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Kidnapping Oma


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Kidnapping Oma Leni und Jonas sind Geschwister in einer typisch modernen, zerrissenen Familie. Die Mutter kümmert sich alleine um sie, ist aber ständig beruflich unterwegs, sodass die beiden oft das ganze Wochenende über auf sich selbst gestellt sind – und das in jungen Jahren: Leni ist noch Grundschülerin, Jonas gerade erst am Gymnasium. Der Vater ist weit weggezogen, Großeltern sind entweder dement oder nicht mehr vorhanden – so jedenfalls die Erzählungen der Mutter Nora. Leni wird diese Lücke in ihrer Familie schmerzlich bewusst, als sie eine Hausaufgabe bekommt, in welcher sie einen typischen Tag zusammen mit Oma oder Opa beschreiben soll und da einigermaßen ratlos ist. Zugleich jedoch treffen Leni und Jonas auf eine merkwürdige alte Frau mit schottischem Akzent und Shetland-Pony. Es ist nicht so ganz klar, wie zufällig diese Treffen sind und warum die alte Dame sich so für die Kinder interessiert. Leni bekommt durch Zufall einen Streit zwischen ihrer Mutter und der alten Dame mit und dann schlussfolgern die beiden Kinder glasklar: vielleicht ist die eine Oma doch nicht tot, sondern nur totgeschwiegen? Dem gehen sie auf den Grund und das mit kindlich-rabiaten Mitteln: die alte Dame wird flugs entführt und es beginnt das aufregendste Wochenende, das die Kinder jemals erlebt haben. Geübte Leserinnen und Leser haben das Buch locker in zwei Stunden durch, aber es ist auch ein Genuss für Erwachsene, das Buch vorzulesen (oder gar selbst zu lesen). Und ein solches Prädikat habe ich schon lange keinem Buch mehr verliehen. Um das Fazit vorzuziehen: ich finde das Buch großartig. Es ist klug und spannend komponiert, es bietet für die Zielgruppe (ca. 8-12 Jahre) eine nachvollziehbare Geschichte, die aber vor Überraschungen und für Kinder verständlichen Wendungen nur so überfließt. Hinzu kommt ein hohes emotionales Niveau, denn die Annäherung zwischen den Kindern und der alten Dame sowie das große Finale legen all die Spannungen und Ängste offen, denen die Kinder und die Erwachsenen in diesem Familiensalat ausgesetzt waren. Darüber hinaus setzt das Buch kluge Metathemen, die auch für Kinder gut verständlich sind, aber auch so manchem Erwachsenen den Spiegel vorhalten: nimm dir Zeit für deine Familie, vor allem für deine Kinder, und löse Probleme durch Reden und nicht durch Verdrängen. Alles in allem kann ich das Buch nur nachdrücklich empfehlen. Ein tolles Werk.

Leni und Jonas sind Geschwister in einer typisch modernen, zerrissenen Familie. Die Mutter kümmert sich alleine um sie, ist aber ständig beruflich unterwegs, sodass die beiden oft das ganze Wochenende über auf sich selbst gestellt sind – und das in jungen Jahren: Leni ist noch Grundschülerin, Jonas gerade erst am Gymnasium. Der Vater ist weit weggezogen, Großeltern sind entweder dement oder nicht mehr vorhanden – so jedenfalls die Erzählungen der Mutter Nora. Leni wird diese Lücke in ihrer Familie schmerzlich bewusst, als sie eine Hausaufgabe bekommt, in welcher sie einen typischen Tag zusammen mit Oma oder Opa beschreiben soll und da einigermaßen ratlos ist. Zugleich jedoch treffen Leni und Jonas auf eine merkwürdige alte Frau mit schottischem Akzent und Shetland-Pony. Es ist nicht so ganz klar, wie zufällig diese Treffen sind und warum die alte Dame sich so für die Kinder interessiert. Leni bekommt durch Zufall einen Streit zwischen ihrer Mutter und der alten Dame mit und dann schlussfolgern die beiden Kinder glasklar: vielleicht ist die eine Oma doch nicht tot, sondern nur totgeschwiegen? Dem gehen sie auf den Grund und das mit kindlich-rabiaten Mitteln: die alte Dame wird flugs entführt und es beginnt das aufregendste Wochenende, das die Kinder jemals erlebt haben.

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Geübte Leserinnen und Leser haben das Buch locker in zwei Stunden durch, aber es ist auch ein Genuss für Erwachsene, das Buch vorzulesen (oder gar selbst zu lesen). Und ein solches Prädikat habe ich schon lange keinem Buch mehr verliehen. Um das Fazit vorzuziehen: ich finde das Buch großartig. Es ist klug und spannend komponiert, es bietet für die Zielgruppe (ca. 8-12 Jahre) eine nachvollziehbare Geschichte, die aber vor Überraschungen und für Kinder verständlichen Wendungen nur so überfließt. Hinzu kommt ein hohes emotionales Niveau, denn die Annäherung zwischen den Kindern und der alten Dame sowie das große Finale legen all die Spannungen und Ängste offen, denen die Kinder und die Erwachsenen in diesem Familiensalat ausgesetzt waren. Darüber hinaus setzt das Buch kluge Metathemen, die auch für Kinder gut verständlich sind, aber auch so manchem Erwachsenen den Spiegel vorhalten: nimm dir Zeit für deine Familie, vor allem für deine Kinder, und löse Probleme durch Reden und nicht durch Verdrängen.

Alles in allem kann ich das Buch nur nachdrücklich empfehlen. Ein tolles Werk.

geschrieben am 07.06.2018 | 374 Wörter | 2007 Zeichen

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