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Maunzer: Klara, Wolle und der magische Kater


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Informationen zum Buch
  ISBN
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  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Maunzer: Klara, Wolle und der magische Kater Schon in seinem vorherigen Kinderbuch (Ksss!: Lise, Paul und das Garderobenmonster) hat Daniele Meocci den Fokus klar auf die Kinder gelegt, auf ihren Einfallsreichtum, ihren Mut und ihren Zusammenhalt, wenn es darauf ankommt. Diesmal stehen ebenfalls die Kinder im Mittelpunkt, aber auch (wieder) ein wenig Zauberei. Schon durch die Erwähnung im Titel, dass Maunzer ein „magischer“ Kater ist, werden die Grenzen zwischen Realität und Fiktion gut abgesteckt und man kann sich voll und ganz auf ein Märchengenre einlassen. Und man hat während der Lektüre durchaus passend Assoziationen zu anderen Märchenerzählungen, aber dazu später. Der Untertitel des Buches stellt gleich die menschlichen Protagonisten vor: Klara und Wolle, die „normalen“ Schulkinder, dazu Milla, die eigentlich Emiliana heißt. Milla hat einige besondere Gaben, deren Herkunft ihr nicht einmal ihre naturkundlich bewandte Mutter so richtig erklären kann: sie kann mit Tieren sprechen und sie verstehen, sie kann verschlossene Türen öffnen und auch schwere Dinge anheben, mithin: ein bisschen zaubern. Aber nicht zu sehr, sonst wäre es ja langweilig. Zusammen mit Maunzer ist sie auf einer Mission: sie will ihre Katze Minze wieder finden, die in den Händen einer Tierfängerin ist, die leider auch mit magischen Kräften ausgestattet ist. Diese vermuten Maunzer und Milla nun ausgerechnet in Klaras und Wolles Schule, sodass Milla sich von ihrer Mutter dort einschulen lässt. Gerade rechtzeitig, denn die Klassenlehrerin, Frau Sommer, wird durch einen heimtückischen Plan von der Tierfängerin, die sich als „Frau Schwarz“ ausgibt (ohne dass so richtig klar wird, wie sie tatsächlich heißt), in einen fiebrigen Dämmerzustand versetzt. An ihre Stelle als Klassenlehrerin tritt fortan „Frau Schwarz“ selbst und ab dann beginnt für Klara, Wolle und Milla der Kampf gegen die Uhr. Denn „Frau Schwarz“ hat es nicht nur auf einen alten magischen Druidenstab im historischen Museum abgesehen, sondern will sich auch die Kinder selbst für ihre Zwecke unter die lackierten Nägel reißen. Es braucht ein bisschen Geduld, Geschick, Glück, viel Zusammenhalt und auch ein wenig Zauberei, um den bösen Plan am Ende zunichte zu machen. Ganz nebenbei müssen die Kinder auch Alltagsprobleme bewältigen. Klara leidet unter der parallel stattfindenden Trennung ihrer Eltern, Wolle muss sich an ein bald kommendes Geschwisterchen gewöhnen und dazu muss ein fieser Versicherungsdirektor daran gehindert werden, eine alte Trauerweide vor der Grundschule zu fällen, um mehr Parkplätze generieren zu können. Es tut dem Buch dabei sehr gut, dass diese für Kinder realen Probleme und auch die dargestellten Lösungswege verständlich und altersgerecht sind (die Protagonisten sind Viertklässler einer Grundschule): Kinder sind eben keine Superhelden, sondern schützenswerte kleine Wesen. Das vergessen die Erwachsenen inklusive der Eltern bisweilen. Die schon oben erwähnten Assoziationen zu anderen Märchen schaden dem Buch nicht, sondern bestärken eher den gewählten Erzähltypus. So ähnelt „Frau Schwarz“ äußerlich und vom Exzentrischen her ein bisschen dem Filmcharakter von Cruella De Vil aus 101 Dalmatiner, gerade wenn sie aus ihrem Mantel im Klassenzimmer viele süße Mäuse springen lässt, um die Kinder einzulullen. Und die Szene, in der die drei Kinder „Frau Schwarz“ in ihrer Höhle aufspüren, erinnert an die Entdeckungsszene in Rumpelstilzchen: selbstvergessen wird das Geheimnis in die Welt posaunt, das die Kinder dann zur Vereitelung des Plans nutzen können. An mancher Stelle überspielt der Plot natürlich die eine oder andere notwendige Zwischenfrage, etwa wie es sein kann, dass an einer staatlichen Grundschule – selbst in der Schweiz – eine der Kanalisation entstiegene „Frau Schwarz“ so einfach eine plötzlich erkrankte Lehrerin ersetzen kann. Aber dadurch, dass das empfohlene Lesealter zwischen 9 und 11 Jahren liegt, also ab Ende der Grundschule bis zu den ersten Klassen der weiterführenden Schule, kann man davon ausgehen, dass kleine Leserinnen und Leser dieses Alters die Problematik erkennen und zugunsten des Fortschritts der Geschichte schmunzelnd ignorieren. Bei jüngeren Kindern wäre da der Protest deutlich größer ausgefallen. Leseerprobte Kinder werden das Buch in 2-3 Stunden verschlungen haben. Es ist spannend geschrieben, hat viele witzige Einsprengsel wie die Bezeichnung von „Frau Schwarz“ als alternde Schleiereule, und bietet für Kinder viele Themen, mit denen sie sich identifizieren können. Die Alltagsprobleme sind real, das Abenteuer leicht magisch, eine gelungene Mischung.

