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Maschinen wie ich


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Maschinen wie ich Im neuen Roman von Ian McEwan, die derzeit Schlag auf Schlag veröffentlicht werden, widmet er sich dem Thema Künstliche Intelligenz. Dabei belässt er die politische Lage der 80er Jahre, in welchen der Roman spielt, wie sie war, verändert aber die Fortschrittskomponente, indem er unterstellt, die Erkenntnisse und Entwicklungen des Enigma-Knackers Alan Turing hätten für bahnbrechende Fortschritte gesorgt, sodass schon in dieser Zeit hochleistungsfähige Computer, selbstfahrende Autos und KI-Entwicklungen wie menschliche Roboter als Begleiter im menschlichen Haushalt existierten. Einen solchen, Adam genannt, hat Charlie erworben. Für einen Batzen Geld, den man durchaus auch anders hätte investieren können. Zuerst ist Charlie nur neugierig auf sein menschengleiches Pendant im Haushalt, aber das ändert sich schnell, als Adam seine Persönlichkeit entwickelt, sich sogar ganz untechnisch in Charlies neue Freundin Miranda verliebt und Charlie das Handgelenk bricht, als dieser versucht, den Roboter zu deaktivieren. Das Zusammenleben der drei normalisiert sich langsam, Adam sorgt sogar für die Aufbesserung der Haushaltskasse, indem er Charlies Trading-Aktivitäten übernimmt. Jedoch steht Mirandas Vergangenheit bald im Zentrum des Interesses, da sie aus Rache für eine Freundin eine Straftat begangen hat, deren Aufarbeitung nun unausweichlich auf das Trio zukommt. Außerdem beschließen Miranda und Charlie einen kleinen Jungen zu adoptieren, was sich im Hinblick auf die kommenden Ereignisse auch als schwierig herausstellen wird. Hinzu kommt, dass Adam dann doch an seine Grenzen stößt, da er im Gegensatz zu seinen humanoiden Besitzern an bestimmte (ethische) Grundprinzipien gebunden ist und von diesen nicht abweichen kann. Der Roman greift, wie so oft bei McEwan ein aktuelles Thema literarisch spannend auf. Die Rahmenbedingungen haben mich aber diesmal nicht überzeugt und auch die Geschichte war mir zu langatmig. Die technisch fortgeschrittene Entwicklung in das England der 80er Jahre zu versetzen hat sich – für mich – weder als Gewinn bringend noch als überzeugend erwiesen: wer führt einen Falkland-Krieg, wenn er computertechnisch auf dem Stand der Zeit heute ist? Wer sollte bei einer solchen potentiellen Wirtschaftsleistung jemals Thatcher wählen? Das passt alles nicht so ganz und bringt die Geschichte auch nicht voran. Das Gleiche könnte man noch für andere Nebenstränge der Geschichte sagen. Insgesamt also ein solider Roman, ein interessantes Thema, aber ein wenig kürzer hätte auch gut getan.

Im neuen Roman von Ian McEwan, die derzeit Schlag auf Schlag veröffentlicht werden, widmet er sich dem Thema Künstliche Intelligenz. Dabei belässt er die politische Lage der 80er Jahre, in welchen der Roman spielt, wie sie war, verändert aber die Fortschrittskomponente, indem er unterstellt, die Erkenntnisse und Entwicklungen des Enigma-Knackers Alan Turing hätten für bahnbrechende Fortschritte gesorgt, sodass schon in dieser Zeit hochleistungsfähige Computer, selbstfahrende Autos und KI-Entwicklungen wie menschliche Roboter als Begleiter im menschlichen Haushalt existierten. Einen solchen, Adam genannt, hat Charlie erworben. Für einen Batzen Geld, den man durchaus auch anders hätte investieren können. Zuerst ist Charlie nur neugierig auf sein menschengleiches Pendant im Haushalt, aber das ändert sich schnell, als Adam seine Persönlichkeit entwickelt, sich sogar ganz untechnisch in Charlies neue Freundin Miranda verliebt und Charlie das Handgelenk bricht, als dieser versucht, den Roboter zu deaktivieren.

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Das Zusammenleben der drei normalisiert sich langsam, Adam sorgt sogar für die Aufbesserung der Haushaltskasse, indem er Charlies Trading-Aktivitäten übernimmt. Jedoch steht Mirandas Vergangenheit bald im Zentrum des Interesses, da sie aus Rache für eine Freundin eine Straftat begangen hat, deren Aufarbeitung nun unausweichlich auf das Trio zukommt. Außerdem beschließen Miranda und Charlie einen kleinen Jungen zu adoptieren, was sich im Hinblick auf die kommenden Ereignisse auch als schwierig herausstellen wird. Hinzu kommt, dass Adam dann doch an seine Grenzen stößt, da er im Gegensatz zu seinen humanoiden Besitzern an bestimmte (ethische) Grundprinzipien gebunden ist und von diesen nicht abweichen kann.

Der Roman greift, wie so oft bei McEwan ein aktuelles Thema literarisch spannend auf. Die Rahmenbedingungen haben mich aber diesmal nicht überzeugt und auch die Geschichte war mir zu langatmig. Die technisch fortgeschrittene Entwicklung in das England der 80er Jahre zu versetzen hat sich – für mich – weder als Gewinn bringend noch als überzeugend erwiesen: wer führt einen Falkland-Krieg, wenn er computertechnisch auf dem Stand der Zeit heute ist? Wer sollte bei einer solchen potentiellen Wirtschaftsleistung jemals Thatcher wählen? Das passt alles nicht so ganz und bringt die Geschichte auch nicht voran. Das Gleiche könnte man noch für andere Nebenstränge der Geschichte sagen.

Insgesamt also ein solider Roman, ein interessantes Thema, aber ein wenig kürzer hätte auch gut getan.

geschrieben am 12.01.2020 | 360 Wörter | 2163 Zeichen

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