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The Walking Dead, Bd. 1: Gute alte Zeit


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Rezension von

Christopher Bünte

Gute alte Zeit Mit Zombies hat der Szenarist Robert Kirkman Erfahrung. Derzeit läuft in den USA seine Miniserie Marvel Zombies, in der Spiderman & Co zu blutrünstigen Untoten mutieren. In Deutschland startete Anfang 2006 seine Serie The Walking Dead, ein lupenreines Zombie-Szenario. Abseits der soliden Story brilliert hier Zeichner Tony Moore und enthebt das Zombie-Genre der schmuddeligen B-Klasse. Als Rick Grimes aus dem Koma erwacht, ist er allein. Er liegt in einem sterilen Krankenzimmer, in einem dünnen Kittel, eine Infusion am Arm. Wie lange er schon hier ist, weiß er nicht. Das Letzte, woran sich der junge Polizist erinnern kann, ist ein Schußwechsel auf einer Landstraße. Ein geflohener Häftling hat ihn angeschossen, danach wurde die Welt um ihn herum schwarz. Rick ruft nach einer Schwester, doch es regt sich nichts. Totenstille, wie auf einem Friedhof. Verunsichert verlässt er sein Krankenbett. Sein Gefühl sagt ihm, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Die Flure des Krankenhauses sind wie leergefegt. Als er die Tür zur Cafeteria aufstößt, beginnt ihm zu dämmern, dass sich Furchtbares während seines Komaschlafs ereignet hat. Die Welt ist nicht mehr, wie sie war: In der Cafeteria geben sich verfaulte Leichen ein Stelldichein. Hungrig stürzen sie sich auf den Eintretenden. Autor Robert Kirkman wirft den Leser in ein lupenreines Zombie-Szenario à la Night of the Living Dead. Der Familienvater und Polizist Rick Grimes erwacht inmitten der Apokalypse. Nach einem längeren Einstieg, in dem sich unser Held mit den Umständen arrangiert und sich ausrüstet, bricht Rick nach Atlanta auf, weil er dort seine Frau Lori und seinen Sohn Carl vermutet. Nach kurzen Abenteuern in der von wandelnden Leichen bevölkerten Großstadt trifft er auf Glenn, einen ehemaligen Pizzaboten, der mit anderen Überlebenden in einer kleinen Enklave am Rand der Stadt lebt. Hier findet er seine Familie wieder. Der wirklich spannende Teil der Geschichte beginnt eigentlich erst jetzt. Die Überlebenden sehen sich dem übermächtigen Heer der Zombies gegenüber und müssen in dieser Situation Entscheidungen treffen, ohne sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen. Kirkman liegt richtig, wenn er das Augenmerk nicht auf die Zombies, sondern auf den Polizisten Rick und die anderen Überlebenden lenkt. Ungefähr fünfzehn Menschen leben in der kleinen Enklave aus Zelten, Autos und einem Wohnmobil. Alle kommen aus durchschnittlichen Verhältnissen, sind Mechaniker, Anwaltsgehilfin oder Schuhverkäufer. Eine Gruppe von Jedermännern, die jetzt tagtäglich um ihr Leben fürchten müssen. Zank und Auseinandersetungen sind da vorprogrammiert. Die eigentliche Bedrohung sind nicht die Zombies, auch wenn es zunächst den Anschein haben mag. Auch nicht die Sorge um Lebensmittel hält die Handlung auf Trapp. In Wirklichkeit ist es das Beziehungsgeflecht in der Enklave, in dem die Überlebenden bestehen müssen. Kirkman vermischt in The Walking Dead geschickt Elemente von Seifenopern mit dem Horror- und Action-Genre. Hinzu kommt das hervorragende Artwork von Tony Moore. Wie bei der Geschichte liegt auch bei den Zeichnungen der Schwerpunkt auf den Figuren. Sehr detailliert, mit feinen Linien und klarer Bild- und Panelanordnung setzt Moore das Zombie-Abenteuer in Szene. Unschwer lässt sich erkennen, was für eine unglaubliche Arbeit in diesem Band steckt. Insbesondere der Realismus bei der Gestaltung der Zombies verdient Beachtung. Für die lebenden Toten studierte der Zeichner eigens die Bilder von Leichen unterschiedlichen Verwesungsgrades. The Walking Dead ist vielschichtig und funktioniert auf mehreren Ebenen, ohne allzu sehr ins Phantastische abzudriften. Solide Unterhaltung mit gesellschaftkritischem Unterton, grafisch hervorragend in Szene gesetzt von Tony Moore. Der zweite Band der Serie, Ein langer Weg, erscheint voraussichtlich zum Comic-Salon Erlangen im Juni 2006.

