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Miteinander reden – Fragen und Antworten


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Rezension von

Lesefreund

Miteinander reden – Fragen und Antworten Seit spätestens in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts das Thema Kommunikation und menschliches Miteinander in der Wirtschaft sowie auch im allgemeinen Verständnis einen immer größeren Stellenwert erhalten hat, geht ein Titel immer wieder durch die Reihen: Das 'Miteinander reden' von Friedemann Schulz von Thun. Genauer gesagt sind es drei Bände, die seit 1981 im Abstand von acht bzw. neun Jahren aufeinander folgten und ihre Vorgänger jeweils um eine oder mehrere Dimensionen in Sachen praktischer Anwendung und theoretisches Vorverständnis von Kommunikation ergänzten. Wer seit dieser Zeit an eine Lektüre des Werks gegangen ist, hat naturgemäß die eine oder andere Frage unberücksichtigt vorgefunden, die er selbst möglicherweise gern gestellt und vom Autor beantwortet bekommen hätte. Der neu erschienene Band 'Miteinander reden: Fragen und Antworten' bietet dem Leser die Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen des Buches zu schauen. Neben Rückfragen und Klärungen zu Problemen, die innerhalb des dreibändigen Werkes und seiner Theorie nicht ausbleiben konnten, gibt der Autor Friedemann Schulz von Thun auch über eher persönliche Dinge Auskunft, wie etwa über seine große Verehrung für Goethe, die mittels in zahlreicher Zitate aus dem Werk des Weimarer Klassikers immer wieder in seine Ausführungen einstreut. Das fragende Gegenüber ist übrigens kein Reporter oder Journalist im klassischen Sinne, sondern häufig der Leser selbst, der sich mit seinen Briefen an den Autor im Fragenden wiederfinden kann. Die Antworten, welche Schulz von Thun liefert, gehen jedoch vor allem zurück zu den Grundlagen der von ihm entwickelten Theorie (und Praxis) der zwischenmenschlichen Kommunikation. In fünf Großkapiteln stellt der Autor noch einmal summarisch die Elemente seines 'Miteinander reden' dar. Den Anfang macht das Kommunikationsquadrat mit seinen vier Seiten einer Äußerung, das diese unter den Aspekten 'Sache', 'Appell' sowie 'Beziehungsseite' und 'Selbstkundgabeseite' aufschlüsselt. Wenn also etwa A zu B sagt: „Die Heizung ist ja aus.“, kann diese Aussage demnach in mehrere Ebenen untergliedert werden: „Die Heizung ist nicht eingeschaltet.“ (Sache), „Könntest Du bitte die Heizung einschalten?“ (Appell), „Du bist doch eigentlich dafür verantwortlich, dass es immer angenehm warm bei uns ist.“ (Du-Botschaft) und schließlich noch: „Ich bin enttäuscht und fühle mich von Dir vernachlässigt.“ (Ich-Botschaft). Eine seit Erscheinen des ersten Bandes neu hinzugewonnene Komponente ist die Einsicht, dass in einem Gespräch nicht nur auf vier Ebenen gesprochen, sondern eben auch gehört wird. Kommt es bei diesem Austausch zu einer „Verwirrung der Frequenzen“, so kann man sich leicht vorstellen, welches Durcheinander entsteht, wenn jeweils die „richtige“ Botschaft des Sprechers in das „falsche“ Ohr des Zuhörers gelangt. Konfusion allerorten. Über das Kapitel 'Werte- und Entwicklungsquadrat' mit seinem Konzept der 'Stimmigkeit', die dem Einzelnen jeweils die (Aus-)Wirkungen eines angemessenen Verhaltens - und Kommunizierens – gemäß der eigenen Gemütslage vor Augen – führt, geht es mitten hinein in die 'Zwischenmenschlichen Teufelskreise und ihre Transformation', wobei der Leser lernt, dass seine jeweils vor Beginn einer Kommunikation eingenommene (unbewusste) Haltung das anstehende Gespräch in hohem Maße beeinflusst und daher für eine gelingende Kommunikation reflektiert werden sollte. Das Zauberwort heißt in diesem Fall 'Selbstveränderung', da man eben doch bei sich selbst beginnen muss, wenn man mit seinem Gegenüber mehr als üblich in Sachen Kommunikation erreichen möchte. Die beiden letzten Kapitel widmen sich schließlich dem 'Innern Team' und seinen Mitspielern sowie den eher persönlich bzw. allgemein gehaltenen Fragen an den Autor und das Ganze seines Werkes. Das Erfreuliche an diesem Band ist, dass es hier nicht nur einiges zu lernen – oder auch dazuzulernen – gibt, sondern dass sich der Autor mit seinem Werdegang dem Leser vorstellt und ein wenig aus dem persönlichen Kommunikations-Nähkästchen plaudert. So ist insgesamt ein Buch entstanden, das zum einen als theoretisch-konzeptionelle Ergänzung zu Friedemann Schulz von Thuns bisheriger Kommunikationstheorie gelten kann, zum anderen liegt ein Autorenporträt vor, das es dem Leser ermöglicht, nicht nur interessante Rückschlüsse auf die Entstehungsgeschichte von 'Miteinander reden' zu ziehen, sondern eben auch die Persönlichkeit des Autors ein Stück weit kennenzulernen. 'Mit Schulz von Thun reden' – gerne wieder.

Seit spätestens in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts das Thema Kommunikation und menschliches Miteinander in der Wirtschaft sowie auch im allgemeinen Verständnis einen immer größeren Stellenwert erhalten hat, geht ein Titel immer wieder durch die Reihen: Das 'Miteinander reden' von Friedemann Schulz von Thun.

Genauer gesagt sind es drei Bände, die seit 1981 im Abstand von acht bzw. neun Jahren aufeinander folgten und ihre Vorgänger jeweils um eine oder mehrere Dimensionen in Sachen praktischer Anwendung und theoretisches Vorverständnis von Kommunikation ergänzten. Wer seit dieser Zeit an eine Lektüre des Werks gegangen ist, hat naturgemäß die eine oder andere Frage unberücksichtigt vorgefunden, die er selbst möglicherweise gern gestellt und vom Autor beantwortet bekommen hätte. Der neu erschienene Band 'Miteinander reden: Fragen und Antworten' bietet dem Leser die Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen des Buches zu schauen. Neben Rückfragen und Klärungen zu Problemen, die innerhalb des dreibändigen Werkes und seiner Theorie nicht ausbleiben konnten, gibt der Autor Friedemann Schulz von Thun auch über eher persönliche Dinge Auskunft, wie etwa über seine große Verehrung für Goethe, die mittels in zahlreicher Zitate aus dem Werk des Weimarer Klassikers immer wieder in seine Ausführungen einstreut.

Das fragende Gegenüber ist übrigens kein Reporter oder Journalist im klassischen Sinne, sondern häufig der Leser selbst, der sich mit seinen Briefen an den Autor im Fragenden wiederfinden kann. Die Antworten, welche Schulz von Thun liefert, gehen jedoch vor allem zurück zu den Grundlagen der von ihm entwickelten Theorie (und Praxis) der zwischenmenschlichen Kommunikation. In fünf Großkapiteln stellt der Autor noch einmal summarisch die Elemente seines 'Miteinander reden' dar. Den Anfang macht das Kommunikationsquadrat mit seinen vier Seiten einer Äußerung, das diese unter den Aspekten 'Sache', 'Appell' sowie 'Beziehungsseite' und 'Selbstkundgabeseite' aufschlüsselt. Wenn also etwa A zu B sagt: „Die Heizung ist ja aus.“, kann diese Aussage demnach in mehrere Ebenen untergliedert werden: „Die Heizung ist nicht eingeschaltet.“ (Sache), „Könntest Du bitte die Heizung einschalten?“ (Appell), „Du bist doch eigentlich dafür verantwortlich, dass es immer angenehm warm bei uns ist.“ (Du-Botschaft) und schließlich noch: „Ich bin enttäuscht und fühle mich von Dir vernachlässigt.“ (Ich-Botschaft).

Eine seit Erscheinen des ersten Bandes neu hinzugewonnene Komponente ist die Einsicht, dass in einem Gespräch nicht nur auf vier Ebenen gesprochen, sondern eben auch gehört wird. Kommt es bei diesem Austausch zu einer „Verwirrung der Frequenzen“, so kann man sich leicht vorstellen, welches Durcheinander entsteht, wenn jeweils die „richtige“ Botschaft des Sprechers in das „falsche“ Ohr des Zuhörers gelangt. Konfusion allerorten. Über das Kapitel 'Werte- und Entwicklungsquadrat' mit seinem Konzept der 'Stimmigkeit', die dem Einzelnen jeweils die (Aus-)Wirkungen eines angemessenen Verhaltens - und Kommunizierens – gemäß der eigenen Gemütslage vor Augen – führt, geht es mitten hinein in die 'Zwischenmenschlichen Teufelskreise und ihre Transformation', wobei der Leser lernt, dass seine jeweils vor Beginn einer Kommunikation eingenommene (unbewusste) Haltung das anstehende Gespräch in hohem Maße beeinflusst und daher für eine gelingende Kommunikation reflektiert werden sollte. Das Zauberwort heißt in diesem Fall 'Selbstveränderung', da man eben doch bei sich selbst beginnen muss, wenn man mit seinem Gegenüber mehr als üblich in Sachen Kommunikation erreichen möchte.

Die beiden letzten Kapitel widmen sich schließlich dem 'Innern Team' und seinen Mitspielern sowie den eher persönlich bzw. allgemein gehaltenen Fragen an den Autor und das Ganze seines Werkes. Das Erfreuliche an diesem Band ist, dass es hier nicht nur einiges zu lernen – oder auch dazuzulernen – gibt, sondern dass sich der Autor mit seinem Werdegang dem Leser vorstellt und ein wenig aus dem persönlichen Kommunikations-Nähkästchen plaudert. So ist insgesamt ein Buch entstanden, das zum einen als theoretisch-konzeptionelle Ergänzung zu Friedemann Schulz von Thuns bisheriger Kommunikationstheorie gelten kann, zum anderen liegt ein Autorenporträt vor, das es dem Leser ermöglicht, nicht nur interessante Rückschlüsse auf die Entstehungsgeschichte von 'Miteinander reden' zu ziehen, sondern eben auch die Persönlichkeit des Autors ein Stück weit kennenzulernen. 'Mit Schulz von Thun reden' – gerne wieder.

geschrieben am 29.10.2007 | 639 Wörter | 3885 Zeichen

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