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Willi - Der Kater, der immer größer wurde


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Willi - Der Kater, der immer größer wurde Endlich wieder ein neues Kinderbuch mit Illustrationen von Hans Traxler! Im Hanser Verlag ist das Kinderbuch „Willi - Der Kater, der immer größer wurde“ erschienen. Traxler hat neben der bildlichen Gestaltung auch die Geschichte verfasst. Das ist keine Überraschung, denn aus seiner Feder sind schon andere Kinderbücher erschienen, wenngleich er - jedenfalls mir - eher als Illustrator seit Titanic-Zeiten ein Begriff ist. Am Ende des Buches wird sogar der Hintergrund der Geschichte erläutert, nämlich den Familienzuwachs in Form eines kleinen Kätzchens, das sich inzwischen zum imposanten Tigerkater gemausert hat. Durch die verschiedenen Größen der Bebilderungen halten sich Text und Illustration schön die Waage. Die Bilder sind auch nicht so detailüberfrachtet, dass sie von der eigentlichen Geschichte ablenken würden, sondern sie unterstützen die Geschichte zum einen ganz exzellent und vermitteln auch dem kindlichen Beobachter sofort den gerade für die Geschichte wichtigen Handlungsvorgang. Worum geht es in dem Buch inhaltlich? Das Ehepaar Lohmeier fühlt sich im Haus einsam, das Gebäude wirkt nach dem Auszug des einzigen Sohnes zu groß. Also wird ein kleiner Kater als neuer Mitbewohner erworben. Dies geschieht auf einem Bauernhof, wo als schwächstes Mitglied eines frischen Wurfes ein Katerchen übrig geblieben ist und in der Ecke der Wurfbox liegt. Auf dem Heimweg wird gleich ein Name gesucht und „Willi“ für gut befunden. Entgegen der Befürchtung der Bauern überlebt das Katerchen nicht nur, sondern gedeiht prächtig, so prächtig, dass es fast schon unheimlich werden könnte: Willi wächst und wächst. Sogar so sehr, dass die Lohmeiers im Urlaub angerufen und zurückgeholt werden, weil Willi in der Katzenurlaubspension der Besitzerin quasi über den Kopf wächst. Er muss fortan im Auto auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, im Haus belegt er erst das komplette Sofa und dann sogar die ganze untere Etage des Hauses. So eine Riesenkatze weckt natürlich den Argwohn der Umwelt, Willi wird als „Monster“ bezeichnet und erst wollen ihn Mediziner untersuchen, gar in den Zoo stecken, die Polizei verhängt eine Ausgangssperre für Willi - dabei hat er nie irgendjemandem etwas getan. Die Wende für Willi ergibt sich, als er beim Betrachten des Gartens draußen ein rotes Kätzchen sieht. Sein Schnurren bei der gegenseitigen Begegnung am Fenster klingt aber inzwischen wie ein LKW-Motor, sodass die Katze ängstlich davonspringt. Ab dann schrumpft Willi plötzlich, bis er wieder durch die Katzenklappe passt und draußen mit der Katze spielen kann - wunschlos glücklich. Die Geschichte bietet für Kinder gleich mehrere schöne Metaphern, einmal der Überlebenswille, dann die Angst vor großen Tieren und schließlich der Wille, etwas um der Liebe willen zu erreichen. All dies kann man auch kleinen Zuhörern schon gut erklären. Einige Details stören mich aber an der Geschichte. Zum ersten die mehrfach gebrauchte Formulierung, dass der kleine Kater sonst „vom Fuchs geholt wird“. Es hätte für das Verständnis der kindlichen Leser und Zuhörer schon genügt, wenn man es bei der Information belassen hätte, dass das kleinste und schwächste Katerchen niemand haben wollte. In ein Kinderbuch muss man nicht zwingend die natürliche biologische Auslese einflechten, wenn es wie hier überhaupt nicht nötig ist. Dann ist es auch überflüssig, dass bei der Verkündung der Ausgangssperre im Hintergrund voll vermummte und behelmte Polizisten in Tarnfleck und mit Sturmgewehr gezeichnet werden. Ein paar mehr Grünröcke mit Weißmützchen und dümmlichem Gesichtsausdruck hätten es auch getan - wieder ein Schuss zuviel Realität. Und dann die Szene, in der der riesige Willi von den Lohmeiers bespielt wird, um ihn abzulenken (was Willi gar nicht bräuchte, was man später erfährt): das wird getan, damit Willi nicht „depressiv“ wird. Wenn man schon ein Kinderbuch schreibt, sollte man auch Begriffe verwenden, die man ggf. auch einem Kleinkind problemlos erläutern kann bzw. die ein Schulkind beim Lesen auch mit seinem Grundwortschatz erkennt und versteht. Dazu gehört die Erkrankung der Depression sicherlich nicht. Dies trübt aber nicht den sehr positiven Gesamteindruck. Katzenbesitzer werden das Buch sicherlich noch mehr mögen als herkömmliche Leser und Zuhörer, aber auch die können sich an der liebevollen Geschichte von Willi erfreuen.

