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Die Schlümpfe, Bd. 28: Schlumpfine greift ein


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Rezension von

Frank Drehmel

Schlumpfine greift ein Band 28 der niegelnagelneuen Schlumpf-Alben-Reihe, mit der Splitter unter dem toonfish-Imprint seit März 2011 große und kleine - respektive junge und alte – Leser begeistert und die neben der Neuauflage alter Geschichten auch deutsche Erstausgaben enthält, steht ganz im Zeichen der Emanzipation. Schlumpfine, die weibliche Seele und Seite einer kleinen Welt, in der Männer in Schlumpfform und -größe jeden Bereich des gesellschaftlichen Lebens beherrschen und in der es dementsprechend rau zugeht, ist vom überheblichen Habitus der kleinen blauen Schwanzträger mehr als angenervt. Immer wieder heißt es, sie sei zu schlumpfig, um etwas Technisches zu verstehen, das Latzhosen nichts für sie seien oder dass ihr richtiger Platz der Küche und nicht im wilden Wald ist. Kurz und gut: sie fühlt sich von ihren Mitschlümpfen wie ein schwachsinniger Schlumpf behandelt. Während sie bei Papa Schlumpf ihren Dampf ablässt, reift in den beiden ein verwegener Plan. Der Alte verkündet, er werde vorübergehend das Dorf verlassen und daher am morgigen Tag einen Stellvertreter ernennen, weil in der Vergangenheit zu viel schief ging, wenn er ortsabwesend war. Die Überraschung der Schlümpfe ist groß – umso mehr, als sich viele Hoffnung auf den Posten gemacht haben – , als Papa Schlumpf Schlumpfine als Stellvertreterin bestimmt und dann gen Unbekannt aufbricht. Doch schon bald muss die Schlümpfin erkennen, dass ein Titel allein ihr noch keine Autorität verschafft. Erst als sie sich in der Bewältigung der anstehenden Aufgaben als wahrhaft kompetent erweist, wandelt sich ganz allmählich das Verhalten der Männer. Dann allerdings geschieht etwas Unvorhergesehenes: Papa Schlumpf gerät in die Fänge des Zauberers Gargamel. Schlumpfine trifft die falsche Entscheidung, ihm alleine zu Hilfe zu eilen, und gerät ebenfalls in Gefangenschaft. Zweifellos waren Schlumpf-Geschichten einst - zu Peyos Zeiten - deutlich leichter und humorvoller erzählt als die vorliegende, unterm Strich bemüht wirkende Zeigefinger-Story, die sich zunächst des Themas Emanzipation und Gleichberechtigung annimmt, die aber nach knapp der Hälfte des Albums in die typische Gargamel-drangsaliert-Schlümpfe-Schiene abdriftet und die insofern nicht wie aus einem Guss wirkt. Dass "Schlumpfine greift ein" dennoch einen hinreichenden Unterhaltungswert besitzt, ist vor allem der aktuellen politischen Diskussion um Quotenfrauen in Vorstandsetagen von Aktiengesellschaften geschuldet, als deren charmante, freundliche Kommentierung der Comic zumindest anfangs durchaus einen eigenen Wert besitzt. Allerdings fehlt damit der Thematik jene zeitlose Leichtigkeit, die richtig gute Funnys fast immer auszeichnet. An den weichen, schwungvollen Zeichnungen gibt es nicht viel auszusetzen, außer dass es Garray verglichen mit Peyo in den vorherrschenden "Einstellungsformen" der "Halbtotalen" und des "Medium Shot" – um cineastische Begriffe zu bemühen – weniger gut gelingt, die Winzigkeit der Schlümpfe visuell hervorzuheben, da die Panels durch die Figuren deutlich ausgefüllter wirken, was nicht zuletzt den relativ voluminösen Speech-Bubbles geschuldet ist. Fazit: Inhaltlich und grafisch eine nette Schlumpf-Geschichte, der zwar die zeitlose Leichtigkeit früherer Jahre fehlt, die aber dennoch für jeden Schlumpf-Fan ein Must-have darstellt.

Band 28 der niegelnagelneuen Schlumpf-Alben-Reihe, mit der Splitter unter dem toonfish-Imprint seit März 2011 große und kleine - respektive junge und alte – Leser begeistert und die neben der Neuauflage alter Geschichten auch deutsche Erstausgaben enthält, steht ganz im Zeichen der Emanzipation.

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Schlumpfine, die weibliche Seele und Seite einer kleinen Welt, in der Männer in Schlumpfform und -größe jeden Bereich des gesellschaftlichen Lebens beherrschen und in der es dementsprechend rau zugeht, ist vom überheblichen Habitus der kleinen blauen Schwanzträger mehr als angenervt. Immer wieder heißt es, sie sei zu schlumpfig, um etwas Technisches zu verstehen, das Latzhosen nichts für sie seien oder dass ihr richtiger Platz der Küche und nicht im wilden Wald ist. Kurz und gut: sie fühlt sich von ihren Mitschlümpfen wie ein schwachsinniger Schlumpf behandelt.

Während sie bei Papa Schlumpf ihren Dampf ablässt, reift in den beiden ein verwegener Plan. Der Alte verkündet, er werde vorübergehend das Dorf verlassen und daher am morgigen Tag einen Stellvertreter ernennen, weil in der Vergangenheit zu viel schief ging, wenn er ortsabwesend war. Die Überraschung der Schlümpfe ist groß – umso mehr, als sich viele Hoffnung auf den Posten gemacht haben – , als Papa Schlumpf Schlumpfine als Stellvertreterin bestimmt und dann gen Unbekannt aufbricht.

Doch schon bald muss die Schlümpfin erkennen, dass ein Titel allein ihr noch keine Autorität verschafft. Erst als sie sich in der Bewältigung der anstehenden Aufgaben als wahrhaft kompetent erweist, wandelt sich ganz allmählich das Verhalten der Männer. Dann allerdings geschieht etwas Unvorhergesehenes: Papa Schlumpf gerät in die Fänge des Zauberers Gargamel. Schlumpfine trifft die falsche Entscheidung, ihm alleine zu Hilfe zu eilen, und gerät ebenfalls in Gefangenschaft.

Zweifellos waren Schlumpf-Geschichten einst - zu Peyos Zeiten - deutlich leichter und humorvoller erzählt als die vorliegende, unterm Strich bemüht wirkende Zeigefinger-Story, die sich zunächst des Themas Emanzipation und Gleichberechtigung annimmt, die aber nach knapp der Hälfte des Albums in die typische Gargamel-drangsaliert-Schlümpfe-Schiene abdriftet und die insofern nicht wie aus einem Guss wirkt.

Dass "Schlumpfine greift ein" dennoch einen hinreichenden Unterhaltungswert besitzt, ist vor allem der aktuellen politischen Diskussion um Quotenfrauen in Vorstandsetagen von Aktiengesellschaften geschuldet, als deren charmante, freundliche Kommentierung der Comic zumindest anfangs durchaus einen eigenen Wert besitzt. Allerdings fehlt damit der Thematik jene zeitlose Leichtigkeit, die richtig gute Funnys fast immer auszeichnet.

An den weichen, schwungvollen Zeichnungen gibt es nicht viel auszusetzen, außer dass es Garray verglichen mit Peyo in den vorherrschenden "Einstellungsformen" der "Halbtotalen" und des "Medium Shot" – um cineastische Begriffe zu bemühen – weniger gut gelingt, die Winzigkeit der Schlümpfe visuell hervorzuheben, da die Panels durch die Figuren deutlich ausgefüllter wirken, was nicht zuletzt den relativ voluminösen Speech-Bubbles geschuldet ist.

Fazit: Inhaltlich und grafisch eine nette Schlumpf-Geschichte, der zwar die zeitlose Leichtigkeit früherer Jahre fehlt, die aber dennoch für jeden Schlumpf-Fan ein Must-have darstellt.

geschrieben am 09.04.2011 | 458 Wörter | 2839 Zeichen

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