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Der Tellerdieb


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Der Tellerdieb Wenn einer aus der Reihe tanzt… So oder so ähnlich können viele lehrreiche Geschichten für Kinder beginnen. Innerhalb eines sozialen Gefüges, sei es Familie, Kindergarten, Schule, Verein etc., herrschen bestimmte Regeln, Sitten und Gebräuche. Wenn sich alle daran halten, geht alles seinen gewohnten Gang. Was aber passiert, wenn ein Mitglied dieser Gemeinschaft etwas anders machen möchte? Oder einfach anders ist? Was macht das aus ihm und wie gehen die anderen damit um? Diese Metathemen lassen sich auf Abweichungen aller Art erweitern, sodass das Buch den vorlesenden Eltern viele Ergänzungsmöglichkeiten zum Erzählen und Aufklären gibt – wenn sie das denn möchten. Worum aber geht es hier? Walter ist ein junger Waschbär, der mit seiner Waschbärenfamilie innerhalb einer größeren Waschbärensippe außerhalb der Stadt wohnt, also dort, wo die Natur in voller Kraft steht, aber man die Nähe des Menschen durchaus noch bemerkt, sie also kennt. Die Waschbären haben früher sogar in der Stadt gelebt, aber das Zusammenleben mit den Menschen war nicht nachhaltig, sodass die Waschbären nicht nur außerhalb der Stadt leben, sondern sich sogar geschworen haben, die Menschen zu meiden. Das ist aber gar nicht nach Walters Geschmack, denn er findet das übliche Waschbärenessen langweilig: Muscheln suchen, 17x waschen und danach die Muschelschalen auswaschen. Er stöbert lieber im Müll nach Menschenessen. Die Eltern wissen das und erzählen, Walter sei „wählerisch“. Aber insgeheim schämen sie sich offenbar für den unangepassten Sohn. Der beschließt sogar, ein in der Nähe liegendes Restaurant aufzusuchen, um dort seiner Leidenschaft für menschliches Essen nachgehen zu können. Nicht nur das: er nimmt von dort auch jedesmal einen Teller mit. Als das dann herauskommt, ist die Aufregung groß. Doch der weise alte Waschbär rät, die Teller ordentlich zu waschen und sie zurückzubringen, um den Schaden wieder gut zu machen. Doch dieses Vorhaben führt zu einem überraschenden und witzigen Ende mit Augenzwinkern. Die Geschichte ist für Kinder ab vier Jahren konzipiert und jünger sollten die kleinen Leserinnen und Leser auch nicht sein. Denn es ist zum einen hilfreich, im Zoo schon einmal einen Waschbären gesehen zu haben, um die im Buch beschriebenen, leicht übertriebenen Verhaltensweisen nachempfinden zu können. Zum anderen ist es für das emotionale Verständnis der Geschichte wichtig, schon den Wunsch, etwas anders machen zu wollen als die anderen, zu kennen, um das innere Drängen von Walter zu verstehen. Und schließlich ist der Fremdschämmoment für die Waschbäreneltern nur von Kindern mit einer bereits im Werden befindlichen Selbstfindung zu erkennen, die im Gegensatz zum Sippenältesten keine überzeugende Rolle abgeben: anstelle sich vor ihr Kind zu stellen und es zu schützen, ist ihnen die Meinung der anderen wichtiger. Was mich nicht überzeugt hat, ist die Illustration. Mir ist die Führung der Figuren zu einfach und ungelenk. Des Weiteren ist es nicht schön zu sehen, wie die Figuren ganz offensichtlich über die vorher gemalte Landschaft gezeichnet wurden, sodass man die Konturen durchsehen kann. Das geht qualitativ deutlich besser. Nach meinem persönlichen Eindruck ist es ein nettes, aber kein herausragendes Kinderbuch. Die angelegten Themen sind zum Teil recht komplex, sodass man eher das Verständnis von Grundschulkindern benötigt. Zum anderen ist der Handlungsrahmen aber tatsächlich für kleine Kinder angelegt. Ein Spannungsfeld, das hier nicht so ganz glücklich aufgelöst wurde. Dennoch ist die Geschichte passabel mit einem schönen Ende.

Wenn einer aus der Reihe tanzt… So oder so ähnlich können viele lehrreiche Geschichten für Kinder beginnen. Innerhalb eines sozialen Gefüges, sei es Familie, Kindergarten, Schule, Verein etc., herrschen bestimmte Regeln, Sitten und Gebräuche. Wenn sich alle daran halten, geht alles seinen gewohnten Gang. Was aber passiert, wenn ein Mitglied dieser Gemeinschaft etwas anders machen möchte? Oder einfach anders ist? Was macht das aus ihm und wie gehen die anderen damit um? Diese Metathemen lassen sich auf Abweichungen aller Art erweitern, sodass das Buch den vorlesenden Eltern viele Ergänzungsmöglichkeiten zum Erzählen und Aufklären gibt – wenn sie das denn möchten.

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Worum aber geht es hier? Walter ist ein junger Waschbär, der mit seiner Waschbärenfamilie innerhalb einer größeren Waschbärensippe außerhalb der Stadt wohnt, also dort, wo die Natur in voller Kraft steht, aber man die Nähe des Menschen durchaus noch bemerkt, sie also kennt. Die Waschbären haben früher sogar in der Stadt gelebt, aber das Zusammenleben mit den Menschen war nicht nachhaltig, sodass die Waschbären nicht nur außerhalb der Stadt leben, sondern sich sogar geschworen haben, die Menschen zu meiden. Das ist aber gar nicht nach Walters Geschmack, denn er findet das übliche Waschbärenessen langweilig: Muscheln suchen, 17x waschen und danach die Muschelschalen auswaschen. Er stöbert lieber im Müll nach Menschenessen. Die Eltern wissen das und erzählen, Walter sei „wählerisch“. Aber insgeheim schämen sie sich offenbar für den unangepassten Sohn. Der beschließt sogar, ein in der Nähe liegendes Restaurant aufzusuchen, um dort seiner Leidenschaft für menschliches Essen nachgehen zu können. Nicht nur das: er nimmt von dort auch jedesmal einen Teller mit. Als das dann herauskommt, ist die Aufregung groß. Doch der weise alte Waschbär rät, die Teller ordentlich zu waschen und sie zurückzubringen, um den Schaden wieder gut zu machen. Doch dieses Vorhaben führt zu einem überraschenden und witzigen Ende mit Augenzwinkern.

Die Geschichte ist für Kinder ab vier Jahren konzipiert und jünger sollten die kleinen Leserinnen und Leser auch nicht sein. Denn es ist zum einen hilfreich, im Zoo schon einmal einen Waschbären gesehen zu haben, um die im Buch beschriebenen, leicht übertriebenen Verhaltensweisen nachempfinden zu können. Zum anderen ist es für das emotionale Verständnis der Geschichte wichtig, schon den Wunsch, etwas anders machen zu wollen als die anderen, zu kennen, um das innere Drängen von Walter zu verstehen. Und schließlich ist der Fremdschämmoment für die Waschbäreneltern nur von Kindern mit einer bereits im Werden befindlichen Selbstfindung zu erkennen, die im Gegensatz zum Sippenältesten keine überzeugende Rolle abgeben: anstelle sich vor ihr Kind zu stellen und es zu schützen, ist ihnen die Meinung der anderen wichtiger.

Was mich nicht überzeugt hat, ist die Illustration. Mir ist die Führung der Figuren zu einfach und ungelenk. Des Weiteren ist es nicht schön zu sehen, wie die Figuren ganz offensichtlich über die vorher gemalte Landschaft gezeichnet wurden, sodass man die Konturen durchsehen kann. Das geht qualitativ deutlich besser.

Nach meinem persönlichen Eindruck ist es ein nettes, aber kein herausragendes Kinderbuch. Die angelegten Themen sind zum Teil recht komplex, sodass man eher das Verständnis von Grundschulkindern benötigt. Zum anderen ist der Handlungsrahmen aber tatsächlich für kleine Kinder angelegt. Ein Spannungsfeld, das hier nicht so ganz glücklich aufgelöst wurde. Dennoch ist die Geschichte passabel mit einem schönen Ende.

geschrieben am 01.03.2019 | 534 Wörter | 3034 Zeichen

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