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Comanche, Bd. 7: Der Mann mit dem Teufelsfinger


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Rezension von

Frank Drehmel

Der Mann mit dem Teufelsfinger Da ihn der Posten als Sheriff von Greenstone Falls nicht befriedigt und zudem die Entwicklung Comanches zu einer standesbewussten Geschäftsfrau grundsätzliche Zweifel an dem neuen, luxuriösen Lebensstil, der auf der Triple Six Ranch Einzug gehalten hat, aufkeimen lässt, entschließt sich Red Dust, sein Amt niederzulegen, die Stadt zu verlassen und an anderen Orten neue, handfestere Herausforderungen zu suchen. Sein Weg führt ihn nach Montana, einen Staat, in dem Farmer – und diese muss der Held erst schmerzlich lernen - von Prospektoren und Minenbesitzern auf der Jagd nach Kupfer mit dem sogenannten "General Mining Act von 1872" bzw. dem "Law of Apex" im Rücken drangsaliert und um ihr Land gebracht werden. Kaum in Montana angekommen, befreit er zwei Gefangene – einen jungen Mann namens Bob Fletcher und den älteren Glatzkopf Baldy - aus der Gewalt zwielichtiger Gesetzeshüter, um kurz darauf bei einem stämmigen Farmer – Duncan, der zusammen mit seiner Tochter, einer resoluten, jungen Frau, die Red Dust sofort an Comanche erinnert, eine Rinderzucht betreibt und Gemüse anbaut, als Cowboy und Mädchen für alles anzuheuern. Was Red Dust nicht ahnt, ist, dass sein neuer Arbeitgeber einst ein gefürchteter Revolverheld war, den man den "Finger des Teufels" nannte, und der nur seiner Tochter zuliebe die Colts an den Nagel hängte. Und ein zweites Geheimnis hüten die beiden Duncans: auf ihrem Land gibt es reichlich Kupfer, sodass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Männer eines rücksichtslosen Minenbesitzers vor Ort auftauchen. In der Tat stehen schon bald drei Mörder vor der Tür, darunter auch der aalglatte Killer Wallach, welche den Farmern ein Ultimatum setzen. In einer ersten bleihaltigen Konfrontation mit den Schergen einer Minen-Gesellschaft wird der alte Duncan zwar nur leicht verwundet, während zwei der Schurken ins Gras beißen, aber um seiner Tochter Willen und aus Sorge vor einem Lynchmob, den der entkommene Wallach mit Sicherheit mobilisieren wird, beschließt der ehemalige Revolverheld dennoch, die Ranch aufzugeben, um in die Berge zu fliehen. Als die Killer schneller als erwartet zurück sind, zieht Red Dust die Aufmerksamkeit der Männer bewusst auf sich, um den beiden Freunden die Flucht zu ermöglichen, und sieht sich plötzlich Auge in Auge einem Mann gegenüber, der keinerlei Gnade oder Skrupel kennt. Aus dramaturgischer Sicht stellt dieser siebte Band aus mehreren Gründen den bisherigen Tiefpunkt der Serie dar. Erstens scheint der Bruch Red Dusts mit Comanche und seiner eigenen neuen Rolle in Greenstone zwar in sich und unter Berücksichtigung der bisherigen Charakter-Skizzierung zumindest nicht ganz unplausibel, kommt aber dennoch aus heiterem Himmel und stellt insofern eine eher bemüht wirkende Zäsur im Album übergreifenden Handlungsbogen dar, der eine gewisse Ratlosigkeit des Autors bezüglich der Weiterentwicklung Red Dust zu Grunde zu liegen scheint. Zweitens agiert Red Dust spätestens mit seiner Ankunft in Montana bei der Befreiung der beiden Gefangenen deutlich "Out of Charakter", war er doch bisher und gerade auch in Anbetracht der Umstände bzw. Folgen der Jagd auf die Gebrüder Dobbs ein eher umsichtig handelnder Mann, der weder voreilig, ohne grundlegende Informationen Partei ergreift, noch zu exzessiver, unmotivierter Gewaltanwendung neigt. Die dritte Schwäche betrifft den lieblosen Umgang Gregs mit dem zentralen Antagonisten dieses Albums, den Killer Wallach, der quasi en passant und in mehrfacher Hinsicht unplausibel geradezu entsorgt wird. Schlussendlich fehlt es der Story um den Revolverhelden im Ruhestand generell an einem originellen Plot, so dass lediglich das "Law of Apex" als interessantes, neues Handlungselement den Leser bei der Stange hält. In künstlerischer Hinsicht ist diese Album einmal mehr nicht nur makellos, sondern bietet in der Gesamtkomposition der Seite Neun, welche Red Dusts Reise nach Montana zum Inhalt hat, durch die freie Anordnung vier farbiger Panels und deren Unterlegen mit detailliert ausgearbeiteten Schwarzweiß-Zeichnungen einen der beeindruckendsten Einblicke in die visuellen und erzählerischen Möglichkeiten des Mediums "Comic" überhaupt. Fazit: Die wenig originelle und unterm Strich dramaturgisch schwache Story wird durch das grandiose Artwork Hermanns zur Gänze aufgefangen, sodass auch diesmal jeder Western-Fan bedenkenlos zugreifen kann.

