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Comanche, Bd. 4: Roter Himmel über Laramie


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Frank Drehmel

Roter Himmel über Laramie Red Dust hat die Triple Six Ranch Comanches verlassen, um Russ Dobbs, der sich mit dem betrügerischen ehemaligen Tierarzt Greenstone Falls, Doc Wetchin, zusammengetan hat und eine blutige Spur hinterlässt, zur Strecke zu bringen. Die Jagd auf den gewissenlosen Mörder dauert schon einige Wochen, als Dust auf der Suche nach einem Nachtquartier in einer Herberge auf eine illustre Gesellschaft Reisender trifft, die ebenfalls mit Dobbs Bekanntschaft gemacht haben. Nachdem Red das anfängliche Misstrauen dieser Leute zerstreuen konnte, stellen sich die Gäste vor: Amos J. Coogan, seines Zeichens Händler exklusiver Waffen, Leighton Hart, dessen Bruder von Dobbs kürzlich wegen 100 Dollar ermordet wurde, Harts Begleiterin, Isadora Davenport, Bombabier Cavendish, ein hünenhafter Boxer, der auf dem Jahrmarkt in Cheyenne sein Auskommen sucht sowie der jugendliche Zirkuskunstschütze Shaver Sharp. Gemeinsam warten sie auf die Postkutsche, die sie am nächsten Tag weiterbringen soll. Als das Gefährt Tags darauf eintrifft, ist es an Dust, freudig überrascht zu sein, denn auf dem Kutschbock sitzt niemand anderes als Sid Bullock, der alte Haudegen, den er aus Greenstone Falls kennt. Sid berichtet von einem Überfall auf seine Fuhre, der nahelegt, dass Dobbs und seinem Kumpanen allmählich die Munition ausgeht. Von daher erwartet Red Dust einen erneuten Überfall, da das Gepäck, das der Waffenhändler mit sich führt, eine zu verlockende Beute für die Verbrecher darstellen muss. Da für den Raub nur eine Stelle in Frage kommt, lässt Dust Kutsche und Passagiere ziehen und eilt dem Fuhrwerk alleine voraus. In der Tat kann der Cowboy Dobbs bei der Vorbereitung des Überfalls überraschen, wird jedoch von dessem Kumpan niedergeschlagen. Vor die Wahl gestellt, Dust zu töten oder die Beute zu erreichen, entscheidet sich der Mörder für die Waffen, scheitert allerdings erneut, da Pferde und Kutsche im einem Fluss versinken. Während sich der schwerverletzte Dust auf sein Pferd schleppt, verschlägt es die übrigen Gäste auf die Farm der Ryans, einer tiefgläubigen Christenfamilie, die Gewallt zutiefst ablehnt und die in dem kargen Leben ihren Frieden gefunden hat. Kurze Zeit später taucht auch Red vor Ort auf, kann jedoch auf Grund seiner schweren Verletzung nicht verhindern, dass Dobbs, den es ebenfalls zur Farm zieht, den unbewaffnet Ambrosius Ryan kaltblütig erschießt, um dann sofort zu fliehen. Nachdem die Gruppe den frommen Mann beerdigt hat, macht sich der Cowboy erneut an die Verfolgung des Mörders, wohingegen sich die übrigen Gäste nun auf den Weg nach Cheyenne machen. Als sie in das kleine Städtchen Pike's Junction kommen, finden sie neben menschenleeren Straßen einen erhängten Einwohner und müssen entsetzt feststellen, dass Dobbs und Doc Wetchin die gesamte Bevölkerung im Saloon als Geiseln festhalten. Obgleich Wetchin während eines Handgemenges mit Shaver Sharp, dem Zirkusschützen, verletzt wird, gelingt den beiden Verbrechern erneut und diesmal mit reicher Beute aus der Bank die Flucht, sodass Dust, als auch er schließlich in der Stadt eintrifft, einmal mehr zu spät kommt. Doch diesmal macht er sich nicht alleine an die Verfolgung, sondern akzeptiert die Hilfe des jungen Schützen bei einer Jagd, deren Ende schließlich im Leben beider Männer für immer Spuren hinterlassen haben wird. Einmal mehr schaffen Hermann und Greg eine atmosphärisch dichte, intensive Story, deren Faszination aus der Konfrontation unterschiedlichster – zum Teil antagonistischer - Grundhaltungen und Handlungsweisen erwächst. Diese dramaturgisch oft geschickt inszenierte Gegenüberstellung wird zu Beginn des Albums besonders deutlich: nach einer kurzen Einleitung, in der die Lebenslust, der Übermut Tobys und Clems in geradezu fröhliche Bilder (und Texte) gebannt ist, erfolgt ein abrupter, knallharter Schnitt auf das Eröffnungspanel der gegenüberliegende Seite, deren visuellen Mittelpunkt eine blutige Leiche darstellt. In dem Reigen unterschiedlichster Charaktere und Ideologien – vom geradezu kindlich unschuldigen Scharfschützen, über den christlichen Pazifisten und der raubeinigen, gütigen Vaterfigur bis hin zum personifizierten Bösen - kristallisiert sich Red Dust immer mehr als Märtyrer heraus, der seinen blutigen Verband wie eine Dornenkrone trägt und schließlich im Showdown mit Dobbs eine tiefe Schuld freiwillig auf sich nimmt und der auf seinem Weg andere Menschen wie Shaper nicht zuletzt durch das negative Beispiel seiner Obsessivität in die Lage versetzt, Frieden mit sich selbst zu schließen. Die Szene, in der der junge, blonde Schütze sein Schicksal geradezu fröhlich akzeptiert, ist für mich ein Highlight nicht nur dieses Albums, da sie als Licht in der Dunkelheit dem brutalen, harten und düsterem Grundtenor der Story Hoffnung und Optimismus entgegensetzt. Das Artwork Hermanns ist einmal mehr ohne Fehl und Tadel. Wie kaum ein anderer Zeichner versteht es der Belgier, Menschen ein markantes, eigenständiges Aussehen zu verliehen, knorrige Typen zu entwerfen, die Weite des Westens einzufangen sowie den Schmutz und Staub der Straßen geradezu fühlbar zu machen. Zugleich strotzen seine Bilder und Seiten nicht zuletzt auch wegen der atmosphärisch immer stimmigen Koloration, die zwischen naturalistischem und monochromem Ansatz ganz nach Bedarf frei pendelt, vor einer Lebendigkeit und Dynamik, die sich mit jedem Western-Film messen kann. Fazit: Interessante, vielschichtige Nebenfiguren in einer intensiven, dramatischen und dynamischen Story sowie ein Held mit Märtyrer-Attitüde machen diesen abschließenden zweiten Teil der Jagd auf Russ Dobbs zu einem weiteren Highlight des Genres.

