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Monstress


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Rezension von

Thomas Stumpf

Monstress Im Mittelpunkt der komplexen Geschichte von „Monstress – Das Erwachen“ steht die 17jährige Maika Halbwolf, die zu Beginn des Comics als Gefangene auf einem Markt versteigert wird. Sie ist die Tochter einer legendären Kriegerin aus der Blutlinie der Halbwölfe und eine Arkane. In Maikas Welt herrscht Krieg zwischen Menschen und den magiebegabten Arkanen , Fabelmischwesen, die überwiegend menschliche Züge haben, aber auch tierische Eigenschaften besitzen, wie z.B. Flügel, Tierohren oder –schwänze oder einen Tierkopf. Die Körper der zumeist sehr jungen Arkanen-Sklaven, viele davon noch im Kindesalter, sind bei den Menschen sehr begehrt, denn aus ihnen kann man die magische Substanz Lilium gewinnen, die große Macht verleiht. Darüber hinaus gibt es uralte Götter, die durchaus Reminiszenzen an die „Großen Alten“ von H.P. Lovecraft wecken, sowie die alte Rasse der Katzen, deren Rolle im Kosmos der Geschichte noch nicht so ganz klar ist. Sie treten als Berater und Wegbegleiter auf, verfolgen aber auch eigene Ziele. Maikas Welt ist in zwei Teile gespalten, das Reich der Menschen und das Reich der Arkanen, zu denen auch Maika gehört. Dazwischen verläuft tatsächlich eine reale Mauer als Grenze, die beide Seiten trennt. Im Gegensatz zu den eher naturverbundenen zauberbegabten Arkanen sind die Menschen technisch hochentwickelt und setzen auf Maschinen, Luftschiffe, Feuerwaffen und dergleichen. In ihren Reihen gibt es den mächtigen Orden der Hexnonnen, durchtriebene, machthungrige, zauberfähige Wesen, die ihre Kraft aus den Körpern der versklavten Arkanen beziehen. Diese werden wie Tiere in Käfigen gehalten, ihre Gliedmaße nach und nach abgetrennt, verspeist oder sonst verwertet, um das sagenhafte Lilium zu gewinnen. Maika verlor hierdurch den Großteil ihres linken Arms. Die Hexnonnen führen eine barbarische Herrschaft und sind auch bei den Menschen selbst gefürchtet und nicht unumstritten. Auch Maika gerät eines Tages in die Fänge des Ordens. Doch ihr gelingt gemeinsam mit dem Fuchsmädchen Kippa die Flucht. Es beginnt eine epische Heldenreise. Maika ist zudem speziell, denn sie ist auf unheilige Weise psychisch (und, wie sich zeigt, auch physisch) mit einem uralten, extrem mächtigen Monster verbunden. Dieses führt ein Eigenleben in Maikas Körper und es ist nicht immer ganz klar, wer von beiden gerade die Oberhand hat. Das Monster in ihr muss gefüttert werde. Wortwörtlich. Ab und an wächst es tentakelartig aus dem Stumpf von Maikas abgetrennten Arm heraus und tritt ganz real in Erscheinung. Das erinnert optisch dann stark an „Witchblade“. Maika kann das Monster nicht kontrollieren und sie steht mitten im Krieg zwischen den Fronten. Alle jagen sie, alle fürchten sie, besonders die Hexnonnen haben seit Maikas blutiger Flucht eine Rechnung mit ihr offen. Vor allem aber kommt durch das Monster/Mädchen-Gespann eine absolut unberechenbare Variable ins Spiel und keiner weiß, wie dies den Verlauf des Krieges beeinflussen wird. Außerdem hat Maika den Hexnonnen ein sehr wertvolles Artefakt gestohlen, das diese zurückhaben wollen. Einer der zentralen Aspekte des Comics sind starke Frauen. Männer treten nur selten und meist in untergeordneten Rollen in Erscheinung. Texterin Majorie Liu konnte dies bereits bei Marvel mit der großartigen Serie „X-23“ zeigen, Wolverines genetischer Tochter. Der Comic ist storylastig, in den Actionsequenzen geht es aber ordentlich zur Sache. Die clevere Maika zeigt sich trotz ihrer zierlichen Erscheinung und ihren jungen Jahren im Kampf als gnadenlose und grausame Gegnerin, die man nicht unterschätzen darf. Den Hexnonnen gibt sie es auch schon mal mit dem Flammenwerfer. Auch sonst ist sie recht kompromisslos. Alle weiteren wichtigen Rollen sind bis in die Nebenrollen fast durchgehend mit Frauen besetzt, was eine gelungene Abwechslung ist. Dann tigert da noch der zweischwänzige sprechende Kater Meister Ren an Maikas Seite herum, der einen gewissen Witz und Coolness reinbringt, und auch mal herrlich unprosaische Phrasen raushaut wie: „Wir sind im Arsch“. Diese Auflockerungen sind in der düsteren und brutalen Story sehr willkommen. Das Fuchsmädchen Kippa dagegen versucht immer wieder, besänftigend und zurückhaltend auf Maika einzuwirken und steht damit für Maikas „weiche“ Seite, verkörpert ein wenig das Gewissen. Die Geschichte ist vielschichtig und bewegt sich inhaltlich (und zeitlich) auf mehreren Ebenen. Es geht um Versklavung, Folter, Ausbeutung und Unterdrückung anderer, einfach weil sie anders sind. Die Zustände in den Gefängnissen sind katastrophal. Es ist zugleich die Geschichte eines geteilten Landes und seiner Grenzgänger. Mit den Hexnonnen und den Inquisitrixen werden mittelalterliche Themen aufgegriffen. Auf persönlicher Ebene zeigt Maikas Geschichte, das Kernthema des Comics, den Kampf mit den inneren Dämonen, mit der eigenen dunklen Seite. In gewisser Weise ist es auch eine Geschichte über das Erwachsenwerden und es zeichnet sich ab, dass Maikas Familiengeschichte noch relevant werden wird für den weiteren Verlauf der Handlung. Das aufwändige Artwork des fast 200 (!) Seiten starken Comics ist einfach meisterhaft, mit einem Wort: überwältigend. Eine Mischung aus sehr detaillierten Jugendstilmotiven, Ranken, Ornamenten, Art Deco-Elementen, viktorianischem Steampunk, barocker Fülle und – von großem künstlerischem Einfluss – Mangakomponenten. So entsteht ein perfekter Spagat zwischen japanischem und europäischem Comicstil. Zeichnerin Sana Takeda ist eine Meisterin ihres Fachs und der von ihr in „Monstress“ abgelieferte Crossover sucht seinesgleichen. Ich bin hin und weg von der Kunstfertigkeit dieser Zeichnerin. Der Aufwand all diese Linien in ihrer schieren Anzahl zu zeichnen, muss enorm gewesen sein. Dazu kommt eine perfekt abgestimmte düstere Colorierung zumeist in gedeckten Mitternachtsfarben. Für mich optisch einer der schönsten Comics, den ich überhaupt kenne. Der Titel wurde nicht umsonst für den Eisner-Award als „Beste neue Serie“ nominiert. Selbst wenn man die opulente Geschichte gelesen hat, will man sich immer wieder die phantastischen Zeichnungen anschauen, an denen man sich einfach nicht sattsehen kann. Comickunst auf höchstem Niveau, ein Must-have für Liebhaber.

Im Mittelpunkt der komplexen Geschichte von „Monstress – Das Erwachen“ steht die 17jährige Maika Halbwolf, die zu Beginn des Comics als Gefangene auf einem Markt versteigert wird. Sie ist die Tochter einer legendären Kriegerin aus der Blutlinie der Halbwölfe und eine Arkane. In Maikas Welt herrscht Krieg zwischen Menschen und den magiebegabten Arkanen , Fabelmischwesen, die überwiegend menschliche Züge haben, aber auch tierische Eigenschaften besitzen, wie z.B. Flügel, Tierohren oder –schwänze oder einen Tierkopf. Die Körper der zumeist sehr jungen Arkanen-Sklaven, viele davon noch im Kindesalter, sind bei den Menschen sehr begehrt, denn aus ihnen kann man die magische Substanz Lilium gewinnen, die große Macht verleiht. Darüber hinaus gibt es uralte Götter, die durchaus Reminiszenzen an die „Großen Alten“ von H.P. Lovecraft wecken, sowie die alte Rasse der Katzen, deren Rolle im Kosmos der Geschichte noch nicht so ganz klar ist. Sie treten als Berater und Wegbegleiter auf, verfolgen aber auch eigene Ziele.

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Maikas Welt ist in zwei Teile gespalten, das Reich der Menschen und das Reich der Arkanen, zu denen auch Maika gehört. Dazwischen verläuft tatsächlich eine reale Mauer als Grenze, die beide Seiten trennt. Im Gegensatz zu den eher naturverbundenen zauberbegabten Arkanen sind die Menschen technisch hochentwickelt und setzen auf Maschinen, Luftschiffe, Feuerwaffen und dergleichen. In ihren Reihen gibt es den mächtigen Orden der Hexnonnen, durchtriebene, machthungrige, zauberfähige Wesen, die ihre Kraft aus den Körpern der versklavten Arkanen beziehen. Diese werden wie Tiere in Käfigen gehalten, ihre Gliedmaße nach und nach abgetrennt, verspeist oder sonst verwertet, um das sagenhafte Lilium zu gewinnen. Maika verlor hierdurch den Großteil ihres linken Arms. Die Hexnonnen führen eine barbarische Herrschaft und sind auch bei den Menschen selbst gefürchtet und nicht unumstritten.

Auch Maika gerät eines Tages in die Fänge des Ordens. Doch ihr gelingt gemeinsam mit dem Fuchsmädchen Kippa die Flucht. Es beginnt eine epische Heldenreise. Maika ist zudem speziell, denn sie ist auf unheilige Weise psychisch (und, wie sich zeigt, auch physisch) mit einem uralten, extrem mächtigen Monster verbunden. Dieses führt ein Eigenleben in Maikas Körper und es ist nicht immer ganz klar, wer von beiden gerade die Oberhand hat. Das Monster in ihr muss gefüttert werde. Wortwörtlich. Ab und an wächst es tentakelartig aus dem Stumpf von Maikas abgetrennten Arm heraus und tritt ganz real in Erscheinung. Das erinnert optisch dann stark an „Witchblade“. Maika kann das Monster nicht kontrollieren und sie steht mitten im Krieg zwischen den Fronten. Alle jagen sie, alle fürchten sie, besonders die Hexnonnen haben seit Maikas blutiger Flucht eine Rechnung mit ihr offen. Vor allem aber kommt durch das Monster/Mädchen-Gespann eine absolut unberechenbare Variable ins Spiel und keiner weiß, wie dies den Verlauf des Krieges beeinflussen wird. Außerdem hat Maika den Hexnonnen ein sehr wertvolles Artefakt gestohlen, das diese zurückhaben wollen.

Einer der zentralen Aspekte des Comics sind starke Frauen. Männer treten nur selten und meist in untergeordneten Rollen in Erscheinung. Texterin Majorie Liu konnte dies bereits bei Marvel mit der großartigen Serie „X-23“ zeigen, Wolverines genetischer Tochter. Der Comic ist storylastig, in den Actionsequenzen geht es aber ordentlich zur Sache. Die clevere Maika zeigt sich trotz ihrer zierlichen Erscheinung und ihren jungen Jahren im Kampf als gnadenlose und grausame Gegnerin, die man nicht unterschätzen darf. Den Hexnonnen gibt sie es auch schon mal mit dem Flammenwerfer. Auch sonst ist sie recht kompromisslos. Alle weiteren wichtigen Rollen sind bis in die Nebenrollen fast durchgehend mit Frauen besetzt, was eine gelungene Abwechslung ist. Dann tigert da noch der zweischwänzige sprechende Kater Meister Ren an Maikas Seite herum, der einen gewissen Witz und Coolness reinbringt, und auch mal herrlich unprosaische Phrasen raushaut wie: „Wir sind im Arsch“. Diese Auflockerungen sind in der düsteren und brutalen Story sehr willkommen. Das Fuchsmädchen Kippa dagegen versucht immer wieder, besänftigend und zurückhaltend auf Maika einzuwirken und steht damit für Maikas „weiche“ Seite, verkörpert ein wenig das Gewissen.

Die Geschichte ist vielschichtig und bewegt sich inhaltlich (und zeitlich) auf mehreren Ebenen. Es geht um Versklavung, Folter, Ausbeutung und Unterdrückung anderer, einfach weil sie anders sind. Die Zustände in den Gefängnissen sind katastrophal. Es ist zugleich die Geschichte eines geteilten Landes und seiner Grenzgänger. Mit den Hexnonnen und den Inquisitrixen werden mittelalterliche Themen aufgegriffen. Auf persönlicher Ebene zeigt Maikas Geschichte, das Kernthema des Comics, den Kampf mit den inneren Dämonen, mit der eigenen dunklen Seite. In gewisser Weise ist es auch eine Geschichte über das Erwachsenwerden und es zeichnet sich ab, dass Maikas Familiengeschichte noch relevant werden wird für den weiteren Verlauf der Handlung.

Das aufwändige Artwork des fast 200 (!) Seiten starken Comics ist einfach meisterhaft, mit einem Wort: überwältigend. Eine Mischung aus sehr detaillierten Jugendstilmotiven, Ranken, Ornamenten, Art Deco-Elementen, viktorianischem Steampunk, barocker Fülle und – von großem künstlerischem Einfluss – Mangakomponenten. So entsteht ein perfekter Spagat zwischen japanischem und europäischem Comicstil. Zeichnerin Sana Takeda ist eine Meisterin ihres Fachs und der von ihr in „Monstress“ abgelieferte Crossover sucht seinesgleichen. Ich bin hin und weg von der Kunstfertigkeit dieser Zeichnerin. Der Aufwand all diese Linien in ihrer schieren Anzahl zu zeichnen, muss enorm gewesen sein. Dazu kommt eine perfekt abgestimmte düstere Colorierung zumeist in gedeckten Mitternachtsfarben. Für mich optisch einer der schönsten Comics, den ich überhaupt kenne. Der Titel wurde nicht umsonst für den Eisner-Award als „Beste neue Serie“ nominiert. Selbst wenn man die opulente Geschichte gelesen hat, will man sich immer wieder die phantastischen Zeichnungen anschauen, an denen man sich einfach nicht sattsehen kann. Comickunst auf höchstem Niveau, ein Must-have für Liebhaber.

geschrieben am 03.04.2017 | 899 Wörter | 5302 Zeichen

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