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Comanche, Bd. 1: Red Dust


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Rezension von

Frank Drehmel

Red Dust Neben „Jerry Spring“ (Jijé; e.a.) und „Leutnant Blueberry“ (Charlier / Giraud) ist „Comanche“ die dritte große stilprägende und bedeutende Western-Serie des franko-belgischen Comics. In den späten sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, zu einer Zeit also, als der Italo-Western mit der Dollar-Trilogie Sergio Leones, mit „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder Sergio Corbuccis „Django“ (u.v.a.m.) den traditionellen Western amerikanischer Couleur in Hinblick auf Bildsprache sowie die Radikalität bzw. konsequente Anlage der Figuren weit hinter sich ließ und das Genre insgesamt zu neuen Höhen führte, entwickelten der belgische Szenarist Greg und der Zeichner Hermann für das Comic-Magazin „tintin“ eine Westerncomic-Reihe – Comanche -, die es mit den beiden großen Vorbildern – und hier insbesondere „Blueberry“ - qualitativ aufnehmen sollte und konnte. In Rahmen einer opulent ausgestatteten Comic-Collection-Reihe wiederveröffentlicht der Splitter-Verlag nun jenen ersten zehn Comanche-Alben, für die das Team Greg / Hermann verantwortlich zeichnete und die den Ruhm der Serie begründeten. Der arbeitslose Cowboy Red Dust wartet an einer Straße in der weiten Prärie Wyomings auf eine Postkutsche, die ihn nach Greenstone Falls mitnehmen soll. Kaum dass die Kutsche vor dem Wartenden gehalten hat, entsteigt ihr der Auftragsmörder Hondo, um mit dem Kutscher und dem Cowboy einen Streit zu beginnen. So ruhig Red ist, so schnell ist er mit seinem Revolver, sodass einen kurzen Augenblick später Hondo tot im Staub der Straße liegt. Um den Motiven des Mörders auf die Spur zu kommen, schlüpft Red in Greenstone Falls in Hondos Rolle und erfährt so vom Auftraggeber, dem zwielichtigen Rechtsanwalt Lawrence B. Cathrell, dass die Besitzerin der „Tripple Six Ranch“ - eine junge Frau namens Comanche – beseitigt werden soll. Kurz darauf fliegt Reds Scharade auf, als eine alter Freund von ihm, der nun ebenfalls für Cathrell arbeitende Kentucky Kid, vor Ort auftaucht. Zwar trennen sich die beiden zunächst friedlich, aber da der rothaarige Cowboy vorhat, für Comanche Partei zu ergreifen, indem er für sie arbeitet, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einen finalen Kampf zischen den ehemaligen Freunden kommt. Auf der „666“-Ranch angekommen gelingt es Red Dust, Comanche sowie ihren alten, knorrigen Vorarbeiter, Ten Gallons, von seinem Wert und seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Gemeinsam beginnen sie, die heruntergewirtschaftete Ranch auf Vordermann zu bringen, wobei sie sich nicht nur mit Cathrells Handlangern, die Greenstone Falls fest in ihrem Griff haben, abgeben müssen, sondern auch gezwungen sind, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Fünfzig Rinder, welche Comanche bei einem Geschäftsmann namens Kilpatrick erworben hat, sollten ein guter Anfang sein, wäre das Vieh nicht erkrankt und würde nicht jemand falsch spielen. Obgleich der Titel der Serie „Comanche“ lautet, ist der eigentliche Held der Geschichte Red Dust, ein Protagonist also, in dem sich Figuren-Topoi sowohl des klassischen Westerns, als auch des damals aktuellen Italo-Westerns vereinen, wobei dem rothaarigen Helden die zynische, dunkle Attitüde seiner italo-europäischen Vorbilder fehlt und sich seine Außenseiterrolle im Wesentlichen an seinem Erscheinungsbild festmacht. Red Dust erweist sich als der straighte, rechtschaffende – fast schon strahlende -, offen vorurteilsfreie, lakonisch kommunikative und nahezu unbezwingbare Held, dessen „Ein Mann muss tun, was sein Mann tun muss“-Haltung ihm zum Identifikationstraum eines jeden Genre-Fans macht. Auch in der Story selbst finden sich zahlreiche Motive, die zweifelsohne dem Film entlehnt sind, die aber von Greg mit viel Verve und und Gefühl für die situative Spannung verfasst werden, selbst wenn keine wirkliche Überraschung am Ende steht. Absolut herausragend ist das Artwork Hermann Huppen, der es gleichermaßen versteht, echte Typen, knorrige, kauzige, einmalige Individuen abzubilden wie die Hitze, den Schmutz, die besondere Atmosphäre der Handlungsumgebung einzufangen, und der darüber nicht die dynamische, westerntypische Inszenierung von markanten Handlungsdetails wie bspw. Schießereien vergisst. In redaktioneller Hinsicht komplettieren die 16-seitige Kurzgeschichte „Erinnerst du dich, Kenntucky?“, eine Dokumenation über die Entstehung der Serie, zahlreiche, erstmalig veröffentlichte Abbildungen sowie ein A4-Druck den ersten Band dieser hervorragend edierten Collectors Edition Fazit: Einer der großen Klassiker franko-belgischer Comic-Kunst, der in dieser neuen Edition in keiner Sammlung fehlen darf.

Neben „Jerry Spring“ (Jijé; e.a.) und „Leutnant Blueberry“ (Charlier / Giraud) ist „Comanche“ die dritte große stilprägende und bedeutende Western-Serie des franko-belgischen Comics.

weitere Rezensionen von Frank Drehmel

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rezensiert seit
Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

In den späten sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, zu einer Zeit also, als der Italo-Western mit der Dollar-Trilogie Sergio Leones, mit „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder Sergio Corbuccis „Django“ (u.v.a.m.) den traditionellen Western amerikanischer Couleur in Hinblick auf Bildsprache sowie die Radikalität bzw. konsequente Anlage der Figuren weit hinter sich ließ und das Genre insgesamt zu neuen Höhen führte, entwickelten der belgische Szenarist Greg und der Zeichner Hermann für das Comic-Magazin „tintin“ eine Westerncomic-Reihe – Comanche -, die es mit den beiden großen Vorbildern – und hier insbesondere „Blueberry“ - qualitativ aufnehmen sollte und konnte.

In Rahmen einer opulent ausgestatteten Comic-Collection-Reihe wiederveröffentlicht der Splitter-Verlag nun jenen ersten zehn Comanche-Alben, für die das Team Greg / Hermann verantwortlich zeichnete und die den Ruhm der Serie begründeten.

Der arbeitslose Cowboy Red Dust wartet an einer Straße in der weiten Prärie Wyomings auf eine Postkutsche, die ihn nach Greenstone Falls mitnehmen soll. Kaum dass die Kutsche vor dem Wartenden gehalten hat, entsteigt ihr der Auftragsmörder Hondo, um mit dem Kutscher und dem Cowboy einen Streit zu beginnen. So ruhig Red ist, so schnell ist er mit seinem Revolver, sodass einen kurzen Augenblick später Hondo tot im Staub der Straße liegt.

Um den Motiven des Mörders auf die Spur zu kommen, schlüpft Red in Greenstone Falls in Hondos Rolle und erfährt so vom Auftraggeber, dem zwielichtigen Rechtsanwalt Lawrence B. Cathrell, dass die Besitzerin der „Tripple Six Ranch“ - eine junge Frau namens Comanche – beseitigt werden soll. Kurz darauf fliegt Reds Scharade auf, als eine alter Freund von ihm, der nun ebenfalls für Cathrell arbeitende Kentucky Kid, vor Ort auftaucht. Zwar trennen sich die beiden zunächst friedlich, aber da der rothaarige Cowboy vorhat, für Comanche Partei zu ergreifen, indem er für sie arbeitet, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einen finalen Kampf zischen den ehemaligen Freunden kommt.

Auf der „666“-Ranch angekommen gelingt es Red Dust, Comanche sowie ihren alten, knorrigen Vorarbeiter, Ten Gallons, von seinem Wert und seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Gemeinsam beginnen sie, die heruntergewirtschaftete Ranch auf Vordermann zu bringen, wobei sie sich nicht nur mit Cathrells Handlangern, die Greenstone Falls fest in ihrem Griff haben, abgeben müssen, sondern auch gezwungen sind, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Fünfzig Rinder, welche Comanche bei einem Geschäftsmann namens Kilpatrick erworben hat, sollten ein guter Anfang sein, wäre das Vieh nicht erkrankt und würde nicht jemand falsch spielen.

Obgleich der Titel der Serie „Comanche“ lautet, ist der eigentliche Held der Geschichte Red Dust, ein Protagonist also, in dem sich Figuren-Topoi sowohl des klassischen Westerns, als auch des damals aktuellen Italo-Westerns vereinen, wobei dem rothaarigen Helden die zynische, dunkle Attitüde seiner italo-europäischen Vorbilder fehlt und sich seine Außenseiterrolle im Wesentlichen an seinem Erscheinungsbild festmacht.

Red Dust erweist sich als der straighte, rechtschaffende – fast schon strahlende -, offen vorurteilsfreie, lakonisch kommunikative und nahezu unbezwingbare Held, dessen „Ein Mann muss tun, was sein Mann tun muss“-Haltung ihm zum Identifikationstraum eines jeden Genre-Fans macht.

Auch in der Story selbst finden sich zahlreiche Motive, die zweifelsohne dem Film entlehnt sind, die aber von Greg mit viel Verve und und Gefühl für die situative Spannung verfasst werden, selbst wenn keine wirkliche Überraschung am Ende steht.

Absolut herausragend ist das Artwork Hermann Huppen, der es gleichermaßen versteht, echte Typen, knorrige, kauzige, einmalige Individuen abzubilden wie die Hitze, den Schmutz, die besondere Atmosphäre der Handlungsumgebung einzufangen, und der darüber nicht die dynamische, westerntypische Inszenierung von markanten Handlungsdetails wie bspw. Schießereien vergisst.

In redaktioneller Hinsicht komplettieren die 16-seitige Kurzgeschichte „Erinnerst du dich, Kenntucky?“, eine Dokumenation über die Entstehung der Serie, zahlreiche, erstmalig veröffentlichte Abbildungen sowie ein A4-Druck den ersten Band dieser hervorragend edierten Collectors Edition

Fazit: Einer der großen Klassiker franko-belgischer Comic-Kunst, der in dieser neuen Edition in keiner Sammlung fehlen darf.

geschrieben am 21.11.2010 | 640 Wörter | 3927 Zeichen

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