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Ein Monat auf dem Land


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Ein Monat auf dem Land Der Autor Carr, 1994 im Alter von 82 Jahren verstorben, schrieb mehrere Romane, wovon der nun erstmals in deutscher Übersetzung vorliegende „Ein Monat auf dem Land“ sogar für den renommierten Booker Preis nominiert und in England bereits verfilmt worden war. Es scheint in den letzten Jahren nicht nur in Mode gekommen zu sein, ältere fremdsprachige Autoren für den deutschen Markt zu entdecken, sondern es ist auch höchst erfreulich, da erfolgreich. Im Kunstmann-Verlag erschien z.B. die Krimi-Serie von McIntyre, der Dumont-Verlag hat sich nunmehr dem literarischen Wirken Carrs angenommen. Worum geht es in dem erstaunlich schmalen Roman, der eher einer Novelle nahekommt? Im Sommer des Jahres 1920 kommt im Örtchen Oxgodby im typisch nordenglischen Regen ein junger Mann am Bahnhof an, Tom Birkin. Er ist Restaurator und mit dem Ziel in dem Dorf angelangt, das mittelalterliche Wandgemälde in der örtlichen Kirche von Schmutz und Ruß zu befreien und so freizulegen. Das Ganze geschieht natürlich nicht aus freien Stücken oder weil die örtliche Gemeinde so viel Geld übrig hätte, sondern weil es eine testamentarische Verfügung einer Erblasserin war. Mit dem entsprechenden Unmut weist der Pfarrer Birkin in die Kirche ein, sein Schlafraum ist im Glockenturm, die Mahlzeiten sind kärglich und die Vergangenheit Birkins, seine Zeit im ersten Weltkrieg, holt ihn immer wieder in Gedanken ein, hat sich aber auch in seinem Äußeren manifestiert, etwa in Zuckungen des Gesichts. Dennoch macht er sich mit Eifer und Verve an die Arbeit und wird von einem herrlich sommerlichen August belohnt, der ihm die ganze Schönheit der Landschaft präsentiert und wie eine kleine Therapie auf Birkin wirkt. Denn der hat nicht nur die Kriegserfahrungen zu verarbeiten, sondern auch dass seine Frau ihn für einen anderen verlassen hat. Nach und nach knüpft er Kontakte zur Dorfbevölkerung und nimmt an deren Ereignissen teil. Auch eine Freundschaft zu einem anderen auf dem Kirchengelände arbeitenden Mann kann er knüpfen, wenngleich weder diese noch seine Gefühle für eine hübsche Dame des Dorfes am Ende von Dauer sein werden. Obwohl das Buch nicht dick ist, kann man es nur schwer in einem Zug herunterlesen. Denn der Stil Carrs lädt zum Verweilen und Nachschmecken regelrecht ein. Man taucht mit Birkin in diese langsame Sommerzeit ein und findet bei der Lektüre eine erstaunliche Ruhe, teilt melancholische und traurige Momente. Dennoch verbleiben keine Zweifel, wieviel Kraft Birkin dort aus seiner Arbeit und seinem Aufenthalt schöpft. Ein wirklich zeitweise erhebendes Lektüreerlebnis.

Der Autor Carr, 1994 im Alter von 82 Jahren verstorben, schrieb mehrere Romane, wovon der nun erstmals in deutscher Übersetzung vorliegende „Ein Monat auf dem Land“ sogar für den renommierten Booker Preis nominiert und in England bereits verfilmt worden war. Es scheint in den letzten Jahren nicht nur in Mode gekommen zu sein, ältere fremdsprachige Autoren für den deutschen Markt zu entdecken, sondern es ist auch höchst erfreulich, da erfolgreich. Im Kunstmann-Verlag erschien z.B. die Krimi-Serie von McIntyre, der Dumont-Verlag hat sich nunmehr dem literarischen Wirken Carrs angenommen.

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Worum geht es in dem erstaunlich schmalen Roman, der eher einer Novelle nahekommt? Im Sommer des Jahres 1920 kommt im Örtchen Oxgodby im typisch nordenglischen Regen ein junger Mann am Bahnhof an, Tom Birkin. Er ist Restaurator und mit dem Ziel in dem Dorf angelangt, das mittelalterliche Wandgemälde in der örtlichen Kirche von Schmutz und Ruß zu befreien und so freizulegen. Das Ganze geschieht natürlich nicht aus freien Stücken oder weil die örtliche Gemeinde so viel Geld übrig hätte, sondern weil es eine testamentarische Verfügung einer Erblasserin war. Mit dem entsprechenden Unmut weist der Pfarrer Birkin in die Kirche ein, sein Schlafraum ist im Glockenturm, die Mahlzeiten sind kärglich und die Vergangenheit Birkins, seine Zeit im ersten Weltkrieg, holt ihn immer wieder in Gedanken ein, hat sich aber auch in seinem Äußeren manifestiert, etwa in Zuckungen des Gesichts. Dennoch macht er sich mit Eifer und Verve an die Arbeit und wird von einem herrlich sommerlichen August belohnt, der ihm die ganze Schönheit der Landschaft präsentiert und wie eine kleine Therapie auf Birkin wirkt. Denn der hat nicht nur die Kriegserfahrungen zu verarbeiten, sondern auch dass seine Frau ihn für einen anderen verlassen hat. Nach und nach knüpft er Kontakte zur Dorfbevölkerung und nimmt an deren Ereignissen teil. Auch eine Freundschaft zu einem anderen auf dem Kirchengelände arbeitenden Mann kann er knüpfen, wenngleich weder diese noch seine Gefühle für eine hübsche Dame des Dorfes am Ende von Dauer sein werden.

Obwohl das Buch nicht dick ist, kann man es nur schwer in einem Zug herunterlesen. Denn der Stil Carrs lädt zum Verweilen und Nachschmecken regelrecht ein. Man taucht mit Birkin in diese langsame Sommerzeit ein und findet bei der Lektüre eine erstaunliche Ruhe, teilt melancholische und traurige Momente. Dennoch verbleiben keine Zweifel, wieviel Kraft Birkin dort aus seiner Arbeit und seinem Aufenthalt schöpft. Ein wirklich zeitweise erhebendes Lektüreerlebnis.

geschrieben am 02.10.2016 | 395 Wörter | 2218 Zeichen

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