Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Gestaltete Welt. Ein fotografisches Lebenswerk


Statistiken
  • 4584 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autoren
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Gestaltete Welt. Ein fotografisches Lebenswerk Ausstellungskataloge entfalten manchmal nur in Kombination mit der zugehörigen Veranstaltung ihre wahre Kraft – zum Glück ist dies jedoch nicht bei dem vorliegenden Exemplar der Fall. Denn das im Steidl-Verlag erschienene Werk zum fotografischen Lebenswerk von Peter Keetman anlässlich dessen 100. Geburtstags (1916-2005) ist weit mehr als eine bloße Ansammlung von Fotografien. Es ist vielmehr ein wuchtiges Ausrufezeichen, das den Leser und Betrachter über das Schaffen des Künstlers hinaus mittels der Herstellung von Verknüpfungen und Assoziationen zu Gesellschaft, künstlerischen Strömungen und technischen Entwicklungen aber auch zur Arbeit des Fotografen an sich erfreut. Enthalten sind „nur“ die Fotografien Keetmans in schwarzweiß, wohingegen die farbigen Bilder noch anderweitig ihrer Aufbereitung für die Öffentlichkeit harren. Gleich zu Beginn ist darauf hinzuweisen, dass die zugehörige Ausstellung „Peter Keetman – Gestaltete Welt. Ein fotografisches Lebenswerk“ noch bis zum 31.07.2016 im Folkwang Museum Essen besucht werden kann. Wer es sich einrichten kann, das Museum in der Zeit noch zu besuchen, den wird die Zusammenstellung der einzelnen Räume beeindrucken. Denn die zeitliche und thematische Komposition der Exponate vermittelt nicht nur einen guten Eindruck des lebenslangen Wirkens Keetmans an und hinter der Kamera, seiner technischen Fähigkeiten und seiner Freude an neuen Gestaltungsmöglichkeiten (vgl. die Lichtpendelschwingungen, im Katalog ab S. 185), sondern bringt die einzelnen Bilder noch einen Tick besser zur Geltung als es der Katalog kann. Denn wenn wie hier geschehen Detailmotive wie die Spiegelnden Tropfen (1951), die Wasserspiegelung (1968) oder die Lichtspuren (1961) mit entsprechender Platzierung auf einer ansonsten weitgehend leeren Wand mit guter Beleuchtung platziert werden, verstärkt das die Eindrücklichkeit der Bilder enorm. Auch Spiele mit Motivtypen wie der Schatten auf dem Feld als Selbstporträt (1956) oder in der Entstehung anspruchsvolle Exponate wir die Fliegenden Insekten vor Scheinwerfer (1980) kommen auf diese Weise gut zum Tragen. Zurück aber zum Katalog, durch den man auch ohne die Ausstellung als standalone hervorragend und mehrfach blättern und schmökern kann. Dabei ist es spannend zu sehen, wie der Spagat Keetmans zwischen Berufsausübung und Kunst gelingen konnte, denn eine Vielzahl seiner Werke waren ja auch Auftragsarbeiten aus der Industrie, die aber seiner Neigung zur sachlichen Fotografie zugutekamen. Die Arbeiten begleiten Erläuterungen, Verzeichnisse, aber auch persönliche Stellungnahmen wie etwa die Erinnerungen von H.C. Gundlach, dem Herausgeber des Katalogs, oder die redaktionellen Hinweise von Sebastian Lux, welche insbesondere die Philosophie hinter dem Wirken von Keetman in wenigen Worten zusammenfassen und den Leser bzw. Betrachter so auf die richtige Spur bringen, um den Katalog in Gänze rezipieren zu können. Ergänzt wird dies durch viele technische Informationen oder festgehaltene Reaktionen auf Bilder Keetmans. Anhand der Arbeiten Keetmans sind auch historische Begebenheiten und Entwicklungen in einer spannenden Retrospektive entdeckbar, sei es aus dem Russlandfeldzug in den 1940er Jahren, sei es hinsichtlich des Wiederaufbaus der Münchener Innenstadt, aber auch wie Fotografie sich als Medium präsentieren konnte. Diese Arbeiten stehen selbstbewusst neben den Objektfotografien und ermöglichen, die große Schaffensbreite des Künstlers erkennen zu können. Insgesamt war ich von Katalog und Ausstellung ganz begeistert und kann beides nur empfehlen. Gerade die gleitenden Übergänge zwischen Kunst und Handwerk bleiben nachdrücklich in Erinnerung.

Ausstellungskataloge entfalten manchmal nur in Kombination mit der zugehörigen Veranstaltung ihre wahre Kraft – zum Glück ist dies jedoch nicht bei dem vorliegenden Exemplar der Fall. Denn das im Steidl-Verlag erschienene Werk zum fotografischen Lebenswerk von Peter Keetman anlässlich dessen 100. Geburtstags (1916-2005) ist weit mehr als eine bloße Ansammlung von Fotografien. Es ist vielmehr ein wuchtiges Ausrufezeichen, das den Leser und Betrachter über das Schaffen des Künstlers hinaus mittels der Herstellung von Verknüpfungen und Assoziationen zu Gesellschaft, künstlerischen Strömungen und technischen Entwicklungen aber auch zur Arbeit des Fotografen an sich erfreut. Enthalten sind „nur“ die Fotografien Keetmans in schwarzweiß, wohingegen die farbigen Bilder noch anderweitig ihrer Aufbereitung für die Öffentlichkeit harren.

weitere Rezensionen von Dr. Benjamin Krenberger


Gleich zu Beginn ist darauf hinzuweisen, dass die zugehörige Ausstellung „Peter Keetman – Gestaltete Welt. Ein fotografisches Lebenswerk“ noch bis zum 31.07.2016 im Folkwang Museum Essen besucht werden kann. Wer es sich einrichten kann, das Museum in der Zeit noch zu besuchen, den wird die Zusammenstellung der einzelnen Räume beeindrucken. Denn die zeitliche und thematische Komposition der Exponate vermittelt nicht nur einen guten Eindruck des lebenslangen Wirkens Keetmans an und hinter der Kamera, seiner technischen Fähigkeiten und seiner Freude an neuen Gestaltungsmöglichkeiten (vgl. die Lichtpendelschwingungen, im Katalog ab S. 185), sondern bringt die einzelnen Bilder noch einen Tick besser zur Geltung als es der Katalog kann. Denn wenn wie hier geschehen Detailmotive wie die Spiegelnden Tropfen (1951), die Wasserspiegelung (1968) oder die Lichtspuren (1961) mit entsprechender Platzierung auf einer ansonsten weitgehend leeren Wand mit guter Beleuchtung platziert werden, verstärkt das die Eindrücklichkeit der Bilder enorm. Auch Spiele mit Motivtypen wie der Schatten auf dem Feld als Selbstporträt (1956) oder in der Entstehung anspruchsvolle Exponate wir die Fliegenden Insekten vor Scheinwerfer (1980) kommen auf diese Weise gut zum Tragen.

Zurück aber zum Katalog, durch den man auch ohne die Ausstellung als standalone hervorragend und mehrfach blättern und schmökern kann. Dabei ist es spannend zu sehen, wie der Spagat Keetmans zwischen Berufsausübung und Kunst gelingen konnte, denn eine Vielzahl seiner Werke waren ja auch Auftragsarbeiten aus der Industrie, die aber seiner Neigung zur sachlichen Fotografie zugutekamen.

Die Arbeiten begleiten Erläuterungen, Verzeichnisse, aber auch persönliche Stellungnahmen wie etwa die Erinnerungen von H.C. Gundlach, dem Herausgeber des Katalogs, oder die redaktionellen Hinweise von Sebastian Lux, welche insbesondere die Philosophie hinter dem Wirken von Keetman in wenigen Worten zusammenfassen und den Leser bzw. Betrachter so auf die richtige Spur bringen, um den Katalog in Gänze rezipieren zu können. Ergänzt wird dies durch viele technische Informationen oder festgehaltene Reaktionen auf Bilder Keetmans.

Anhand der Arbeiten Keetmans sind auch historische Begebenheiten und Entwicklungen in einer spannenden Retrospektive entdeckbar, sei es aus dem Russlandfeldzug in den 1940er Jahren, sei es hinsichtlich des Wiederaufbaus der Münchener Innenstadt, aber auch wie Fotografie sich als Medium präsentieren konnte. Diese Arbeiten stehen selbstbewusst neben den Objektfotografien und ermöglichen, die große Schaffensbreite des Künstlers erkennen zu können.

Insgesamt war ich von Katalog und Ausstellung ganz begeistert und kann beides nur empfehlen. Gerade die gleitenden Übergänge zwischen Kunst und Handwerk bleiben nachdrücklich in Erinnerung.

geschrieben am 16.07.2016 | 502 Wörter | 3157 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen