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Wie die Farben in die Welt kamen


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Wie die Farben in die Welt kamen Schon die ersten Eindrücke des Buches sind beeindruckend, bombastisch und bringen jedenfalls im Kopf des erwachsenen Vorlesers / Betrachters rasche Assoziationen hervor: Metropolis! 1984! Ein bisschen Oz! Erinnerungen an Matrix! In der Danksagung am Ende wird dann nur die Hommage an Fritz Lang und sein Metropolis verewigt, aber sich diese Kulisse für ein Kinderbuch zu wählen, ist per se schon ein interessantes Wagnis. Das erwachsene Hirn denkt sofort: das klappt nicht. Aber siehe da: die verlagsseits angestrebte Zielgruppe des Werks, 4-6 Jahre, lässt sich davon gar nicht beeindrucken, sondern nutzt die Kulisse und die monumentale Illustration für eigene Phantasien und Nachfragen. Insofern kann man dem Kinderbuch schon allein was die Bebilderung angeht, nur Respekt zollen: es schlägt voll ein. Auch der Umschwung des schwarz-weißen Geschehens in die bunten Farben ist ein Aspekt, der das Buch zu einem wahren Kinderfavoriten macht. Worum geht es inhaltlich? Fünf Freunde sind in der durch Zahlen bestimmten Welt angeödet vom ewig Gleichen. Alles ist nur durch Zahlen definiert und beschrieben, Straßen, sogar das Essen, das als grauer und dunkelgrauer Einheitsbrei auf die gleichgeschalteten Tabletts der Bewohner dieser Welt klatscht. Irgendetwas muss sich ändern, aber was? Ganz klassisch überlegen die fünf erst einmal, ob sich an den Zahlen selbst etwas ändern muss. Aber das führt zu nichts. Also werden die Zahlen selbst zerlegt und umgebaut und aus dem Zahlenbrei und den Zahlenteilen entstehen: Buchstaben! Das ganze Alphabet wird neu erschaffen und siehe da, als der letzte Buchstabe kreiert ist, werden diese plötzlich allesamt bunt. Das muss man den anderen sofort mitteilen und auf einmal gibt es Zuckerbonbons, Pizza, Farben, Spaß und Namen für die zuvor nur als Zahlen existierenden Bewohner. Das Handling des Buches ist auch ein Thema für sich. Während der Lektüre muss man es dauernd um 90 Grad drehen, je nachdem ob die Seiten vertikal oder horizontal ausgestaltet sind. Man darf also nie aufhören, bei diesem Buch mitzudenken. Was man noch erwähnen sollte, ist dass man als Vorleser ein bisschen drumherum erfinden muss, also Überleitungssätze oder Detailbeschreibungen einflechten muss, denn die den beeindruckenden Bildern beigefügten Texte sind bisweilen ein wenig karg. Natürlich kann man das Buch auch dazu nutzen, um dem Kind Zahlen und Buchstaben beizubringen. Der Eindruck, den das Buch bei der Zielgruppe gemacht hat, was ein voller Erfolg. Mir persönlich hat das Wagnis, ein solches Szenario als Kinderbuch zu verarbeiten, sehr gut gefallen. Insgesamt kann ich deshalb nur bekunden, dass dieses Kinderbuch durchaus anders, aber sehr sehr gut gemacht und eine echte Herausforderung für Kinderköpfe ist.

Schon die ersten Eindrücke des Buches sind beeindruckend, bombastisch und bringen jedenfalls im Kopf des erwachsenen Vorlesers / Betrachters rasche Assoziationen hervor: Metropolis! 1984! Ein bisschen Oz! Erinnerungen an Matrix!

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In der Danksagung am Ende wird dann nur die Hommage an Fritz Lang und sein Metropolis verewigt, aber sich diese Kulisse für ein Kinderbuch zu wählen, ist per se schon ein interessantes Wagnis. Das erwachsene Hirn denkt sofort: das klappt nicht. Aber siehe da: die verlagsseits angestrebte Zielgruppe des Werks, 4-6 Jahre, lässt sich davon gar nicht beeindrucken, sondern nutzt die Kulisse und die monumentale Illustration für eigene Phantasien und Nachfragen. Insofern kann man dem Kinderbuch schon allein was die Bebilderung angeht, nur Respekt zollen: es schlägt voll ein. Auch der Umschwung des schwarz-weißen Geschehens in die bunten Farben ist ein Aspekt, der das Buch zu einem wahren Kinderfavoriten macht.

Worum geht es inhaltlich? Fünf Freunde sind in der durch Zahlen bestimmten Welt angeödet vom ewig Gleichen. Alles ist nur durch Zahlen definiert und beschrieben, Straßen, sogar das Essen, das als grauer und dunkelgrauer Einheitsbrei auf die gleichgeschalteten Tabletts der Bewohner dieser Welt klatscht. Irgendetwas muss sich ändern, aber was? Ganz klassisch überlegen die fünf erst einmal, ob sich an den Zahlen selbst etwas ändern muss. Aber das führt zu nichts. Also werden die Zahlen selbst zerlegt und umgebaut und aus dem Zahlenbrei und den Zahlenteilen entstehen: Buchstaben! Das ganze Alphabet wird neu erschaffen und siehe da, als der letzte Buchstabe kreiert ist, werden diese plötzlich allesamt bunt. Das muss man den anderen sofort mitteilen und auf einmal gibt es Zuckerbonbons, Pizza, Farben, Spaß und Namen für die zuvor nur als Zahlen existierenden Bewohner.

Das Handling des Buches ist auch ein Thema für sich. Während der Lektüre muss man es dauernd um 90 Grad drehen, je nachdem ob die Seiten vertikal oder horizontal ausgestaltet sind. Man darf also nie aufhören, bei diesem Buch mitzudenken. Was man noch erwähnen sollte, ist dass man als Vorleser ein bisschen drumherum erfinden muss, also Überleitungssätze oder Detailbeschreibungen einflechten muss, denn die den beeindruckenden Bildern beigefügten Texte sind bisweilen ein wenig karg. Natürlich kann man das Buch auch dazu nutzen, um dem Kind Zahlen und Buchstaben beizubringen.

Der Eindruck, den das Buch bei der Zielgruppe gemacht hat, was ein voller Erfolg. Mir persönlich hat das Wagnis, ein solches Szenario als Kinderbuch zu verarbeiten, sehr gut gefallen. Insgesamt kann ich deshalb nur bekunden, dass dieses Kinderbuch durchaus anders, aber sehr sehr gut gemacht und eine echte Herausforderung für Kinderköpfe ist.

geschrieben am 12.05.2015 | 413 Wörter | 2326 Zeichen

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