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Dr. Strange: Anfang und Ende


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Rezension von

Thomas Stumpf

Dr. Strange: Anfang und Ende Der größte und mächtigste Zauberer des Marvel-Universums, der bereits 1963 seinen Auftakt nahm, ist nicht vielen geläufig. Als Kind wurde ich auf ihn aufmerksam, weil er immer wieder einmal hier und da an der Seite von Spider-Man auftauchte, der damals mein Liebling war. Dr. Strange, seit jeher ein Einzelgänger, war immer sehr geheimnisvoll und man wusste so gut wie nichts über ihn, außer dass er über immense Kräfte und uraltes Wissen verfügte, und Spidey zur Seite stand, wenn die Not am größten war. Und er war ein Freund des Hulk. Jetzt endlich bekommt dieser tolle Charakter die Aufmerksamkeit, die er verdient, nicht zuletzt durch den Film, in dem Benedict Cumberbatch („Sherlock“) in die Rolle des Dr. Strange schlüpft. Mit „Dr. Strange – Anfang und Ende“ bringt Panini die 6-teilige US-Miniserie „Dr. Strange: Beginnings and Endings“ erstmals in einem Band gesammelt für die deutsche Leserschaft heraus. Wie bei „Wolverine: Origin“ ist auch „Anfang und Ende“ ein Origin-Comic, es geht also um Ursprung und Herkunft von Dr. Strange. Für Einsteiger und Dr.-Strange-Neulinge der perfekte Einstieg, aber auch für Kenner, denn natürlich fügt Topp-Autor Joseph Michael Straczynski (u.a. Spiderman, Babylon 5) einige neue Nuancen und Details hinzu (vor allem, welchen persönlichen Preis Dr. Strange für seine Rolle als Hüter zwischen den Welten zahlen muss). Es ist ganz typisch, dass die Ursprungsgeschichte eines Superhelden über die Jahrzehnte hinweg von wechselnden Autoren immer ein Stück weit neu interpretiert wird, um sie interessant zu halten und ihrem Charakter mehr Tiefe zu verleihen. Das ist auch hier gelungen. Kurz zum Inhalt (ohne zu viel zu verraten): Dr. Stephen Strange ist ein begnadeter Arzt und Chirurg. Als solcher arbeitet er eine Zeit lang in Nepal, wo er eine erleuchtende Begegnung mit einem alten Mann hat. Zurück in seinem High-Society-Leben vergisst er jedoch alle guten Vorsätze und verdient als Schönheitschirurg ein Vermögen. Doch dann ruiniert ein auf Leichtsinn beruhender Skiunfall sein Leben, seine Hände werden derart schwer verletzt, dass er nie wieder wird operieren können. Als er glaubt, am Ende angekommen zu sein, tritt unerwartet jemand in sein Leben und führt ihn zu einem Jungen, den er einst in Nepal behandelt hatte und dem er versprochen hatte zurückzukehren – ein Versprechen, das Stephen Strange nie eingelöst hat. Wong, so heißt der nun junge Mann, ist Schüler des „Altehrwürdigen“. Dieser ist ein uralter Zauberer und – mahnt ahnt es sogleich – der Vorgänger von Dr. Strange. Der skeptische und misstrauische Arzt hört sich nur widerwillig an, was der Alte zu sagen hat. Der Altehrwürdige erinnert Dr. Strange daran, was für ein Mann er einmal sein wollte und was aus ihm geworden ist. Und er berichtet ihm von einer Welt jenseits der unseren, von mächtigen, bösen Wesen aus der Unterwelt und anderen Dimensionen. Nachdem Stephen Strange diese Kreaturen mit eigenen Augen gesehen und erlebt hat, was aus der Welt, die er kennt, werden würde, wenn diese Wesen den Zugang in unsere Welt finden, lässt er sich bekehren und nimmt seine Ausbildung auf. Doch es weilen Verräter, Handlanger der bösen Mächte in seinen Reihen und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Am Ende steht die Geburt des „Dr. Strange“, Hüter zwischen den Dimensionen, die letzte Barriere zwischen unserer Welt und der alles verschlingenden Schattenwelt. Optisch ist das hier ein Augenschmaus. Höchst detaillierte Zeichnungen, kräftige und klare Colorierung auf Hochglanz heben das Ganze schon auf das Niveau einer Graphic Novel. In den ersten beiden Dritteln durchaus text- und dialogakzentuiert bekommt die Story die Zeit und den Raum, die sie zur Entwicklung benötigt. Im Schlussdrittel ist dann Action angesagt. Die Panels sind abwechslungsreich gestaltet, in der Regel nicht mehr als sechs auf einer Seite, teilweise borderless. Anfang und Ende eines Teilabschnitts zieren zumeist schöne Splash-Panels. Unsere Welt wird nur durch eine dünne dimensionale Membran von den Mächten der Finsternis getrennt, und der Übergang zwischen den Reichen ist durchlässig, das Gleichgewicht fragil. Dr. Stephen Strange wacht darüber, dass die bösen Mächte nicht in unsere Welt dringen und sie ins Chaos stürzen. Die Schattenwelt ist für uns unsichtbar, wer sie doch wahrnimmt, muss damit rechnen, seinen Verstand zu verlieren. Stephen Strange muss seine gesamte Geisteskraft aufbringen, um standzuhalten. Damit greift „Dr. Strange“ das zentrale Thema von Howard Phillips Lovecraft auf, Schöpfer des Cthulhu-Mythos und Erfinder des „Necronomicon“: Die „Welt hinter der Welt“, wo das „unaussprechlich Böse“ lauert und die „Großen Alten“, uralte kosmische Götter, Terror und Wahnsinn verbreiten, unsichtbar für die meisten Menschen, doch wer sie erblickt, wird wahnsinnig. Insoweit ist „Dr. Strange“ zugleich eine Hommage an den Meister des phantastischen Horrors, ein Aspekt, der gerade mit „Anfang und Ende“ hervorragend herausgearbeitet wurde. Ein ganz starker Comic.

Der größte und mächtigste Zauberer des Marvel-Universums, der bereits 1963 seinen Auftakt nahm, ist nicht vielen geläufig. Als Kind wurde ich auf ihn aufmerksam, weil er immer wieder einmal hier und da an der Seite von Spider-Man auftauchte, der damals mein Liebling war. Dr. Strange, seit jeher ein Einzelgänger, war immer sehr geheimnisvoll und man wusste so gut wie nichts über ihn, außer dass er über immense Kräfte und uraltes Wissen verfügte, und Spidey zur Seite stand, wenn die Not am größten war. Und er war ein Freund des Hulk. Jetzt endlich bekommt dieser tolle Charakter die Aufmerksamkeit, die er verdient, nicht zuletzt durch den Film, in dem Benedict Cumberbatch („Sherlock“) in die Rolle des Dr. Strange schlüpft.

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Mit „Dr. Strange – Anfang und Ende“ bringt Panini die 6-teilige US-Miniserie „Dr. Strange: Beginnings and Endings“ erstmals in einem Band gesammelt für die deutsche Leserschaft heraus. Wie bei „Wolverine: Origin“ ist auch „Anfang und Ende“ ein Origin-Comic, es geht also um Ursprung und Herkunft von Dr. Strange. Für Einsteiger und Dr.-Strange-Neulinge der perfekte Einstieg, aber auch für Kenner, denn natürlich fügt Topp-Autor Joseph Michael Straczynski (u.a. Spiderman, Babylon 5) einige neue Nuancen und Details hinzu (vor allem, welchen persönlichen Preis Dr. Strange für seine Rolle als Hüter zwischen den Welten zahlen muss). Es ist ganz typisch, dass die Ursprungsgeschichte eines Superhelden über die Jahrzehnte hinweg von wechselnden Autoren immer ein Stück weit neu interpretiert wird, um sie interessant zu halten und ihrem Charakter mehr Tiefe zu verleihen. Das ist auch hier gelungen.

Kurz zum Inhalt (ohne zu viel zu verraten): Dr. Stephen Strange ist ein begnadeter Arzt und Chirurg. Als solcher arbeitet er eine Zeit lang in Nepal, wo er eine erleuchtende Begegnung mit einem alten Mann hat. Zurück in seinem High-Society-Leben vergisst er jedoch alle guten Vorsätze und verdient als Schönheitschirurg ein Vermögen. Doch dann ruiniert ein auf Leichtsinn beruhender Skiunfall sein Leben, seine Hände werden derart schwer verletzt, dass er nie wieder wird operieren können. Als er glaubt, am Ende angekommen zu sein, tritt unerwartet jemand in sein Leben und führt ihn zu einem Jungen, den er einst in Nepal behandelt hatte und dem er versprochen hatte zurückzukehren – ein Versprechen, das Stephen Strange nie eingelöst hat. Wong, so heißt der nun junge Mann, ist Schüler des „Altehrwürdigen“. Dieser ist ein uralter Zauberer und – mahnt ahnt es sogleich – der Vorgänger von Dr. Strange. Der skeptische und misstrauische Arzt hört sich nur widerwillig an, was der Alte zu sagen hat. Der Altehrwürdige erinnert Dr. Strange daran, was für ein Mann er einmal sein wollte und was aus ihm geworden ist. Und er berichtet ihm von einer Welt jenseits der unseren, von mächtigen, bösen Wesen aus der Unterwelt und anderen Dimensionen. Nachdem Stephen Strange diese Kreaturen mit eigenen Augen gesehen und erlebt hat, was aus der Welt, die er kennt, werden würde, wenn diese Wesen den Zugang in unsere Welt finden, lässt er sich bekehren und nimmt seine Ausbildung auf. Doch es weilen Verräter, Handlanger der bösen Mächte in seinen Reihen und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Am Ende steht die Geburt des „Dr. Strange“, Hüter zwischen den Dimensionen, die letzte Barriere zwischen unserer Welt und der alles verschlingenden Schattenwelt.

Optisch ist das hier ein Augenschmaus. Höchst detaillierte Zeichnungen, kräftige und klare Colorierung auf Hochglanz heben das Ganze schon auf das Niveau einer Graphic Novel. In den ersten beiden Dritteln durchaus text- und dialogakzentuiert bekommt die Story die Zeit und den Raum, die sie zur Entwicklung benötigt. Im Schlussdrittel ist dann Action angesagt. Die Panels sind abwechslungsreich gestaltet, in der Regel nicht mehr als sechs auf einer Seite, teilweise borderless. Anfang und Ende eines Teilabschnitts zieren zumeist schöne Splash-Panels.

Unsere Welt wird nur durch eine dünne dimensionale Membran von den Mächten der Finsternis getrennt, und der Übergang zwischen den Reichen ist durchlässig, das Gleichgewicht fragil. Dr. Stephen Strange wacht darüber, dass die bösen Mächte nicht in unsere Welt dringen und sie ins Chaos stürzen. Die Schattenwelt ist für uns unsichtbar, wer sie doch wahrnimmt, muss damit rechnen, seinen Verstand zu verlieren. Stephen Strange muss seine gesamte Geisteskraft aufbringen, um standzuhalten. Damit greift „Dr. Strange“ das zentrale Thema von Howard Phillips Lovecraft auf, Schöpfer des Cthulhu-Mythos und Erfinder des „Necronomicon“: Die „Welt hinter der Welt“, wo das „unaussprechlich Böse“ lauert und die „Großen Alten“, uralte kosmische Götter, Terror und Wahnsinn verbreiten, unsichtbar für die meisten Menschen, doch wer sie erblickt, wird wahnsinnig. Insoweit ist „Dr. Strange“ zugleich eine Hommage an den Meister des phantastischen Horrors, ein Aspekt, der gerade mit „Anfang und Ende“ hervorragend herausgearbeitet wurde. Ein ganz starker Comic.

geschrieben am 19.12.2016 | 760 Wörter | 4218 Zeichen

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