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Grenzüberschreitende Zwangsvollstreckung


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

GrenzĂŒberschreitende Zwangsvollstreckung Die Vollstreckung des erlangten Titels aus dem Erkenntnisverfahren muss ein Anwalt als Schlusspunkt bewirken, um dem Mandant zu seinem Recht zu verhelfen. Schon die Vollstreckung im Inland kann dabei zahlreiche Fallstricke und Schwierigkeiten aufweisen, noch komplexer wird es, wenn ein Auslandsbezug vorhanden ist. Das angenehm kurze Lehrbuch von Riedel, der insbesondere Insolvenzrechtlern ein fester Begriff als Autor ist, fasst auf unter 200 Seiten die wesentlichen Rechtsprobleme grenzĂŒberschreitender Zwangsvollstreckung zusammen. Die Gestaltung des Werks ist ein wenig atypisch, denn die Rechtsprechungsnachweise sind als hervorgehobener Einschub im Fließtext enthalten. Das ist aber in diesem Fall ein echter Pluspunkt, denn die ohnehin nicht zahlreich vorhandene Judikatur fĂ€llt fĂŒr das konkrete Mandat sofort ins Auge. ErgĂ€nzt wird der Fließtext zudem durch tabellarische Übersichten und AufzĂ€hlungen. Vereinzelte Beispiele, Randziffern und Hervorhebungen durch Fettdruck leiten den Leser effektiv. Teil 1 des Werks widmet sich zunĂ€chst der Anerkennung und VollstreckbarerklĂ€rung von Titeln. Nach einer kurzen Begriffsbestimmung werden als erstes die verschiedenen europĂ€ischen Verordnungen sowie anschließend völkerrechtliche Abkommen beleuchtet. Zur Sprache kommen etwa die EuGVVO, die EG-Zustellungsverordnung, der europĂ€ische Vollstreckungstitel, das europĂ€ische Mahnverfahren, die EuGVÜ sowie diverse multi- und bilaterale Spezialabkommen, etwa das UN-SchiedsĂŒbereinkommen, Haager Übereinkommen ĂŒber Unterhaltsentscheidungen und viele StaatsvertrĂ€ge. Lesenswert ist meiner Ansicht nach u.a. das Unterkapitel zum Vergleich als europĂ€ischem Vollstreckungstitel (Rn. 105 ff.). Nach diesem Ausblick ĂŒber die Rechtsgrundlagen werden die Verfahrensvorschriften nĂ€her beleuchtet. Dies betrifft sowohl Anerkennungsverfahren nach den verschiedenen genannten Verordnungen und Übereinkommen, aber eben auch die Verfahren zur VollstreckbarerklĂ€rung. Durch die strenge Ausrichtung an den jeweiligen Rechtsvorschriften kann sich der Leser auch punktuell mit der Materie beschĂ€ftigen, ohne LektĂŒreverluste zu erleiden. Der nĂ€chste große Teil des Buches thematisiert dann die Anerkennung und VollstreckbarerklĂ€rung auslĂ€ndischer Titel in Deutschland, wobei einerseits § 328 ZPO mit allen Voraussetzungen vorgestellt wird, aber auch wiederum der Einfluss der Gemeinschaftsverordnungen und multilateralen VertrĂ€ge. Lesenswert ist z.B. das prĂ€zise Unterkapitel zu den Rechtsmitteln nach der EuGVVO. Das Vollstreckungsverfahren selbst bildet dann ein eigenes großes Unterkapitel und beinhaltet u.a. AVAG, AUG oder den europĂ€ischen Vollstreckungstitel, aber auch ganz konkrete Hinweise zur tatsĂ€chlichen Vollstreckung durch den Gerichtsvollzieher bzw. den Problemen der Zustellung des PfĂ€ndungs- und Überweisungsbeschlusses an den auslĂ€ndischen Drittschuldner. Sodann wird das Schicksal deutscher Titel im Ausland fĂŒr neun europĂ€ische Staaten erlĂ€utert, jeweils anhand der Rechtsgrundlagen, der VollstreckbarerklĂ€rung und einem kurzen Ausblick auf das jeweilige Zwangsvollstreckungssystem. Abgerundet wird das Werk schließlich mit einem kleinen Kapitel zum internationalen deutschen Mahnverfahren. Das Werk von Riedel ist eine sinnvolle und pragmatische Zusammenstellung zu einem wichtigen Themengebiet, das zugegebenermaßen mehr erklĂ€rend feststellt als tatsĂ€chlich dogmatische ErlĂ€uterungen anzubieten. Aber letztere braucht man im Vollstreckungsverfahren erst an zweiter Stelle, sodass hierfĂŒr dann die klassischen Kommentierungen, etwa im Zöller, dienlich sein können. Wer sich als Anwalt mit grenzĂŒberschreitender Vollstreckung befassen muss, wird mit diesem Skript sowohl eine gute EinfĂŒhrung als auch einen pragmatischen Überblick ĂŒber das Rechtsgebiet erhalten. Eine gelungene Neuauflage.

