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Sonne im Bauch: Eine Geschichte über die Liebe


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Informationen zum Buch
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  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Sonne im Bauch: Eine Geschichte über die Liebe Recycling ist auch bei Kinderbüchern gang und gäbe. Das Buch „Sonne im Bauch“ erschien bereits im Jahr 2001 im Coppenrath Verlag, damals noch mit dem Affen Toni, der wissen möchte, was denn genau die Liebe sei. Im Jahr 2017 ist es nun ein Eichhörnchenjunge selben Namens, der - wie der Affe damals auch - noch jüngere Zwillingsgeschwister hat. Was genau passiert im Buch? Toni ist ein kleiner Philosoph, also in kindlicher Erklärung ein neugieriges Wesen, das sich und seiner Umgebung unentwegt Fragen stellt. Auf den Ausspruch des Vaters am Tisch, dass nun alle seine „Lieben“ zusammen seien, beginnt Toni sich über den Begriff der Liebe Gedanken zu machen. Am Esstisch kommt er damit nicht weit, denn die Aufmerksamkeit geht schnell auf die randalierenden jüngeren Geschwister über. Also begibt er sich zur alten Eule Sokrates, die ihm das Wesen der Liebe innerhalb der Familie und zwischen Erwachsenen nahezubringen versucht, dazu noch zwischen Freunden. Zu seinen selbigen eilt Toni dann nach geführtem Gespräch und anschließend geht es zurück zur Familie und ab ins Bett. Der Ansatz des Buches ist natürlich ein sehr belehrender, indem auf höchst künstliche Weise dem neugierigen Kind die Weisheit des Älteren über ein abstraktes Thema vermittelt werden soll. Eine Grundgeschichte fehlt dem Buch aber völlig, genauso wie für die Kinder zu ziehende Lehren aus dem Buch. Denn bei all den netten Beschreibungen zu den Spielarten der Liebe fehlt es völlig an der Umsetzung des Ganzen in Tonis Familie: kann man denn ein Kind mehr lieben als ein anderes? muss man seine Familienmitglieder lieben? kann man einen Freund mehr lieben als Familienmitglieder? gerade Kinder, die in der Entwicklung ihrer Gefühle sind und ihre ersten besten Freunde in Kindergarten oder Schule haben, haben diese Abgrenzungsprobleme durchaus, aber das vorliegende Buch ist da keine Hilfestellung. Zudem bietet das Buch keinerlei stringente Handlung, die man in einem Kinderbuch eigentlich erwarten würde: Toni fragt, hört zu, geht spielen und geht wieder nach Hause. Das ist ein bisschen wenig. Interessant ist (aus Erwachsenensicht), dass die Eule Sokrates genannt wird. Denn die hier auf Kinderebene heruntergebrochenen Liebesbegriffe (eros, philia, agape) werden schon von den Vorsokratikern diskutiert, die intensivsten Auseinandersetzungen finden aber bei Platon und auch in der Nikomachischen Ethik von Aristoteles statt. Vielleicht ist die Benennung der Eule ja für manchen Vorleser ein Impuls, sich einmal wieder in die humanistische Schulbildung zu vertiefen. Was bleibt als Fazit? Der Ansatz des Buches ist künstlich, es fehlen zudem eine echte Geschichte und darüber hinaus ein kindgerechtes Fazit in Form einer conclusio aus dem von der Eule Gehörten auf den Alltag in der Familie oder mit den Freunden. Deswegen kann ich allenfalls eine mittelprächtige Bewertung vergeben. Positiv hervorzuheben sind in jedem Fall die Illustrationen und das Bemühen um die kindgerechte Beschreibung dieses abstrakten Begriffes.

Recycling ist auch bei Kinderbüchern gang und gäbe. Das Buch „Sonne im Bauch“ erschien bereits im Jahr 2001 im Coppenrath Verlag, damals noch mit dem Affen Toni, der wissen möchte, was denn genau die Liebe sei. Im Jahr 2017 ist es nun ein Eichhörnchenjunge selben Namens, der - wie der Affe damals auch - noch jüngere Zwillingsgeschwister hat.

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Was genau passiert im Buch? Toni ist ein kleiner Philosoph, also in kindlicher Erklärung ein neugieriges Wesen, das sich und seiner Umgebung unentwegt Fragen stellt. Auf den Ausspruch des Vaters am Tisch, dass nun alle seine „Lieben“ zusammen seien, beginnt Toni sich über den Begriff der Liebe Gedanken zu machen. Am Esstisch kommt er damit nicht weit, denn die Aufmerksamkeit geht schnell auf die randalierenden jüngeren Geschwister über. Also begibt er sich zur alten Eule Sokrates, die ihm das Wesen der Liebe innerhalb der Familie und zwischen Erwachsenen nahezubringen versucht, dazu noch zwischen Freunden. Zu seinen selbigen eilt Toni dann nach geführtem Gespräch und anschließend geht es zurück zur Familie und ab ins Bett.

Der Ansatz des Buches ist natürlich ein sehr belehrender, indem auf höchst künstliche Weise dem neugierigen Kind die Weisheit des Älteren über ein abstraktes Thema vermittelt werden soll. Eine Grundgeschichte fehlt dem Buch aber völlig, genauso wie für die Kinder zu ziehende Lehren aus dem Buch. Denn bei all den netten Beschreibungen zu den Spielarten der Liebe fehlt es völlig an der Umsetzung des Ganzen in Tonis Familie: kann man denn ein Kind mehr lieben als ein anderes? muss man seine Familienmitglieder lieben? kann man einen Freund mehr lieben als Familienmitglieder? gerade Kinder, die in der Entwicklung ihrer Gefühle sind und ihre ersten besten Freunde in Kindergarten oder Schule haben, haben diese Abgrenzungsprobleme durchaus, aber das vorliegende Buch ist da keine Hilfestellung. Zudem bietet das Buch keinerlei stringente Handlung, die man in einem Kinderbuch eigentlich erwarten würde: Toni fragt, hört zu, geht spielen und geht wieder nach Hause. Das ist ein bisschen wenig.

Interessant ist (aus Erwachsenensicht), dass die Eule Sokrates genannt wird. Denn die hier auf Kinderebene heruntergebrochenen Liebesbegriffe (eros, philia, agape) werden schon von den Vorsokratikern diskutiert, die intensivsten Auseinandersetzungen finden aber bei Platon und auch in der Nikomachischen Ethik von Aristoteles statt. Vielleicht ist die Benennung der Eule ja für manchen Vorleser ein Impuls, sich einmal wieder in die humanistische Schulbildung zu vertiefen.

Was bleibt als Fazit? Der Ansatz des Buches ist künstlich, es fehlen zudem eine echte Geschichte und darüber hinaus ein kindgerechtes Fazit in Form einer conclusio aus dem von der Eule Gehörten auf den Alltag in der Familie oder mit den Freunden. Deswegen kann ich allenfalls eine mittelprächtige Bewertung vergeben. Positiv hervorzuheben sind in jedem Fall die Illustrationen und das Bemühen um die kindgerechte Beschreibung dieses abstrakten Begriffes.

geschrieben am 02.04.2017 | 454 Wörter | 2545 Zeichen

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