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Becks letzter Sommer (Diogenes Hörbuch)


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Becks letzter Sommer (Diogenes Hörbuch) Manchmal wird ein bereits gutes Buch durch eine Hörversion mit einem perfekt dazu passenden Sprecher noch ein Stück besser, ähnlich wie eine gelungene Coverversion eines Liedes. So ist es jedenfalls hier gelungen. Natürlich ist es marketingtechnisch sinnvoll, dass Christian Ulmen nicht nur in der Verfilmung des Romans von Benedict Wells die Hauptrolle spielt, sondern dazu auch noch das Hörbuch eingesprochen hat. Aber ungeachtet dessen hätte man diese Figur des Robert Beck kaum besser besetzen oder sprechen können als Ulmen dies ausfüllen kann. Zum einen ist es sehr erfreulich, mit wieviel stimmlicher Varianz und Koloratur er für die verschiedenen Figuren eine ganz eigene Atmosphäre schafft, gerade was Rauli und Charly angeht. Aber auch das Phlegmatische bei Beck, das Unentschlossene, das Schnoddrige, die Larmoyanz gegenüber der eigenen Antriebslosigkeit, all das bringt Ulmen hervorragend zum Vorschein. Die Story alleine hätte möglicherweise nicht das Potential, den Zuhörer über acht CDs zu fesseln. Aber die Umsetzung mit Ulmen ist so treffend, dass man das Hörbuch bis zur letzten Minute gerne und gespannt hört. Nachdem der Roman bereits im Jahr 2008 erschienen ist, ist alles Wesentliche zur Geschichte bereits geschrieben und auch zu Recht gelobt worden. Hauptperson ist der Gymnasiallehrer Robert Beck, er unterrichtet Deutsch und Musik, und trauert bis heute seinen wilden, freien Jahren als Musiker nach. Doch er ist damals gescheitert, aus der Band gemobbt worden und letzten Endes war er auch nicht sonderlich erfolgreich in seinem Schaffen. Dennoch ist er in der grauen Riege der sonstigen Lehrer als „echter“ Musiker ein einigermaßen bunter Vogel, was er durch besondere Events wie ein Literaturcafé auch noch untermauert. Becks Leben ändert sich jedoch gewaltig, als innerhalb eines Sommers sowohl die schöne Lara als auch der undurchsichtige Rauli Kantas in sein Leben treten. Entgegen früherer Beziehungserfahrungen verliebt er sich in Lara und wird später schwer an ihrem Verlust zu tragen haben. Gleiches gilt aber auch für das musikalische Wunderkind Rauli, der wie aus dem Nichts bahnbrechende Melodien zu ebenso guten Songtexten aus der Hand schüttelt und daneben Becks Wirken als Musiker ganz klein erscheinen lässt. Beck entdeckt und fördert Raulis Talent, aber bis Rauli bei Sony BMG landet, gibt es einige Ereignisse, die Beck in der Rückschau gerne wieder aus seiner Erinnerung gestrichen hätte. Dazu gehört auch der Trip mit Rauli und Charly, seinem alten Freund aus eigenen Bandtagen: Charly gibt vor, zu seiner Mutter nach Istanbul fahren zu wollen, hat aber Flugangst, so dass die drei in Charlys altem Auto quer durch Osteuropa zuckeln müssen und dabei natürlich mehr erleben müssen als ihnen lieb ist. Beck wird in diesem Buch von so vielen Schicksalsschlägen getroffen, dass man sich wirklich fragt, warum er im Weiterleben einen Sinn sieht. Das wird auch thematisiert und gut gelöst. Dies gilt ebenso für andere grundlegende Fragen des Daseins und Zusammenlebens, des eigenen Fortkommens und dem Streben nach Glück und Erfüllung: es finden sich viele Sätze mit beeindruckendem Tiefgang, zum Nachschmecken quasi, die im Zusammenhang passend wirken und eben nicht aufgesetzt. Auch hier hilft Ulmens unaufgeregter Sprachduktus ganz hervorragend, sich auf die eigentliche Botschaft der Sätze zu konzentrieren. Insgesamt kann ich das Hörbuch sehr empfehlen. Die Umsetzung ist trotz der Länge kurzweilig, unterhaltsam, die Sprecherbesetzung ist ein Volltreffer und es bleibt vieles im Geiste hängen, über das man sich auch gerne zwei oder dreimal Gedanken macht.

Manchmal wird ein bereits gutes Buch durch eine Hörversion mit einem perfekt dazu passenden Sprecher noch ein Stück besser, ähnlich wie eine gelungene Coverversion eines Liedes. So ist es jedenfalls hier gelungen. Natürlich ist es marketingtechnisch sinnvoll, dass Christian Ulmen nicht nur in der Verfilmung des Romans von Benedict Wells die Hauptrolle spielt, sondern dazu auch noch das Hörbuch eingesprochen hat. Aber ungeachtet dessen hätte man diese Figur des Robert Beck kaum besser besetzen oder sprechen können als Ulmen dies ausfüllen kann. Zum einen ist es sehr erfreulich, mit wieviel stimmlicher Varianz und Koloratur er für die verschiedenen Figuren eine ganz eigene Atmosphäre schafft, gerade was Rauli und Charly angeht. Aber auch das Phlegmatische bei Beck, das Unentschlossene, das Schnoddrige, die Larmoyanz gegenüber der eigenen Antriebslosigkeit, all das bringt Ulmen hervorragend zum Vorschein. Die Story alleine hätte möglicherweise nicht das Potential, den Zuhörer über acht CDs zu fesseln. Aber die Umsetzung mit Ulmen ist so treffend, dass man das Hörbuch bis zur letzten Minute gerne und gespannt hört.

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Nachdem der Roman bereits im Jahr 2008 erschienen ist, ist alles Wesentliche zur Geschichte bereits geschrieben und auch zu Recht gelobt worden. Hauptperson ist der Gymnasiallehrer Robert Beck, er unterrichtet Deutsch und Musik, und trauert bis heute seinen wilden, freien Jahren als Musiker nach. Doch er ist damals gescheitert, aus der Band gemobbt worden und letzten Endes war er auch nicht sonderlich erfolgreich in seinem Schaffen. Dennoch ist er in der grauen Riege der sonstigen Lehrer als „echter“ Musiker ein einigermaßen bunter Vogel, was er durch besondere Events wie ein Literaturcafé auch noch untermauert. Becks Leben ändert sich jedoch gewaltig, als innerhalb eines Sommers sowohl die schöne Lara als auch der undurchsichtige Rauli Kantas in sein Leben treten. Entgegen früherer Beziehungserfahrungen verliebt er sich in Lara und wird später schwer an ihrem Verlust zu tragen haben. Gleiches gilt aber auch für das musikalische Wunderkind Rauli, der wie aus dem Nichts bahnbrechende Melodien zu ebenso guten Songtexten aus der Hand schüttelt und daneben Becks Wirken als Musiker ganz klein erscheinen lässt. Beck entdeckt und fördert Raulis Talent, aber bis Rauli bei Sony BMG landet, gibt es einige Ereignisse, die Beck in der Rückschau gerne wieder aus seiner Erinnerung gestrichen hätte. Dazu gehört auch der Trip mit Rauli und Charly, seinem alten Freund aus eigenen Bandtagen: Charly gibt vor, zu seiner Mutter nach Istanbul fahren zu wollen, hat aber Flugangst, so dass die drei in Charlys altem Auto quer durch Osteuropa zuckeln müssen und dabei natürlich mehr erleben müssen als ihnen lieb ist. Beck wird in diesem Buch von so vielen Schicksalsschlägen getroffen, dass man sich wirklich fragt, warum er im Weiterleben einen Sinn sieht. Das wird auch thematisiert und gut gelöst. Dies gilt ebenso für andere grundlegende Fragen des Daseins und Zusammenlebens, des eigenen Fortkommens und dem Streben nach Glück und Erfüllung: es finden sich viele Sätze mit beeindruckendem Tiefgang, zum Nachschmecken quasi, die im Zusammenhang passend wirken und eben nicht aufgesetzt. Auch hier hilft Ulmens unaufgeregter Sprachduktus ganz hervorragend, sich auf die eigentliche Botschaft der Sätze zu konzentrieren.

Insgesamt kann ich das Hörbuch sehr empfehlen. Die Umsetzung ist trotz der Länge kurzweilig, unterhaltsam, die Sprecherbesetzung ist ein Volltreffer und es bleibt vieles im Geiste hängen, über das man sich auch gerne zwei oder dreimal Gedanken macht.

geschrieben am 07.11.2015 | 544 Wörter | 3060 Zeichen

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