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Zu große Fragen. Interviews und Gespräche 2005-1970


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Rezension von

Matthias Pierre Lubinsky

Zu große Fragen. Interviews und Gespräche 2005-1970 Die politischen Lager lösen sich auf. Rechts und links sind im 21. Jahrhundert keine tauglichen Begriffe mehr zu Charakterisierung ideologischer Inhalte. Außerdem: Permanent wechselt irgendwer die Front. Wer sich nach den Medien richtet, verliert die Orientierung. Hans Magnus Enzensberger gilt vielen noch als Linker. Denn er war führend beteiligt an der Studentenrevolte anno 68. Lange Jahre gab er das »Kursbuch« heraus, den intellektuellen Fahrplan der Aufständischen. Doch Enzensberger war immer ein bisschen anders als die anderen. Er erlaubte sich den unbezahlbaren Luxus einer eigenen Meinung. Er wies die Linke schon damals auf so manchen Irrwitz in ihren Reihen hin. Er war oft besser gekleidet als andere Schriftsteller und trug auch bei Treffen der Gruppe 47 eine Krawatte. Enzensberger ist vieles übelgenommen worden. Das spricht in Deutschland sehr für ihn. Er ediert eine bibliophile Buchreihe, die auch den Anspruch erhebt, alte Schätze der Literatur wieder zu heben. Hier erschienen Bände wie Prinz Wossen Asserates »Manieren«, eine Kulturgeschichte der Benimmregeln. Nicht ohne Ironie heißt es im Klappentext über die Manieren: »Radikale Demokraten betrachten sie als eine Art stillen Skandal, weil sie gegen das heilige Gebot der Gleichheit verstoßen.« Nicht ohne Ironie war auch, dass linke Zeitungen Indizien dafür gefunden zu haben meinten, nicht der äthiopische Prinz, sondern der Schriftsteller Martin Mosebach sei Autor des Buches. Vom alten Bildungsideal hält Enzensberger eine Menge. In einer aufwendigen Edition hat er Humboldt wieder herausgebracht. Dies alles sind nur Facetten eines dandyistischen Entwurfes. So manch alter Kampfgenosse und Mitläufer ist sauer auf ihn. Zu häufig hat Enzensberger Unsinn bloßgestellt, - egal auf welcher politischen Seite dieser zu Hause sein sollte. Schockierend wirkten 1993 seine »Aussichten auf den Bürgerkrieg«. In ihnen konnte man lesen: »In der Abenddämmerung der Sozialdemokratie hat […] Rousseau noch einmal gesiegt. Sie haben nicht die Produktionsmittel, sondern die Therapie verstaatlicht. Daß der Mensch von Natur aus gut sei, diese merkwürdige Idee hat in der Sozialarbeit ihr letztes Reservat. Pastorale Motive gehen dabei eine seltsame Mischung ein mit angejahrten Milieu- und Sozialisationstheorien und mit einer entkernten Version der Psychoanalyse. Solche Vormünder nehmen in ihrer grenzenlosen Gutmütigkeit den Verirrten jede Verantwortung für ihr Handeln ab. Schuld ist nie der Täter, immer die Umgebung: das Elternhaus, die Gesellschaft, der Konsum, die Medien, die schlechten Vorbilder.« Zu Enzensbergers Vexierspiel gehört auch das Bewusstsein über seine Äußerungen. Nicht nur was er sagt, sondern auch wo er es sagt, ist für den Medienkritiker Teil des Publikumsspieles. In seinem Nachwort des nun in der Edition Suhrkamp erschienen Bandes »Zu große Fragen – Interviews und Gespräche 2005-1970« stellt sich Enzensberger die Frage, »wozu Interviews überhaupt gut sind, warum sie gegeben, zur Kenntnis genommen oder gar, wie im vorliegenden Fall auch noch in Buchform aufbewahrt werden.« Seine Antwort ist keine ein-deutige: »Ich weiß es nicht. Ich vermute aber, daß der Reiz des Verfahrens darin liegt, daß es sich, im besten Fall, um ein trickreiches Rollenspiel handelt, bei dem beide Seiten sich komplizierter Finten und Manöver bedienen. Ein guter Interviewer bringt sein Gegenüber dazu, Dinge zu äußern, die dieser nie zuvor gesagt oder geschrieben, ja an die er vielleicht nicht einmal gedacht hat. Dabei kann es sogar zu einem Rollentausch kommen. In diesem Fall nähert sich das Interview dem Zwiegespräch, der Debatte auf gleicher Augenhöhe. Das ist natürlich der Idealfall.