Endlich wieder ein neues Kinderbuch mit Illustrationen von Hans Traxler! Im Hanser Verlag ist das Kinderbuch „Willi - Der Kater, der immer größer wurde“ erschienen. Traxler hat neben der bildlichen Gestaltung auch die Geschichte verfasst. Das ist keine Überraschung, denn aus seiner Feder sind schon andere Kinderbücher erschienen, wenngleich er - jedenfalls mir - eher als Illustrator seit Titanic-Zeiten ein Begriff ist. Am Ende des Buches wird sogar der Hintergrund der Geschichte erläutert, nämlich den Familienzuwachs in Form eines kleinen Kätzchens, das sich inzwischen zum imposanten Tigerkater gemausert hat. Durch die verschiedenen Größen der Bebilderungen halten sich Text und Illustration schön die Waage. Die Bilder sind auch nicht so detailüberfrachtet, dass sie von der eigentlichen Geschichte ablenken würden, sondern sie unterstützen die Geschichte zum einen ganz exzellent und vermitteln auch dem kindlichen Beobachter sofort den gerade für die Geschichte wichtigen Handlungsvorgang.

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Worum geht es in dem Buch inhaltlich? Das Ehepaar Lohmeier fühlt sich im Haus einsam, das Gebäude wirkt nach dem Auszug des einzigen Sohnes zu groß. Also wird ein kleiner Kater als neuer Mitbewohner erworben. Dies geschieht auf einem Bauernhof, wo als schwächstes Mitglied eines frischen Wurfes ein Katerchen übrig geblieben ist und in der Ecke der Wurfbox liegt. Auf dem Heimweg wird gleich ein Name gesucht und „Willi“ für gut befunden. Entgegen der Befürchtung der Bauern überlebt das Katerchen nicht nur, sondern gedeiht prächtig, so prächtig, dass es fast schon unheimlich werden könnte: Willi wächst und wächst. Sogar so sehr, dass die Lohmeiers im Urlaub angerufen und zurückgeholt werden, weil Willi in der Katzenurlaubspension der Besitzerin quasi über den Kopf wächst. Er muss fortan im Auto auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, im Haus belegt er erst das komplette Sofa und dann sogar die ganze untere Etage des Hauses. So eine Riesenkatze weckt natürlich den Argwohn der Umwelt, Willi wird als „Monster“ bezeichnet und erst wollen ihn Mediziner untersuchen, gar in den Zoo stecken, die Polizei verhängt eine Ausgangssperre für Willi - dabei hat er nie irgendjemandem etwas getan. Die Wende für Willi ergibt sich, als er beim Betrachten des Gartens draußen ein rotes Kätzchen sieht. Sein Schnurren bei der gegenseitigen Begegnung am Fenster klingt aber inzwischen wie ein LKW-Motor, sodass die Katze ängstlich davonspringt. Ab dann schrumpft Willi plötzlich, bis er wieder durch die Katzenklappe passt und draußen mit der Katze spielen kann - wunschlos glücklich.

Die Geschichte bietet für Kinder gleich mehrere schöne Metaphern, einmal der Überlebenswille, dann die Angst vor großen Tieren und schließlich der Wille, etwas um der Liebe willen zu erreichen. All dies kann man auch kleinen Zuhörern schon gut erklären.

Einige Details stören mich aber an der Geschichte. Zum ersten die mehrfach gebrauchte Formulierung, dass der kleine Kater sonst „vom Fuchs geholt wird“. Es hätte für das Verständnis der kindlichen Leser und Zuhörer schon genügt, wenn man es bei der Information belassen hätte, dass das kleinste und schwächste Katerchen niemand haben wollte. In ein Kinderbuch muss man nicht zwingend die natürliche biologische Auslese einflechten, wenn es wie hier überhaupt nicht nötig ist. Dann ist es auch überflüssig, dass bei der Verkündung der Ausgangssperre im Hintergrund voll vermummte und behelmte Polizisten in Tarnfleck und mit Sturmgewehr gezeichnet werden. Ein paar mehr Grünröcke mit Weißmützchen und dümmlichem Gesichtsausdruck hätten es auch getan - wieder ein Schuss zuviel Realität. Und dann die Szene, in der der riesige Willi von den Lohmeiers bespielt wird, um ihn abzulenken (was Willi gar nicht bräuchte, was man später erfährt): das wird getan, damit Willi nicht „depressiv“ wird. Wenn man schon ein Kinderbuch schreibt, sollte man auch Begriffe verwenden, die man ggf. auch einem Kleinkind problemlos erläutern kann bzw. die ein Schulkind beim Lesen auch mit seinem Grundwortschatz erkennt und versteht. Dazu gehört die Erkrankung der Depression sicherlich nicht.

Dies trübt aber nicht den sehr positiven Gesamteindruck. Katzenbesitzer werden das Buch sicherlich noch mehr mögen als herkömmliche Leser und Zuhörer, aber auch die können sich an der liebevollen Geschichte von Willi erfreuen.

geschrieben am 17.01.2015 | 645 Wörter | 3679 Zeichen

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