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Germany 2064: Ein Zukunftsthriller. Die Welt von morgen


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Informationen zum Buch
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  Erscheinungsjahr
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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Germany 2064: Ein Zukunftsthriller. Die Welt von morgen Wer mit dem Bruno, Chef de Police, soviel Erfolg hatte, dessen „Thriller“ mit dem Namen „Germany 2064“ erwartet man natürlich mit Spannung. Allein: es ist bestimmt kein Thriller, es ist noch nicht einmal eine spannende geschweige denn gute Kriminalgeschichte. Ich bin von dem Buch als Roman wirklich enttäuscht. Entstanden ist das Werk offenbar aus dem Umstand heraus, dass Martin Walker als Berater bzw. Mitglied eines Think Tanks bei der Firma A.T. Kearney tätig ist, wo man sich so allerlei Gedanken über Unternehmen, Politik und das Staatensystem der Zukunft macht. Das allein wäre schon hochspannend. Warum muss man solche Zukunftsüberlegungen künstlich in eine Kriminalgeschichte mit Plattitüden und Schwarz-Weiß-Charakteren pressen? Dies geschah jedenfalls hier. Richtige Protagonisten gibt es eigentlich nicht. Es kommen so viele Figuren vor, dass der Hauptermittler, Bernd Aguilar, der zusammen mit einem auf ihn abgestimmten persönlichen Roboter „Roberto“ im Team agiert, gelegentlich zur Gänze untergeht. Denn neben ihm gibt es den schillernden und scheinbar nie alt zu kriegenden Unternehmer, Entwickler und Vordenker Wendt, dessen Unternehmen und Roboter der eigentliche Hauptgegenstand des Romans sind, dazu den Gasthofsbetreiber Klaus, der eine Art Bindeglied zwischen der überwachten, technisierten Welt und den so genannten „Freien Gebieten“ darstellt, in denen die Menschen in einer Art Selbstverwaltung und ohne den ganzen Staatskrimskrams leben dürfen. Dann gibt es noch die Professorin Christina, die sich mit ethischen Fragen der Robotik auseinander setzt, die Folksängerin Bora Hati mit weitverzweigtem mächtigen Familienclan und noch einige Charaktere mehr. Dadurch dass immer wieder ellenlange erklärende Passagen wie Kurzreferate eingestreut werden (müssen), um dem Leser klarzumachen, was so alles seit 2014 passiert ist, was es mit den Unruhen 2048 auf sich hatte, wie die freien Gebiete entstanden sind, was die Robotik alles kann, dass inzwischen sogar Nahrungsmittel auf extraterrestrischen Planeten angebaut und auf die Erde katapultiert werden, das nur unter anderem, kann sich eine Geschichte im Kopf des Lesers nicht entwickeln. Denn der muss sich erst einmal in den beschriebenen Jahrzehnten zurechtfinden, die Informationen sortieren, abwägen, ob die gewälzten technischen und ethischen Probleme wirklich realistisch sein können und leider noch dazu feststellen, dass sich der Autor nicht zu schade ist, heute gängige Klischees en masse einzubauen, um der Geschichte zu einer Pseudospannung zu verhelfen. Da gibt es natürlich die bösen mafiösen Verbrecher aus dem russischen Sprachraum mit entsprechenden Tätowierungen, im Gegensatz die ländlichen Gutmenschen, deren freie Gebiete die bösen Verbrecher einfach als Rückzugsort nutzen. Hinzu kommen die machtversessenen unteren Chargen des Unternehmens Wendt, die aus Profitgier und gegen den Willen des Firmenpatriarchen endlich die Roboter auch zu Kriegszwecken umrüsten wollen, wie das die amerikanische Konkurrenz in ihrer typischen Ruchlosigkeit ohnehin schon lange tut. Dann gibt es selbstverständlich den in Chaos und Krieg versinkenden afrikanischen Kontinent, die klandestinen Hacker und Regelbrecher aus Russland und China und so weiter und so fort. Es ist ermüdend. Nebenbei gibt es noch ein bisschen Romanze zwischen Bernd und Christina, ein bisschen Wendt’sches Familiendrama und anderes. Ein Kernpunkt des Buches, nämlich was wir Robotern in ihrer Entwicklung zutrauen wollen, wieviel Autonomie wir abgeben wollen, um sie Robotern zu übertragen, wieviel Humanität in doppeltem Sinne wir ihnen einpflanzen wollen und, was erst ganz am Ende aufkommt, wieviel Menschlichkeit wir ihnen gegenüber zeigen wollen, kommt so gar nicht richtig zum Tragen. Das wäre nur möglich gewesen, wenn nicht versucht worden wäre, im Zeitraffer die Zeit bis zum fiktiven Jahr 2064 darzustellen, was unendlich viel Zeit und Geduld beim Leser kostet und die eigentliche Geschichte verflachen lässt. Nicht einmal der Aufhänger des Romans, den eigentlich gut durchdachten Diebstahl so genannter Neobiotika zur Bekämpfung multiresistenter Keime, braucht die spätere Geschichte noch. Am Ende gibt es dann, wohl um die Bezeichnung Thriller zu rechtfertigen, noch ein Showdownkuddelmuddel, wo von der Armbrust bis zur modernen Infraschallwaffe mal so eben alles auf die fiesen Russengegner geballert wird. Und auf den letzten paar Seiten werden auch mal so eben die Handlungsstränge entwirrt, die man vorher fast schon aus den Augen verlieren konnte. Insgesamt kann ich dem Roman leider nicht attestieren, dass ich ihn besonders lesenswert finden würde. Ich finde ihn langweilig und dazu unausgegoren komponiert. Schade.

Wer mit dem Bruno, Chef de Police, soviel Erfolg hatte, dessen „Thriller“ mit dem Namen „Germany 2064“ erwartet man natürlich mit Spannung. Allein: es ist bestimmt kein Thriller, es ist noch nicht einmal eine spannende geschweige denn gute Kriminalgeschichte. Ich bin von dem Buch als Roman wirklich enttäuscht.

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Entstanden ist das Werk offenbar aus dem Umstand heraus, dass Martin Walker als Berater bzw. Mitglied eines Think Tanks bei der Firma A.T. Kearney tätig ist, wo man sich so allerlei Gedanken über Unternehmen, Politik und das Staatensystem der Zukunft macht. Das allein wäre schon hochspannend. Warum muss man solche Zukunftsüberlegungen künstlich in eine Kriminalgeschichte mit Plattitüden und Schwarz-Weiß-Charakteren pressen? Dies geschah jedenfalls hier.

Richtige Protagonisten gibt es eigentlich nicht. Es kommen so viele Figuren vor, dass der Hauptermittler, Bernd Aguilar, der zusammen mit einem auf ihn abgestimmten persönlichen Roboter „Roberto“ im Team agiert, gelegentlich zur Gänze untergeht. Denn neben ihm gibt es den schillernden und scheinbar nie alt zu kriegenden Unternehmer, Entwickler und Vordenker Wendt, dessen Unternehmen und Roboter der eigentliche Hauptgegenstand des Romans sind, dazu den Gasthofsbetreiber Klaus, der eine Art Bindeglied zwischen der überwachten, technisierten Welt und den so genannten „Freien Gebieten“ darstellt, in denen die Menschen in einer Art Selbstverwaltung und ohne den ganzen Staatskrimskrams leben dürfen. Dann gibt es noch die Professorin Christina, die sich mit ethischen Fragen der Robotik auseinander setzt, die Folksängerin Bora Hati mit weitverzweigtem mächtigen Familienclan und noch einige Charaktere mehr. Dadurch dass immer wieder ellenlange erklärende Passagen wie Kurzreferate eingestreut werden (müssen), um dem Leser klarzumachen, was so alles seit 2014 passiert ist, was es mit den Unruhen 2048 auf sich hatte, wie die freien Gebiete entstanden sind, was die Robotik alles kann, dass inzwischen sogar Nahrungsmittel auf extraterrestrischen Planeten angebaut und auf die Erde katapultiert werden, das nur unter anderem, kann sich eine Geschichte im Kopf des Lesers nicht entwickeln. Denn der muss sich erst einmal in den beschriebenen Jahrzehnten zurechtfinden, die Informationen sortieren, abwägen, ob die gewälzten technischen und ethischen Probleme wirklich realistisch sein können und leider noch dazu feststellen, dass sich der Autor nicht zu schade ist, heute gängige Klischees en masse einzubauen, um der Geschichte zu einer Pseudospannung zu verhelfen. Da gibt es natürlich die bösen mafiösen Verbrecher aus dem russischen Sprachraum mit entsprechenden Tätowierungen, im Gegensatz die ländlichen Gutmenschen, deren freie Gebiete die bösen Verbrecher einfach als Rückzugsort nutzen. Hinzu kommen die machtversessenen unteren Chargen des Unternehmens Wendt, die aus Profitgier und gegen den Willen des Firmenpatriarchen endlich die Roboter auch zu Kriegszwecken umrüsten wollen, wie das die amerikanische Konkurrenz in ihrer typischen Ruchlosigkeit ohnehin schon lange tut. Dann gibt es selbstverständlich den in Chaos und Krieg versinkenden afrikanischen Kontinent, die klandestinen Hacker und Regelbrecher aus Russland und China und so weiter und so fort. Es ist ermüdend. Nebenbei gibt es noch ein bisschen Romanze zwischen Bernd und Christina, ein bisschen Wendt’sches Familiendrama und anderes.

Ein Kernpunkt des Buches, nämlich was wir Robotern in ihrer Entwicklung zutrauen wollen, wieviel Autonomie wir abgeben wollen, um sie Robotern zu übertragen, wieviel Humanität in doppeltem Sinne wir ihnen einpflanzen wollen und, was erst ganz am Ende aufkommt, wieviel Menschlichkeit wir ihnen gegenüber zeigen wollen, kommt so gar nicht richtig zum Tragen. Das wäre nur möglich gewesen, wenn nicht versucht worden wäre, im Zeitraffer die Zeit bis zum fiktiven Jahr 2064 darzustellen, was unendlich viel Zeit und Geduld beim Leser kostet und die eigentliche Geschichte verflachen lässt. Nicht einmal der Aufhänger des Romans, den eigentlich gut durchdachten Diebstahl so genannter Neobiotika zur Bekämpfung multiresistenter Keime, braucht die spätere Geschichte noch.

Am Ende gibt es dann, wohl um die Bezeichnung Thriller zu rechtfertigen, noch ein Showdownkuddelmuddel, wo von der Armbrust bis zur modernen Infraschallwaffe mal so eben alles auf die fiesen Russengegner geballert wird. Und auf den letzten paar Seiten werden auch mal so eben die Handlungsstränge entwirrt, die man vorher fast schon aus den Augen verlieren konnte.

Insgesamt kann ich dem Roman leider nicht attestieren, dass ich ihn besonders lesenswert finden würde. Ich finde ihn langweilig und dazu unausgegoren komponiert. Schade.

geschrieben am 19.10.2015 | 670 Wörter | 4020 Zeichen

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