« Diese Debatten auf gleicher Augenhöhe sind in den deutschen Zeitungen nicht eben häufig. In diesem Band sind einige von ihnen unter Beteiligung Enzensbergers abgedruckt. Er enthält Gespräche aus dem langen Zeitraum von fünfunddreißig Jahren. Eine solche Debatte ist das Gespräch, das André Müller mit ihm führte und das im Januar 1995 in der »Zeit« veröffentlicht wurde. Hier dreht sich einige Male die Situation um: Müllers Fragen werden immer länger, Enzensbergers Antworten immer kürzer. Zuweilen scheint sich der Fragende zu rechtfertigen. Und dennoch ist es kein Widerspruch: Der Leser nimmt erstaunt einen tatsächlichen geistigen Austausch zur Kenntnis. Müller gelingt es, mit seinem Gegenüber ein Gespräch zu führen, in einen Dialog zu treten, Essentielles zu ent-äußern. »André Müller: Sind Sie ein glücklicher Mensch? H.M.E.: Ich komme ganz gut zurecht. André Müller: Das ist keine Antwort.« Kurzweilig liest sich so mancher Schlagabtausch unter den Gleichwertigen. Müller spricht den Schriftsteller auf einen Artikel an, in dem Enzensberger sich über die Modegewohnheiten heutiger Frauen mokierte. »H.M.E.: Ja, das war doch ein sehr lustiger Aufsatz. André Müller: Der Feminismus, hieß es da, habe ‚ als unerreichbaren, aber oft nachgeahmten Idealtypus den Trampel hervorgebracht’. H.M.E.: Das ist doch amüsant […]« Rechts und Links lösen sich nicht zuletzt deshalb als Gespinste auf, weil Politik und Medien zur Lösung der vorhandenen Probleme nichts mehr beitragen. Enzensberger macht erfrischend deutlich klar, wie belanglos die aktuellen politischen Debatten für ihn sind: »Bei Fragen wie, ob man bei einem Arztbesuch zehn Euro Praxisgebühr dazuzahlen muß oder nicht, bin ich nicht nur inkompetent, sondern ich habe keine Lust, mich da zu vertiefen. Tut mir leid.« In seiner Altersweisheit nähert sich der ehemalige Nachhilfelehrer der Revolution der Ernst Jüngerschen Désinvolture an und sieht sein damaliges Engagement selbst aus der Distanz. Enzensberger bekennt sich dazu, mitgeholfen zu haben, die damalige bundesdeutsche Gesellschaft aufzubrechen. Retrospektiv distanziert er sich dennoch von so manchem arg marxistischem Vokabular. Hier ist er selbst über seine eigenen Ziele hinausgeschossen. Leider haben Generationen von Studenten und Lehrern dies alles sehr ernst genommen. Dennoch steht Enzensberger selbst zu seiner damaligen Panik, was nicht zuletzt dadurch verdeutlicht wird, dass der Band mit einem Gespräch geschlossen wird, das er mit Herbert Marcuse führte und das dem Kursbuch 22 vom Dezember 1970 entnommen ist. An Marcuse gerichtet, führt Enzensberger aus: »Wir haben in Europa den Eindruck, daß sich die politischen Verhältnisse in den USA in den letzten Jahren ungeheuer verschärft und zugespitzt haben. Wir hören von Vorbeugehaft, von schießwütigen Polizisten; die amerikanische Linke hat Listen von Konzentrationslagern veröffentlicht, die schon jetzt bereitstehen sollen; es gibt Gerüchte, die amerikanische Regierung habe Untersuchungen in Auftrag gegeben darüber, wie das Land reagieren würde, wenn die Präsidentschaftswahlen von 1972 abgesagt würden, wenn man einfach keine Wahlen mehr stattfinden ließe.« Für die jüngeren Leser ist es Quelle für das, was Enzensberger heute seine damalige Lautstärke nennt. In den jüngeren Interviews gibt er unverdrossen zu, dass sich kaum eine seiner damaligen Befürchtungen bewahrheitet habe. Die Interviews können als Kommentar dienen, der Enzensbergers Bücher begleitet, abrundet, vertieft, - manchmal manches sogar widerruft. Und sie machen vor allem eines deutlich: Der 1929 geborene Poet ist vor allem anderen eines: ein Ästhet. Er perzipiert die Welt über ihre Schönhit oder Hässlichkeit. So sagt er, nach Adorno befragt, die meisten Philosophen seien »ästhetisch farbenblind, und man kann schwer lesen, was sie schreiben. Adorno aber hatte eine starke Sensibilität […]«. Enzensberger spricht auch von Adornos »Anziehungskraft«. Als Ästhet ist sein Verhältnis zu Büchern und Bibliotheken ein meditatives. Ein ästhetisches ist Enzensbergers Verhältnis zur Sprache – und auch zur Wahrheit. Deshalb kritisiert er so rigoros die Verlogenheit und Borniertheit aus Motiven der ideologischen Brauchbarkeit. Rückblickend nach dem hohen Pegel seiner damaligen revolutionären Wut befragt, urteilt er heute über sich gelassen: Er habe gute Gründe gehabt, sich in etwas hineinzusteigern. Lautstärke sei jedoch kein ästhetisches Ideal.

