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Trolle, Wichtel, Pixies und WALDWESEN aus aller Welt


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  ISBN
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  Seiten
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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Trolle, Wichtel, Pixies und WALDWESEN aus aller Welt Kinderbücher aus dem Bohem-Verlag sind bekannt für ihre schöne graphische Gestaltung und oft auch für leicht verwunschene Geschichten, die es zu erzählen gilt. Insofern überrascht es wenig, wenn dort ein Kinderbuch über „Waldwesen“ erscheint. Einzig meine Erwartung in das Buch wurde enttäuscht, wohlgemerkt nur inhaltlich, nicht was die Illustrationen angeht. Letztere sind – man möchte sagen wie immer – eindrücklich und nehmen die Stimmung des Themas gekonnt auf: sowohl das Verschmelzen der Waldwesen mit ihrer Umgebung als auch die Erschwernis, den Wesen überhaupt feste Kontur und Aussehen zu verleihen, sind trefflich umgesetzt worden. Was erwartet die kleinen Leserinnen und Leser aber inhaltlich? Nicht mehr als eine Aufzählung von Fabelwesen aus aller Welt. Sie werden mitsamt der für sie typischen Umgebung, ihrer Funktion und ggf. Handlungsweise, den ihnen zugesprochenen Attributen oder ihrer Bedeutung für die Menschen vorgestellt. Das liest sich teilweise ja ganz nett, aber man möchte als Kinderbuch kein Proseminar in Volkskunde vorlesen. Denn es werden, etwas euphemistisch als „Legenden“ auf dem Buchrücken angekündigt, oftmals nur Fakten aneinandergereiht – sofern man bei Waldwesen überhaupt von Fakten reden kann. Wenn es am Ende der Einleitung heißt es sei „umso wichtiger, dass ihre Geschichten erzählt werden“, dann kann man dem nur zustimmen. Schade nur, dass es in diesem Buch nicht geschieht. Denn etwas über ein Waldwesen zu berichten, ist nicht dasselbe wie von einem Waldwesen zu erzählen. Wenn es also echte Geschichten gäbe, die Funktion und Charakter der Wesen verinnerlichen und nahebringen würden, dann wäre der narrative Zweck eines Kinderbuchs viel eher erreicht. Aber so? Ist es allenfalls ein trüber „Ach, ist das so?“-Effekt, der auch durch die schönen Illustrationen nicht aufgehellt wird. Deshalb eignet sich das Buch auch nur schwer zum Vorlesen für Kindergartenkinder, für die ein solches Thema eigentlich optimal wäre. Ob Grundschulkinder das Buch zum Selbstlesen für sich entdecken werden, bleibt immerhin offen. Der Grundansatz des Buches ist lobenswert: auf die Fragilität und die Geheimnisse des Waldes aufmerksam zu machen. Kinder erreicht man aber nicht mit bloßen Informationen und abstrakten Beschreibungen, sondern durch (vollständige) Geschichten. Diese fehlen leider.

Kinderbücher aus dem Bohem-Verlag sind bekannt für ihre schöne graphische Gestaltung und oft auch für leicht verwunschene Geschichten, die es zu erzählen gilt. Insofern überrascht es wenig, wenn dort ein Kinderbuch über „Waldwesen“ erscheint. Einzig meine Erwartung in das Buch wurde enttäuscht, wohlgemerkt nur inhaltlich, nicht was die Illustrationen angeht. Letztere sind – man möchte sagen wie immer – eindrücklich und nehmen die Stimmung des Themas gekonnt auf: sowohl das Verschmelzen der Waldwesen mit ihrer Umgebung als auch die Erschwernis, den Wesen überhaupt feste Kontur und Aussehen zu verleihen, sind trefflich umgesetzt worden.

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Was erwartet die kleinen Leserinnen und Leser aber inhaltlich? Nicht mehr als eine Aufzählung von Fabelwesen aus aller Welt. Sie werden mitsamt der für sie typischen Umgebung, ihrer Funktion und ggf. Handlungsweise, den ihnen zugesprochenen Attributen oder ihrer Bedeutung für die Menschen vorgestellt. Das liest sich teilweise ja ganz nett, aber man möchte als Kinderbuch kein Proseminar in Volkskunde vorlesen. Denn es werden, etwas euphemistisch als „Legenden“ auf dem Buchrücken angekündigt, oftmals nur Fakten aneinandergereiht – sofern man bei Waldwesen überhaupt von Fakten reden kann. Wenn es am Ende der Einleitung heißt es sei „umso wichtiger, dass ihre Geschichten erzählt werden“, dann kann man dem nur zustimmen. Schade nur, dass es in diesem Buch nicht geschieht. Denn etwas über ein Waldwesen zu berichten, ist nicht dasselbe wie von einem Waldwesen zu erzählen. Wenn es also echte Geschichten gäbe, die Funktion und Charakter der Wesen verinnerlichen und nahebringen würden, dann wäre der narrative Zweck eines Kinderbuchs viel eher erreicht. Aber so? Ist es allenfalls ein trüber „Ach, ist das so?“-Effekt, der auch durch die schönen Illustrationen nicht aufgehellt wird. Deshalb eignet sich das Buch auch nur schwer zum Vorlesen für Kindergartenkinder, für die ein solches Thema eigentlich optimal wäre. Ob Grundschulkinder das Buch zum Selbstlesen für sich entdecken werden, bleibt immerhin offen.

Der Grundansatz des Buches ist lobenswert: auf die Fragilität und die Geheimnisse des Waldes aufmerksam zu machen. Kinder erreicht man aber nicht mit bloßen Informationen und abstrakten Beschreibungen, sondern durch (vollständige) Geschichten. Diese fehlen leider.

geschrieben am 19.06.2020 | 339 Wörter | 1986 Zeichen

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