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Latein ist tot, es lebe Latein!: Kleine Geschichte einer großen Sprache - Wilfried Stroh


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Rezension von

Anna Kneisel

Latein ist tot, es lebe Latein!: Kleine Geschichte einer großen Sprache - Wilfried Stroh Immer wieder mussten sich klassische Philologen der Frage nach der Daseinsberechtigung des Lateins als Unterrichtsfach stellen. In den letzten Jahren hat diese Sprache jedoch wieder an Bedeutung gewonnen. Völlig zu Recht ist diese unterhaltsame lateinische Sprachgeschichte des emeritierten Münchner Professors Wilfried Stroh zum Spiegel-Bestseller geworden. Der Autor nimmt den Leser voller Begeisterung mit auf einen äußerst informativen Gang durch die Geschichte der lateinischen Sprache und Literatur, die uns - so paradox es klingt - gerade dadurch, dass sie eine tote Sprache ist, bis heute in ihrer Schönheit erhalten geblieben ist. Professor Stroh hat hier eine umfassende „kleine Geschichte einer großen Sprache“ vorgelegt, die mehr mitbringt, als ihr Titel vermuten lässt. Schon in der lateinischen Praefatio, die dann noch einmal auf Deutsch als Vorbemerkung folgt, wird klar, dass es hier vor allem darum geht, eine als unzugänglich wahrgenommene Sprache einer größeren Leserschaft zugänglich zu machen. Mit Grundkenntnissen fällt es nicht schwer, die Praefatio zu verstehen und sie weckt das Interesse für das, was noch kommt. Selbstverständlich dürfen hier genauso wenig die Ursprünge der römischen Literatur fehlen wie ein etwas ausführlicherer Abriss zum Leben und Wirken des heute so berühmten Staatsmannes, Redners und Schriftstellers Cicero. Dass Stroh ein glühender Bewunderer Ciceros ist, war mir auch vor der Lektüre bewusst. Augenzwinkernd verweist er aber bei seiner Lobeshymne auch auf die gelegentlichen „Entgleisungen“, wenn Cicero sich als die große Hoffnung Roms darstellt oder Rom glücklich preist für die Tatsache, ihn zu haben. Von der Antike bis zur Neuzeit leitet Stroh elegant über, Cicero trifft auf Vergil, Spätantike wird abgelöst vom Mittelalter, Petrarca erneuert die Lateinische Sprache wie es zuvor Cicero tat, es wird erklärt, woher der Begriff des Humanismus kommt, und warum Franz Josef Strauß eher erbost über eine geschliffene auf Latein gehaltene Rede war, die nicht er gehalten hatte. Der Leser findet hier keine fortlaufende Geschichte mit unzähligen Jahreszahlen vor, die sich ein geplagter Schüler im Lateinunterricht niemals hätte merken können. Stattdessen stellt man fest, dass Latein als Sprache über die Jahrhunderte hinweg wiederholte Erneuerungsschübe erfahren hat und dabei nichts von seiner Einzigartigkeit verloren hat. Europäische Kultur und Bildungsfragen werden genauso angesprochen wie die Schwierigkeit des aktiven Lateinsprechens in heutiger Zeit, was Stroh als einer der Wenigen noch auf äußerst beeindruckende Weise beherrscht. Eine gute Abrundung ist der Anhang, in dem die Aussprache erläutert wird, aber auch die Zeittafel gibt noch einmal einen gelungenen Überblick. „Latein ist tot, es lebe Latein!“ ist Alles in Allem ein sehr informatives Buch mit Gegenwartsbezug, das mit großer Begeisterung für eine Sprache geschrieben wurde, die uns tagtäglich begegnet und das oftmals ohne, dass wir es wirklich zur Kenntnis nähmen. Wer von Haus aus ein großes Interesse für Latein mitbringt, wird von diesem Buch mehr als angetan sein.

Immer wieder mussten sich klassische Philologen der Frage nach der Daseinsberechtigung des Lateins als Unterrichtsfach stellen. In den letzten Jahren hat diese Sprache jedoch wieder an Bedeutung gewonnen. Völlig zu Recht ist diese unterhaltsame lateinische Sprachgeschichte des emeritierten Münchner Professors Wilfried Stroh zum Spiegel-Bestseller geworden. Der Autor nimmt den Leser voller Begeisterung mit auf einen äußerst informativen Gang durch die Geschichte der lateinischen Sprache und Literatur, die uns - so paradox es klingt - gerade dadurch, dass sie eine tote Sprache ist, bis heute in ihrer Schönheit erhalten geblieben ist.

Professor Stroh hat hier eine umfassende „kleine Geschichte einer großen Sprache“ vorgelegt, die mehr mitbringt, als ihr Titel vermuten lässt. Schon in der lateinischen Praefatio, die dann noch einmal auf Deutsch als Vorbemerkung folgt, wird klar, dass es hier vor allem darum geht, eine als unzugänglich wahrgenommene Sprache einer größeren Leserschaft zugänglich zu machen. Mit Grundkenntnissen fällt es nicht schwer, die Praefatio zu verstehen und sie weckt das Interesse für das, was noch kommt.

Selbstverständlich dürfen hier genauso wenig die Ursprünge der römischen Literatur fehlen wie ein etwas ausführlicherer Abriss zum Leben und Wirken des heute so berühmten Staatsmannes, Redners und Schriftstellers Cicero. Dass Stroh ein glühender Bewunderer Ciceros ist, war mir auch vor der Lektüre bewusst. Augenzwinkernd verweist er aber bei seiner Lobeshymne auch auf die gelegentlichen „Entgleisungen“, wenn Cicero sich als die große Hoffnung Roms darstellt oder Rom glücklich preist für die Tatsache, ihn zu haben.

Von der Antike bis zur Neuzeit leitet Stroh elegant über, Cicero trifft auf Vergil, Spätantike wird abgelöst vom Mittelalter, Petrarca erneuert die Lateinische Sprache wie es zuvor Cicero tat, es wird erklärt, woher der Begriff des Humanismus kommt, und warum Franz Josef Strauß eher erbost über eine geschliffene auf Latein gehaltene Rede war, die nicht er gehalten hatte.

Der Leser findet hier keine fortlaufende Geschichte mit unzähligen Jahreszahlen vor, die sich ein geplagter Schüler im Lateinunterricht niemals hätte merken können. Stattdessen stellt man fest, dass Latein als Sprache über die Jahrhunderte hinweg wiederholte Erneuerungsschübe erfahren hat und dabei nichts von seiner Einzigartigkeit verloren hat. Europäische Kultur und Bildungsfragen werden genauso angesprochen wie die Schwierigkeit des aktiven Lateinsprechens in heutiger Zeit, was Stroh als einer der Wenigen noch auf äußerst beeindruckende Weise beherrscht.

Eine gute Abrundung ist der Anhang, in dem die Aussprache erläutert wird, aber auch die Zeittafel gibt noch einmal einen gelungenen Überblick.

„Latein ist tot, es lebe Latein!“ ist Alles in Allem ein sehr informatives Buch mit Gegenwartsbezug, das mit großer Begeisterung für eine Sprache geschrieben wurde, die uns tagtäglich begegnet und das oftmals ohne, dass wir es wirklich zur Kenntnis nähmen.

Wer von Haus aus ein großes Interesse für Latein mitbringt, wird von diesem Buch mehr als angetan sein.

geschrieben am 28.08.2008 | 448 Wörter | 2652 Zeichen

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