Da ihn der Posten als Sheriff von Greenstone Falls nicht befriedigt und zudem die Entwicklung Comanches zu einer standesbewussten Geschäftsfrau grundsätzliche Zweifel an dem neuen, luxuriösen Lebensstil, der auf der Triple Six Ranch Einzug gehalten hat, aufkeimen lässt, entschließt sich Red Dust, sein Amt niederzulegen, die Stadt zu verlassen und an anderen Orten neue, handfestere Herausforderungen zu suchen.

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1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Sein Weg führt ihn nach Montana, einen Staat, in dem Farmer – und diese muss der Held erst schmerzlich lernen - von Prospektoren und Minenbesitzern auf der Jagd nach Kupfer mit dem sogenannten "General Mining Act von 1872" bzw. dem "Law of Apex" im Rücken drangsaliert und um ihr Land gebracht werden.

Kaum in Montana angekommen, befreit er zwei Gefangene – einen jungen Mann namens Bob Fletcher und den älteren Glatzkopf Baldy - aus der Gewalt zwielichtiger Gesetzeshüter, um kurz darauf bei einem stämmigen Farmer – Duncan, der zusammen mit seiner Tochter, einer resoluten, jungen Frau, die Red Dust sofort an Comanche erinnert, eine Rinderzucht betreibt und Gemüse anbaut, als Cowboy und Mädchen für alles anzuheuern.

Was Red Dust nicht ahnt, ist, dass sein neuer Arbeitgeber einst ein gefürchteter Revolverheld war, den man den "Finger des Teufels" nannte, und der nur seiner Tochter zuliebe die Colts an den Nagel hängte. Und ein zweites Geheimnis hüten die beiden Duncans: auf ihrem Land gibt es reichlich Kupfer, sodass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Männer eines rücksichtslosen Minenbesitzers vor Ort auftauchen. In der Tat stehen schon bald drei Mörder vor der Tür, darunter auch der aalglatte Killer Wallach, welche den Farmern ein Ultimatum setzen.

In einer ersten bleihaltigen Konfrontation mit den Schergen einer Minen-Gesellschaft wird der alte Duncan zwar nur leicht verwundet, während zwei der Schurken ins Gras beißen, aber um seiner Tochter Willen und aus Sorge vor einem Lynchmob, den der entkommene Wallach mit Sicherheit mobilisieren wird, beschließt der ehemalige Revolverheld dennoch, die Ranch aufzugeben, um in die Berge zu fliehen.

Als die Killer schneller als erwartet zurück sind, zieht Red Dust die Aufmerksamkeit der Männer bewusst auf sich, um den beiden Freunden die Flucht zu ermöglichen, und sieht sich plötzlich Auge in Auge einem Mann gegenüber, der keinerlei Gnade oder Skrupel kennt.

Aus dramaturgischer Sicht stellt dieser siebte Band aus mehreren Gründen den bisherigen Tiefpunkt der Serie dar.

Erstens scheint der Bruch Red Dusts mit Comanche und seiner eigenen neuen Rolle in Greenstone zwar in sich und unter Berücksichtigung der bisherigen Charakter-Skizzierung zumindest nicht ganz unplausibel, kommt aber dennoch aus heiterem Himmel und stellt insofern eine eher bemüht wirkende Zäsur im Album übergreifenden Handlungsbogen dar, der eine gewisse Ratlosigkeit des Autors bezüglich der Weiterentwicklung Red Dust zu Grunde zu liegen scheint.

Zweitens agiert Red Dust spätestens mit seiner Ankunft in Montana bei der Befreiung der beiden Gefangenen deutlich "Out of Charakter", war er doch bisher und gerade auch in Anbetracht der Umstände bzw. Folgen der Jagd auf die Gebrüder Dobbs ein eher umsichtig handelnder Mann, der weder voreilig, ohne grundlegende Informationen Partei ergreift, noch zu exzessiver, unmotivierter Gewaltanwendung neigt.

Die dritte Schwäche betrifft den lieblosen Umgang Gregs mit dem zentralen Antagonisten dieses Albums, den Killer Wallach, der quasi en passant und in mehrfacher Hinsicht unplausibel geradezu entsorgt wird.

Schlussendlich fehlt es der Story um den Revolverhelden im Ruhestand generell an einem originellen Plot, so dass lediglich das "Law of Apex" als interessantes, neues Handlungselement den Leser bei der Stange hält.

In künstlerischer Hinsicht ist diese Album einmal mehr nicht nur makellos, sondern bietet in der Gesamtkomposition der Seite Neun, welche Red Dusts Reise nach Montana zum Inhalt hat, durch die freie Anordnung vier farbiger Panels und deren Unterlegen mit detailliert ausgearbeiteten Schwarzweiß-Zeichnungen einen der beeindruckendsten Einblicke in die visuellen und erzählerischen Möglichkeiten des Mediums "Comic" überhaupt.

Fazit: Die wenig originelle und unterm Strich dramaturgisch schwache Story wird durch das grandiose Artwork Hermanns zur Gänze aufgefangen, sodass auch diesmal jeder Western-Fan bedenkenlos zugreifen kann.

geschrieben am 08.04.2011 | 641 Wörter | 3717 Zeichen

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