird deutlich, dass eine der beiden Frauen eine besondere Rolle in den PlĂ€nen der „Töchter der Lililth“ spielt. WĂ€hrend es Setkem alleine auf Grund ihrer dunklen Haut mehr als schwer hat, nicht nur in der Gunst des Großwesirs aufzusteigen, da der hellhĂ€utige Frauen bevorzugt, sondern auch spĂ€ter im Harem des Sultans SĂŒleyman eine herausragende Stellung einzunehmen, wickelt Alexandra zuerst den Großwesir und dann den Sultan sowohl durch ihre FĂ€higkeiten als Liebhaberin, als auch durch ihre eloquente, gebildete Art sowie ihr stolzes Auftreten regelrecht um den Finger. FĂŒr die Lilith-Töchter bedeutet dieses eine Änderung ihrer PlĂ€ne; sollte zunĂ€chst Setkem ihr Werkzeug sein, um durch sie den Sultan und damit die osmanische Politik zu beeinflussen, so muss nun Alexandra den Platz einnehmen. War schon Band 1 alles andere als eine erzĂ€hlerische Offenbarung, so setzt das zweite Album nahtlos das Fischen im TrĂŒben fort. Eine durch und durch langweilige Story, bis zum Bersten angefĂŒllt mit Stereotypen, Klischees und AltmĂ€nnerphantasien treibt einem regelrecht die TrĂ€nen in die Augen. Dabei ist die stoffliche Ausgangslage nicht einmal die schlechteste, denn mit der historischen Roxelane könnte der Autor auf eine Figur setzen, die es quasi aus dem Nichts tatsĂ€chlich nicht nur zu einer bedeutende Rolle in der osmanischen Gesellschaft brachte, sondern deren Wirken auch nachhaltige politische und gesellschaftliche Konsequenzen zeitigte. Bedauerlicherweise bricht Mosdi in dem Moment ab, in dem es politisch interessant wird und subsumiert die Bedeutung Haseki HĂŒrrem Sultans in einer winzigen Fußnote auf der letzten Seite. Zudem verzichtet er wie schon im ersten Band auf die Beantwortung der zentralen Fragen nach dem Warum, nach der Motivation der Töchter Liliths und auf ein Herausarbeiten vermeintlicher Unterschiede zwischen mĂ€nnlicher und weiblicher Staatslenkung. Die Lilith-Tanten unterscheiden sich in ihrem intriganten, gewalttĂ€tigen Vorgehen nach wie vor nicht erkennbar von ihren mĂ€nnlichen Manipulations-Subjekten. Das detailliert, gefĂ€llige Artwork de Vincentis' und Martinez' wirkt etwas klarer, aber auch etwas gewöhnlicher und comichafter als das Laurent Paturauds', der im ersten Band verantwortlich zeichnete; allerdings fehlt auch ihm ein innovatives und kreatives Moment, was letztlich u.a. dazu fĂŒhrt, dass die Nacktheit der Protagonistinnen so erregend daherkommt, wie eine TĂŒtensuppe. Fazit: Eine todlangwelige, klischeeĂŒberladene Story ohne Botschaft, dafĂŒr aber mit viel abtörnender, visuell kalter Nacktheit, die man sich getrost schenken kann.

Rankte sich die erste Geschichte um die Verstrickung der „Töchter der Lilith“ in die französische Revolution, steht mit Roxelane diesmal eine historische Persönlichkeit im Mittelpunkt der Story, welche es in der ersten HĂ€lfte des 16. Jh. unter dem Namen Haseki HĂŒrrem Sultan im osmanischen Reich als Frau an der Seite Sultans SĂŒleyman I. zu außerordentlichem gesellschaftlichen und politischen Einfluss brachte.

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rezensiert seit
Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

SklavenjĂ€ger ĂŒberfallen auf Suche nach lukrativer „Ware“ das an der russisch-galizischen Grenze gelegene Heimatdorf der schönen Alexandra Lisowska und verschleppen die junge Frau nach Kaffa auf der Krim, um sie hier zusammen mit der nubischen Prinzessin Setkem an den osmanischen Großwesir Ibrahim Pascha zu verkaufen. Schon hier, spĂ€testens jedoch in Venedig, wo die Reisegesellschaft des Paschas auf ihrem Weg nach Istanbu Station macht, wird deutlich, dass eine der beiden Frauen eine besondere Rolle in den PlĂ€nen der „Töchter der Lililth“ spielt.

WĂ€hrend es Setkem alleine auf Grund ihrer dunklen Haut mehr als schwer hat, nicht nur in der Gunst des Großwesirs aufzusteigen, da der hellhĂ€utige Frauen bevorzugt, sondern auch spĂ€ter im Harem des Sultans SĂŒleyman eine herausragende Stellung einzunehmen, wickelt Alexandra zuerst den Großwesir und dann den Sultan sowohl durch ihre FĂ€higkeiten als Liebhaberin, als auch durch ihre eloquente, gebildete Art sowie ihr stolzes Auftreten regelrecht um den Finger.

FĂŒr die Lilith-Töchter bedeutet dieses eine Änderung ihrer PlĂ€ne; sollte zunĂ€chst Setkem ihr Werkzeug sein, um durch sie den Sultan und damit die osmanische Politik zu beeinflussen, so muss nun Alexandra den Platz einnehmen.

War schon Band 1 alles andere als eine erzĂ€hlerische Offenbarung, so setzt das zweite Album nahtlos das Fischen im TrĂŒben fort. Eine durch und durch langweilige Story, bis zum Bersten angefĂŒllt mit Stereotypen, Klischees und AltmĂ€nnerphantasien treibt einem regelrecht die TrĂ€nen in die Augen. Dabei ist die stoffliche Ausgangslage nicht einmal die schlechteste, denn mit der historischen Roxelane könnte der Autor auf eine Figur setzen, die es quasi aus dem Nichts tatsĂ€chlich nicht nur zu einer bedeutende Rolle in der osmanischen Gesellschaft brachte, sondern deren Wirken auch nachhaltige politische und gesellschaftliche Konsequenzen zeitigte. Bedauerlicherweise bricht Mosdi in dem Moment ab, in dem es politisch interessant wird und subsumiert die Bedeutung Haseki HĂŒrrem Sultans in einer winzigen Fußnote auf der letzten Seite. Zudem verzichtet er wie schon im ersten Band auf die Beantwortung der zentralen Fragen nach dem Warum, nach der Motivation der Töchter Liliths und auf ein Herausarbeiten vermeintlicher Unterschiede zwischen mĂ€nnlicher und weiblicher Staatslenkung. Die Lilith-Tanten unterscheiden sich in ihrem intriganten, gewalttĂ€tigen Vorgehen nach wie vor nicht erkennbar von ihren mĂ€nnlichen Manipulations-Subjekten.

Das detailliert, gefĂ€llige Artwork de Vincentis' und Martinez' wirkt etwas klarer, aber auch etwas gewöhnlicher und comichafter als das Laurent Paturauds', der im ersten Band verantwortlich zeichnete; allerdings fehlt auch ihm ein innovatives und kreatives Moment, was letztlich u.a. dazu fĂŒhrt, dass die Nacktheit der Protagonistinnen so erregend daherkommt, wie eine TĂŒtensuppe.

Fazit: Eine todlangwelige, klischeeĂŒberladene Story ohne Botschaft, dafĂŒr aber mit viel abtörnender, visuell kalter Nacktheit, die man sich getrost schenken kann.

geschrieben am 07.05.2012 | 489 Wörter | 3004 Zeichen

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