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Huck: Held wider Willen


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Frank Drehmel

Huck: Held wider Willen Eine kleine Stadt im amerikanischen Heartland State Vermont: Huck, der freundliche Tankwart, ist der gute Geist des Ortes. Mit seinen übermenschlichen Kräften sorgt der gutmütige, naive Hüne dafür, dass den Leutchen kleine Wohltaten widerfahren; er tut Gutes im Kleinen, wie im Großen. Er sammelt den Müll ein, entfernt Baumstümpfe von Äckern, spendiert Mittagessen und ist sich auch für Abstecher in die große Welt nicht zu schade, um entführte Mädchen vor Boko Haram zu retten. Huck wirkt im Verborgenen, nur die Städter wissen um seine Güte. Das ändert sich schlagartig, als die Presse Wind von seinem Treiben bekommt. Huck wird zum Medienstar … und von seiner Vergangenheit eingeholt, eine Vergangenheit, die tief in der russischen Föderation wurzelt. Er findet in Russland seine Mutter, welche Huck einst aussetzte, um ihn zu schützen, und die – genetisch optimiert – ebenfalls über erstaunliche Fähigkeiten verfügt. Doch die Wiedersehensfreude währt nur einen flüchtigen Moment, da Mutter und Sohn dem skrupellosen Wissenschaftler Orlow in die Hände fallen. Die Frage ist: reichen ihrer beider Kräfte aus, um der sibirischen Gefangenschaft zu entfliehen, denn ihre Wächter sind nicht menschlich. Der Schotte Mark Millar gehört aktuell zweifellos zu den Autorenstars der neunten Kunst. So fanden seine Comics „Kick-Ass“, „Wanted“, „Nemesis“ oder „Superior“ den Weg in Hollywoods Studios, „Wolverine: Old Man Logan“ oder „Superman: Red Son“ warfen ein neues Licht auf alte Helden. Verglichen mit diesen Serien hinterlässt „Huck“ einen fast schon betulichen Eindruck, wobei Parallelen zu Millars Superman-Arbeiten unübersehbar sind, entspricht das ländliche Findelkind-Setting fast schon eins zu eins der Geschichte des Stählernen. Doch anders als dieser ist der Tankwart ein naiver Bursche weitab jeglicher kosmischer Ambitionen, getrieben von einem simplen Motiv: tue Gutes, egal wie klein dieses Gute auch auf den ersten Blick zu sein scheint. Dieses Naivität und Gutmütigkeit sind es, die der Geschichte Charme verleihen, denn abgesehen davon bietet Millars Story weder Überraschungen, noch originelle Konzepte, sondern nur eine Aneinanderreihung von Genre-Versatzstücken. Die Dramaturgie ist simpel, die Nebencharaktere quasi inexistent und Millars politische Exkurse wirken aufgesetzt und anbiedernd, sind geradezu „out of character“. Das Artwork Rafael Albuquerques ist zwar eher reduziert und rau, weist einen deutlich weniger kraftvollen, weniger um Details bemühten Ausdruck auf als seine Arbeit an „American Vampire“, reist den Leser ob seiner dynamisch-cineastischen Anlage dennoch problemlos mit. Vier Seiten mit Konzeptzeichnungen und Layout-Konzepten sollen zwar den Sammelband ergänzen, hinterlassen aber einen eher spartanisch-bemühen Eindruck; hier wären weniger oder mehr mehr gewesen, als diese ohne Kontext präsentierte Handvoll Skizzen. Fazit: Eine kleine nette, charmante Geschichte ohne großartig innovative Ideen in Artwork, Charakterdesign und Dramaturgie. Ein kleiner Comic-Snack für zwischen durch, den man vergessen hat, kaum dass man den Sammelband aus der Hand gelegt hat.

Eine kleine Stadt im amerikanischen Heartland State Vermont: Huck, der freundliche Tankwart, ist der gute Geist des Ortes. Mit seinen übermenschlichen Kräften sorgt der gutmütige, naive Hüne dafür, dass den Leutchen kleine Wohltaten widerfahren; er tut Gutes im Kleinen, wie im Großen. Er sammelt den Müll ein, entfernt Baumstümpfe von Äckern, spendiert Mittagessen und ist sich auch für Abstecher in die große Welt nicht zu schade, um entführte Mädchen vor Boko Haram zu retten. Huck wirkt im Verborgenen, nur die Städter wissen um seine Güte. Das ändert sich schlagartig, als die Presse Wind von seinem Treiben bekommt.

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Buchtitel
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18.02.2018

Huck wird zum Medienstar … und von seiner Vergangenheit eingeholt, eine Vergangenheit, die tief in der russischen Föderation wurzelt. Er findet in Russland seine Mutter, welche Huck einst aussetzte, um ihn zu schützen, und die – genetisch optimiert – ebenfalls über erstaunliche Fähigkeiten verfügt. Doch die Wiedersehensfreude währt nur einen flüchtigen Moment, da Mutter und Sohn dem skrupellosen Wissenschaftler Orlow in die Hände fallen. Die Frage ist: reichen ihrer beider Kräfte aus, um der sibirischen Gefangenschaft zu entfliehen, denn ihre Wächter sind nicht menschlich.

Der Schotte Mark Millar gehört aktuell zweifellos zu den Autorenstars der neunten Kunst. So fanden seine Comics „Kick-Ass“, „Wanted“, „Nemesis“ oder „Superior“ den Weg in Hollywoods Studios, „Wolverine: Old Man Logan“ oder „Superman: Red Son“ warfen ein neues Licht auf alte Helden. Verglichen mit diesen Serien hinterlässt „Huck“ einen fast schon betulichen Eindruck, wobei Parallelen zu Millars Superman-Arbeiten unübersehbar sind, entspricht das ländliche Findelkind-Setting fast schon eins zu eins der Geschichte des Stählernen. Doch anders als dieser ist der Tankwart ein naiver Bursche weitab jeglicher kosmischer Ambitionen, getrieben von einem simplen Motiv: tue Gutes, egal wie klein dieses Gute auch auf den ersten Blick zu sein scheint. Dieses Naivität und Gutmütigkeit sind es, die der Geschichte Charme verleihen, denn abgesehen davon bietet Millars Story weder Überraschungen, noch originelle Konzepte, sondern nur eine Aneinanderreihung von Genre-Versatzstücken. Die Dramaturgie ist simpel, die Nebencharaktere quasi inexistent und Millars politische Exkurse wirken aufgesetzt und anbiedernd, sind geradezu „out of character“.

Das Artwork Rafael Albuquerques ist zwar eher reduziert und rau, weist einen deutlich weniger kraftvollen, weniger um Details bemühten Ausdruck auf als seine Arbeit an „American Vampire“, reist den Leser ob seiner dynamisch-cineastischen Anlage dennoch problemlos mit.

Vier Seiten mit Konzeptzeichnungen und Layout-Konzepten sollen zwar den Sammelband ergänzen, hinterlassen aber einen eher spartanisch-bemühen Eindruck; hier wären weniger oder mehr mehr gewesen, als diese ohne Kontext präsentierte Handvoll Skizzen.

Fazit: Eine kleine nette, charmante Geschichte ohne großartig innovative Ideen in Artwork, Charakterdesign und Dramaturgie. Ein kleiner Comic-Snack für zwischen durch, den man vergessen hat, kaum dass man den Sammelband aus der Hand gelegt hat.

geschrieben am 18.02.2018 | 440 Wörter | 2667 Zeichen

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