Schon in seinem vorherigen Kinderbuch (Ksss!: Lise, Paul und das Garderobenmonster) hat Daniele Meocci den Fokus klar auf die Kinder gelegt, auf ihren Einfallsreichtum, ihren Mut und ihren Zusammenhalt, wenn es darauf ankommt. Diesmal stehen ebenfalls die Kinder im Mittelpunkt, aber auch (wieder) ein wenig Zauberei. Schon durch die Erwähnung im Titel, dass Maunzer ein „magischer“ Kater ist, werden die Grenzen zwischen Realität und Fiktion gut abgesteckt und man kann sich voll und ganz auf ein Märchengenre einlassen. Und man hat während der Lektüre durchaus passend Assoziationen zu anderen Märchenerzählungen, aber dazu später.

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Der Untertitel des Buches stellt gleich die menschlichen Protagonisten vor: Klara und Wolle, die „normalen“ Schulkinder, dazu Milla, die eigentlich Emiliana heißt. Milla hat einige besondere Gaben, deren Herkunft ihr nicht einmal ihre naturkundlich bewandte Mutter so richtig erklären kann: sie kann mit Tieren sprechen und sie verstehen, sie kann verschlossene Türen öffnen und auch schwere Dinge anheben, mithin: ein bisschen zaubern. Aber nicht zu sehr, sonst wäre es ja langweilig. Zusammen mit Maunzer ist sie auf einer Mission: sie will ihre Katze Minze wieder finden, die in den Händen einer Tierfängerin ist, die leider auch mit magischen Kräften ausgestattet ist. Diese vermuten Maunzer und Milla nun ausgerechnet in Klaras und Wolles Schule, sodass Milla sich von ihrer Mutter dort einschulen lässt. Gerade rechtzeitig, denn die Klassenlehrerin, Frau Sommer, wird durch einen heimtückischen Plan von der Tierfängerin, die sich als „Frau Schwarz“ ausgibt (ohne dass so richtig klar wird, wie sie tatsächlich heißt), in einen fiebrigen Dämmerzustand versetzt. An ihre Stelle als Klassenlehrerin tritt fortan „Frau Schwarz“ selbst und ab dann beginnt für Klara, Wolle und Milla der Kampf gegen die Uhr. Denn „Frau Schwarz“ hat es nicht nur auf einen alten magischen Druidenstab im historischen Museum abgesehen, sondern will sich auch die Kinder selbst für ihre Zwecke unter die lackierten Nägel reißen. Es braucht ein bisschen Geduld, Geschick, Glück, viel Zusammenhalt und auch ein wenig Zauberei, um den bösen Plan am Ende zunichte zu machen.

Ganz nebenbei müssen die Kinder auch Alltagsprobleme bewältigen. Klara leidet unter der parallel stattfindenden Trennung ihrer Eltern, Wolle muss sich an ein bald kommendes Geschwisterchen gewöhnen und dazu muss ein fieser Versicherungsdirektor daran gehindert werden, eine alte Trauerweide vor der Grundschule zu fällen, um mehr Parkplätze generieren zu können. Es tut dem Buch dabei sehr gut, dass diese für Kinder realen Probleme und auch die dargestellten Lösungswege verständlich und altersgerecht sind (die Protagonisten sind Viertklässler einer Grundschule): Kinder sind eben keine Superhelden, sondern schützenswerte kleine Wesen. Das vergessen die Erwachsenen inklusive der Eltern bisweilen.

Die schon oben erwähnten Assoziationen zu anderen Märchen schaden dem Buch nicht, sondern bestärken eher den gewählten Erzähltypus. So ähnelt „Frau Schwarz“ äußerlich und vom Exzentrischen her ein bisschen dem Filmcharakter von Cruella De Vil aus 101 Dalmatiner, gerade wenn sie aus ihrem Mantel im Klassenzimmer viele süße Mäuse springen lässt, um die Kinder einzulullen. Und die Szene, in der die drei Kinder „Frau Schwarz“ in ihrer Höhle aufspüren, erinnert an die Entdeckungsszene in Rumpelstilzchen: selbstvergessen wird das Geheimnis in die Welt posaunt, das die Kinder dann zur Vereitelung des Plans nutzen können.

An mancher Stelle überspielt der Plot natürlich die eine oder andere notwendige Zwischenfrage, etwa wie es sein kann, dass an einer staatlichen Grundschule – selbst in der Schweiz – eine der Kanalisation entstiegene „Frau Schwarz“ so einfach eine plötzlich erkrankte Lehrerin ersetzen kann. Aber dadurch, dass das empfohlene Lesealter zwischen 9 und 11 Jahren liegt, also ab Ende der Grundschule bis zu den ersten Klassen der weiterführenden Schule, kann man davon ausgehen, dass kleine Leserinnen und Leser dieses Alters die Problematik erkennen und zugunsten des Fortschritts der Geschichte schmunzelnd ignorieren. Bei jüngeren Kindern wäre da der Protest deutlich größer ausgefallen.

Leseerprobte Kinder werden das Buch in 2-3 Stunden verschlungen haben. Es ist spannend geschrieben, hat viele witzige Einsprengsel wie die Bezeichnung von „Frau Schwarz“ als alternde Schleiereule, und bietet für Kinder viele Themen, mit denen sie sich identifizieren können. Die Alltagsprobleme sind real, das Abenteuer leicht magisch, eine gelungene Mischung.

geschrieben am 08.12.2018 | 666 Wörter | 3892 Zeichen

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