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Eine lausige Hexe eilt zu Hilfe


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Eine lausige Hexe eilt zu Hilfe Die bereits aus den Siebzigern stammende Serie um die junge Hexe Mildred Hoppelt ist auf Deutsch in einer schönen gebundenen Ausgabe in sechs Bänden erschienen. Die getuschten Illustrationen sind schwarz-weiß – was aber aufgrund der im Buch als durchweg grau in grau beschriebenen Hexenschule perfekt passt. Mildred ist ein Pechvogel, die sich zwar alle Mühe gibt, den Lehrerinnen alles Recht zu machen, die aber von einem Unglück ins nächste stolpert. Im ersten Band (Eine lausige Hexe) begleitet der Leser sie bei ihrem Start auf der Hexenschule von Frau Graustein. Hierbei handelt es sich um ein reines Mädcheninternat, von Mildreds Zuhause erfährt man nichts. Sie freundet sich mit Maude an und diese Freundschaft ist der einzige Lichtblick im strengen Umfeld der Schule. Das Gebäude selbst ist ein kaltes Steingemäuer, zugig und kalt, die Lehrerinnen sind hart und handeln willkürlich, die Streberin der Klasse hat es auf Mildred abgesehen und ärgert sie wo sie nur kann. Zudem erhält Mildred als einzige eine nicht vorschriftsmäßig schwarze Katze, sondern das Tigerkätzchen Tapsi, das zudem Angst vorm Fliegen hat. Im letzten Band (Eine lausige Hexe eilt zu Hilfe) muss Mildred erleben, dass ihre Erzfeindin Esther noch zu fieseren Taten fähig ist. Sie stiehlt ihre sorgfältig ausgearbeitete Ferienarbeit, in der Mildred einen eigenen Zauberspruch kreiert hat und natürlich glaubt keine der Lehrerinnen Mildred, als sie den Betrug aufdecken möchte. Wieder sind es die Tiere, die Mildred helfen, denn auch ihre Freundinnen können nicht glauben, dass Mildred ein solch perfekter Zauberspruch gelungen sein mag. Zum Schluss wird Esther bloß gestellt und Mildred rehabilitiert, doch die Ungerechtigkeit auf den vorherigen Seiten halten kleine Leser sehr in Atem. Die gesamte Erzählung ist grau in grau gehalten und hat für die kleinen Leser keine Fröhlichkeit zu bieten. Selbst in der Theorie schöne Momente, wie die Geburtstagsfeier der Direktorin oder ein Schulausflug ans Meer enden in tristen Veranstaltungen in Kälte und Entbehrung. Die Schule ist für Mildred ein unerbittlicher Ort, bei dem sie trotz größter Anstrengung nicht glänzen kann. Selbst dann, wenn sie eine Heldentat begeht, wird sie nicht gefeiert, sondern von den Lehrerinnen weiterhin drangsaliert. Selbst ihre Freundinnen halten nicht in jeder Lebenslage zu ihr, sie ist oft gänzlich auf sich alleine gestellt. Einzig verschiedene Tiere sind immer ihre Verbündeten. Der Vergleich zum moderneren Harry Potter liegt nahe, da einige Parallelen vorhanden sind (Internat, Held wider Willen, grausames Umfeld). Doch Harry Potter offeriert seinen Lesern immer wieder Lichtblicke: Rauschende Feste, Freundschaften und Zusammengehörigkeit, Lob und Ruhm für die Heldentaten. Auch der Vergleich zu Hanni und Nanni liegt nahe (Mädchen, Internat, strenge Lehrerinnen), doch auch hier sind lustige Szenen enthalten. Über Mildred jedoch kann man nicht lachen – man hat nur Mitleid mit ihr und hofft, dass sie irgendwie glimpflich aus dem Unglück herauskommt, in das sie meist auch völlig unschuldig gerät. Es verwunderte mich daher sehr, dass die Geschichten der lausigen Hexe bei Kindern so gut ankommen – was sie aber seit Jahrzehnten tun. In Großbritannien gehört die Reihe zu den Kinderbuchklassikern, wurde verfilmt und auch hierzulande sind die Rückmeldungen zur Übersetzung eindeutig: Kinder schließen Mildred ins Herz. Daher eine klare Kaufempfehlung, wenngleich eventuell Eltern mit ihren Grundschulkindern darüber sprechen sollten, dass man in der Schule nicht hilflos ausgeliefert ist und Anstrengung durchaus zu Erfolg führen kann.

