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Bei mir zu Hause wohnt ein Tiger: Kleine Geschichten zum Vorlesen


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Informationen zum Buch
  ISBN
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  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Bei mir zu Hause wohnt ein Tiger: Kleine Geschichten zum Vorlesen Bei dem im Mai neu erschienenen Werk „Bei mir zuhause wohnt ein Tiger“ fällt es mir sehr schwer, es Gewinn bringend einzuordnen. Denn auch wenn das Buch und das ihm zugrundeliegende Konzept aus Erwachsenensicht eindeutig erscheinen mag – aus Kindersicht trifft das nicht unbedingt zu. In dem Buch dreht sich alles um Oskar, einen drei- am Ende des Buches vierjährigen jungen Herrn, der im Alltag von seinem Plüschtiger Theo begleitet wird. Oskar hat noch eine ältere Schwester Klara und eine in den Geschichten ständig präsente Mutter. Das Buch enthält 42 so genannte „Alltagsgeschichten“, was bedeutet, dass sie in der Regel zwei, selten drei Seiten lang sind und sich in Szenen aus dem Familienalltag mit Kindergartenkind erschöpfen. Die Geschichten sind überwiegend deskriptiv, haben meist weder eine besondere Pointe, einen Spannungsbogen oder gar eine Meta-Botschaft. So bekommt man Einblicke in Oskars Geburtstag, in den Lebensalltag des Kindes in Küche, Bad, Spielzimmer, Garten, bei den Großeltern, bei Besorgungen oder im Zoo. Hinzu kommen klassische Jahresstationen wie Ferien, Weihnachten, Silvester, aber alles nur als Schlaglicht für zwei Erzählseiten. Wenn Erwachsene das Buch durchblättern, werden sie natürlich Reminiszenzen oder – bei aktuell kleineren Kindern Wiedererkennungswerte haben, wie Oskar sich verhält, spricht oder denkt. Kinder verschiedener Altersgruppen hingegen, denen ich das Buch zu lesen gegeben bzw. daraus vorgelesen habe, haben mit dem Buch nicht so viel anfangen können. Die älteren Kinder (Vorschulalter aufwärts) fanden die Geschichten schlicht langweilig. Die jüngeren Kinder konnten mit der Perspektive von Oskar nichts anfangen. Denn es ist gerade das Kennzeichen von Kinderbüchern für junge Kindergartenkinder, dass sie nicht aus der Ich-Perspektive verfasst sind. Diese Transferleistung, also das Verständnis für einen Ich-Erzähler zu vollbringen, wo man gerade einmal das eigene Ich kennen lernt und ausformt, ist einfach eine Nummer zu hoch für die Kinder zwischen zwei und vier Jahren, deren Erlebnishorizont in dem Buch erfasst werden soll. Zum zweiten war für diese Altersgruppe die Komplexität der Alltagsszenen zu hoch. Dazu muss man bemerken, dass natürlich auch der dreijährige Oskar unglaubwürdig wirkt, wenn er sich wohl ausformulierte Gedanken über das Verhalten anderer macht, in einer Phase, in der vielmehr die Ich-Fixierung kleiner Kinder so vorrangig ist. Was bleibt als Fazit? Das Buch ist ein nett gemeinter Ansatz, der aber meiner Ansicht nach das Ziel verfehlt hat. Kinder in der Altersgruppe von Oskar dürften von der Art des Erzählens überfordert sein, ältere Kinder unterfordert. Wenn sich die vorlesenden Eltern gut amüsieren, so sei es ihnen gegönnt. Ich fand das Buch langweilig.

Bei dem im Mai neu erschienenen Werk „Bei mir zuhause wohnt ein Tiger“ fällt es mir sehr schwer, es Gewinn bringend einzuordnen. Denn auch wenn das Buch und das ihm zugrundeliegende Konzept aus Erwachsenensicht eindeutig erscheinen mag – aus Kindersicht trifft das nicht unbedingt zu.

weitere Rezensionen von Dr. Benjamin Krenberger


In dem Buch dreht sich alles um Oskar, einen drei- am Ende des Buches vierjährigen jungen Herrn, der im Alltag von seinem Plüschtiger Theo begleitet wird. Oskar hat noch eine ältere Schwester Klara und eine in den Geschichten ständig präsente Mutter. Das Buch enthält 42 so genannte „Alltagsgeschichten“, was bedeutet, dass sie in der Regel zwei, selten drei Seiten lang sind und sich in Szenen aus dem Familienalltag mit Kindergartenkind erschöpfen. Die Geschichten sind überwiegend deskriptiv, haben meist weder eine besondere Pointe, einen Spannungsbogen oder gar eine Meta-Botschaft. So bekommt man Einblicke in Oskars Geburtstag, in den Lebensalltag des Kindes in Küche, Bad, Spielzimmer, Garten, bei den Großeltern, bei Besorgungen oder im Zoo. Hinzu kommen klassische Jahresstationen wie Ferien, Weihnachten, Silvester, aber alles nur als Schlaglicht für zwei Erzählseiten. Wenn Erwachsene das Buch durchblättern, werden sie natürlich Reminiszenzen oder – bei aktuell kleineren Kindern Wiedererkennungswerte haben, wie Oskar sich verhält, spricht oder denkt. Kinder verschiedener Altersgruppen hingegen, denen ich das Buch zu lesen gegeben bzw. daraus vorgelesen habe, haben mit dem Buch nicht so viel anfangen können. Die älteren Kinder (Vorschulalter aufwärts) fanden die Geschichten schlicht langweilig. Die jüngeren Kinder konnten mit der Perspektive von Oskar nichts anfangen. Denn es ist gerade das Kennzeichen von Kinderbüchern für junge Kindergartenkinder, dass sie nicht aus der Ich-Perspektive verfasst sind. Diese Transferleistung, also das Verständnis für einen Ich-Erzähler zu vollbringen, wo man gerade einmal das eigene Ich kennen lernt und ausformt, ist einfach eine Nummer zu hoch für die Kinder zwischen zwei und vier Jahren, deren Erlebnishorizont in dem Buch erfasst werden soll. Zum zweiten war für diese Altersgruppe die Komplexität der Alltagsszenen zu hoch. Dazu muss man bemerken, dass natürlich auch der dreijährige Oskar unglaubwürdig wirkt, wenn er sich wohl ausformulierte Gedanken über das Verhalten anderer macht, in einer Phase, in der vielmehr die Ich-Fixierung kleiner Kinder so vorrangig ist.

Was bleibt als Fazit? Das Buch ist ein nett gemeinter Ansatz, der aber meiner Ansicht nach das Ziel verfehlt hat. Kinder in der Altersgruppe von Oskar dürften von der Art des Erzählens überfordert sein, ältere Kinder unterfordert. Wenn sich die vorlesenden Eltern gut amüsieren, so sei es ihnen gegönnt. Ich fand das Buch langweilig.

geschrieben am 14.05.2019 | 407 Wörter | 2347 Zeichen

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