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Herr Lotti findet ein Paket


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Herr Lotti findet ein Paket Schon das Titelbild gibt einen Hinweis darauf, was der Postbote Lotti wohl in dem ominösen roten Paket mit den Löchern finden wird: eine Katze? oder gar etwas noch Größeres? Auf jeden Fall schaut ein buschiger gestreifter Schwanz heraus. Zu Beginn wird Herr Lotti erst einmal als biederer, aber fleißiger Postbote bei Wind und Wetter beschrieben. Er ist so korrekt, dass er das Paket, das er findet, natürlich erst einmal nicht öffnet. Er bemerkt aber, dass ein Tier drin ist. Also nimmt er das Paket samt Tier mit nach Hause. Schon an dieser Stelle entsteht bei den zuhörenden bzw. lesenden Kindern ein Fragezeichen im Kopf: öffnen darf man es nicht, aber mit nach Hause nehmen? Das Buch bleibt die Antwort schuldig. Zuhause füttert er dann das Tier durch die vorhandenen Seitenlöcher. Womit? Mit „Karamellbonbon, Salzstangen, Rosinen, Salami, Haferflocken und Schokoladenei“. Das mag ja auf den ersten Blick lustig wirken, aber auch hier meldeten sich die kindlichen Zuhörer und Leser sofort zu Wort: erstens: wieso lässt er das arme Tier im Paket? wo soll das denn hinmachen? kann das Tier auch trinken? und wieso füttert er dem Tier lauter Dinge, die ein Tier wie eine Katze durchaus vergiften können oder wovon es mindestens Durchfall bekommt? Man sieht also auch hier: da hätte der Autor mal genauer nachdenken sollen, jedenfalls der Lektor. Wie geht es dann weiter? Irgendwann platzt das „Tierchen“ aus dem Karton und man erkennt sofort: das wird ein Tiger, kein Plüschkätzchen. Aber Herr Lotti erkennt das nicht, der in großmütterlicher Art auf dem Sofa sitzt und strickt und immer nur das absolut Offensichtliche für sich erkennen will. Andere Menschen trauen sich nicht mehr in seine Nähe, wollen das Kätzchen auch nicht streicheln, aber Herr Lotti versteht das gar nicht. Mit einer solchen Verkennung sind schon andere Kinderbücher gestaltet worden, etwa „Schlimme Miezi!“ von Adam Stower und auch das schöne Kinderbuch „Oma Adele und das Glück aus der Kiste“ von Imke Sönnichsen handelt von einem im Karton gefundenen Tier, das danach das Leben des Finders ein wenig durcheinander bringt. Aber wie Herr Lotti hier geradezu stumpfsinnig mit einem ausgewachsenen Tiger durch die Stadt streift, der jeden Tag mehr futtert und größer wird, das ist zu unglaubwürdig und auch nicht mehr wirklich lustig. Als ihm dann doch dank der Bemerkung eines Kindes aufgeht, dass er da einen Tiger hat, will er einen vernünftigen Platz für ihn finden. Immerhin verwirft er Zoo und Zirkus als Idee, aber dann entdeckt er ein Plakat über Indien als Heimat der Tiger. Und was macht er? Packt den Tiger in ein großes Paket, schreibt „nach Indien“ darauf und man sieht noch den Tiger als kleinen Punkt im Frachtflugzeug verschwinden. Ende der Geschichte. Keine Information darüber, ob der Tiger gut ankommt, wie man sich dort um ihn kümmert, ob er dort ein glückliches Leben führen kann. Völlig Enttäuschend. Außerdem ist Herr Lotti ein absolut einfallsloser Charakter ohne jede liebenswerte Seite und ohne Vorbildfunktion für Kinder, zum anderen fehlt in der Geschichte jegliche positive transportable Botschaft. Weder wird zum Umgang mit Tieren etwas Lehrreiches erzählt oder gezeichnet noch gibt es ein schönes oder gar für Kinder nachvollziehbares Ende noch ist es am Ende noch irgendwie eine lustige Geschichte. Deswegen kann ich für dieses Kinderbuch nur sagen: meiner Ansicht nach nicht empfehlenswert. Einzig die Zeichnungen und Illustrationen sind sehr gelungen.