Die Vollstreckung des erlangten Titels aus dem Erkenntnisverfahren muss ein Anwalt als Schlusspunkt bewirken, um dem Mandant zu seinem Recht zu verhelfen. Schon die Vollstreckung im Inland kann dabei zahlreiche Fallstricke und Schwierigkeiten aufweisen, noch komplexer wird es, wenn ein Auslandsbezug vorhanden ist. Das angenehm kurze Lehrbuch von Riedel, der insbesondere Insolvenzrechtlern ein fester Begriff als Autor ist, fasst auf unter 200 Seiten die wesentlichen Rechtsprobleme grenzĂŒberschreitender Zwangsvollstreckung zusammen.

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Die Gestaltung des Werks ist ein wenig atypisch, denn die Rechtsprechungsnachweise sind als hervorgehobener Einschub im Fließtext enthalten. Das ist aber in diesem Fall ein echter Pluspunkt, denn die ohnehin nicht zahlreich vorhandene Judikatur fĂ€llt fĂŒr das konkrete Mandat sofort ins Auge. ErgĂ€nzt wird der Fließtext zudem durch tabellarische Übersichten und AufzĂ€hlungen. Vereinzelte Beispiele, Randziffern und Hervorhebungen durch Fettdruck leiten den Leser effektiv.

Teil 1 des Werks widmet sich zunĂ€chst der Anerkennung und VollstreckbarerklĂ€rung von Titeln. Nach einer kurzen Begriffsbestimmung werden als erstes die verschiedenen europĂ€ischen Verordnungen sowie anschließend völkerrechtliche Abkommen beleuchtet. Zur Sprache kommen etwa die EuGVVO, die EG-Zustellungsverordnung, der europĂ€ische Vollstreckungstitel, das europĂ€ische Mahnverfahren, die EuGVÜ sowie diverse multi- und bilaterale Spezialabkommen, etwa das UN-SchiedsĂŒbereinkommen, Haager Übereinkommen ĂŒber Unterhaltsentscheidungen und viele StaatsvertrĂ€ge. Lesenswert ist meiner Ansicht nach u.a. das Unterkapitel zum Vergleich als europĂ€ischem Vollstreckungstitel (Rn. 105 ff.). Nach diesem Ausblick ĂŒber die Rechtsgrundlagen werden die Verfahrensvorschriften nĂ€her beleuchtet. Dies betrifft sowohl Anerkennungsverfahren nach den verschiedenen genannten Verordnungen und Übereinkommen, aber eben auch die Verfahren zur VollstreckbarerklĂ€rung. Durch die strenge Ausrichtung an den jeweiligen Rechtsvorschriften kann sich der Leser auch punktuell mit der Materie beschĂ€ftigen, ohne LektĂŒreverluste zu erleiden.

Der nĂ€chste große Teil des Buches thematisiert dann die Anerkennung und VollstreckbarerklĂ€rung auslĂ€ndischer Titel in Deutschland, wobei einerseits § 328 ZPO mit allen Voraussetzungen vorgestellt wird, aber auch wiederum der Einfluss der Gemeinschaftsverordnungen und multilateralen VertrĂ€ge. Lesenswert ist z.B. das prĂ€zise Unterkapitel zu den Rechtsmitteln nach der EuGVVO. Das Vollstreckungsverfahren selbst bildet dann ein eigenes großes Unterkapitel und beinhaltet u.a. AVAG, AUG oder den europĂ€ischen Vollstreckungstitel, aber auch ganz konkrete Hinweise zur tatsĂ€chlichen Vollstreckung durch den Gerichtsvollzieher bzw. den Problemen der Zustellung des PfĂ€ndungs- und Überweisungsbeschlusses an den auslĂ€ndischen Drittschuldner.

Sodann wird das Schicksal deutscher Titel im Ausland fĂŒr neun europĂ€ische Staaten erlĂ€utert, jeweils anhand der Rechtsgrundlagen, der VollstreckbarerklĂ€rung und einem kurzen Ausblick auf das jeweilige Zwangsvollstreckungssystem. Abgerundet wird das Werk schließlich mit einem kleinen Kapitel zum internationalen deutschen Mahnverfahren.

Das Werk von Riedel ist eine sinnvolle und pragmatische Zusammenstellung zu einem wichtigen Themengebiet, das zugegebenermaßen mehr erklĂ€rend feststellt als tatsĂ€chlich dogmatische ErlĂ€uterungen anzubieten. Aber letztere braucht man im Vollstreckungsverfahren erst an zweiter Stelle, sodass hierfĂŒr dann die klassischen Kommentierungen, etwa im Zöller, dienlich sein können. Wer sich als Anwalt mit grenzĂŒberschreitender Vollstreckung befassen muss, wird mit diesem Skript sowohl eine gute EinfĂŒhrung als auch einen pragmatischen Überblick ĂŒber das Rechtsgebiet erhalten. Eine gelungene Neuauflage.

geschrieben am 19.05.2012 | 465 Wörter | 3382 Zeichen

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