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iZombie, Bd. 1: Tote leben länger


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Rezension von

Frank Drehmel

Tote leben länger Unlängst startete – sendeplatzmäßig etwas versteckt - im deutschen Free-TV die amerikanische Dramedy-Mystery-Serie „iZombie“. Wie im Medienland nicht unüblich, adaptiert diese TV-Show eine zuvor im und fürs Comic geborene Idee. Im vorliegenden iZombie-Fall ist die Adaption allerdings eine sehr freie – freundlich ausgedrückt -, was umso bedauerlicher ist, als die Comic-Vorlage in vielerlei Hinsicht so viel erfreulicher daherkommt als das telegene, durch und durch konventionelle Recyclingprodukt. Doch der Reihe nach: Gwen Dylans Leben ist schwer: erstens, weil man nicht mehr von einem Leben im herkömmlichen Sinne sprechen kann, muss sie doch einmal im Monat das Gehirn eines Menschen essen, um sich nicht selbst in ein geistloses Monstrum zu verwandeln, und zweitens, weil die Typen, mit denen sie regelmäßig abhängt, ein Geist namens Ellie und ein Wer-Terrier namens Scott – gerne auch Spot gerufen – sind. Erfreulich ist immerhin, dass ihre Freunde freundlich sind und dass die Mahlzeit auch aus Gehirnen kürzlich Verstorbener bestehen kann, sodass ihr Beruf in der Männerdomäne „Totengräber“ per se gewisse Vorteile mit sich bringt: morgens einbuddeln und nachts ausgraben sorgt für steten Nachschub an Nahrung, die schlimmer als eine Kombination aus Motoröl und Kotze – so Gwens professionelle Meinung – schmeckt. Auch wenn Hirn relativ kalorienarm ist, gibt es dennoch eine gravierende Nebenwirkung: die Erinnerungen des Verzehrten überwältigen sie bzw. drängen in ihr Bewusstsein. So auch, als sie Mr. Harris' sterbliche Überreste verspeist. Der arme Mann wurde umgebracht! Und schon sieht sich Gwen genötigt, den Mörder zu finden, wobei eine Horde wilder Vampire, ein Wiedergänger, der ihr allerlei über Seelen und so'n Zeugs erzählt, sowie ihr neuer Freund, dessen Profession das jagen von Monstern ist, die Sache zunehmend verkomplizieren. Bietet die TV-Show kaum mehr als Serien-Quark von der Stange – bisschen Crime, bisschen Drama, bisschen Mystery - mit stereotypen Storys und aalglatten konventionellen Charakteren, so vermittelt Robersons Comic mehr als nur eine Ahnung davon, wie die TV-Serie mit etwas mehr Mut hätte aussehen können: nicht nur, dass die Hauptprotagonistin – Gwen – ungewöhnliche kulinarische Bedürfnisse hat, ihr ganzes Leben, angefangen bei ihrer Berufswahl bis hin zum metaphysischen Freundeskreis, entspricht nicht der Norm. Zudem ist ihr gerade mit Ellie ein starker Charakter an die Seite gestellt, dessen Hintergrund ebenfalls durch und durch absonderlich ist, und der – rein TV-mäßig – an die US-amerikanische Sally aus „Being Human“ erinnert. Weiters fällt das starke Mystery-Moment auf, das den Comic-Hintergrund bestimmt, wobei die Jäger und der Wiedergänger sowohl originell, als auch spannend-leicht konzipiert sind und das metaphysische System – Überseelen, Unterseelen … etc. - spaßige Erklärungen für allerlei Getier – beginnend bei den Vampiren bis hin zu den Wer-Tieren – liefert. Das Erstaunlichste aber – zumindest für mich – ist: Allreds Artwork stört nicht den Lesespaß. Der Mann für den eher groben Retrostyle mit einer Vorliebe für den popartigen Duktus, für fette Konturen und klare, eher detailreduzierte Flächen setzt Robersons Story insofern stimmig in Szene, als sein Stil das Augenmerk des Lesers nicht auf selbstverliebte, barock-überladene Zeichnungen lenkt, sondern sich ganz in den Dienst der Geschichte und der Figurenpsychologie stellt. Fazit: Leichte Dialoge, spannende Charaktere sowie ein interessanter Hintergrund und ein überzeugendes Artwork lassen nur ein Fazit zu: iZombie ist das Frischfleisch im ausgelutschten Zombie-Genre!

Unlängst startete – sendeplatzmäßig etwas versteckt - im deutschen Free-TV die amerikanische Dramedy-Mystery-Serie „iZombie“. Wie im Medienland nicht unüblich, adaptiert diese TV-Show eine zuvor im und fürs Comic geborene Idee. Im vorliegenden iZombie-Fall ist die Adaption allerdings eine sehr freie – freundlich ausgedrückt -, was umso bedauerlicher ist, als die Comic-Vorlage in vielerlei Hinsicht so viel erfreulicher daherkommt als das telegene, durch und durch konventionelle Recyclingprodukt. Doch der Reihe nach:

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18.02.2018

Gwen Dylans Leben ist schwer: erstens, weil man nicht mehr von einem Leben im herkömmlichen Sinne sprechen kann, muss sie doch einmal im Monat das Gehirn eines Menschen essen, um sich nicht selbst in ein geistloses Monstrum zu verwandeln, und zweitens, weil die Typen, mit denen sie regelmäßig abhängt, ein Geist namens Ellie und ein Wer-Terrier namens Scott – gerne auch Spot gerufen – sind. Erfreulich ist immerhin, dass ihre Freunde freundlich sind und dass die Mahlzeit auch aus Gehirnen kürzlich Verstorbener bestehen kann, sodass ihr Beruf in der Männerdomäne „Totengräber“ per se gewisse Vorteile mit sich bringt: morgens einbuddeln und nachts ausgraben sorgt für steten Nachschub an Nahrung, die schlimmer als eine Kombination aus Motoröl und Kotze – so Gwens professionelle Meinung – schmeckt. Auch wenn Hirn relativ kalorienarm ist, gibt es dennoch eine gravierende Nebenwirkung: die Erinnerungen des Verzehrten überwältigen sie bzw. drängen in ihr Bewusstsein. So auch, als sie Mr. Harris' sterbliche Überreste verspeist.

Der arme Mann wurde umgebracht! Und schon sieht sich Gwen genötigt, den Mörder zu finden, wobei eine Horde wilder Vampire, ein Wiedergänger, der ihr allerlei über Seelen und so'n Zeugs erzählt, sowie ihr neuer Freund, dessen Profession das jagen von Monstern ist, die Sache zunehmend verkomplizieren.

Bietet die TV-Show kaum mehr als Serien-Quark von der Stange – bisschen Crime, bisschen Drama, bisschen Mystery - mit stereotypen Storys und aalglatten konventionellen Charakteren, so vermittelt Robersons Comic mehr als nur eine Ahnung davon, wie die TV-Serie mit etwas mehr Mut hätte aussehen können: nicht nur, dass die Hauptprotagonistin – Gwen – ungewöhnliche kulinarische Bedürfnisse hat, ihr ganzes Leben, angefangen bei ihrer Berufswahl bis hin zum metaphysischen Freundeskreis, entspricht nicht der Norm. Zudem ist ihr gerade mit Ellie ein starker Charakter an die Seite gestellt, dessen Hintergrund ebenfalls durch und durch absonderlich ist, und der – rein TV-mäßig – an die US-amerikanische Sally aus „Being Human“ erinnert. Weiters fällt das starke Mystery-Moment auf, das den Comic-Hintergrund bestimmt, wobei die Jäger und der Wiedergänger sowohl originell, als auch spannend-leicht konzipiert sind und das metaphysische System – Überseelen, Unterseelen … etc. - spaßige Erklärungen für allerlei Getier – beginnend bei den Vampiren bis hin zu den Wer-Tieren – liefert.

Das Erstaunlichste aber – zumindest für mich – ist: Allreds Artwork stört nicht den Lesespaß. Der Mann für den eher groben Retrostyle mit einer Vorliebe für den popartigen Duktus, für fette Konturen und klare, eher detailreduzierte Flächen setzt Robersons Story insofern stimmig in Szene, als sein Stil das Augenmerk des Lesers nicht auf selbstverliebte, barock-überladene Zeichnungen lenkt, sondern sich ganz in den Dienst der Geschichte und der Figurenpsychologie stellt.

Fazit: Leichte Dialoge, spannende Charaktere sowie ein interessanter Hintergrund und ein ĂĽberzeugendes Artwork lassen nur ein Fazit zu: iZombie ist das Frischfleisch im ausgelutschten Zombie-Genre!

geschrieben am 01.12.2015 | 521 Wörter | 3178 Zeichen

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