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Die Schlümpfe, Bd. 27: Die Schlümpfe machen Urlaub


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Rezension von

Frank Drehmel

Die Schlümpfe machen Urlaub Handy, der Bastelschlumpf, steht kurz vor einem Kollaps: nicht nur, dass ihm partout die Kirsch-Entstein-Maschine, an der er seit Kurzem bastelt, nicht funktionstüchtig geraten will, sondern auch die andere Schlümpfe rauben ihm mit ihren Reparaturaufträgen den letzten Nerv. Irgendwann ist es tatsächlich soweit: Handy dreht durch! Daraufhin verordnet ihm Papa Schlumpf eine Auszeit, wobei sich schnell herausstellt, dass im Dorf nicht wirklich Ruhe und Erholung zu finden sind, weshalb es den gestressten Schlumpf an einen kleinen idyllische See zieht, wo er entspannt in den Tag hinein leben kann. Doch Handy wäre nicht Handy, würde er keine Bastel-Hummeln im Hintern haben. Und so dauert es nicht lange, bis er sich an dem pittoresken Ort eine kleine, aber schmucke Hütte gebaut hat und sich das Leben auch ansonsten recht angenehme gestaltet. Als er wie die Entspannung selbst ins Dorf zurückkehrt, um einige Utensilien zu holen, schließen sich ihm aus Neugier zwei weitere Schlümpfe an. Bald sprechen sich die Ruhe, die Idylle und die Abgeschiedenheit des Ortes am See unter den Zurückgebliebenen rum und schon einige Tage später gleicht der Ort einer Heimstatt des Massentourismus; mit überfüllten Stränden, Häuschen von der Stange, einem Nachtleben und wenig Platz für jeden. Während das Seebad aus allen Nähten zu platzen droht, wird die Situation für die wenigen im Schlumpfdorf Zurückgebliebenen verzwickt, da sie nicht in der Lage sind, die notwendige Infrastruktur am Laufen zu halten, weil z.B. Spezialisten wie der Bäcker im Urlaub sind. Papa Schlumpf beschließt daraufhin, das Dorf vorläufig ganz aufzugeben, um ebenfalls ins Seebad umzusiedeln, und trifft damit zufällig eine genau richtige Entscheidung, denn Gargamel und Azrael haben zwischenzeitlich das Schlumpfdorf ausfindig gemacht. Alain Jost und Thierry Culliford Schlumpf-Story ist eine federleichte, warmherzige und liebevolle Satire auf das Phänomen des Massentourismus, auf die merkwürdige Ambivalenz, auf das Paradox, dass Schlümpfe, Menschen die Distanz zu ihrem täglichen Allerlei suchen und brauchen, um regenerieren zu können, und dann doch mehr oder weniger freiwillig in einer Art Urlaubs-Tretmühle enden. Und selbst für eine sachte ökologische Botschaft findet sich in "Die Schlümpfe machen Urlaub" Raum, indem die Macher des Comics ganz ohne erhobenen Zeigefinger die (putzige) Zersiedelung einer ehemals Idylle in freundlichen, heiteren Bildern reflektieren – anprangern wäre ein zu starker Ausdruck. Obwohl das Grundthema eines aktuellen Bezuges nicht entbehrt, weist die Geschichte dennoch jene Zeitlosigkeit auf, die die alten Peyo-Storys oftmals auszeichnete. Dieses mag nicht zuletzt am perfekten Aufbau liegen, der in einer Art Erzähl-Fluss den Leser sanft mit sich treiben lässt, der keine Brüche oder Längen aufweist und in dem selbst Gargamels obsessives Bemühen um die Dorf-Entdeckung geradezu natürlich und nicht vordergründig spannungsheischend wirkt. Fazit: Eine zeitlose, leichte, warmherzige und komische Satire auf die Unwägbarkeiten des Aussteigertums und auf Massentourismus. Statt den Zeigefinger zu erheben halten uns die Autoren vollkommen unaufgeregt einen kleinen Schlumpf-Spiegel vor, in dem wir alle etwas von uns und den anderen erkennen können. Einfach klasse.