Schon das Titelbild gibt einen Hinweis darauf, was der Postbote Lotti wohl in dem ominösen roten Paket mit den Löchern finden wird: eine Katze? oder gar etwas noch Größeres? Auf jeden Fall schaut ein buschiger gestreifter Schwanz heraus. Zu Beginn wird Herr Lotti erst einmal als biederer, aber fleißiger Postbote bei Wind und Wetter beschrieben. Er ist so korrekt, dass er das Paket, das er findet, natürlich erst einmal nicht öffnet. Er bemerkt aber, dass ein Tier drin ist. Also nimmt er das Paket samt Tier mit nach Hause. Schon an dieser Stelle entsteht bei den zuhörenden bzw. lesenden Kindern ein Fragezeichen im Kopf: öffnen darf man es nicht, aber mit nach Hause nehmen? Das Buch bleibt die Antwort schuldig.

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Zuhause füttert er dann das Tier durch die vorhandenen Seitenlöcher. Womit? Mit „Karamellbonbon, Salzstangen, Rosinen, Salami, Haferflocken und Schokoladenei“. Das mag ja auf den ersten Blick lustig wirken, aber auch hier meldeten sich die kindlichen Zuhörer und Leser sofort zu Wort: erstens: wieso lässt er das arme Tier im Paket? wo soll das denn hinmachen? kann das Tier auch trinken? und wieso füttert er dem Tier lauter Dinge, die ein Tier wie eine Katze durchaus vergiften können oder wovon es mindestens Durchfall bekommt? Man sieht also auch hier: da hätte der Autor mal genauer nachdenken sollen, jedenfalls der Lektor.

Wie geht es dann weiter? Irgendwann platzt das „Tierchen“ aus dem Karton und man erkennt sofort: das wird ein Tiger, kein Plüschkätzchen. Aber Herr Lotti erkennt das nicht, der in großmütterlicher Art auf dem Sofa sitzt und strickt und immer nur das absolut Offensichtliche für sich erkennen will. Andere Menschen trauen sich nicht mehr in seine Nähe, wollen das Kätzchen auch nicht streicheln, aber Herr Lotti versteht das gar nicht. Mit einer solchen Verkennung sind schon andere Kinderbücher gestaltet worden, etwa „Schlimme Miezi!“ von Adam Stower und auch das schöne Kinderbuch „Oma Adele und das Glück aus der Kiste“ von Imke Sönnichsen handelt von einem im Karton gefundenen Tier, das danach das Leben des Finders ein wenig durcheinander bringt. Aber wie Herr Lotti hier geradezu stumpfsinnig mit einem ausgewachsenen Tiger durch die Stadt streift, der jeden Tag mehr futtert und größer wird, das ist zu unglaubwürdig und auch nicht mehr wirklich lustig.

Als ihm dann doch dank der Bemerkung eines Kindes aufgeht, dass er da einen Tiger hat, will er einen vernünftigen Platz für ihn finden. Immerhin verwirft er Zoo und Zirkus als Idee, aber dann entdeckt er ein Plakat über Indien als Heimat der Tiger. Und was macht er? Packt den Tiger in ein großes Paket, schreibt „nach Indien“ darauf und man sieht noch den Tiger als kleinen Punkt im Frachtflugzeug verschwinden. Ende der Geschichte. Keine Information darüber, ob der Tiger gut ankommt, wie man sich dort um ihn kümmert, ob er dort ein glückliches Leben führen kann. Völlig Enttäuschend.

Außerdem ist Herr Lotti ein absolut einfallsloser Charakter ohne jede liebenswerte Seite und ohne Vorbildfunktion für Kinder, zum anderen fehlt in der Geschichte jegliche positive transportable Botschaft. Weder wird zum Umgang mit Tieren etwas Lehrreiches erzählt oder gezeichnet noch gibt es ein schönes oder gar für Kinder nachvollziehbares Ende noch ist es am Ende noch irgendwie eine lustige Geschichte. Deswegen kann ich für dieses Kinderbuch nur sagen: meiner Ansicht nach nicht empfehlenswert. Einzig die Zeichnungen und Illustrationen sind sehr gelungen.

geschrieben am 23.07.2015 | 550 Wörter | 2911 Zeichen

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