Die politischen Lager lösen sich auf. Rechts und links sind im 21. Jahrhundert keine tauglichen Begriffe mehr zu Charakterisierung ideologischer Inhalte. Außerdem: Permanent wechselt irgendwer die Front. Wer sich nach den Medien richtet, verliert die Orientierung. Hans Magnus Enzensberger gilt vielen noch als Linker. Denn er war führend beteiligt an der Studentenrevolte anno 68. Lange Jahre gab er das »Kursbuch« heraus, den intellektuellen Fahrplan der Aufständischen.

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Doch Enzensberger war immer ein bisschen anders als die anderen. Er erlaubte sich den unbezahlbaren Luxus einer eigenen Meinung. Er wies die Linke schon damals auf so manchen Irrwitz in ihren Reihen hin. Er war oft besser gekleidet als andere Schriftsteller und trug auch bei Treffen der Gruppe 47 eine Krawatte. Enzensberger ist vieles übelgenommen worden. Das spricht in Deutschland sehr für ihn. Er ediert eine bibliophile Buchreihe, die auch den Anspruch erhebt, alte Schätze der Literatur wieder zu heben. Hier erschienen Bände wie Prinz Wossen Asserates »Manieren«, eine Kulturgeschichte der Benimmregeln. Nicht ohne Ironie heißt es im Klappentext über die Manieren: »Radikale Demokraten betrachten sie als eine Art stillen Skandal, weil sie gegen das heilige Gebot der Gleichheit verstoßen.« Nicht ohne Ironie war auch, dass linke Zeitungen Indizien dafür gefunden zu haben meinten, nicht der äthiopische Prinz, sondern der Schriftsteller Martin Mosebach sei Autor des Buches. Vom alten Bildungsideal hält Enzensberger eine Menge. In einer aufwendigen Edition hat er Humboldt wieder herausgebracht. Dies alles sind nur Facetten eines dandyistischen Entwurfes.

So manch alter Kampfgenosse und Mitläufer ist sauer auf ihn. Zu häufig hat Enzensberger Unsinn bloßgestellt, - egal auf welcher politischen Seite dieser zu Hause sein sollte. Schockierend wirkten 1993 seine »Aussichten auf den Bürgerkrieg«. In ihnen konnte man lesen: »In der Abenddämmerung der Sozialdemokratie hat […] Rousseau noch einmal gesiegt. Sie haben nicht die Produktionsmittel, sondern die Therapie verstaatlicht. Daß der Mensch von Natur aus gut sei, diese merkwürdige Idee hat in der Sozialarbeit ihr letztes Reservat. Pastorale Motive gehen dabei eine seltsame Mischung ein mit angejahrten Milieu- und Sozialisationstheorien und mit einer entkernten Version der Psychoanalyse. Solche Vormünder nehmen in ihrer grenzenlosen Gutmütigkeit den Verirrten jede Verantwortung für ihr Handeln ab. Schuld ist nie der Täter, immer die Umgebung: das Elternhaus, die Gesellschaft, der Konsum, die Medien, die schlechten Vorbilder.«

Zu Enzensbergers Vexierspiel gehört auch das Bewusstsein über seine Äußerungen. Nicht nur was er sagt, sondern auch wo er es sagt, ist für den Medienkritiker Teil des Publikumsspieles. In seinem Nachwort des nun in der Edition Suhrkamp erschienen Bandes »Zu große Fragen – Interviews und Gespräche 2005-1970« stellt sich Enzensberger die Frage, »wozu Interviews überhaupt gut sind, warum sie gegeben, zur Kenntnis genommen oder gar, wie im vorliegenden Fall auch noch in Buchform aufbewahrt werden.« Seine Antwort ist keine ein-deutige: »Ich weiß es nicht. Ich vermute aber, daß der Reiz des Verfahrens darin liegt, daß es sich, im besten Fall, um ein trickreiches Rollenspiel handelt, bei dem beide Seiten sich komplizierter Finten und Manöver bedienen. Ein guter Interviewer bringt sein Gegenüber dazu, Dinge zu äußern, die dieser nie zuvor gesagt oder geschrieben, ja an die er vielleicht nicht einmal gedacht hat. Dabei kann es sogar zu einem Rollentausch kommen. In diesem Fall nähert sich das Interview dem Zwiegespräch, der Debatte auf gleicher Augenhöhe. Das ist natürlich der Idealfall.«

Diese Debatten auf gleicher Augenhöhe sind in den deutschen Zeitungen nicht eben häufig. In diesem Band sind einige von ihnen unter Beteiligung Enzensbergers abgedruckt. Er enthält Gespräche aus dem langen Zeitraum von fünfunddreißig Jahren. Eine solche Debatte ist das Gespräch, das André Müller mit ihm führte und das im Januar 1995 in der »Zeit« veröffentlicht wurde. Hier dreht sich einige Male die Situation um: Müllers Fragen werden immer länger, Enzensbergers Antworten immer kürzer. Zuweilen scheint sich der Fragende zu rechtfertigen. Und dennoch ist es kein Widerspruch: Der Leser nimmt erstaunt einen tatsächlichen geistigen Austausch zur Kenntnis. Müller gelingt es, mit seinem Gegenüber ein Gespräch zu führen, in einen Dialog zu treten, Essentielles zu ent-äußern.

»André Müller: Sind Sie ein glücklicher Mensch?

H.M.E.: Ich komme ganz gut zurecht.

André Müller: Das ist keine Antwort.«

Kurzweilig liest sich so mancher Schlagabtausch unter den Gleichwertigen. Müller spricht den Schriftsteller auf einen Artikel an, in dem Enzensberger sich über die Modegewohnheiten heutiger Frauen mokierte.

»H.M.E.: Ja, das war doch ein sehr lustiger Aufsatz.

André Müller: Der Feminismus, hieß es da, habe ‚ als unerreichbaren, aber oft nachgeahmten Idealtypus den Trampel hervorgebracht’.

H.M.E.: Das ist doch amüsant […]«

Rechts und Links lösen sich nicht zuletzt deshalb als Gespinste auf, weil Politik und Medien zur Lösung der vorhandenen Probleme nichts mehr beitragen. Enzensberger macht erfrischend deutlich klar, wie belanglos die aktuellen politischen Debatten für ihn sind: »Bei Fragen wie, ob man bei einem Arztbesuch zehn Euro Praxisgebühr dazuzahlen muß oder nicht, bin ich nicht nur inkompetent, sondern ich habe keine Lust, mich da zu vertiefen. Tut mir leid.« In seiner Altersweisheit nähert sich der ehemalige Nachhilfelehrer der Revolution der Ernst Jüngerschen Désinvolture an und sieht sein damaliges Engagement selbst aus der Distanz. Enzensberger bekennt sich dazu, mitgeholfen zu haben, die damalige bundesdeutsche Gesellschaft aufzubrechen. Retrospektiv distanziert er sich dennoch von so manchem arg marxistischem Vokabular. Hier ist er selbst über seine eigenen Ziele hinausgeschossen. Leider haben Generationen von Studenten und Lehrern dies alles sehr ernst genommen.

Dennoch steht Enzensberger selbst zu seiner damaligen Panik, was nicht zuletzt dadurch verdeutlicht wird, dass der Band mit einem Gespräch geschlossen wird, das er mit Herbert Marcuse führte und das dem Kursbuch 22 vom Dezember 1970 entnommen ist. An Marcuse gerichtet, führt Enzensberger aus: »Wir haben in Europa den Eindruck, daß sich die politischen Verhältnisse in den USA in den letzten Jahren ungeheuer verschärft und zugespitzt haben. Wir hören von Vorbeugehaft, von schießwütigen Polizisten; die amerikanische Linke hat Listen von Konzentrationslagern veröffentlicht, die schon jetzt bereitstehen sollen; es gibt Gerüchte, die amerikanische Regierung habe Untersuchungen in Auftrag gegeben darüber, wie das Land reagieren würde, wenn die Präsidentschaftswahlen von 1972 abgesagt würden, wenn man einfach keine Wahlen mehr stattfinden ließe.« Für die jüngeren Leser ist es Quelle für das, was Enzensberger heute seine damalige Lautstärke nennt. In den jüngeren Interviews gibt er unverdrossen zu, dass sich kaum eine seiner damaligen Befürchtungen bewahrheitet habe.

Die Interviews können als Kommentar dienen, der Enzensbergers Bücher begleitet, abrundet, vertieft, - manchmal manches sogar widerruft. Und sie machen vor allem eines deutlich: Der 1929 geborene Poet ist vor allem anderen eines: ein Ästhet. Er perzipiert die Welt über ihre Schönhit oder Hässlichkeit. So sagt er, nach Adorno befragt, die meisten Philosophen seien »ästhetisch farbenblind, und man kann schwer lesen, was sie schreiben. Adorno aber hatte eine starke Sensibilität […]«. Enzensberger spricht auch von Adornos »Anziehungskraft«. Als Ästhet ist sein Verhältnis zu Büchern und Bibliotheken ein meditatives. Ein ästhetisches ist Enzensbergers Verhältnis zur Sprache – und auch zur Wahrheit. Deshalb kritisiert er so rigoros die Verlogenheit und Borniertheit aus Motiven der ideologischen Brauchbarkeit. Rückblickend nach dem hohen Pegel seiner damaligen revolutionären Wut befragt, urteilt er heute über sich gelassen: Er habe gute Gründe gehabt, sich in etwas hineinzusteigern. Lautstärke sei jedoch kein ästhetisches Ideal.

geschrieben am 18.05.2007 | 1162 Wörter | 6917 Zeichen

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