Die bereits aus den Siebzigern stammende Serie um die junge Hexe Mildred Hoppelt ist auf Deutsch in einer schönen gebundenen Ausgabe in sechs Bänden erschienen. Die getuschten Illustrationen sind schwarz-weiß – was aber aufgrund der im Buch als durchweg grau in grau beschriebenen Hexenschule perfekt passt.

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Mildred ist ein Pechvogel, die sich zwar alle Mühe gibt, den Lehrerinnen alles Recht zu machen, die aber von einem Unglück ins nächste stolpert. Im ersten Band (Eine lausige Hexe) begleitet der Leser sie bei ihrem Start auf der Hexenschule von Frau Graustein. Hierbei handelt es sich um ein reines Mädcheninternat, von Mildreds Zuhause erfährt man nichts. Sie freundet sich mit Maude an und diese Freundschaft ist der einzige Lichtblick im strengen Umfeld der Schule. Das Gebäude selbst ist ein kaltes Steingemäuer, zugig und kalt, die Lehrerinnen sind hart und handeln willkürlich, die Streberin der Klasse hat es auf Mildred abgesehen und ärgert sie wo sie nur kann. Zudem erhält Mildred als einzige eine nicht vorschriftsmäßig schwarze Katze, sondern das Tigerkätzchen Tapsi, das zudem Angst vorm Fliegen hat.

Im letzten Band (Eine lausige Hexe eilt zu Hilfe) muss Mildred erleben, dass ihre Erzfeindin Esther noch zu fieseren Taten fähig ist. Sie stiehlt ihre sorgfältig ausgearbeitete Ferienarbeit, in der Mildred einen eigenen Zauberspruch kreiert hat und natürlich glaubt keine der Lehrerinnen Mildred, als sie den Betrug aufdecken möchte. Wieder sind es die Tiere, die Mildred helfen, denn auch ihre Freundinnen können nicht glauben, dass Mildred ein solch perfekter Zauberspruch gelungen sein mag. Zum Schluss wird Esther bloß gestellt und Mildred rehabilitiert, doch die Ungerechtigkeit auf den vorherigen Seiten halten kleine Leser sehr in Atem.

Die gesamte Erzählung ist grau in grau gehalten und hat für die kleinen Leser keine Fröhlichkeit zu bieten. Selbst in der Theorie schöne Momente, wie die Geburtstagsfeier der Direktorin oder ein Schulausflug ans Meer enden in tristen Veranstaltungen in Kälte und Entbehrung. Die Schule ist für Mildred ein unerbittlicher Ort, bei dem sie trotz größter Anstrengung nicht glänzen kann. Selbst dann, wenn sie eine Heldentat begeht, wird sie nicht gefeiert, sondern von den Lehrerinnen weiterhin drangsaliert. Selbst ihre Freundinnen halten nicht in jeder Lebenslage zu ihr, sie ist oft gänzlich auf sich alleine gestellt. Einzig verschiedene Tiere sind immer ihre Verbündeten.

Der Vergleich zum moderneren Harry Potter liegt nahe, da einige Parallelen vorhanden sind (Internat, Held wider Willen, grausames Umfeld). Doch Harry Potter offeriert seinen Lesern immer wieder Lichtblicke: Rauschende Feste, Freundschaften und Zusammengehörigkeit, Lob und Ruhm für die Heldentaten. Auch der Vergleich zu Hanni und Nanni liegt nahe (Mädchen, Internat, strenge Lehrerinnen), doch auch hier sind lustige Szenen enthalten. Über Mildred jedoch kann man nicht lachen – man hat nur Mitleid mit ihr und hofft, dass sie irgendwie glimpflich aus dem Unglück herauskommt, in das sie meist auch völlig unschuldig gerät.

Es verwunderte mich daher sehr, dass die Geschichten der lausigen Hexe bei Kindern so gut ankommen – was sie aber seit Jahrzehnten tun. In Großbritannien gehört die Reihe zu den Kinderbuchklassikern, wurde verfilmt und auch hierzulande sind die Rückmeldungen zur Übersetzung eindeutig: Kinder schließen Mildred ins Herz. Daher eine klare Kaufempfehlung, wenngleich eventuell Eltern mit ihren Grundschulkindern darüber sprechen sollten, dass man in der Schule nicht hilflos ausgeliefert ist und Anstrengung durchaus zu Erfolg führen kann.

geschrieben am 05.09.2017 | 537 Wörter | 3065 Zeichen

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