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Richtiges Zitieren


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Rezension von

Matthias Gebhardt

Richtiges Zitieren Das Buch „Richtiges Zitieren – ein Leitfaden für Jurastudium und Rechtspraxis“ von Bergmann, Schröder und Sturm erschien in diesem Jahr (2010) im Franz Vahlen Verlag. Mit dem Werk soll das „Mittel zum Zweck des wissenschaftlichen Arbeitens“ durch ein „nachvollziehbares und auf einheitlichen, einfachen Regeln beruhendes System“ erlernt werden. Neben diesen scheinbar übermütigen Ankündigungen wird im Vorwort außerdem noch eine Anwendbarkeit im gesamten deutschen Sprachraum betont – damit auch in Österreich, Schweiz und Lichtenstein. Was Fußnoten betrifft, so gehen bereits in der Einleitung die Autoren mit gutem Beispiel und 13 Fußnoten auf einer Seite Text voran. Bei anfänglicher Betrachtung mag diese Vorgehensweise unbeholfen wirken, doch beschäftigt sich der Leser gerade auch wegen diesem Umstand sofort mit Fußnoten und dem Zitieren im Allgemeinen. Zudem gibt es dort Hinweise auf weitere Werke zur wissenschaftlichen Arbeitsweise für juristische Schriften. Der konkrete Inhalt des Buches stellt in 8 Kapiteln das Zitieren in all seinen Facetten von Praxis und Wissenschaftlichkeit dar. Zu Beginn sind Literaturverzeichnis und Beleg und Zitat im ersten Kapitel um das wissenschaftliche Arbeiten erläutert. Anschließend werden anwaltliche Schriftsätze und Gutachten, richterliche Entscheidungen und Gerichtlich oder staatsanwaltlich bestellte Sachverständigengutachten Vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt mit nahezu 100 Seiten bei den Erklärungen zu Belegen und Zitaten in Fußnoten und Klammern. Hier werden unzählige Unterschiede von und in Zitaten vorgeführt. Von den Ausführungen zu einfachen Abkürzungen wie etwa das f. für „und die folgende“ bis zum Einbeziehen von Titeln wie Graf oder einem „von“ im Namen sind sämtliche Bereiche im Buch enthalten. Zu jeder dieser Erläuterungen gibt es fortwährend ein Beispiel, was sowohl Vor- als auch Nachteil sein kann. Zum einen ist ein Verstehen jedes Abschnittes weitgehend gesichert. Andererseits zieht diese Aufbereitung des Stoffes den Text unglaublich in die Länge und fordert so eine gute Leseausdauer. Ein Werk über Zitieren liest nicht jedermann und die unglaubliche Seitenzahl von insgesamt 190 Seiten Text macht das Buch nicht unbedingt attraktiver. Als kleinere negative Anmerkung ist weiterhin eine gewisse Unübersichtlichkeit im Inhaltsverzeichnis festzustellen. Im späteren Fließtext besteht das Problem glücklicherweise durch eine gut geordnete, übersichtliche und erkennbar saubere Struktur nicht. Problematischer ist weiter die Vielschichtigkeit des Buches, die diesem zum Verhängnis werden kann. Der Student sieht ein Werk für fast 25 Euro vor sich mit weit läufigen, unbrauchbaren Teilen. Diese Teile können bis zum Ende des Studiums und dem Berufsanfang sich weiterentwickeln. Der Anwalt oder Richter wiederum hat zwar unabhängig vom Preis das für ihn notwendige Begleitmaterial zum Zitieren, jedoch mit weiteren Ausführungen, die zur Wiederholung dienen können, aber auch die Übersicht schmählern können und ein schnelles Nachschlagen erschweren. Fraglich sind auch die Bereiche „Gliederung“ und „Abkürzungsverzeichnis“ in einem Buch über Zitieren. Es mag für schriftliche Arbeiten helfen, steht jedoch weitab vom betitelten Inhalt und lenkt den Leser mit nur 8 Seiten Umfang lediglich ab. Was die Eignung für den gesamten deutschen Sprachraum betrifft, so mag es ein durchaus lobenswerter Versuch sein, doch gibt es kein allgemein grenzüberschreitendes, bevorzugtes System zum Zitieren, weshalb der Leser durch die Grenzüberschreitung mehr verunsichert wird über die vermeintlich herrschende Anwendung, als dass er sich durch die Anmerkung sicherer fühlen würde. Ein vorteilhafter Aspekt zu den bereits genannten Beispielen jedes einzelnen Kapitels ist nicht nur das grundsätzlich bessere Verständnis, sondern die spezielle Art der Darstellung. Durch eine farbliche Markierung in einem kräftigen Blau stechen die zudem eingerahmten, praktischen Hinweise regelrecht ins Auge. Fällt einem eine bestimmte Art zu zitieren nicht ein, so kann man schnell über das Inhaltsverzeichnis im Fließtext ohne langes Nachlesen zu der entsprechenden Zitatgestaltung kommen. Insgesamt gibt es einiges an dem Buch zu kritisieren – vor allem Umfang und teilweise Didaktik. Betrachtet man jedoch das reine Wissen über Zitieren, so ist das Buch eine Empfehlung sondergleichen. Zum Nachschlagen eignet sich das Werk somit hervorragend; zur vollständigen Lektüre weniger.