Mit Zombies hat der Szenarist Robert Kirkman Erfahrung. Derzeit läuft in den USA seine Miniserie Marvel Zombies, in der Spiderman & Co zu blutrünstigen Untoten mutieren. In Deutschland startete Anfang 2006 seine Serie The Walking Dead, ein lupenreines Zombie-Szenario. Abseits der soliden Story brilliert hier Zeichner Tony Moore und enthebt das Zombie-Genre der schmuddeligen B-Klasse.

weitere Rezensionen von Christopher Bünte

#
rezensiert seit
Buchtitel
4
31.10.2006
5
02.07.2006

Als Rick Grimes aus dem Koma erwacht, ist er allein. Er liegt in einem sterilen Krankenzimmer, in einem dünnen Kittel, eine Infusion am Arm. Wie lange er schon hier ist, weiß er nicht. Das Letzte, woran sich der junge Polizist erinnern kann, ist ein Schußwechsel auf einer Landstraße. Ein geflohener Häftling hat ihn angeschossen, danach wurde die Welt um ihn herum schwarz. Rick ruft nach einer Schwester, doch es regt sich nichts. Totenstille, wie auf einem Friedhof. Verunsichert verlässt er sein Krankenbett. Sein Gefühl sagt ihm, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Die Flure des Krankenhauses sind wie leergefegt. Als er die Tür zur Cafeteria aufstößt, beginnt ihm zu dämmern, dass sich Furchtbares während seines Komaschlafs ereignet hat. Die Welt ist nicht mehr, wie sie war: In der Cafeteria geben sich verfaulte Leichen ein Stelldichein. Hungrig stürzen sie sich auf den Eintretenden.

Autor Robert Kirkman wirft den Leser in ein lupenreines Zombie-Szenario à la Night of the Living Dead. Der Familienvater und Polizist Rick Grimes erwacht inmitten der Apokalypse. Nach einem längeren Einstieg, in dem sich unser Held mit den Umständen arrangiert und sich ausrüstet, bricht Rick nach Atlanta auf, weil er dort seine Frau Lori und seinen Sohn Carl vermutet. Nach kurzen Abenteuern in der von wandelnden Leichen bevölkerten Großstadt trifft er auf Glenn, einen ehemaligen Pizzaboten, der mit anderen Überlebenden in einer kleinen Enklave am Rand der Stadt lebt. Hier findet er seine Familie wieder. Der wirklich spannende Teil der Geschichte beginnt eigentlich erst jetzt. Die Überlebenden sehen sich dem übermächtigen Heer der Zombies gegenüber und müssen in dieser Situation Entscheidungen treffen, ohne sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen.

Kirkman liegt richtig, wenn er das Augenmerk nicht auf die Zombies, sondern auf den Polizisten Rick und die anderen Überlebenden lenkt. Ungefähr fünfzehn Menschen leben in der kleinen Enklave aus Zelten, Autos und einem Wohnmobil. Alle kommen aus durchschnittlichen Verhältnissen, sind Mechaniker, Anwaltsgehilfin oder Schuhverkäufer. Eine Gruppe von Jedermännern, die jetzt tagtäglich um ihr Leben fürchten müssen. Zank und Auseinandersetungen sind da vorprogrammiert. Die eigentliche Bedrohung sind nicht die Zombies, auch wenn es zunächst den Anschein haben mag. Auch nicht die Sorge um Lebensmittel hält die Handlung auf Trapp. In Wirklichkeit ist es das Beziehungsgeflecht in der Enklave, in dem die Überlebenden bestehen müssen.

Kirkman vermischt in The Walking Dead geschickt Elemente von Seifenopern mit dem Horror- und Action-Genre. Hinzu kommt das hervorragende Artwork von Tony Moore. Wie bei der Geschichte liegt auch bei den Zeichnungen der Schwerpunkt auf den Figuren. Sehr detailliert, mit feinen Linien und klarer Bild- und Panelanordnung setzt Moore das Zombie-Abenteuer in Szene. Unschwer lässt sich erkennen, was für eine unglaubliche Arbeit in diesem Band steckt. Insbesondere der Realismus bei der Gestaltung der Zombies verdient Beachtung. Für die lebenden Toten studierte der Zeichner eigens die Bilder von Leichen unterschiedlichen Verwesungsgrades.

The Walking Dead ist vielschichtig und funktioniert auf mehreren Ebenen, ohne allzu sehr ins Phantastische abzudriften. Solide Unterhaltung mit gesellschaftkritischem Unterton, grafisch hervorragend in Szene gesetzt von Tony Moore. Der zweite Band der Serie, Ein langer Weg, erscheint voraussichtlich zum Comic-Salon Erlangen im Juni 2006.

geschrieben am 27.02.2006 | 564 Wörter | 3290 Zeichen

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