Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Hellboy: Der Teufel erwacht


Statistiken
  • 5162 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Frank Drehmel

Hellboy: Der Teufel erwacht Ein Überfall und ein Mord in einem New Yorker Wachsfigurenkabinett schrecken das Team der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen - kurz B.U.A.P. - auf. Das Opfer, Hans Übler, war während des zweiten Weltkrieges in dubiose Machenschaften des Hitler-Regimes verwickelt, zu denen auch das Projekt Ragnarök zählte. Zudem scheinen alarmierende Verbindungen zwischen dem Mord und einem alten, totgeglaubten Vampir, Giurescu, zu bestehen. Da man in diesem Fall an mehreren Orten gleichzeitig nachforschen muss, wird die Gruppe der Agenten geteilt; Hellboy verschlägt es hierbei nach Rumänien. Als er dort im wahrsten Sinne des Wortes mit der Tür ins Haus - oder besser durch das Dach ins Schloss Giurescus - fällt, sieht er sich unmittelbar Auge in Auge einer Art Golem sowie der Fanatikerin Ilsa Hauptstein gegenüber, die ihren geliebten Vampir wiedererwecken will. Doch damit nicht genug: auch der auferstandene Rasputin und seine dunklen Götter, die für Hellboy eine tragende Rolle bei der Inszenierung des Weltuntergangs vorgesehen haben, mischen kräftig mit, sodass der hornlose Dämon einmal mehr sowohl die Erde als auch seine eigene Seele retten muss. Da sich die ambitionierte und mutige Schwarzweiß-Veröffentlichung von “Saat der Zerstörung” nicht nur künstlerisch als veritabler Erfolg erwies, nimmt es nicht Wunder, dass Cross-Cult das bewährte Konzept auch im zweiten Band der Hellboy-Reihe, “Der Teufel erwacht”, beibehält. Dass Mike Mignolas außergewöhnliches Artwork - zumindest jenes, welches seine Hellboy-Geschichten auszeichnet - nach einer schwarzweißen Umsetzung geradezu schreit, steht für mich außer Frage. Dennoch ist ein Einwand nicht von der Hand zu weisen: die Serie wurde im US-Original koloriert veröffentlicht! Muss man daher nicht davon ausgehen, dass mit dem Verlust der Farbigkeit auch ein Verlust von Ausdrucks- oder Aussagekraft einhergeht, denn schließlich sollte man annehmen, dass die Farbe bewusst und gezielt als Stilmittel eingesetzt wird? Tatsächlich ist es so, dass die Farbe in Hellboy weniger Atmosphäre bildend wirkt, als vielmehr der vordergründigen, vereinfachten Identifizierbarkeit von Figuren und Zusammenhängen dient. Die Farbe ist nicht mehr als ein Krückstock, ein Kniefall vor einem eiligen Leser, der nicht willens oder in der Lage ist, in die Geschichte einzutauchen. Zweifellos erfordert Schwarzweiß mehr Aufmerksamkeit, belohnt den Leser dafür jedoch mit jener Spannung, die aus dem Ungewissen und der Unbestimmtheit erwächst und die für das Funktionieren gerade solcher Horror-Geschichten, die einen anderen Anspruch haben, als den Leser durch bloße explizite, blutige Details zu schockieren, unabdingbar ist. Wie der Vorgängerband überzeugt “Der Teufel erwacht” durch seinen zur Schau getragenen “Retro-Pulp”-Charakter, einer Mischung aus cthuloider Story, einfachen - d.h. klar umrissenen - Charakteren, die nicht nur grafisch einem Schwarzweiß-Schema entsprechen, sowie bissigen Dialogen. Die Aufmachung und Gestaltung des Tradepaperbacks gehört zum Besten, was das Comic-Genre zu bieten hat, auch wenn einige Hardcore-Horror-Fans wahrscheinlich einen Einband aus Menschenhautleder statt eines weniger anstößigen ledergeprägten Papiers präferierten. Abgerundet wird das Erscheinungsbild durch ein Vorwort Alan Moores sowie ein Interview mit Mike Mignola. Darüber hinaus tragen 11 ganzseitige, künstlerisch recht unterschiedliche b/w-Zeichnungen von 11 Künstlern - deutschen wie amerikanischen - zum erfreulichen Gesamteindruck bei. Fazit: Ein Mignola in Höchstform und die herausragende Gestaltung machen “Der Teufel erwacht” zu einem Leckerbissen für jeden anspruchsvollen Comic-Genießer.

