Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Ohne Warhol keine Währung - Surrealistische Gedichte


Statistiken
  • 3846 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Eliza Gamai

Ohne Warhol keine Währung - Surrealistische Gedichte Traumreise in die Welt der Poesie Wer das Ungewohnte, Irritierende sucht und liebt, der kommt beim Lesen von René Sommers Gedichtband „Ohne Warhol keine Währung“ voll auf die Rechnung. Die Gedichte leben von der Überraschung oder Zumutung, die vertrauten Welten durch fremde Spiegel neu zu denken. Sie lesen sich wie eine impressionistische Traumreisesequenz in die Welt der Poesie: ... Aus dem Ei schlüpft ein grinsender rosafarbener Dinosaurier in einem Ballettröckchen und sagt: - Es gibt kein Tabu, außer man bricht es. Die Reise kann auch in die umgekehrte Richtung führen, wenn Sommer die Lesenden aus der Kunstwelt des Sprachkünstlers oder aus der Sprache ohne Übergang in die Wirklichkeit führt: ... und von der Dachschräge starren Augen hinunter auf Mona Lisa und Mona Meinhof. Der spielerische Stil hebt die Welt mit einem kleinen Dreh in die Sphäre des Traums. Der Dichter Wolfgang Withsunday begegnet einer chinesischen Drachenbauerin. Er möchte einen Drachen so hoch fliegen lassen, wie es nur geht. Sie rät ihm, einen Text von ihm drauf zu schreiben. In einer Welt, in welcher Worte die Schwerkraft aufheben können, entdecken Lesende, dass die Magie der Sprache nicht nur bei Kindern Wirksamkeit entfaltet, sondern in allen Lebensaltern die Last alter Seh- und Denkgewohnheiten abwerfen kann. Sommer spielt auf die verrückteste Weise mit den Regeln der Logik und der Chronologie: ... Vor 385 Millionen Jahren stand hier keine Ampel. Es gab nur einen 8 Meter hohen, farnähnlichen Baum. Vor 48 Jahren kam das erste Ampelmännchen. Hat sich das lange Warten nicht gelohnt? René Sommers Geschichten und Gedichte gelingt es, uns beim Lesen in einen Bann zu ziehen und das Buch erst nach komplettem Durchlesen aus der Hand zu legen. Einige Gedichte wirken seltsam nachhaltig, so dass wir vielleicht morgens vor den Spiegel treten und uns sagen: Ich habe dieses Gedicht gelesen.

Traumreise in die Welt der Poesie

weitere Rezensionen von Eliza Gamai

#
rezensiert seit
Buchtitel
2
31.07.2018
4
11.03.2018

Wer das Ungewohnte, Irritierende sucht und liebt, der kommt beim Lesen von René Sommers Gedichtband „Ohne Warhol keine Währung“ voll auf die Rechnung. Die Gedichte leben von der Überraschung oder Zumutung, die vertrauten Welten durch fremde Spiegel neu zu denken. Sie lesen sich wie eine impressionistische Traumreisesequenz in die Welt der Poesie:

... Aus dem Ei schlüpft ein grinsender

rosafarbener Dinosaurier

in einem Ballettröckchen und sagt:

- Es gibt kein Tabu,

außer man bricht es.

Die Reise kann auch in die umgekehrte Richtung führen, wenn Sommer die Lesenden aus der Kunstwelt des Sprachkünstlers oder aus der Sprache ohne Übergang in die Wirklichkeit führt:

... und von der Dachschräge

starren Augen hinunter

auf Mona Lisa und Mona Meinhof.

Der spielerische Stil hebt die Welt mit einem kleinen Dreh in die Sphäre des Traums. Der Dichter Wolfgang Withsunday begegnet einer chinesischen Drachenbauerin. Er möchte einen Drachen so hoch fliegen lassen, wie es nur geht. Sie rät ihm, einen Text von ihm drauf zu schreiben. In einer Welt, in welcher Worte die Schwerkraft aufheben können, entdecken Lesende, dass die Magie der Sprache nicht nur bei Kindern Wirksamkeit entfaltet, sondern in allen Lebensaltern die Last alter Seh- und Denkgewohnheiten abwerfen kann.

Sommer spielt auf die verrückteste Weise mit den Regeln der Logik und der Chronologie:

... Vor 385 Millionen Jahren stand hier keine Ampel.

Es gab nur einen 8 Meter hohen, farnähnlichen Baum.

Vor 48 Jahren kam das erste Ampelmännchen.

Hat sich das lange Warten nicht gelohnt?

René Sommers Geschichten und Gedichte gelingt es, uns beim Lesen in einen Bann zu ziehen und das Buch erst nach komplettem Durchlesen aus der Hand zu legen. Einige Gedichte wirken seltsam nachhaltig, so dass wir vielleicht morgens vor den Spiegel treten und uns sagen: Ich habe dieses Gedicht gelesen.

geschrieben am 01.06.2015 | 294 Wörter | 1587 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen