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Lotto will was werden


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Lotto will was werden Mit der Heldin Lotto, die eigentlich Charlotte heißt, hat die Autorin Annika Reich ihre erste Kinderbuchfigur geschaffen, die nunmehr in einem zweiten Band mit Geschichten die jungen Leserinnen und Leser erfreuen darf. Die Illustrationen stammen wieder – unverkennbar - von Regina Kehn, die schon Klassiker wie den satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch von Michael Ende und natürlich die Buchreihe mit Pippa und der Elfe Emilia bebildert hat. Die Altersempfehlung für Grundschulkinder trifft weiterhin vollumfänglich zu. Zum einen sind Länge der Geschichten und Layout des Buches für Erstleser hervorragend geeignet. Zum anderen sind die Inhalte der Geschichten prima auf den Kenntnis- und Erwartungshorizont von Kindern dieses Alters zugeschnitten, aber auch emotional passend. Schließlich ist auch die Sprache dem kindlichen Duktus angepasst, ohne anbiedernd jugendlich zu wirken. Wie schon im ersten Band „Lotto macht, was sie will“ bietet Lotto als Heldin Handlungen, Gedanken und Einblicke, die gängigen Klischees widersprechen, sodass das Buch für Mädchen und Jungen gleichermaßen als Lektüre attraktiv sein kann. Diesmal warten neun Geschichten auf die zügige Lektüre. Denn die Texte sind flott geschrieben und leicht zu rezipieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Lotto später mal werden kann. Dies umfasst nicht nur Fragen nach ernsthaften Berufsbildern, sondern natürlich auch surreale und quatschige Vorstellungen, die Kinder in diesem Alter eben so haben. Maximal gesteigert zur Berufeerfinderin. Aber da haben die Erwachsenen auch selbst Schuld, wenn sie denn dauernd wissen wollen, was man bzw. Lotto denn so werden will. Da verschwimmen dann bekannte mit einmal gehörten Begriffen und die kindliche Phantasie kommt ins Rollen. Könnte Lotto zum Beispiel einen guten Diktator abgeben? Obwohl sie gar nicht weiß, was das eigentlich ist? Oder Ingenieurin? Oder doch lieber Raketenchefin? Und wieso muss man sich überhaupt auf eine Sache festlegen, wenn man doch jeden Tag einen anderen Beruf ausüben könnte? In Gedanken wie diese werden allerlei Alltagsprobleme eingewoben, die Lotto tagtäglich widerfahren. Wie soll man sich auf Hausaufgaben konzentrieren, wenn man dauernd genau dazu aufgefordert wird? Und dann über diesem Gedanken natürlich in allerlei Abwege hinwegdriftet, die mit den Hausaufgaben nichts mehr zu tun haben. Dabei stellen sich bedeutende Sinnfragen, die die Erwachsenen nie für möglich gehalten hätten. Aber eben auch Absurdes wie das Problem, wie man denn Zirkuslöwen, die man aus Tierschutzgründen nicht mehr beschäftigen will, artgerecht nach Hause zurückkehren dürfen. Mit Steak und Tomatensaft first class fliegend zum Beispiel? Und wieso bekommt man für den ganz logischen Beruf „Sultanine“ auf google so komische Ergebnisse angezeigt? Lotto schafft aus scheinbar wenig immer gleich einen bunten Blumenstrauß an Gedanken. Man findet dabei auch immer wieder Sätze, über die man selbst noch als Erwachsener herzlich lachen kann, etwa den hier: „Die meisten Schlagzeugerinnen, die ich kenne, sind Männer.“ Das Buch ist deshalb auch als Vorlesebuch sehr amüsant und anregend. Lotto ist eine Heldin, mit der sich Kinder ganz leicht identifizieren können und die Lust auf Gedankenspiele und Wortklaubereien macht. Die Vermengung von Ideen und Sprache, die Freude an den Absurditäten des erwachsenen Alltags und das Hinterfragen desselben, all das sind großartig umgesetzte Metathemen des Buches. Insoweit: auch der zweite Band ist sehr zu empfehlen.

Mit der Heldin Lotto, die eigentlich Charlotte heißt, hat die Autorin Annika Reich ihre erste Kinderbuchfigur geschaffen, die nunmehr in einem zweiten Band mit Geschichten die jungen Leserinnen und Leser erfreuen darf. Die Illustrationen stammen wieder – unverkennbar - von Regina Kehn, die schon Klassiker wie den satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch von Michael Ende und natürlich die Buchreihe mit Pippa und der Elfe Emilia bebildert hat.

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Die Altersempfehlung für Grundschulkinder trifft weiterhin vollumfänglich zu. Zum einen sind Länge der Geschichten und Layout des Buches für Erstleser hervorragend geeignet. Zum anderen sind die Inhalte der Geschichten prima auf den Kenntnis- und Erwartungshorizont von Kindern dieses Alters zugeschnitten, aber auch emotional passend. Schließlich ist auch die Sprache dem kindlichen Duktus angepasst, ohne anbiedernd jugendlich zu wirken.

Wie schon im ersten Band „Lotto macht, was sie will“ bietet Lotto als Heldin Handlungen, Gedanken und Einblicke, die gängigen Klischees widersprechen, sodass das Buch für Mädchen und Jungen gleichermaßen als Lektüre attraktiv sein kann.

Diesmal warten neun Geschichten auf die zügige Lektüre. Denn die Texte sind flott geschrieben und leicht zu rezipieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Lotto später mal werden kann. Dies umfasst nicht nur Fragen nach ernsthaften Berufsbildern, sondern natürlich auch surreale und quatschige Vorstellungen, die Kinder in diesem Alter eben so haben. Maximal gesteigert zur Berufeerfinderin. Aber da haben die Erwachsenen auch selbst Schuld, wenn sie denn dauernd wissen wollen, was man bzw. Lotto denn so werden will. Da verschwimmen dann bekannte mit einmal gehörten Begriffen und die kindliche Phantasie kommt ins Rollen. Könnte Lotto zum Beispiel einen guten Diktator abgeben? Obwohl sie gar nicht weiß, was das eigentlich ist? Oder Ingenieurin? Oder doch lieber Raketenchefin? Und wieso muss man sich überhaupt auf eine Sache festlegen, wenn man doch jeden Tag einen anderen Beruf ausüben könnte? In Gedanken wie diese werden allerlei Alltagsprobleme eingewoben, die Lotto tagtäglich widerfahren. Wie soll man sich auf Hausaufgaben konzentrieren, wenn man dauernd genau dazu aufgefordert wird? Und dann über diesem Gedanken natürlich in allerlei Abwege hinwegdriftet, die mit den Hausaufgaben nichts mehr zu tun haben. Dabei stellen sich bedeutende Sinnfragen, die die Erwachsenen nie für möglich gehalten hätten. Aber eben auch Absurdes wie das Problem, wie man denn Zirkuslöwen, die man aus Tierschutzgründen nicht mehr beschäftigen will, artgerecht nach Hause zurückkehren dürfen. Mit Steak und Tomatensaft first class fliegend zum Beispiel? Und wieso bekommt man für den ganz logischen Beruf „Sultanine“ auf google so komische Ergebnisse angezeigt? Lotto schafft aus scheinbar wenig immer gleich einen bunten Blumenstrauß an Gedanken.

Man findet dabei auch immer wieder Sätze, über die man selbst noch als Erwachsener herzlich lachen kann, etwa den hier: „Die meisten Schlagzeugerinnen, die ich kenne, sind Männer.“ Das Buch ist deshalb auch als Vorlesebuch sehr amüsant und anregend.

Lotto ist eine Heldin, mit der sich Kinder ganz leicht identifizieren können und die Lust auf Gedankenspiele und Wortklaubereien macht. Die Vermengung von Ideen und Sprache, die Freude an den Absurditäten des erwachsenen Alltags und das Hinterfragen desselben, all das sind großartig umgesetzte Metathemen des Buches. Insoweit: auch der zweite Band ist sehr zu empfehlen.

geschrieben am 21.05.2018 | 505 Wörter | 2988 Zeichen

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