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Werte im Schafspelz


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Nicolas Kesper

Werte im Schafspelz „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ – Werte sind definitiv keine Erfindung unserer Zeit. Doch sie werden heute häufiger denn je zitiert. Dem Wertesystem geht Michael Mary, hauptberuflich Berater für Einzelpersonen und Paare, in seinem neusten Buch auf die Spur und wagt sich somit thematisch auf neues Terrain. „Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand“ (Auszug aus der Deutschen Nationalhymne) Schon in seiner Kindheit sei Michael Mary mit Werten konfrontiert worden, schon damals fragte er sich, weshalb der Nächstenliebe predigende Pfarrer den Kindern die christlichen Werte mit Stockschlägen auf den Handrücken einprägte. Nun scheint der Autor das Wertesystem durchblickt und die Werteprediger entlarvt zu haben und die Welt an seinem Wissen teilhaben lassen zu wollen. Damit die Leserschaft seinen Ausführungen von Beginn weg folgen kann, holt er weit aus: Er definiert die Gesellschaft neu. So ist sie nicht, wie allgemein geltend, eine Ansammlung von Menschen, sondern vielmehr eine Ansammlung von Handlungen, da der Mensch selbst ja total widersprüchlich handelt. Macht Sinn! Auch auf den nachfolgenden Seiten argumentiert Michael Mary stets kompetent, charmant und witzig. Die Kernaussage des Buches: Werte sind Kommunikationsmittel und werden missbraucht, um eigene Ziele zu verschleiern und durchzusetzen. Leider packt Michael Mary die Thematik der Werte aber doch zu umfassend an. So spricht er davon, dass sich die Werte gegenseitig schaden und ausschalten (Herrscht völlige Freiheit, gewinnen die Reichen und die Schwachen verlieren. Gesetzliche Festlegungen zur Wahrung der Solidarität schränken dann wieder die Freiheit ein. Solidarität bedeutet gleichzeitig, dass man sich gegen den Wert der Selbstverantwortung richtet etc. ), davon, dass von Wert zu Wert gehüpft wird (in den Siebzigern wurde Gemeinwohl grossgeschrieben, als die Unternehmungen aber plötzlich stetig mächtiger wurden, appellierte man in den Achtzigern plötzlich an die Selbstverantwortung oder sie Selbsthilfe) oder eben davon, dass es den Wertepredigern nur um die Durchsetzung eigener Ziele geht. Des Weiteren behauptet er, dass sich eine Gesellschaft nicht nach Werten richtet, sondern dass Werte aus der Gesellschaft heraus entstehen. Schlicht zu viel Information für ein einzelnes Buch! Michael Mary wäre gut beraten gewesen, daraus mehrere Bücher, vielleicht sogar eine ganze Serie zu der Wertethematik zu machen und pro Buch auf eine Problematik einzugehen. Denn der Mann hat definitiv was zu sagen. Das zeigt sich auch auf seiner Homepage, wo er im Gästebuch auf negative Kritiken jeweils sofort kompetent kontert. Eine Chance, die vielen Informationen einigermassen zu verarbeiten, bietet sich dann doch noch: Im Anhang befindet sich ein das Buch schon fast zusammenfassendes Interview mit dem Soziologen Dirk Baecker.

„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ – Werte sind definitiv keine Erfindung unserer Zeit. Doch sie werden heute häufiger denn je zitiert. Dem Wertesystem geht Michael Mary, hauptberuflich Berater für Einzelpersonen und Paare, in seinem neusten Buch auf die Spur und wagt sich somit thematisch auf neues Terrain.

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„Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand“ (Auszug aus der Deutschen Nationalhymne)

Schon in seiner Kindheit sei Michael Mary mit Werten konfrontiert worden, schon damals fragte er sich, weshalb der Nächstenliebe predigende Pfarrer den Kindern die christlichen Werte mit Stockschlägen auf den Handrücken einprägte.

Nun scheint der Autor das Wertesystem durchblickt und die Werteprediger entlarvt zu haben und die Welt an seinem Wissen teilhaben lassen zu wollen. Damit die Leserschaft seinen Ausführungen von Beginn weg folgen kann, holt er weit aus: Er definiert die Gesellschaft neu. So ist sie nicht, wie allgemein geltend, eine Ansammlung von Menschen, sondern vielmehr eine Ansammlung von Handlungen, da der Mensch selbst ja total widersprüchlich handelt. Macht Sinn! Auch auf den nachfolgenden Seiten argumentiert Michael Mary stets kompetent, charmant und witzig.

Die Kernaussage des Buches: Werte sind Kommunikationsmittel und werden missbraucht, um eigene Ziele zu verschleiern und durchzusetzen.

Leider packt Michael Mary die Thematik der Werte aber doch zu umfassend an. So spricht er davon, dass sich die Werte gegenseitig schaden und ausschalten (Herrscht völlige Freiheit, gewinnen die Reichen und die Schwachen verlieren. Gesetzliche Festlegungen zur Wahrung der Solidarität schränken dann wieder die Freiheit ein. Solidarität bedeutet gleichzeitig, dass man sich gegen den Wert der Selbstverantwortung richtet etc. ), davon, dass von Wert zu Wert gehüpft wird (in den Siebzigern wurde Gemeinwohl grossgeschrieben, als die Unternehmungen aber plötzlich stetig mächtiger wurden, appellierte man in den Achtzigern plötzlich an die Selbstverantwortung oder sie Selbsthilfe) oder eben davon, dass es den Wertepredigern nur um die Durchsetzung eigener Ziele geht. Des Weiteren behauptet er, dass sich eine Gesellschaft nicht nach Werten richtet, sondern dass Werte aus der Gesellschaft heraus entstehen. Schlicht zu viel Information für ein einzelnes Buch! Michael Mary wäre gut beraten gewesen, daraus mehrere Bücher, vielleicht sogar eine ganze Serie zu der Wertethematik zu machen und pro Buch auf eine Problematik einzugehen. Denn der Mann hat definitiv was zu sagen. Das zeigt sich auch auf seiner Homepage, wo er im Gästebuch auf negative Kritiken jeweils sofort kompetent kontert.

Eine Chance, die vielen Informationen einigermassen zu verarbeiten, bietet sich dann doch noch: Im Anhang befindet sich ein das Buch schon fast zusammenfassendes Interview mit dem Soziologen Dirk Baecker.

geschrieben am 29.04.2008 | 407 Wörter | 2429 Zeichen

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