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Andreas Gursky


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Andreas Gursky Die Frieder-Burda-Stiftung hat im zugehörigen Museum in Baden-Baden eine Ausstellung zu dem Werk von Andreas Gursky geschaffen und so ihre ohnehin schon seit langem bestehenden Bemühungen um die zeitgenössische Fotokunst noch einmal ambitioniert übertroffen. Warum dieser Superlativ? Andreas Gursky ist weltbekannt geworden durch großformatige Fotografiearbeiten wie „F1 Pit Stop“, 2007, „Paris, Montparnasse“, 1993, (im Katalog zu finden auf S. 16/17)und andere beeindruckende, zum Teil unbetitelte Motive, die wahlweise Stille oder Bewegung einzufangen vermögen. Mit vielen, beinahe minutiösen Arrangements lässt er den Betrachter staunen und gleichzeitig zum Mitdokumentator gesellschaftlicher Entwicklungen werden, die in den von ihm festgehaltenen Spuren der Zivilisation deutlich werden. Der zur Ausstellung gehörende Katalog wurde im Steidl Verlag hergestellt. In diesem sind nicht nur die zur Verfügung gestellten Werke zu sehen, sondern diese sind vom Kurator, Udo Kittelmann, auch in einen weiteren Kontext gestellt worden, indem Artikel aus der Tagespresse, sowohl aus der nationalen wie auch aus der internationalen Presse, zu den Bildern arrangiert wurden. Zwar findet keine punktuelle Gegenüberstellung statt, sondern eine Art thematische Gruppierung mit zunächst mehreren Fotografien, gefolgt von mehreren Texten. Dies schadet allerdings auch nicht, denn ansonsten könnte man ja auf die Idee kommen, es bestehe ein inhaltlich exklusiver Bezug des Textes zum Bild. Dass sich da dann vereinzelt Dreckfuhler eingeschlichen haben (wie z.B. die Süddeutschte Zeitung, S. 27), verwässert den guten Eindruck nicht. Der Kurator hat dem Katalog zudem einen aufschlussreichen Einleitungstext hinzugefügt, der auf der einen Seite in einer fast schon zu erwartenden, blumigen Sprache dem Künstler Gursky huldigt. Auf der anderen Seite wird eben gerade die mit der Ausstellung verfolgte Idee und der gesellschaftliche Kontext der Werke schön herausgearbeitet, sodass man sich nicht nur durch direkte Betrachtung, sondern auch durch assoziative Annäherung an die verschiedenen Motive mit der Ausstellung auseinander setzen kann. Mich persönlich faszinieren Gurskys Werke, die Menschenmassen und deren momentanes Tun abbilden, am meisten. Trotz allen Respekts für seine gesellschaftskritischen Aufnahmen und Kompositionen sind gerade diese Massenabbildungen so großartig im Zusammenspiel zwischen Gesamtbild und Detailwirkung, dass sich bei jeder Betrachtung ein neuer Zauber einstellt. Zum Glück sind auch in dieser Ausstellung Exemplare dieser Gattung vorhanden, z.B. zwei Bilder aus der Serie Pyongyang oder die Werke Kichentag und Nha Trang. Insgesamt bietet der Ausstellungskatalog auch demjenigen ein schönes Lese- und Betrachtungserlebnis, der die Ausstellung nicht besuchen konnte. Auf eine ganz zeitlose, qualitativ hochwertige Weise wird so die Faszination für die Fotokunst weiter gefördert. Sehr empfehlenswert, nicht nur für Gursky-Fans.

Die Frieder-Burda-Stiftung hat im zugehörigen Museum in Baden-Baden eine Ausstellung zu dem Werk von Andreas Gursky geschaffen und so ihre ohnehin schon seit langem bestehenden Bemühungen um die zeitgenössische Fotokunst noch einmal ambitioniert übertroffen. Warum dieser Superlativ? Andreas Gursky ist weltbekannt geworden durch großformatige Fotografiearbeiten wie „F1 Pit Stop“, 2007, „Paris, Montparnasse“, 1993, (im Katalog zu finden auf S. 16/17)und andere beeindruckende, zum Teil unbetitelte Motive, die wahlweise Stille oder Bewegung einzufangen vermögen. Mit vielen, beinahe minutiösen Arrangements lässt er den Betrachter staunen und gleichzeitig zum Mitdokumentator gesellschaftlicher Entwicklungen werden, die in den von ihm festgehaltenen Spuren der Zivilisation deutlich werden.

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Der zur Ausstellung gehörende Katalog wurde im Steidl Verlag hergestellt. In diesem sind nicht nur die zur Verfügung gestellten Werke zu sehen, sondern diese sind vom Kurator, Udo Kittelmann, auch in einen weiteren Kontext gestellt worden, indem Artikel aus der Tagespresse, sowohl aus der nationalen wie auch aus der internationalen Presse, zu den Bildern arrangiert wurden. Zwar findet keine punktuelle Gegenüberstellung statt, sondern eine Art thematische Gruppierung mit zunächst mehreren Fotografien, gefolgt von mehreren Texten. Dies schadet allerdings auch nicht, denn ansonsten könnte man ja auf die Idee kommen, es bestehe ein inhaltlich exklusiver Bezug des Textes zum Bild. Dass sich da dann vereinzelt Dreckfuhler eingeschlichen haben (wie z.B. die Süddeutschte Zeitung, S. 27), verwässert den guten Eindruck nicht.

Der Kurator hat dem Katalog zudem einen aufschlussreichen Einleitungstext hinzugefügt, der auf der einen Seite in einer fast schon zu erwartenden, blumigen Sprache dem Künstler Gursky huldigt. Auf der anderen Seite wird eben gerade die mit der Ausstellung verfolgte Idee und der gesellschaftliche Kontext der Werke schön herausgearbeitet, sodass man sich nicht nur durch direkte Betrachtung, sondern auch durch assoziative Annäherung an die verschiedenen Motive mit der Ausstellung auseinander setzen kann.

Mich persönlich faszinieren Gurskys Werke, die Menschenmassen und deren momentanes Tun abbilden, am meisten. Trotz allen Respekts für seine gesellschaftskritischen Aufnahmen und Kompositionen sind gerade diese Massenabbildungen so großartig im Zusammenspiel zwischen Gesamtbild und Detailwirkung, dass sich bei jeder Betrachtung ein neuer Zauber einstellt. Zum Glück sind auch in dieser Ausstellung Exemplare dieser Gattung vorhanden, z.B. zwei Bilder aus der Serie Pyongyang oder die Werke Kichentag und Nha Trang.

Insgesamt bietet der Ausstellungskatalog auch demjenigen ein schönes Lese- und Betrachtungserlebnis, der die Ausstellung nicht besuchen konnte. Auf eine ganz zeitlose, qualitativ hochwertige Weise wird so die Faszination für die Fotokunst weiter gefördert. Sehr empfehlenswert, nicht nur für Gursky-Fans.

geschrieben am 02.03.2016 | 399 Wörter | 2551 Zeichen

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