
| ISBN | 3868695346 | |
| Buchreihe | Atalante | |
| Verlag | Splitter | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | - | |
| Erscheinungsjahr | - | |
| Extras | - |

âHat jemand daran gedacht, sie mit Intelligenz auszustatten?â

âDie ist angeboren, denn sie ist ein MĂ€dchen!â
âEcht?!â
âDas betrifft dich nicht, Aphrodite!â
Wer sich da ĂŒber das Schicksal der kleinen Atalante unterhĂ€lt, dem Baby, das König Iasos in der Wildnis aussetzen lĂ€sst, weil es das falsche Geschlecht hat, sind die drei Göttinnen Hekate, Artemis und Aphrodite, die dem Neugeborenen wundersame FĂ€higkeiten und einen magischen Dolch mit auf den Lebensweg geben.
Ihre ersten Lebensjahre verbringt das Kind bei den Wesen des Heiligen Waldes von Pelion, bei den Faunen und Nymphen, den Zentauren, den Minotauren und all den sprechenden Tieren; und auch wenn der Forst das eine oder andere dunkle Geheimnis birgt, so ist er doch ein paradiesischer Ort, den die kleine Atalante und ihre faunischer Freund Pyros erkunden. Die Idylle endet, als JĂ€ger aus der AuĂenwelt die Ziehmutter Atalantes töten und das MĂ€dchen verschleppen.
Einige Jahre spÀter: das Kind ist dank Aphrodites Gabe zu einer wunderschönen, selbstbewussten Frau herangewachsen, die sich im athletischen Wettkampf mit den MÀnnern ihres Alters messen kann. Dementsprechend ambitioniert sind ihre ZukunftsplÀne: gemeinsam mit Iason, der gerade im Hafen sein Schiff, die Argo, zu bauen beginnt, will sie zunÀchst nach Kolchis, das goldene Vlies erringen, um spÀter den Amazonen beizutreten.
Doch das Schicksal hat andere PlĂ€ne: unter der Ladung des HolzhĂ€ndlers Sargon findet Atalante einen kleinen KĂ€fig, darin gefangen ihr alter Kinderfreund Pyros. Und der Kleine weiĂ von einem groĂen UnglĂŒck zu berichten, das ĂŒber den Heiligen Wald gekommen ist und infolge dessen der Zentaur Chiron, der alte Mentor und Lehrer Iasons in Gefangenschaft seiner Amok laufenden BrĂŒder geraten ist. Als Iason zu Rettung des Freundes aufbrechen will, mischt sich die Göttin Hekate unerkannt ein, um den Helden an seine Pflicht zum Bau der Argo zu erinnern, sodass es alleine an Atalante ist, den Zentaur zu retten und dem Heiligen Wald den Frieden zu bringen.
In Serien wie âCañariâ, âIshantiâ oder âLuunaâ offenbart Didier Crisse in erzĂ€hlerischer wie grafischer Hinsicht ein Faible fĂŒr selbstbewusste, starke âKindfrauenâ. Auch âAtalanteâ reiht sich nahtlos in diesen Kontext ein, sowohl was die fast schon ikonische kĂŒnstlerische Gestaltung der Hauptfigur betrifft, als auch ihre Rolle innerhalb der mĂ€rchenhaft-mythischen Handlung. Die Geschichte selbst ist gleichermaĂen abenteuerlich wie federleicht und weist ob ihres unaufgeregten Umgangs mit griechisch-römischer Mythologie einen zauberhaften Charme auf, zu dem die durchweg sympathischen Figuren sowie die unterhaltsam, humorvollen und gefĂ€lligen Dialoge ihren Teil beitragen.
Crisses kraftvoll kolorierte Zeichnungen strotzen mit ihren weichen, schwungvollen Linien, ihrer Klarheit und ihren stimmungsvollen Details vor drallen, prallen Leben, vor Magie und abenteuerlicher AtmosphÀre.
Ein umfangreicher Anhang mit zahlreichen groĂformatigen und kommentierten Figurenstudien rundet dieses durch und durch positive Comic-Album ab.
Fazit: Die abenteuerliche und unbeschwerte Reise einer starken jungen Frau im Reich der griechisch-römischen Mythologie. Fabelhaft und zauberhaft, sowohl erzÀhlerisch als auch grafisch.
geschrieben am 07.05.2013 | 459 Wörter | 2837 Zeichen
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