Ein Überfall und ein Mord in einem New Yorker Wachsfigurenkabinett schrecken das Team der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen - kurz B.U.A.P. - auf. Das Opfer, Hans Übler, war während des zweiten Weltkrieges in dubiose Machenschaften des Hitler-Regimes verwickelt, zu denen auch das Projekt Ragnarök zählte. Zudem scheinen alarmierende Verbindungen zwischen dem Mord und einem alten, totgeglaubten Vampir, Giurescu, zu bestehen. Da man in diesem Fall an mehreren Orten gleichzeitig nachforschen muss, wird die Gruppe der Agenten geteilt; Hellboy verschlägt es hierbei nach Rumänien.

weitere Rezensionen von Frank Drehmel

#
rezensiert seit
Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Als er dort im wahrsten Sinne des Wortes mit der Tür ins Haus - oder besser durch das Dach ins Schloss Giurescus - fällt, sieht er sich unmittelbar Auge in Auge einer Art Golem sowie der Fanatikerin Ilsa Hauptstein gegenüber, die ihren geliebten Vampir wiedererwecken will.

Doch damit nicht genug: auch der auferstandene Rasputin und seine dunklen Götter, die für Hellboy eine tragende Rolle bei der Inszenierung des Weltuntergangs vorgesehen haben, mischen kräftig mit, sodass der hornlose Dämon einmal mehr sowohl die Erde als auch seine eigene Seele retten muss.

Da sich die ambitionierte und mutige Schwarzweiß-Veröffentlichung von “Saat der Zerstörung” nicht nur künstlerisch als veritabler Erfolg erwies, nimmt es nicht Wunder, dass Cross-Cult das bewährte Konzept auch im zweiten Band der Hellboy-Reihe, “Der Teufel erwacht”, beibehält.

Dass Mike Mignolas außergewöhnliches Artwork - zumindest jenes, welches seine Hellboy-Geschichten auszeichnet - nach einer schwarzweißen Umsetzung geradezu schreit, steht für mich außer Frage. Dennoch ist ein Einwand nicht von der Hand zu weisen: die Serie wurde im US-Original koloriert veröffentlicht! Muss man daher nicht davon ausgehen, dass mit dem Verlust der Farbigkeit auch ein Verlust von Ausdrucks- oder Aussagekraft einhergeht, denn schließlich sollte man annehmen, dass die Farbe bewusst und gezielt als Stilmittel eingesetzt wird?

Tatsächlich ist es so, dass die Farbe in Hellboy weniger Atmosphäre bildend wirkt, als vielmehr der vordergründigen, vereinfachten Identifizierbarkeit von Figuren und Zusammenhängen dient. Die Farbe ist nicht mehr als ein Krückstock, ein Kniefall vor einem eiligen Leser, der nicht willens oder in der Lage ist, in die Geschichte einzutauchen.

Zweifellos erfordert Schwarzweiß mehr Aufmerksamkeit, belohnt den Leser dafür jedoch mit jener Spannung, die aus dem Ungewissen und der Unbestimmtheit erwächst und die für das Funktionieren gerade solcher Horror-Geschichten, die einen anderen Anspruch haben, als den Leser durch bloße explizite, blutige Details zu schockieren, unabdingbar ist.

Wie der Vorgängerband überzeugt “Der Teufel erwacht” durch seinen zur Schau getragenen “Retro-Pulp”-Charakter, einer Mischung aus cthuloider Story, einfachen - d.h. klar umrissenen - Charakteren, die nicht nur grafisch einem Schwarzweiß-Schema entsprechen, sowie bissigen Dialogen.

Die Aufmachung und Gestaltung des Tradepaperbacks gehört zum Besten, was das Comic-Genre zu bieten hat, auch wenn einige Hardcore-Horror-Fans wahrscheinlich einen Einband aus Menschenhautleder statt eines weniger anstößigen ledergeprägten Papiers präferierten.

Abgerundet wird das Erscheinungsbild durch ein Vorwort Alan Moores sowie ein Interview mit Mike Mignola. Darüber hinaus tragen 11 ganzseitige, künstlerisch recht unterschiedliche b/w-Zeichnungen von 11 Künstlern - deutschen wie amerikanischen - zum erfreulichen Gesamteindruck bei.

Fazit: Ein Mignola in Höchstform und die herausragende Gestaltung machen “Der Teufel erwacht” zu einem Leckerbissen für jeden anspruchsvollen Comic-Genießer.

geschrieben am 14.05.2008 | 497 Wörter | 3163 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen