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Saumüde


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Saumüde Manchmal nimmt man ein Kinderbuch zur Hand und grübelt, ob es nicht eigentlich ein mitfühlendes Elternbuch ist. Denn so goldig und realitätsnah wie in dem neuen Kinderbuch „Saumüde“ der abendliche Kampf ums Einschlafen aufgegriffen wird, kann es doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass mancher Textteil von der Zielgruppe nicht verstanden werden kann, jedoch sehr wohl von den vorlesenden Eltern, dazu aber später. Es geht um das namenlos gebliebene „Ferkel“, das abends ins Bett gehen soll. Die Versuche der Schweinemutter, das Kind zu dem vernünftigen Entschluss zu bewegen, zu geeigneter Zeit zur Ruhe zu kommen, scheitern natürlich. Denn Ferkel hat alles Mögliche andere im Kopf, nicht aber den für Kinder nötigen Schlaf. Da müssen erst einmal die Hühner besucht werden, dann wird die Schafherde aufgemischt, die Frösche werden aufgeschreckt, der müden Schweinemama werden lauter Fragen gestellt und am Ende landet Ferkel völlig überdreht im Kuhstall. Dort aber lauert auf einmal Gefahr: der Wilde Willy dürfte es gar nicht gutheißen, in seiner Nachtruhe von einem aufgekratzten Ferkel gestört zu werden. Doch bevor Ferkel auf einem der spitzen Hörner ein jähes Ende finden könnte, rettet Mama es mit einem gewagten Hechtsprung. Danach ist selbst Ferkel müde, sogar saumüde. Die Illustrationen sind wieder ein Highlight, stammen sie doch unverkennbar aus der Feder von Henrike Wilson, die schon das Schaf Charlotte, den Ginpuin und die Schusselhexe ins Leben gerufen hat. Die Zusammenarbeit mit der Autorin Katja Reider besteht auch schon seit längerem, gerade was stimmungsvolle Kinderbücher angeht, sodass man beinahe erwarten konnte, dass auch dieses Werk liebenswert geraten würde. Denn neben der realitätsnahen Geschichte des nimmermüden Kleinkinds, vermittelt durch Tierfiguren, überzeugen die Metathemen des Buches: die fließende Grenze von Wagemut zu Übermut, die Notwendigkeit von Neugier und die unerschütterliche Liebe der Mutter zu ihrem Kind. Nun kurz zu dem oben angesprochenen Punkt: wenn Ferkel im Hühnerstall feststellt, dass dort kein Huhn schlafen würde und die Mama seufzt „… jetzt nicht mehr“, ist das für die kleinen Leser bzw. Zuhörer (die Altersempfehlung liegt bei drei bis sechs Jahren) natürlich eine Humorstufe zu hoch: die verwendete Ironie wird aber die vorlesenden Eltern erfreuen. Gleiches gilt für die spätere Feststellung Ferkels, dass es wohl nachtaktiv wie die Eule sei und Mama nur bestätigt „Ganz sicher“. Das ist aber kein echter Minuspunkt, denn der Rest des Buches ist für Kleinkinder ganz hervorragend geeignet, sowohl was den Verständnishorizont, mögliche Transferleistungen auf eigenes Verhalten und die Erkenntnis von Handlung und Emotionen in den Bildern angeht. Der Höhepunkt mit dem Wilden Willy ist vielleicht eine Spur zu heftig, wirkt Ferkel hier doch tatsächlich in Lebensgefahr, aber es bleibt ja bei der Andeutung. Insgesamt von mir eine klare Empfehlung, ein tolles Kinderbuch.

Manchmal nimmt man ein Kinderbuch zur Hand und grübelt, ob es nicht eigentlich ein mitfühlendes Elternbuch ist. Denn so goldig und realitätsnah wie in dem neuen Kinderbuch „Saumüde“ der abendliche Kampf ums Einschlafen aufgegriffen wird, kann es doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass mancher Textteil von der Zielgruppe nicht verstanden werden kann, jedoch sehr wohl von den vorlesenden Eltern, dazu aber später.

Es geht um das namenlos gebliebene „Ferkel“, das abends ins Bett gehen soll. Die Versuche der Schweinemutter, das Kind zu dem vernünftigen Entschluss zu bewegen, zu geeigneter Zeit zur Ruhe zu kommen, scheitern natürlich. Denn Ferkel hat alles Mögliche andere im Kopf, nicht aber den für Kinder nötigen Schlaf. Da müssen erst einmal die Hühner besucht werden, dann wird die Schafherde aufgemischt, die Frösche werden aufgeschreckt, der müden Schweinemama werden lauter Fragen gestellt und am Ende landet Ferkel völlig überdreht im Kuhstall. Dort aber lauert auf einmal Gefahr: der Wilde Willy dürfte es gar nicht gutheißen, in seiner Nachtruhe von einem aufgekratzten Ferkel gestört zu werden. Doch bevor Ferkel auf einem der spitzen Hörner ein jähes Ende finden könnte, rettet Mama es mit einem gewagten Hechtsprung. Danach ist selbst Ferkel müde, sogar saumüde.

Die Illustrationen sind wieder ein Highlight, stammen sie doch unverkennbar aus der Feder von Henrike Wilson, die schon das Schaf Charlotte, den Ginpuin und die Schusselhexe ins Leben gerufen hat. Die Zusammenarbeit mit der Autorin Katja Reider besteht auch schon seit längerem, gerade was stimmungsvolle Kinderbücher angeht, sodass man beinahe erwarten konnte, dass auch dieses Werk liebenswert geraten würde. Denn neben der realitätsnahen Geschichte des nimmermüden Kleinkinds, vermittelt durch Tierfiguren, überzeugen die Metathemen des Buches: die fließende Grenze von Wagemut zu Übermut, die Notwendigkeit von Neugier und die unerschütterliche Liebe der Mutter zu ihrem Kind.

Nun kurz zu dem oben angesprochenen Punkt: wenn Ferkel im Hühnerstall feststellt, dass dort kein Huhn schlafen würde und die Mama seufzt „… jetzt nicht mehr“, ist das für die kleinen Leser bzw. Zuhörer (die Altersempfehlung liegt bei drei bis sechs Jahren) natürlich eine Humorstufe zu hoch: die verwendete Ironie wird aber die vorlesenden Eltern erfreuen. Gleiches gilt für die spätere Feststellung Ferkels, dass es wohl nachtaktiv wie die Eule sei und Mama nur bestätigt „Ganz sicher“.

Das ist aber kein echter Minuspunkt, denn der Rest des Buches ist für Kleinkinder ganz hervorragend geeignet, sowohl was den Verständnishorizont, mögliche Transferleistungen auf eigenes Verhalten und die Erkenntnis von Handlung und Emotionen in den Bildern angeht. Der Höhepunkt mit dem Wilden Willy ist vielleicht eine Spur zu heftig, wirkt Ferkel hier doch tatsächlich in Lebensgefahr, aber es bleibt ja bei der Andeutung.

Insgesamt von mir eine klare Empfehlung, ein tolles Kinderbuch.

geschrieben am 05.01.2019 | 438 Wörter | 2499 Zeichen

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