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Nachtprinzessin


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Rezension von

Letterschming

Nachtprinzessin „Nachtprinzessin“ von Sabine Thiesler ist im Oktober 2011 in gebundener Form beim Heyne-Verlag erschienen. Matthias von Steinfeld ist ein erfolgreicher Immobilienmakler und lebt in einer schicken Villa. Doch er führt ein Doppelleben. Bekannt unter dem Namen „Nachtprinzessin“ sucht er sich nachts auf den Straßen seine männlichen Opfer, die er zuerst verführt und dann tötet. Nach mehreren Morden in Deutschland kauft Matthias sich eine Wohnung in der Toskana. Doch er kann seine dunkle Seite nicht unterdrücken. Als er den Fremdenführer Gianni kennenlernt, verliebt er sich in ihn. Gianni ahnt nicht, in welcher Gefahr er schwebt. Ein ganz besonderes Plus von „Nachprinzessin“ ist zunächst einmal die außergewöhnliche Geschichte. Der Titel indiziert erst einmal eine weibliche Täterin, ebenso das Geschlecht der Opfer. Dass es sich um einen homosexuellen, männlichen Täter handelt, verleiht dem Buch eine ganz andere Richtung und hebt es von verwandten Krimis ab. Ebenso ungewöhnlich ist die Perspektive, da der Roman größtenteils aus der Sicht des Täters geschrieben ist. So begleitet man von vornherein Matthias auf seinem Weg, noch bevor einem überhaupt klar wird, dass es sich bei ihm um den Mörder handelt. Man erfährt viel mehr über die Motive und Gefühle des Täters, als es üblicherweise der Fall ist, wenn der Mörder höchstens mal in ein paar zweiseitigen Einwürfen zu Wort kommt. Die restlichen Teile sind zwischen verschiedenen Figuren aufgeteilt, sodass man einen relativ breit gefächerten Überblick über das Geschehen erhält. Die Sprache ist sehr angenehm. Die Sätze sind nicht zu lang und verschachtelt, aber auch nicht übertrieben kurz und abgehackt. So kann man sich voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren und sich gut in das Buch hineinversetzen. Auch wenn die Geschichte sich da an der ein oder anderen Stelle mal zieht, kann man auf diese Weise schnell darüber hinweg lesen. Eine großartige Überraschung am Ende kann man natürlich nicht erwarten, da man ja den Täter und sein Motiv bereits kennt. Für Spannung sorgt stattdessen die ständige Frage, ob Matthias wieder töten wird oder seine dunkle Seite überwinden kann beziehungsweise vorher gestoppt wird. Diese Unsicherheit reicht, um einen die ganzen 570 Seiten locker bei der Stange zu halten. Fazit: „Nachtprinzessin“ ist ein überaus spannender Roman, der nicht nur durch eine ungewöhnliche Geschichte, sondern auch durch die unübliche Perspektive besticht. Besonders der Charakter des Protagonisten wird sehr detailliert dargelegt und macht es dem Leser leicht, sich voll und ganz in die Geschichte hineinzuversetzen.

„Nachtprinzessin“ von Sabine Thiesler ist im Oktober 2011 in gebundener Form beim Heyne-Verlag erschienen.

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Buchtitel
2
06.06.2016
4
06.06.2016

Matthias von Steinfeld ist ein erfolgreicher Immobilienmakler und lebt in einer schicken Villa. Doch er führt ein Doppelleben. Bekannt unter dem Namen „Nachtprinzessin“ sucht er sich nachts auf den Straßen seine männlichen Opfer, die er zuerst verführt und dann tötet. Nach mehreren Morden in Deutschland kauft Matthias sich eine Wohnung in der Toskana. Doch er kann seine dunkle Seite nicht unterdrücken. Als er den Fremdenführer Gianni kennenlernt, verliebt er sich in ihn. Gianni ahnt nicht, in welcher Gefahr er schwebt.

Ein ganz besonderes Plus von „Nachprinzessin“ ist zunächst einmal die außergewöhnliche Geschichte. Der Titel indiziert erst einmal eine weibliche Täterin, ebenso das Geschlecht der Opfer. Dass es sich um einen homosexuellen, männlichen Täter handelt, verleiht dem Buch eine ganz andere Richtung und hebt es von verwandten Krimis ab.

Ebenso ungewöhnlich ist die Perspektive, da der Roman größtenteils aus der Sicht des Täters geschrieben ist. So begleitet man von vornherein Matthias auf seinem Weg, noch bevor einem überhaupt klar wird, dass es sich bei ihm um den Mörder handelt. Man erfährt viel mehr über die Motive und Gefühle des Täters, als es üblicherweise der Fall ist, wenn der Mörder höchstens mal in ein paar zweiseitigen Einwürfen zu Wort kommt. Die restlichen Teile sind zwischen verschiedenen Figuren aufgeteilt, sodass man einen relativ breit gefächerten Überblick über das Geschehen erhält.

Die Sprache ist sehr angenehm. Die Sätze sind nicht zu lang und verschachtelt, aber auch nicht übertrieben kurz und abgehackt. So kann man sich voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren und sich gut in das Buch hineinversetzen. Auch wenn die Geschichte sich da an der ein oder anderen Stelle mal zieht, kann man auf diese Weise schnell darüber hinweg lesen.

Eine großartige Überraschung am Ende kann man natürlich nicht erwarten, da man ja den Täter und sein Motiv bereits kennt. Für Spannung sorgt stattdessen die ständige Frage, ob Matthias wieder töten wird oder seine dunkle Seite überwinden kann beziehungsweise vorher gestoppt wird. Diese Unsicherheit reicht, um einen die ganzen 570 Seiten locker bei der Stange zu halten.

Fazit: „Nachtprinzessin“ ist ein überaus spannender Roman, der nicht nur durch eine ungewöhnliche Geschichte, sondern auch durch die unübliche Perspektive besticht. Besonders der Charakter des Protagonisten wird sehr detailliert dargelegt und macht es dem Leser leicht, sich voll und ganz in die Geschichte hineinzuversetzen.

geschrieben am 01.01.2013 | 393 Wörter | 2264 Zeichen

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