Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt


Statistiken
  • 7067 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autoren
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Stefanie Koos

Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt In Afrika schreiben aidskranke Eltern für ihre Kinder Erinnerungsbücher. Bücher, die den Kindern einen Einblick in Geschichte und Leben ihrer Familie gewähren, welchen die Eltern nicht mehr an ihre Kinder weitergeben konnten. Ziel ist es, den Kindern eine bessere Zukunftsperspektive zu bieten. Mankell griff diese Idee auf und verarbeitete sie in seinem Buch „Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt“. Bekannt geworden ist Henning Mankell vor allem durch seine Kurt-Wallander-Romane. Er verbringt den größten Teil des Jahres in seiner Wahlheimat Mozambique und setzt sich daher auch intensiv mit dem Leben in Afrika auseinander. Im Roman „Der Chronist der Winde“ erzählt er zum Beispiel einfühlsam über das Leben afrikanischer Straßenkinder, was zugleich nachdenklich werden lässt, aber auch an vielen Stellen zum schmunzeln bringt. Sein Buch „Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt“ ist ganz anders. Für das Buch ist Mankell nach Uganda gereist, um mit Aidskranken zu sprechen. So ist kein Roman, sondern ein Essay entstanden. Der Autor erzählt nicht nur über die Erfahrungen der Betroffenen und ihrer Verwandten, sondern auch über seine eigenen Ängste und den Umgang mit Aids. Die Geschichte von Aida, dem kleinen Mädchen, das bald die Verantwortung für ihre Geschwister übernehmen muss und in der Pflege ihrer kleinen Mangopflanze Trost findet, geht unter die Haut. In einem zweiten Teil im Buch, berichten Werner Bauch und Marianne M. Raven von Plan International e.V. näher über das Memory Book Project. Dann folgt ein abgedrucktes Erinnerungsbuch, welches Christine Agua für ihre ungefähr zehnjährige Tochter schreibt. Die Lehrerin schreibt über die Geschichte der Familie, wie sie von der Krankheit erfahren hat und was sie sich für ihre Tochter wünscht. Gerade dieses abgedruckte Beispiel eines Erinnerungsbuches lässt den Leser erahnen, welchen Wert ein solches Büchlein für die hinterbliebenen Kinder haben kann. Positiv setzt sich Mankells Buch von anderen Büchern dadurch ab, das der Autor nicht nur sachliche Fakten präsentiert, sondern die Betroffenen direkt zu Wort kommen lässt. Trotzdem: wer sich schon ein ganz wenig mit dem Thema HIV/AIDS beschäftigt hat, dem präsentiert Mankell nichts Neues. An manchen Stellen fand ich das Buch sehr langatmig, da es weder ein interessanter Roman ist, noch ein Sachbuch, welches neue Ansichten und Fakten brächte. Ich finde Mankells Argumentation auch sehr einseitig. Der Autor verurteilt die Pharmakonzerne, welche nicht bereit sind, lebensverlängernde Medikamente zu erschwinglichen Preisen auf den Markt zu bringen. Leider zeigt aber auch Mankell keine Lösung auf, sondern verurteilt einfach nur die Pharmakonzerne und die westliche Politik allgemein. Wer sich mit dem Thema HIV/AIDS noch nicht beschäftigt hat, für den könnte Mankells Buch ein schöner Einstieg sein, ich selbst fand es jedoch zu oberflächlich und die Idee der Erinnerungsbücher hätte man auch auf weniger Seiten unterbringen können.

In Afrika schreiben aidskranke Eltern für ihre Kinder Erinnerungsbücher. Bücher, die den Kindern einen Einblick in Geschichte und Leben ihrer Familie gewähren, welchen die Eltern nicht mehr an ihre Kinder weitergeben konnten. Ziel ist es, den Kindern eine bessere Zukunftsperspektive zu bieten. Mankell griff diese Idee auf und verarbeitete sie in seinem Buch „Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt“.

weitere Rezensionen von Stefanie Koos

#
rezensiert seit
Buchtitel
2
26.02.2005

Bekannt geworden ist Henning Mankell vor allem durch seine Kurt-Wallander-Romane. Er verbringt den größten Teil des Jahres in seiner Wahlheimat Mozambique und setzt sich daher auch intensiv mit dem Leben in Afrika auseinander. Im Roman „Der Chronist der Winde“ erzählt er zum Beispiel einfühlsam über das Leben afrikanischer Straßenkinder, was zugleich nachdenklich werden lässt, aber auch an vielen Stellen zum schmunzeln bringt.

Sein Buch „Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt“ ist ganz anders. Für das Buch ist Mankell nach Uganda gereist, um mit Aidskranken zu sprechen. So ist kein Roman, sondern ein Essay entstanden. Der Autor erzählt nicht nur über die Erfahrungen der Betroffenen und ihrer Verwandten, sondern auch über seine eigenen Ängste und den Umgang mit Aids. Die Geschichte von Aida, dem kleinen Mädchen, das bald die Verantwortung für ihre Geschwister übernehmen muss und in der Pflege ihrer kleinen Mangopflanze Trost findet, geht unter die Haut.

In einem zweiten Teil im Buch, berichten Werner Bauch und Marianne M. Raven von Plan International e.V. näher über das Memory Book Project. Dann folgt ein abgedrucktes Erinnerungsbuch, welches Christine Agua für ihre ungefähr zehnjährige Tochter schreibt. Die Lehrerin schreibt über die Geschichte der Familie, wie sie von der Krankheit erfahren hat und was sie sich für ihre Tochter wünscht. Gerade dieses abgedruckte Beispiel eines Erinnerungsbuches lässt den Leser erahnen, welchen Wert ein solches Büchlein für die hinterbliebenen Kinder haben kann.

Positiv setzt sich Mankells Buch von anderen Büchern dadurch ab, das der Autor nicht nur sachliche Fakten präsentiert, sondern die Betroffenen direkt zu Wort kommen lässt. Trotzdem: wer sich schon ein ganz wenig mit dem Thema HIV/AIDS beschäftigt hat, dem präsentiert Mankell nichts Neues. An manchen Stellen fand ich das Buch sehr langatmig, da es weder ein interessanter Roman ist, noch ein Sachbuch, welches neue Ansichten und Fakten brächte. Ich finde Mankells Argumentation auch sehr einseitig. Der Autor verurteilt die Pharmakonzerne, welche nicht bereit sind, lebensverlängernde Medikamente zu erschwinglichen Preisen auf den Markt zu bringen. Leider zeigt aber auch Mankell keine Lösung auf, sondern verurteilt einfach nur die Pharmakonzerne und die westliche Politik allgemein.

Wer sich mit dem Thema HIV/AIDS noch nicht beschäftigt hat, für den könnte Mankells Buch ein schöner Einstieg sein, ich selbst fand es jedoch zu oberflächlich und die Idee der Erinnerungsbücher hätte man auch auf weniger Seiten unterbringen können.

geschrieben am 25.01.2005 | 440 Wörter | 2515 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen