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Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse


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Rezension von

Adrian Witt

Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse Viel zu oft werden bei der Geldanlage Entscheidungen aus einem Baugefühl heraus getroffen. Doch der Unterschied zwischen reinem spekulieren und erfolgreichem investieren besteht oft schon darin, sich gezielt mit einem bestimmten Asset zu befassen und diesen richtig bewerten zu können. So lautet das simple Geheimnis für den Börsenerfolg nach wie vor: Billig kaufen, teuer verkaufen! Das eigentliche Problem für jeden Anleger besteht jedoch darin, herauszufinden, wann eine Aktie als billig anzusehen ist und wann sie teuer erscheint. Im Grunde geht es hierbei um die Suche nach dem „fairen Wert“ eines Unternehmens. Liegt der Aktienkurs unter dem inneren bzw. fairen Wert eines Unternehmens, so gilt die Aktie gemeinhin als unterbewertet, hat also noch Kurspotenzial nach oben und sollte gekauft werden. Liegt hingegen der Kurs über dem inneren bzw. fairen Wert, sind weitere Kursgewinne eher unwahrscheinlich und die Aktie sollte abgestoßen werden. Wer sich in diesem Kontext nicht auf den mehr oder weniger oberflächlichen sowie eigennützigen Rat von Börsenbriefen oder die schwammigen Empfehlungen von Anlageberatern verlassen und damit sein hart verdientes Geld nicht fahrlässig auf Spiel setzen möchte, tut gut daran, sich näher mit den Grundsätzen der fundamentalen Unternehmensanalyse zu befassen. Schließlich bleiben ohne das Verständnis für das umfangreiche Zahlenwerk einer Gesellschaft zu viele Faktoren im Dunkeln, die sich allerdings für eine Anlageentscheidung mit Blick auf mögliche Alternativinvestments als wichtig herausstellen können. Der Beststeller „Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse“ von Nicolas Schmidlin, der bereits in dritter Auflage im Vahlen Verlag (C. H. Beck Verlagsgruppe) erschienen ist, könnte sich hierbei als überaus hilfreich erweisen, zumal das Werk weitgehend auf komplizierte Bewertungsmodelle aus der Theorie verzichtet, indem es die Bewertung an den Fundamentaldaten der Unternehmen ausrichtet, um den Lesern eine eigene und möglichst praxisnahe Anwendung im Anlegeralltag zu ermöglichen. So wird gleich zu Beginn durch den Autor erwähnt, dass der Anspruch des Buches in der Vermittlung von Unternehmensbewertung und Kennzahlenanalyse in einem durchweg pragmatischen, lebhaften und fallorientierten Stil besteht. Dabei wird neben den Finanzkennzahlen und Bewertungsmodellen auch ein Blick auf die Geschäftsmodelle, die Unternehmenskulturen und die Managementqualitäten geworfen, um ein möglichst aussagekräftiges Gesamtbild als Grundlage einer jeden fundamentalen Anlageentscheidung erzielen zu können. Um es gleich vorwegzunehmen: Diesem selbst gesetzten und ambitionierten Anspruch wird das Buch inhaltlich wie methodisch-didaktisch in wirklich jeder Hinsicht gerecht. Denn es stellt auf 278 Seiten das breite Spektrum der Unternehmensbewertung und -analyse mit hoher Informationsdichte theoriebasiert und ausgesprochen praxisorientiert mit mehr als 100 Fallbeispielen der „Real Economy“ überaus anschaulich dar. So bekommen die Leser in 9 aufeinander aufbauenden Kapiteln, zunächst die Grundlagen der nationalen und internationalen Rechnungslegung (HGB vs. IFRS bzw. US-GAAP) vermittelt, bevor der Aufbau und die Struktur von Jahresabschlüssen sowie die verschiedenen Kennzahlen zur Kosten- und Bilanzstruktur vorgestellt werden. Hierzu zählen die Kennzahlen zu Ertrag und Rentabilität wie Eigenkapital-, Umsatz- und Gesamtkapitalrendite sowie Kennzahlen zur finanziellen Stabilität, auch jene Kennzahlen, die sich dem Working Capital zuordnen lassen. Weitere nachfolgende Kapitel, die sich mit der Analyse des Geschäftsmodells eines Unternehmen, der Ausschüttungspolitik und der Kapitalallokation sowie weiteren Bewertungskennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder dem Enterprise-Value befassen, vermitteln ein solides Basiswissen, um sich mit dem Thema der Unternehmensbewertung in Kapitel 8 zu befassen. Denn im Unterschied zum Kapitel 7 geht es in Kapitel 8 nicht mehr um die deskriptive Unternehmensbewertung mit der Frage „Wie ist die aktuelle Bewertung?“, sondern um die normative Komponenten der Unternehmensbewertung mit der Frage „Wie sollte die Bewertung sein?“. In diesem Kontext befasst sich das 8. Kapitel durch Ausklammerung der marktorientierten Bewertungsmethoden ausschließlich mit den fundamentalanalytischen Bewertungsmethoden. Dabei erfahren die Leser, was es mit dem Liquidationsansatz und Substanzwertverfahren auf sich hat und welche Bedeutung den Discounted-Cashflow-Modellen (DCF-Verfahren) bei der Bewertung eines Unternehmens zukommen. So richtet sich bei der fundamentalanalytischen Bewertung der Wert eines Vermögensgegenstandes nach dem Barwert der zukünftigen Zahlungsströme, wobei vor allem angenommen wird, dass jeder Vermögensgegenstand über einen inneren bzw. fairen Wert verfügt, der auf Basis von Determinanten wie dem Cashflow, der Wachstumsrate und dem Risiko geschätzt werden kann. Im Rahmen dieses relativ umfassenden Kapitels gelingt es dem Autor nicht nur klar herauszuarbeiten, wie die verschiedenen Bewertungsverfahren funktionieren und welche Probleme bei deren Handhabung zu bewältigen sind, sondern es wird auch deutlich herausgestellt, unter welchen Bedingungen die Bewertungsmethoden dem inneren bzw. fairen Wert des Unternehmens näher kommen können und dass die Bewertung grundsätzlich aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Methoden gleichzeitig durchgeführt werden sollte. Denn schließlich gibt die Symbiose von quantitativen Daten und qualitativen Fakten den Ausschlag für eine aussagekräftige Unternehmensanalyse. Mit der Veröffentlichung des Buches „Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse“ hat Nicolas Schmidlin ein durchgehend praxisnahes und didaktisch hervorragend geschriebenes Lehrbuch vorgelegt, das sich gleichsam an Einsteiger und Fortgeschrittene richtet. Die Fülle an Informationen sowie die Detailtiefe dürften ihnen den erfolgreichen Einstieg in das durchaus breite Themenfeld der Unternehmensbewertung und Kennzahlenanalyse ermöglichen und bei erfolgreicher Anwendung in der Praxis für einen Mehrwert sorgen. Kurzum: Eines der wenigen hilfreichen Lehrbücher zu diesem Themenkomplex, welches die Analystenbewertung „stong buy“ verdient.

Viel zu oft werden bei der Geldanlage Entscheidungen aus einem Baugefühl heraus getroffen. Doch der Unterschied zwischen reinem spekulieren und erfolgreichem investieren besteht oft schon darin, sich gezielt mit einem bestimmten Asset zu befassen und diesen richtig bewerten zu können. So lautet das simple Geheimnis für den Börsenerfolg nach wie vor: Billig kaufen, teuer verkaufen!

Das eigentliche Problem für jeden Anleger besteht jedoch darin, herauszufinden, wann eine Aktie als billig anzusehen ist und wann sie teuer erscheint. Im Grunde geht es hierbei um die Suche nach dem „fairen Wert“ eines Unternehmens. Liegt der Aktienkurs unter dem inneren bzw. fairen Wert eines Unternehmens, so gilt die Aktie gemeinhin als unterbewertet, hat also noch Kurspotenzial nach oben und sollte gekauft werden. Liegt hingegen der Kurs über dem inneren bzw. fairen Wert, sind weitere Kursgewinne eher unwahrscheinlich und die Aktie sollte abgestoßen werden. Wer sich in diesem Kontext nicht auf den mehr oder weniger oberflächlichen sowie eigennützigen Rat von Börsenbriefen oder die schwammigen Empfehlungen von Anlageberatern verlassen und damit sein hart verdientes Geld nicht fahrlässig auf Spiel setzen möchte, tut gut daran, sich näher mit den Grundsätzen der fundamentalen Unternehmensanalyse zu befassen. Schließlich bleiben ohne das Verständnis für das umfangreiche Zahlenwerk einer Gesellschaft zu viele Faktoren im Dunkeln, die sich allerdings für eine Anlageentscheidung mit Blick auf mögliche Alternativinvestments als wichtig herausstellen können. Der Beststeller „Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse“ von Nicolas Schmidlin, der bereits in dritter Auflage im Vahlen Verlag (C. H. Beck Verlagsgruppe) erschienen ist, könnte sich hierbei als überaus hilfreich erweisen, zumal das Werk weitgehend auf komplizierte Bewertungsmodelle aus der Theorie verzichtet, indem es die Bewertung an den Fundamentaldaten der Unternehmen ausrichtet, um den Lesern eine eigene und möglichst praxisnahe Anwendung im Anlegeralltag zu ermöglichen.

So wird gleich zu Beginn durch den Autor erwähnt, dass der Anspruch des Buches in der Vermittlung von Unternehmensbewertung und Kennzahlenanalyse in einem durchweg pragmatischen, lebhaften und fallorientierten Stil besteht. Dabei wird neben den Finanzkennzahlen und Bewertungsmodellen auch ein Blick auf die Geschäftsmodelle, die Unternehmenskulturen und die Managementqualitäten geworfen, um ein möglichst aussagekräftiges Gesamtbild als Grundlage einer jeden fundamentalen Anlageentscheidung erzielen zu können. Um es gleich vorwegzunehmen: Diesem selbst gesetzten und ambitionierten Anspruch wird das Buch inhaltlich wie methodisch-didaktisch in wirklich jeder Hinsicht gerecht. Denn es stellt auf 278 Seiten das breite Spektrum der Unternehmensbewertung und -analyse mit hoher Informationsdichte theoriebasiert und ausgesprochen praxisorientiert mit mehr als 100 Fallbeispielen der „Real Economy“ überaus anschaulich dar. So bekommen die Leser in 9 aufeinander aufbauenden Kapiteln, zunächst die Grundlagen der nationalen und internationalen Rechnungslegung (HGB vs. IFRS bzw. US-GAAP) vermittelt, bevor der Aufbau und die Struktur von Jahresabschlüssen sowie die verschiedenen Kennzahlen zur Kosten- und Bilanzstruktur vorgestellt werden. Hierzu zählen die Kennzahlen zu Ertrag und Rentabilität wie Eigenkapital-, Umsatz- und Gesamtkapitalrendite sowie Kennzahlen zur finanziellen Stabilität, auch jene Kennzahlen, die sich dem Working Capital zuordnen lassen. Weitere nachfolgende Kapitel, die sich mit der Analyse des Geschäftsmodells eines Unternehmen, der Ausschüttungspolitik und der Kapitalallokation sowie weiteren Bewertungskennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder dem Enterprise-Value befassen, vermitteln ein solides Basiswissen, um sich mit dem Thema der Unternehmensbewertung in Kapitel 8 zu befassen. Denn im Unterschied zum Kapitel 7 geht es in Kapitel 8 nicht mehr um die deskriptive Unternehmensbewertung mit der Frage „Wie ist die aktuelle Bewertung?“, sondern um die normative Komponenten der Unternehmensbewertung mit der Frage „Wie sollte die Bewertung sein?“. In diesem Kontext befasst sich das 8. Kapitel durch Ausklammerung der marktorientierten Bewertungsmethoden ausschließlich mit den fundamentalanalytischen Bewertungsmethoden. Dabei erfahren die Leser, was es mit dem Liquidationsansatz und Substanzwertverfahren auf sich hat und welche Bedeutung den Discounted-Cashflow-Modellen (DCF-Verfahren) bei der Bewertung eines Unternehmens zukommen. So richtet sich bei der fundamentalanalytischen Bewertung der Wert eines Vermögensgegenstandes nach dem Barwert der zukünftigen Zahlungsströme, wobei vor allem angenommen wird, dass jeder Vermögensgegenstand über einen inneren bzw. fairen Wert verfügt, der auf Basis von Determinanten wie dem Cashflow, der Wachstumsrate und dem Risiko geschätzt werden kann. Im Rahmen dieses relativ umfassenden Kapitels gelingt es dem Autor nicht nur klar herauszuarbeiten, wie die verschiedenen Bewertungsverfahren funktionieren und welche Probleme bei deren Handhabung zu bewältigen sind, sondern es wird auch deutlich herausgestellt, unter welchen Bedingungen die Bewertungsmethoden dem inneren bzw. fairen Wert des Unternehmens näher kommen können und dass die Bewertung grundsätzlich aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Methoden gleichzeitig durchgeführt werden sollte. Denn schließlich gibt die Symbiose von quantitativen Daten und qualitativen Fakten den Ausschlag für eine aussagekräftige Unternehmensanalyse.

Mit der Veröffentlichung des Buches „Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse“ hat Nicolas Schmidlin ein durchgehend praxisnahes und didaktisch hervorragend geschriebenes Lehrbuch vorgelegt, das sich gleichsam an Einsteiger und Fortgeschrittene richtet. Die Fülle an Informationen sowie die Detailtiefe dürften ihnen den erfolgreichen Einstieg in das durchaus breite Themenfeld der Unternehmensbewertung und Kennzahlenanalyse ermöglichen und bei erfolgreicher Anwendung in der Praxis für einen Mehrwert sorgen. Kurzum: Eines der wenigen hilfreichen Lehrbücher zu diesem Themenkomplex, welches die Analystenbewertung „stong buy“ verdient.

geschrieben am 17.07.2021 | 799 Wörter | 5389 Zeichen

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