Das Buch „Richtiges Zitieren – ein Leitfaden für Jurastudium und Rechtspraxis“ von Bergmann, Schröder und Sturm erschien in diesem Jahr (2010) im Franz Vahlen Verlag. Mit dem Werk soll das „Mittel zum Zweck des wissenschaftlichen Arbeitens“ durch ein „nachvollziehbares und auf einheitlichen, einfachen Regeln beruhendes System“ erlernt werden. Neben diesen scheinbar übermütigen Ankündigungen wird im Vorwort außerdem noch eine Anwendbarkeit im gesamten deutschen Sprachraum betont – damit auch in Österreich, Schweiz und Lichtenstein.

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Was Fußnoten betrifft, so gehen bereits in der Einleitung die Autoren mit gutem Beispiel und 13 Fußnoten auf einer Seite Text voran. Bei anfänglicher Betrachtung mag diese Vorgehensweise unbeholfen wirken, doch beschäftigt sich der Leser gerade auch wegen diesem Umstand sofort mit Fußnoten und dem Zitieren im Allgemeinen. Zudem gibt es dort Hinweise auf weitere Werke zur wissenschaftlichen Arbeitsweise für juristische Schriften.

Der konkrete Inhalt des Buches stellt in 8 Kapiteln das Zitieren in all seinen Facetten von Praxis und Wissenschaftlichkeit dar. Zu Beginn sind Literaturverzeichnis und Beleg und Zitat im ersten Kapitel um das wissenschaftliche Arbeiten erläutert. Anschließend werden anwaltliche Schriftsätze und Gutachten, richterliche Entscheidungen und Gerichtlich oder staatsanwaltlich bestellte Sachverständigengutachten Vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt mit nahezu 100 Seiten bei den Erklärungen zu Belegen und Zitaten in Fußnoten und Klammern. Hier werden unzählige Unterschiede von und in Zitaten vorgeführt. Von den Ausführungen zu einfachen Abkürzungen wie etwa das f. für „und die folgende“ bis zum Einbeziehen von Titeln wie Graf oder einem „von“ im Namen sind sämtliche Bereiche im Buch enthalten. Zu jeder dieser Erläuterungen gibt es fortwährend ein Beispiel, was sowohl Vor- als auch Nachteil sein kann. Zum einen ist ein Verstehen jedes Abschnittes weitgehend gesichert. Andererseits zieht diese Aufbereitung des Stoffes den Text unglaublich in die Länge und fordert so eine gute Leseausdauer. Ein Werk über Zitieren liest nicht jedermann und die unglaubliche Seitenzahl von insgesamt 190 Seiten Text macht das Buch nicht unbedingt attraktiver.

Als kleinere negative Anmerkung ist weiterhin eine gewisse Unübersichtlichkeit im Inhaltsverzeichnis festzustellen. Im späteren Fließtext besteht das Problem glücklicherweise durch eine gut geordnete, übersichtliche und erkennbar saubere Struktur nicht.

Problematischer ist weiter die Vielschichtigkeit des Buches, die diesem zum Verhängnis werden kann. Der Student sieht ein Werk für fast 25 Euro vor sich mit weit läufigen, unbrauchbaren Teilen. Diese Teile können bis zum Ende des Studiums und dem Berufsanfang sich weiterentwickeln. Der Anwalt oder Richter wiederum hat zwar unabhängig vom Preis das für ihn notwendige Begleitmaterial zum Zitieren, jedoch mit weiteren Ausführungen, die zur Wiederholung dienen können, aber auch die Übersicht schmählern können und ein schnelles Nachschlagen erschweren.

Fraglich sind auch die Bereiche „Gliederung“ und „Abkürzungsverzeichnis“ in einem Buch über Zitieren. Es mag für schriftliche Arbeiten helfen, steht jedoch weitab vom betitelten Inhalt und lenkt den Leser mit nur 8 Seiten Umfang lediglich ab.

Was die Eignung für den gesamten deutschen Sprachraum betrifft, so mag es ein durchaus lobenswerter Versuch sein, doch gibt es kein allgemein grenzüberschreitendes, bevorzugtes System zum Zitieren, weshalb der Leser durch die Grenzüberschreitung mehr verunsichert wird über die vermeintlich herrschende Anwendung, als dass er sich durch die Anmerkung sicherer fühlen würde.

Ein vorteilhafter Aspekt zu den bereits genannten Beispielen jedes einzelnen Kapitels ist nicht nur das grundsätzlich bessere Verständnis, sondern die spezielle Art der Darstellung. Durch eine farbliche Markierung in einem kräftigen Blau stechen die zudem eingerahmten, praktischen Hinweise regelrecht ins Auge. Fällt einem eine bestimmte Art zu zitieren nicht ein, so kann man schnell über das Inhaltsverzeichnis im Fließtext ohne langes Nachlesen zu der entsprechenden Zitatgestaltung kommen.

Insgesamt gibt es einiges an dem Buch zu kritisieren – vor allem Umfang und teilweise Didaktik. Betrachtet man jedoch das reine Wissen über Zitieren, so ist das Buch eine Empfehlung sondergleichen. Zum Nachschlagen eignet sich das Werk somit hervorragend; zur vollständigen Lektüre weniger.

geschrieben am 16.10.2010 | 616 Wörter | 3812 Zeichen

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