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Der Susan-Effekt: Roman


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Der Susan-Effekt: Roman Wow, was für eine Frau, diese Susan Svendsen. Begnadete dänische Physikerin mit erfolgreichem Komponisten Laban als Ehemann, schönen, klugen und eigenwilligen Zwillingskindern Harald und Thit, und noch dazu allesamt mit einer Gabe ausgestattet, die Menschen ihrer Umgebung nicht nur zu beeindrucken, sondern auch noch zu beeinflussen. Laban mit Charme und betörender Musik, Susan mit der „Susan-Effekt“ genannten Wirkung, dass ihr Gegenüber auf einmal unvermeidlich zur Aufrichtigkeit gezwungen wird, in Wort und Tat. Wie geht man mit einer solchen Gabe um? Einzeln. Und als Familie? Denn später im Buch wird auch noch erwähnt, dass selbst die Zwillinge eine eigene Art solch rational nicht erfassbarer Wirkung auf andere haben. Susan hat sich, wie sie später im Buch bekundet, trotz Förderung durch geniale Lehrmeister der Physik für ein „normales“ Leben mit Familie und Job an der Universität entschieden, nachdem sie jahrelang in der physikalischen Feldforschung gearbeitet hat, unter anderem unter Ausnutzung ihrer Gabe in Interviews und Verhören. Doch dass da irgendwann etwas schief gelaufen sein muss mit diesem „normalen“ Familienleben, bemerkt der Leser gleich zu Beginn, wo berichtet wird, dass die ganze Familie auf einem Indien-Trip irgendwie in massive Schwierigkeiten geraten zu sein scheint. Die Rettung scheint in Gestalt des Beamten Hegn zu erscheinen, der Susan aus dem Gefängnis in Indien herausholt und ihre gesamte Familie dazu, die an anderen Orten für Aufruhr gesorgt hat – leider kommen die Hintergründe dieser Indien-Reise im Buch nicht mehr klar zur Sprache. Einzige Bedingung der Heimholung ist, dass Susan etwas über eine so genannte Zukunftskommission herausfinden und deren Protokolle beschaffen soll. Mit diesem Begriff kann aber zunächst niemand etwas anfangen, also begeben sich Susan, Mann und Kinder auf die Suche. Sie werden auf kleinen Umwegen rasch fündig und entdecken, dass diese Zukunftskommission eine geheim gehaltene Versammlung kluger Köpfe war bzw. noch sein könnte, die durch Zusammenführung ihres Wissens und ihrer prognostischen Fähigkeiten zukünftige Ereignisse und Entwicklungen zwar nicht vorhersagen, jedoch genauestmöglich eingrenzen sollten. Was für eine Vorstellung! Und der kleine Sprung zum Missbrauch dieses machtvollen Wissens ist natürlich schnell getan. So findet Susan Stück für Stück immer mehr heraus, muss sich und ihre Familie vor Gewalt und Mordanschlägen schützen, neben ihr werden die verbliebenen Mitglieder dieser Zukunftskommission reihenweise liquidiert und auch Hegn spielt nur scheinbar die Rolle, in welcher er eingangs aufgetreten ist. Auf diese Weise entfaltet sich in immer mehr Details eine unglaubliche Melange von Machtspielen, Interessenverschiebungen, Verschwörungsszenarien, selbst ethischen Grundsatzfragen und mittendrin stehen Susan und ihre Familie, die in ihrer persönlichen Sackgasse auch noch Familiengeheimnisse aufdecken, die jahrelang eigentlich im Verborgenen besser aufgehoben waren. All das führt Hoeg am Ende zu einem finalen Showdown, in dem Susan über sich hinauswachsen muss. Susan ist, wie so oft bei Hoeg, eine starke, smarte Heldin mit einem Hang ins Übernatürliche. Dennoch ist der bei ihr auftretende „Susan-Effekt“ in die Geschichte so gut eingebettet, dass man die Möglichkeit seiner Existenz zumindest für nicht ganz unmöglich hält. Die Vermischung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen und Erkenntnisse, von realen und erfundenen Personen in den fiktionalen Romanstoff ist äußerst gut gelungen, ebenso – wie immer bei Hoeg – die grandiose Sprache, die auch in der Übersetzung den Leser beglückt. Zugegeben, am Ende wird das Buch dann zur echten Fiktion und man kann über manchen Einfall schon einmal spöttisch den Kopf schütteln, aber der Weg dorthin ist spannend und auch das Ende. Während der Lektüre des Buches hat man ständig das Gefühl, man könnte die Geschichte sofort als Film umgesetzt sein, was schon allein für die beeindruckende Plastizität von Hoegs Sprache und Erzählkraft spricht. Eine klare Lektüreempfehlung.

Wow, was für eine Frau, diese Susan Svendsen. Begnadete dänische Physikerin mit erfolgreichem Komponisten Laban als Ehemann, schönen, klugen und eigenwilligen Zwillingskindern Harald und Thit, und noch dazu allesamt mit einer Gabe ausgestattet, die Menschen ihrer Umgebung nicht nur zu beeindrucken, sondern auch noch zu beeinflussen. Laban mit Charme und betörender Musik, Susan mit der „Susan-Effekt“ genannten Wirkung, dass ihr Gegenüber auf einmal unvermeidlich zur Aufrichtigkeit gezwungen wird, in Wort und Tat. Wie geht man mit einer solchen Gabe um? Einzeln. Und als Familie? Denn später im Buch wird auch noch erwähnt, dass selbst die Zwillinge eine eigene Art solch rational nicht erfassbarer Wirkung auf andere haben. Susan hat sich, wie sie später im Buch bekundet, trotz Förderung durch geniale Lehrmeister der Physik für ein „normales“ Leben mit Familie und Job an der Universität entschieden, nachdem sie jahrelang in der physikalischen Feldforschung gearbeitet hat, unter anderem unter Ausnutzung ihrer Gabe in Interviews und Verhören. Doch dass da irgendwann etwas schief gelaufen sein muss mit diesem „normalen“ Familienleben, bemerkt der Leser gleich zu Beginn, wo berichtet wird, dass die ganze Familie auf einem Indien-Trip irgendwie in massive Schwierigkeiten geraten zu sein scheint. Die Rettung scheint in Gestalt des Beamten Hegn zu erscheinen, der Susan aus dem Gefängnis in Indien herausholt und ihre gesamte Familie dazu, die an anderen Orten für Aufruhr gesorgt hat – leider kommen die Hintergründe dieser Indien-Reise im Buch nicht mehr klar zur Sprache. Einzige Bedingung der Heimholung ist, dass Susan etwas über eine so genannte Zukunftskommission herausfinden und deren Protokolle beschaffen soll. Mit diesem Begriff kann aber zunächst niemand etwas anfangen, also begeben sich Susan, Mann und Kinder auf die Suche. Sie werden auf kleinen Umwegen rasch fündig und entdecken, dass diese Zukunftskommission eine geheim gehaltene Versammlung kluger Köpfe war bzw. noch sein könnte, die durch Zusammenführung ihres Wissens und ihrer prognostischen Fähigkeiten zukünftige Ereignisse und Entwicklungen zwar nicht vorhersagen, jedoch genauestmöglich eingrenzen sollten. Was für eine Vorstellung! Und der kleine Sprung zum Missbrauch dieses machtvollen Wissens ist natürlich schnell getan. So findet Susan Stück für Stück immer mehr heraus, muss sich und ihre Familie vor Gewalt und Mordanschlägen schützen, neben ihr werden die verbliebenen Mitglieder dieser Zukunftskommission reihenweise liquidiert und auch Hegn spielt nur scheinbar die Rolle, in welcher er eingangs aufgetreten ist. Auf diese Weise entfaltet sich in immer mehr Details eine unglaubliche Melange von Machtspielen, Interessenverschiebungen, Verschwörungsszenarien, selbst ethischen Grundsatzfragen und mittendrin stehen Susan und ihre Familie, die in ihrer persönlichen Sackgasse auch noch Familiengeheimnisse aufdecken, die jahrelang eigentlich im Verborgenen besser aufgehoben waren. All das führt Hoeg am Ende zu einem finalen Showdown, in dem Susan über sich hinauswachsen muss.

Susan ist, wie so oft bei Hoeg, eine starke, smarte Heldin mit einem Hang ins Übernatürliche. Dennoch ist der bei ihr auftretende „Susan-Effekt“ in die Geschichte so gut eingebettet, dass man die Möglichkeit seiner Existenz zumindest für nicht ganz unmöglich hält. Die Vermischung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen und Erkenntnisse, von realen und erfundenen Personen in den fiktionalen Romanstoff ist äußerst gut gelungen, ebenso – wie immer bei Hoeg – die grandiose Sprache, die auch in der Übersetzung den Leser beglückt. Zugegeben, am Ende wird das Buch dann zur echten Fiktion und man kann über manchen Einfall schon einmal spöttisch den Kopf schütteln, aber der Weg dorthin ist spannend und auch das Ende. Während der Lektüre des Buches hat man ständig das Gefühl, man könnte die Geschichte sofort als Film umgesetzt sein, was schon allein für die beeindruckende Plastizität von Hoegs Sprache und Erzählkraft spricht. Eine klare Lektüreempfehlung.

geschrieben am 10.09.2015 | 583 Wörter | 3461 Zeichen

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