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König der Lüfte


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

König der Lüfte Christoph Mett ist schon bei zahlreichen Büchern für Erwachsene und für Kinder als Illustrator in Erscheinung getreten. Nun hat er das Märchen „König der Lüfte“ nicht nur bebildert, sondern auch noch selbst geschrieben. Dass das Werk im Bohem Verlag erscheint, ist recht passend, denn dieser Verlag ist bekannt für ganz besondere Kinderbücher, gerade was die graphische Aufmachung betrifft. Schon das Titelbild, auf dem der Schriftzug in den Schnurrbart des Königs übergeht und auf dem zudem die später im Buch auch erklärte Technik der digitalen Collage erkennbar ist, lässt für den weiteren Inhalt auf Schönes hoffen. Das Buch wird mit einer Altersempfehlung von vier bis sechs Jahren angegeben. Das ist für ein Märchen wie dieses durchaus angemessen, nur am Ende übertreibt Christoph Mett es ein wenig mit der Schlussfolgerung, die man aus dem Märchen ziehen soll, dazu später. Protagonist des Märchens ist König Ambrosius, der ein Herz für Edelsteine, Funkelndes und Schweres hat – nicht nur das, er ist regelrecht besessen davon, sodass er an sonstigen Freuden des Lebens kaum teilnimmt, etwa einen Tanz mit seiner Tochter Rosi. Wenn jemand mit besonderen Eigenschaften aufwarten kann, wird er in den Hofstaat integriert und engagiert, auf dass diese Eigenschaften auf den König abfärben mögen. Doch eines konnte der König nicht: fliegen und den Himmel beherrschen. Dennoch versprach er so einiges als Belohnung, sollte es jemandem gelingen, ihn zum Fliegen zu bringen. Alsdann versuchen sich allerlei Leute daran – vergeblich. Nur ein merkwürdiges Männlein mit einem völlig absurden Rat kommt zuletzt und als der König diesen Rat befolgt, schafft er tatsächlich seinen ersten Flug, der aber zur Folge hat, dass er sein Königreich an die listige Elster verliert. Das Märchen ist amüsant und über weite Strecken kindgerecht. Was bei den kleinen Testlesern für erheblichen Unmut sorgte, war zum einen, dass der König aus Wut alle Vögel einkerkerte. Zum anderen, dass die listige Elster, als sie denn das Königreich übernimmt, in so erschreckender Weise illustriert wird. Warum kann man diese Machtübernahme nicht mit einem positiven Bild untermalen? So scheint eine Willkürherrschaft in eine Schreckensherrschaft überzugehen, absolut nicht kindgerecht. Des Weiteren ist die Schlusssequenz, in welcher propagiert wird, dass nur der, der nicht besitzt als sich selbst, zu fliegen imstande ist, für Kinder der vorgesehenen Altersgruppe viel zu hoch aufgehängt. Eine solche Lehre mag für Erwachsenenmärchen oder für Kinder ab 10 Jahren, die sich bereits auf eine gedankliche Meta-Ebene begeben können, angemessen sein, aber für kleine Kinder, für die Besitz noch ein so wichtiges Thema ist, ist es wahrlich ungeschickt. Dennoch bleibt mein Fazit positiv. Das Märchen ist nett, die Illustration ist voluminös und beeindruckend, textgenau und technisch brilliant.

Christoph Mett ist schon bei zahlreichen Büchern für Erwachsene und für Kinder als Illustrator in Erscheinung getreten. Nun hat er das Märchen „König der Lüfte“ nicht nur bebildert, sondern auch noch selbst geschrieben. Dass das Werk im Bohem Verlag erscheint, ist recht passend, denn dieser Verlag ist bekannt für ganz besondere Kinderbücher, gerade was die graphische Aufmachung betrifft. Schon das Titelbild, auf dem der Schriftzug in den Schnurrbart des Königs übergeht und auf dem zudem die später im Buch auch erklärte Technik der digitalen Collage erkennbar ist, lässt für den weiteren Inhalt auf Schönes hoffen.

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Das Buch wird mit einer Altersempfehlung von vier bis sechs Jahren angegeben. Das ist für ein Märchen wie dieses durchaus angemessen, nur am Ende übertreibt Christoph Mett es ein wenig mit der Schlussfolgerung, die man aus dem Märchen ziehen soll, dazu später. Protagonist des Märchens ist König Ambrosius, der ein Herz für Edelsteine, Funkelndes und Schweres hat – nicht nur das, er ist regelrecht besessen davon, sodass er an sonstigen Freuden des Lebens kaum teilnimmt, etwa einen Tanz mit seiner Tochter Rosi. Wenn jemand mit besonderen Eigenschaften aufwarten kann, wird er in den Hofstaat integriert und engagiert, auf dass diese Eigenschaften auf den König abfärben mögen. Doch eines konnte der König nicht: fliegen und den Himmel beherrschen. Dennoch versprach er so einiges als Belohnung, sollte es jemandem gelingen, ihn zum Fliegen zu bringen. Alsdann versuchen sich allerlei Leute daran – vergeblich. Nur ein merkwürdiges Männlein mit einem völlig absurden Rat kommt zuletzt und als der König diesen Rat befolgt, schafft er tatsächlich seinen ersten Flug, der aber zur Folge hat, dass er sein Königreich an die listige Elster verliert.

Das Märchen ist amüsant und über weite Strecken kindgerecht. Was bei den kleinen Testlesern für erheblichen Unmut sorgte, war zum einen, dass der König aus Wut alle Vögel einkerkerte. Zum anderen, dass die listige Elster, als sie denn das Königreich übernimmt, in so erschreckender Weise illustriert wird. Warum kann man diese Machtübernahme nicht mit einem positiven Bild untermalen? So scheint eine Willkürherrschaft in eine Schreckensherrschaft überzugehen, absolut nicht kindgerecht.

Des Weiteren ist die Schlusssequenz, in welcher propagiert wird, dass nur der, der nicht besitzt als sich selbst, zu fliegen imstande ist, für Kinder der vorgesehenen Altersgruppe viel zu hoch aufgehängt. Eine solche Lehre mag für Erwachsenenmärchen oder für Kinder ab 10 Jahren, die sich bereits auf eine gedankliche Meta-Ebene begeben können, angemessen sein, aber für kleine Kinder, für die Besitz noch ein so wichtiges Thema ist, ist es wahrlich ungeschickt.

Dennoch bleibt mein Fazit positiv. Das Märchen ist nett, die Illustration ist voluminös und beeindruckend, textgenau und technisch brilliant.

geschrieben am 02.07.2017 | 433 Wörter | 2428 Zeichen

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