Red Dust hat die Triple Six Ranch Comanches verlassen, um Russ Dobbs, der sich mit dem betrügerischen ehemaligen Tierarzt Greenstone Falls, Doc Wetchin, zusammengetan hat und eine blutige Spur hinterlässt, zur Strecke zu bringen.

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rezensiert seit
Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Die Jagd auf den gewissenlosen Mörder dauert schon einige Wochen, als Dust auf der Suche nach einem Nachtquartier in einer Herberge auf eine illustre Gesellschaft Reisender trifft, die ebenfalls mit Dobbs Bekanntschaft gemacht haben. Nachdem Red das anfängliche Misstrauen dieser Leute zerstreuen konnte, stellen sich die Gäste vor: Amos J. Coogan, seines Zeichens Händler exklusiver Waffen, Leighton Hart, dessen Bruder von Dobbs kürzlich wegen 100 Dollar ermordet wurde, Harts Begleiterin, Isadora Davenport, Bombabier Cavendish, ein hünenhafter Boxer, der auf dem Jahrmarkt in Cheyenne sein Auskommen sucht sowie der jugendliche Zirkuskunstschütze Shaver Sharp. Gemeinsam warten sie auf die Postkutsche, die sie am nächsten Tag weiterbringen soll. Als das Gefährt Tags darauf eintrifft, ist es an Dust, freudig überrascht zu sein, denn auf dem Kutschbock sitzt niemand anderes als Sid Bullock, der alte Haudegen, den er aus Greenstone Falls kennt. Sid berichtet von einem Überfall auf seine Fuhre, der nahelegt, dass Dobbs und seinem Kumpanen allmählich die Munition ausgeht. Von daher erwartet Red Dust einen erneuten Überfall, da das Gepäck, das der Waffenhändler mit sich führt, eine zu verlockende Beute für die Verbrecher darstellen muss.

Da für den Raub nur eine Stelle in Frage kommt, lässt Dust Kutsche und Passagiere ziehen und eilt dem Fuhrwerk alleine voraus. In der Tat kann der Cowboy Dobbs bei der Vorbereitung des Überfalls überraschen, wird jedoch von dessem Kumpan niedergeschlagen. Vor die Wahl gestellt, Dust zu töten oder die Beute zu erreichen, entscheidet sich der Mörder für die Waffen, scheitert allerdings erneut, da Pferde und Kutsche im einem Fluss versinken.

