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Pernix


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Informationen zum Buch
  ISBN
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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Pernix Das Buch vom kleinen Dinosaurier Pernix ist im Atlantis Verlag im Jahr 2017 neu aufgelegt worden, ist aber deutlich älter und kam in früheren Jahren in unregelmäßigen Abständen schon auf den Markt (Sauerländer 2001, Carlsen 2004). Interessiert hat mich die Bewerbung des Buches als realitätsnahe Dinosauriergeschichte für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter. Üblicherweise lese ich Bücher für diese Altersstufe immer erst einmal selbst, bevor ich Kinder damit konfrontiere, einfach um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Und diesmal tat ich daran wirklich gut. Denn dieses „Kinder“buch kann allenfalls für hartgesottene, ja ich möchte fast sagen abgestumpfte Kinder dieses Alters ernsthaft empfohlen werden. Wer aber Kinder hat, die einen Resthauch von Sensibilität aufweisen und von einem Kinderbuch ein bisschen an heiler Welt erwarten, der sollte ihnen dieses Buch nicht in die Hände geben oder vorlesen. Warum komme ich zu dieser persönlichen Einschätzung? Ich halte das Buch für deprimierend und brutal. Dagegen hilft auch nicht der Einwand, dass es ja um den höchst realistischen Kreislauf des Fressens und Gefressenwerdens geht. Dann mag man dem Buch bitte einen anderen Titel geben als „Die Abenteuer eines kleinen Sauriers“. Denn das sind keine Abenteuer, das ist nur Überlebenskampf. Der kleingewachsene Dinosaurier Pernix ist allein, weil, das schon einmal der Hammer gleich zu Beginn, die Eltern nicht da sind und alle seine Geschwister gefressen wurden. Ideale Gutenachtgeschichte, nicht wahr? Er ist aber nicht nur allein, sondern auch hilflos, denn er friert, leidet Hunger und hat niemanden, der ihn beschützt oder leitet. Die anderen Saurier, auf die er trifft, nutzen ihn aus, stellen ihm eine Falle oder jagen ihn als Beute. Selbst als er ein Saurierweibchen von seiner Art trifft, rangeln die beiden erst einmal um Nahrung, anstatt gemeinsame Sache zu machen. Das kommt erst später und sie kriegen – schwuppdiwupp – Sauriernachwuchs. Aber anstelle die Geschichte sodann zum Guten zu wenden, droht der kleinen Familie Ungemach: die Jungsaurier sind potentielle Beute, Pernix muss stärkere Angreifer durch eigene Flucht ablenken, kommt gerade so mit dem Leben davon, eilt zur Familie zurück, die von weiteren Sauriern attackiert wird. Diese Angreifer können in die Flucht geschlagen werden und zur Belohnung wird einer von ihnen von der Kleinfamilie verspeist. Ein Happy End, wie man es sich nur wünschen kann. Man möge mir die sarkastische Bemerkung nachsehen. Aber „kindgerecht“ ist diese Geschichte nicht, insbesondere da sie nicht als Sachbuch verkauft wird, sondern als Fiktion, und von Fiktion erwartet man für diese Altersgruppe etwas anderes als die Darstellung der Nahrungskette. Die Illustrationen sind ansprechend, aber das ist auch das einzig Positive an dem Buch. Ob sie, wie der Buchrücken anpreist, „atemberaubend“ sind oder die Saurier „real“ wirken, das mag dann jeder für sich selbst entscheiden, wenn er denn seine Kinder mit diesem Buch konfrontieren will.

Das Buch vom kleinen Dinosaurier Pernix ist im Atlantis Verlag im Jahr 2017 neu aufgelegt worden, ist aber deutlich älter und kam in früheren Jahren in unregelmäßigen Abständen schon auf den Markt (Sauerländer 2001, Carlsen 2004). Interessiert hat mich die Bewerbung des Buches als realitätsnahe Dinosauriergeschichte für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter. Üblicherweise lese ich Bücher für diese Altersstufe immer erst einmal selbst, bevor ich Kinder damit konfrontiere, einfach um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Und diesmal tat ich daran wirklich gut. Denn dieses „Kinder“buch kann allenfalls für hartgesottene, ja ich möchte fast sagen abgestumpfte Kinder dieses Alters ernsthaft empfohlen werden. Wer aber Kinder hat, die einen Resthauch von Sensibilität aufweisen und von einem Kinderbuch ein bisschen an heiler Welt erwarten, der sollte ihnen dieses Buch nicht in die Hände geben oder vorlesen.

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Warum komme ich zu dieser persönlichen Einschätzung? Ich halte das Buch für deprimierend und brutal. Dagegen hilft auch nicht der Einwand, dass es ja um den höchst realistischen Kreislauf des Fressens und Gefressenwerdens geht. Dann mag man dem Buch bitte einen anderen Titel geben als „Die Abenteuer eines kleinen Sauriers“. Denn das sind keine Abenteuer, das ist nur Überlebenskampf. Der kleingewachsene Dinosaurier Pernix ist allein, weil, das schon einmal der Hammer gleich zu Beginn, die Eltern nicht da sind und alle seine Geschwister gefressen wurden. Ideale Gutenachtgeschichte, nicht wahr? Er ist aber nicht nur allein, sondern auch hilflos, denn er friert, leidet Hunger und hat niemanden, der ihn beschützt oder leitet. Die anderen Saurier, auf die er trifft, nutzen ihn aus, stellen ihm eine Falle oder jagen ihn als Beute. Selbst als er ein Saurierweibchen von seiner Art trifft, rangeln die beiden erst einmal um Nahrung, anstatt gemeinsame Sache zu machen. Das kommt erst später und sie kriegen – schwuppdiwupp – Sauriernachwuchs. Aber anstelle die Geschichte sodann zum Guten zu wenden, droht der kleinen Familie Ungemach: die Jungsaurier sind potentielle Beute, Pernix muss stärkere Angreifer durch eigene Flucht ablenken, kommt gerade so mit dem Leben davon, eilt zur Familie zurück, die von weiteren Sauriern attackiert wird. Diese Angreifer können in die Flucht geschlagen werden und zur Belohnung wird einer von ihnen von der Kleinfamilie verspeist. Ein Happy End, wie man es sich nur wünschen kann. Man möge mir die sarkastische Bemerkung nachsehen. Aber „kindgerecht“ ist diese Geschichte nicht, insbesondere da sie nicht als Sachbuch verkauft wird, sondern als Fiktion, und von Fiktion erwartet man für diese Altersgruppe etwas anderes als die Darstellung der Nahrungskette.

Die Illustrationen sind ansprechend, aber das ist auch das einzig Positive an dem Buch. Ob sie, wie der Buchrücken anpreist, „atemberaubend“ sind oder die Saurier „real“ wirken, das mag dann jeder für sich selbst entscheiden, wenn er denn seine Kinder mit diesem Buch konfrontieren will.

geschrieben am 15.09.2017 | 451 Wörter | 2552 Zeichen

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