Handy, der Bastelschlumpf, steht kurz vor einem Kollaps: nicht nur, dass ihm partout die Kirsch-Entstein-Maschine, an der er seit Kurzem bastelt, nicht funktionstüchtig geraten will, sondern auch die andere Schlümpfe rauben ihm mit ihren Reparaturaufträgen den letzten Nerv. Irgendwann ist es tatsächlich soweit: Handy dreht durch!

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Daraufhin verordnet ihm Papa Schlumpf eine Auszeit, wobei sich schnell herausstellt, dass im Dorf nicht wirklich Ruhe und Erholung zu finden sind, weshalb es den gestressten Schlumpf an einen kleinen idyllische See zieht, wo er entspannt in den Tag hinein leben kann. Doch Handy wäre nicht Handy, würde er keine Bastel-Hummeln im Hintern haben. Und so dauert es nicht lange, bis er sich an dem pittoresken Ort eine kleine, aber schmucke Hütte gebaut hat und sich das Leben auch ansonsten recht angenehme gestaltet.

Als er wie die Entspannung selbst ins Dorf zurückkehrt, um einige Utensilien zu holen, schließen sich ihm aus Neugier zwei weitere Schlümpfe an. Bald sprechen sich die Ruhe, die Idylle und die Abgeschiedenheit des Ortes am See unter den Zurückgebliebenen rum und schon einige Tage später gleicht der Ort einer Heimstatt des Massentourismus; mit überfüllten Stränden, Häuschen von der Stange, einem Nachtleben und wenig Platz für jeden.

Während das Seebad aus allen Nähten zu platzen droht, wird die Situation für die wenigen im Schlumpfdorf Zurückgebliebenen verzwickt, da sie nicht in der Lage sind, die notwendige Infrastruktur am Laufen zu halten, weil z.B. Spezialisten wie der Bäcker im Urlaub sind.

Papa Schlumpf beschließt daraufhin, das Dorf vorläufig ganz aufzugeben, um ebenfalls ins Seebad umzusiedeln, und trifft damit zufällig eine genau richtige Entscheidung, denn Gargamel und Azrael haben zwischenzeitlich das Schlumpfdorf ausfindig gemacht.

Alain Jost und Thierry Culliford Schlumpf-Story ist eine federleichte, warmherzige und liebevolle Satire auf das Phänomen des Massentourismus, auf die merkwürdige Ambivalenz, auf das Paradox, dass Schlümpfe, Menschen die Distanz zu ihrem täglichen Allerlei suchen und brauchen, um regenerieren zu können, und dann doch mehr oder weniger freiwillig in einer Art Urlaubs-Tretmühle enden. Und selbst für eine sachte ökologische Botschaft findet sich in "Die Schlümpfe machen Urlaub" Raum, indem die Macher des Comics ganz ohne erhobenen Zeigefinger die (putzige) Zersiedelung einer ehemals Idylle in freundlichen, heiteren Bildern reflektieren – anprangern wäre ein zu starker Ausdruck.

Obwohl das Grundthema eines aktuellen Bezuges nicht entbehrt, weist die Geschichte dennoch jene Zeitlosigkeit auf, die die alten Peyo-Storys oftmals auszeichnete. Dieses mag nicht zuletzt am perfekten Aufbau liegen, der in einer Art Erzähl-Fluss den Leser sanft mit sich treiben lässt, der keine Brüche oder Längen aufweist und in dem selbst Gargamels obsessives Bemühen um die Dorf-Entdeckung geradezu natürlich und nicht vordergründig spannungsheischend wirkt.

Fazit: Eine zeitlose, leichte, warmherzige und komische Satire auf die Unwägbarkeiten des Aussteigertums und auf Massentourismus. Statt den Zeigefinger zu erheben halten uns die Autoren vollkommen unaufgeregt einen kleinen Schlumpf-Spiegel vor, in dem wir alle etwas von uns und den anderen erkennen können. Einfach klasse.

geschrieben am 09.04.2011 | 474 Wörter | 2802 Zeichen

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