Während sich der schwerverletzte Dust auf sein Pferd schleppt, verschlägt es die übrigen Gäste auf die Farm der Ryans, einer tiefgläubigen Christenfamilie, die Gewallt zutiefst ablehnt und die in dem kargen Leben ihren Frieden gefunden hat. Kurze Zeit später taucht auch Red vor Ort auf, kann jedoch auf Grund seiner schweren Verletzung nicht verhindern, dass Dobbs, den es ebenfalls zur Farm zieht, den unbewaffnet Ambrosius Ryan kaltblütig erschießt, um dann sofort zu fliehen. Nachdem die Gruppe den frommen Mann beerdigt hat, macht sich der Cowboy erneut an die Verfolgung des Mörders, wohingegen sich die übrigen Gäste nun auf den Weg nach Cheyenne machen. Als sie in das kleine Städtchen Pike's Junction kommen, finden sie neben menschenleeren Straßen einen erhängten Einwohner und müssen entsetzt feststellen, dass Dobbs und Doc Wetchin die gesamte Bevölkerung im Saloon als Geiseln festhalten.

Obgleich Wetchin während eines Handgemenges mit Shaver Sharp, dem Zirkusschützen, verletzt wird, gelingt den beiden Verbrechern erneut und diesmal mit reicher Beute aus der Bank die Flucht, sodass Dust, als auch er schließlich in der Stadt eintrifft, einmal mehr zu spät kommt. Doch diesmal macht er sich nicht alleine an die Verfolgung, sondern akzeptiert die Hilfe des jungen Schützen bei einer Jagd, deren Ende schließlich im Leben beider Männer für immer Spuren hinterlassen haben wird.

Einmal mehr schaffen Hermann und Greg eine atmosphärisch dichte, intensive Story, deren Faszination aus der Konfrontation unterschiedlichster – zum Teil antagonistischer - Grundhaltungen und Handlungsweisen erwächst. Diese dramaturgisch oft geschickt inszenierte Gegenüberstellung wird zu Beginn des Albums besonders deutlich: nach einer kurzen Einleitung, in der die Lebenslust, der Übermut Tobys und Clems in geradezu fröhliche Bilder (und Texte) gebannt ist, erfolgt ein abrupter, knallharter Schnitt auf das Eröffnungspanel der gegenüberliegende Seite, deren visuellen Mittelpunkt eine blutige Leiche darstellt.

In dem Reigen unterschiedlichster Charaktere und Ideologien – vom geradezu kindlich unschuldigen Scharfschützen, über den christlichen Pazifisten und der raubeinigen, gütigen Vaterfigur bis hin zum personifizierten Bösen - kristallisiert sich Red Dust immer mehr als Märtyrer heraus, der seinen blutigen Verband wie eine Dornenkrone trägt und schließlich im Showdown mit Dobbs eine tiefe Schuld freiwillig auf sich nimmt und der auf seinem Weg andere Menschen wie Shaper nicht zuletzt durch das negative Beispiel seiner Obsessivität in die Lage versetzt, Frieden mit sich selbst zu schließen. Die Szene, in der der junge, blonde Schütze sein Schicksal geradezu fröhlich akzeptiert, ist für mich ein Highlight nicht nur dieses Albums, da sie als Licht in der Dunkelheit dem brutalen, harten und düsterem Grundtenor der Story Hoffnung und Optimismus entgegensetzt.

Das Artwork Hermanns ist einmal mehr ohne Fehl und Tadel. Wie kaum ein anderer Zeichner versteht es der Belgier, Menschen ein markantes, eigenständiges Aussehen zu verliehen, knorrige Typen zu entwerfen, die Weite des Westens einzufangen sowie den Schmutz und Staub der Straßen geradezu fühlbar zu machen. Zugleich strotzen seine Bilder und Seiten nicht zuletzt auch wegen der atmosphärisch immer stimmigen Koloration, die zwischen naturalistischem und monochromem Ansatz ganz nach Bedarf frei pendelt, vor einer Lebendigkeit und Dynamik, die sich mit jedem Western-Film messen kann.

Fazit: Interessante, vielschichtige Nebenfiguren in einer intensiven, dramatischen und dynamischen Story sowie ein Held mit Märtyrer-Attitüde machen diesen abschließenden zweiten Teil der Jagd auf Russ Dobbs zu einem weiteren Highlight des Genres.

geschrieben am 21.11.2010 | 818 Wörter | 4804 Zeichen

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