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Oberst von Huhn bittet zu Tisch


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Oberst von Huhn bittet zu Tisch Axel Hacke hat bereits eine große Fangemeinde an Lesern, nicht nur was seine Bücher, sondern noch mehr was seine Kolumnen im SZ-Magazin oder im Online-Bereich angeht. Da er dabei mit den Lesern auch im Austausch steht, also immer wieder Dinge zugesandt bekommt und dazu auch auffordert, liegt es nur nahe, zu bestimmten Themen auch ein Buch zusammenzustellen, so wie dies auch hier geschah: ein kleines Kompendium zu den schönsten und schrägsten Übersetzungen auf Speisekarten ins Deutsche. Die Falle, in die man dabei leicht tappen könnte, wäre, dass es zwar ein paar Highlights an sprachlichen Kuriositäten gibt, aber das Buch eine reine und damit lahme Aneinanderreihung von Einzelheiten ist. Aber dies ist zum Glück nicht der Fall: man kann von Anfang bis zum Ende Tränen lachen, gerade weil es Axel Hacke schafft, die Absurditäten sprachlich noch zu verarbeiten, weiterzuspinnen und zu einem Mehrwert für den Leser zu erhöhen. Das hat die schöne Folge, dass man sich dieses Büchlein auch mehrfach zu Gemüte führen kann, denn man kann sich die vielen, teilweise schier unglaublichen Speisekreationen mit Sicherheit nicht merken, selbst wenn im Buch immer wieder Rückbezüge auf frühere Kapitel oder besonders kreative Restaurants zu finden sind. Sehr schön zu sehen ist auch, dass sich Axel Hacke nicht darauf beschränkt, die Fundstücke aufzulisten, sondern er bemüht sich in etlichen Fällen auch, dem verdrehten Ergebnis auf die Schliche zu kommen und gelangt dabei oft zu so genannten Übersetzungsprogrammen im Internet, „so genannt“ deshalb, weil sie scheinbar zielsicher den falschen Begriff auswählen, wenn es darum geht, einfache Dinge ins Deutsche zu übersetzen. Wie sonst käme es zum Abdruck von „Isolationsschlauch“ für Spaghetti oder „Fräser am Zucker“ für süße Erdbeeren? Den Programmen scheint der Glaube an Deutschland als Land der Techniker unwiderruflich eingeprägt worden zu sein. Thematisch sortiert bewegen sich die Kapitel von der Vorspeise zum Dessert (natürlich fehlt die „Wüste“ dabei nicht), streifen verschiedene Länder wie Italien, Frankreich oder Griechenland, geben Einblicke in Gerichte mit Schwein, Geflügel oder Fisch und der Leser wird beglückt mit Kreationen aller Art, vom „HaHachen“, über den „Hänschen Marienhirte“ zum gepeitschten Käse, Letzteres im herrlichen Kapitel zu Internetrezeptseiten. Warum sollte man dieses Buch abgesehen vom Amusement über die lingualen Verwirrungen noch lesen? Weil es ein wunderbares Beispiel dafür gibt, wie leicht und spaßig unsere ernste deutsche Sprache sein kann, wenn man sie ein wenig von ihren sinnstarren Fesseln befreit. Auch das zeigt Axel Hacke auf und lädt den Leser explizit zu diesem Sprachgenuss ein. Wohl bekomm's!

Axel Hacke hat bereits eine große Fangemeinde an Lesern, nicht nur was seine Bücher, sondern noch mehr was seine Kolumnen im SZ-Magazin oder im Online-Bereich angeht. Da er dabei mit den Lesern auch im Austausch steht, also immer wieder Dinge zugesandt bekommt und dazu auch auffordert, liegt es nur nahe, zu bestimmten Themen auch ein Buch zusammenzustellen, so wie dies auch hier geschah: ein kleines Kompendium zu den schönsten und schrägsten Übersetzungen auf Speisekarten ins Deutsche. Die Falle, in die man dabei leicht tappen könnte, wäre, dass es zwar ein paar Highlights an sprachlichen Kuriositäten gibt, aber das Buch eine reine und damit lahme Aneinanderreihung von Einzelheiten ist. Aber dies ist zum Glück nicht der Fall: man kann von Anfang bis zum Ende Tränen lachen, gerade weil es Axel Hacke schafft, die Absurditäten sprachlich noch zu verarbeiten, weiterzuspinnen und zu einem Mehrwert für den Leser zu erhöhen. Das hat die schöne Folge, dass man sich dieses Büchlein auch mehrfach zu Gemüte führen kann, denn man kann sich die vielen, teilweise schier unglaublichen Speisekreationen mit Sicherheit nicht merken, selbst wenn im Buch immer wieder Rückbezüge auf frühere Kapitel oder besonders kreative Restaurants zu finden sind.

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Sehr schön zu sehen ist auch, dass sich Axel Hacke nicht darauf beschränkt, die Fundstücke aufzulisten, sondern er bemüht sich in etlichen Fällen auch, dem verdrehten Ergebnis auf die Schliche zu kommen und gelangt dabei oft zu so genannten Übersetzungsprogrammen im Internet, „so genannt“ deshalb, weil sie scheinbar zielsicher den falschen Begriff auswählen, wenn es darum geht, einfache Dinge ins Deutsche zu übersetzen. Wie sonst käme es zum Abdruck von „Isolationsschlauch“ für Spaghetti oder „Fräser am Zucker“ für süße Erdbeeren? Den Programmen scheint der Glaube an Deutschland als Land der Techniker unwiderruflich eingeprägt worden zu sein.

Thematisch sortiert bewegen sich die Kapitel von der Vorspeise zum Dessert (natürlich fehlt die „Wüste“ dabei nicht), streifen verschiedene Länder wie Italien, Frankreich oder Griechenland, geben Einblicke in Gerichte mit Schwein, Geflügel oder Fisch und der Leser wird beglückt mit Kreationen aller Art, vom „HaHachen“, über den „Hänschen Marienhirte“ zum gepeitschten Käse, Letzteres im herrlichen Kapitel zu Internetrezeptseiten.

Warum sollte man dieses Buch abgesehen vom Amusement über die lingualen Verwirrungen noch lesen? Weil es ein wunderbares Beispiel dafür gibt, wie leicht und spaßig unsere ernste deutsche Sprache sein kann, wenn man sie ein wenig von ihren sinnstarren Fesseln befreit. Auch das zeigt Axel Hacke auf und lädt den Leser explizit zu diesem Sprachgenuss ein. Wohl bekomm's!

geschrieben am 08.01.2013 | 406 Wörter | 2296 Zeichen

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