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Die Old Order Amish


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Rezension von

Adrian Witt

Die Old Order Amish Manche Orte auf der Erde sind so isoliert, dass kaum ein Mensch hinein oder hinaus kommt. Es gibt weder Zäune noch Mauern und keine Grenze durchschneidet die Landschaft. Und trotzdem beginnt dort eine andere Welt. Die Menschen leben hier aus freien Stücken – aus Glaubensgründen. Es sind die Mitglieder der Amischen, einer täuferisch-protestantischen Glaubensgemeinschaft, die sich in den USA und Kanada eine neue Heimat geschaffen haben. Die Nachfahren deutscher und schweizerischer Auswanderer wollen nach strengen Regeln und ohne Einfluss der Außenwelt leben können, so wie ihre Vorfahren im 18. Jahrhundert. Eine ihrer wichtigsten Vorgaben: nach dem geschriebenen Wort der Bibel zu leben und jeglicher Form moderner Technik zu entsagen. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich seit Ende des 30-Jährigen Krieges durch diverse Auswanderungswellen deutschstämmiger Siedler die deutsche Kultur und damit auch die deutsche Sprache auf der ganzen Welt etablieren können. Die Gründe die eigene Heimat zu verlassen und sich fernab eine neue zu suchen, sind bis zuletzt gleich geblieben: in dem Bemühen immerwährender Armut und dauerhaftem Leid zu entkommen oder sich innergesellschaftlichen Differenzen und religiöser Verfolgung zu entziehen. Von allen Staaten in Übersee sind für deutsche Siedler seit je her die Vereinigten Staaten von Amerika ein primäres Auswanderungsziel gewesen, weshalb dort auch die wohl größten bis heute existierenden deutschsprechenden Gruppen außerhalb Europas zu finden sind. Neben den eingewanderten deutschsprachigen Glaubensgruppen der Mennoniten und der Hutterer ist vor allem die Glaubensgemeinschaft der Amischen von großer Bedeutung. Denn ihr heutiges primäres Siedlungsgebiet im Lancaster County in Pennsylvania, bildet nicht nur die größte geschlossene deutsche Sprachinsel in den Vereinigten Staaten, sondern die dort gesprochene Sprache, das Pennsylvania German, hat trotz immer größer werdender Einflüsse des Englischen und einer immer moderner werdenden Welt, in den vergangenen 300 Jahren kaum eine Veränderung erfahren. Genauso wie der Lebensstil jener Menschen, die diese deutsche Mundart sprechen. Mit der Veröffentlichung des Buches „Die Old Order Amish – Eine Glaubensgemeinschaft zwischen Beharrlichkeit und Entwicklung“ im Tectum-Verlag ermöglicht die Autorin Silke Langwasser einen interessanten und tiefgründigen Einblick in das Leben des älteren Zweiges der Amischen, den konservativen Old Order Amish. Auf 173 Seiten erfährt der Leser die historischen Ursprünge dieser Glaubensgemeinschaft, über ihre Auswanderung in die neue Welt bis hin zum alltäglichen Leben in heutiger Zeit. Ihre Herkunft aus dem Täufertum und die große Abspaltung von den Mennoniten im Jahr 1693, ihre Lebensweise, ihre Reaktion auf den Amerikanischen Bürgerkrieg und die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert erläutert Silke Langwasser in ihrem Buch ebenso ausführlich, wie die sozialen Strukturen, die im Laufe der Jahrhunderte eine ungewöhnliche Kontinuität aufweisen. Religiöse Aspekte wie Gottesdienst, Taufe und Beerdigung und ihre Bedeutung für das Überlegen der Gemeinschaft sind weitere Themen, die dieses Buch auf anschauliche und gut strukturierte Weise vermitteln. Dabei bringt die Autorin die einzelnen Themen auf den Punkt und deutet sie nicht nur an, wie in anderen Werken über die Amischen in deutscher Sprache. Ob es nun um die Gründe ihrer Auswanderung und Ansiedlung in Nordamerika geht, ihren Sieg über das amerikanische Bildungssystem oder ihre schreckliche Verfolgung in Europa, ist alles in diesem Buch enthalten, was benötigt wird, um die Glaubensgemeinschaft der Amischen verstehen zu können. Das vorliegende Buch „Die Old Order Amish – Eine Glaubensgemeinschaft zwischen Beharrlichkeit und Entwicklung“ im Tectum-Verlag ist ein angenehm zu lesendes und von seiner Informationsfülle her außergewöhnliches Buch über den konservativen Teil der Amisch-Bewegung in Nordamerika. Es ist gut strukturiert, inhaltlich verständlich und in Sachen Quellen- und Literaturverwendung bemerkenswert. Die Art von Fachliteratur, die man unbedingt zur Hand nehmen sollte, wenn man das Leben der Amischen in Erfahrung bringen möchte.

Manche Orte auf der Erde sind so isoliert, dass kaum ein Mensch hinein oder hinaus kommt. Es gibt weder Zäune noch Mauern und keine Grenze durchschneidet die Landschaft. Und trotzdem beginnt dort eine andere Welt. Die Menschen leben hier aus freien Stücken – aus Glaubensgründen. Es sind die Mitglieder der Amischen, einer täuferisch-protestantischen Glaubensgemeinschaft, die sich in den USA und Kanada eine neue Heimat geschaffen haben. Die Nachfahren deutscher und schweizerischer Auswanderer wollen nach strengen Regeln und ohne Einfluss der Außenwelt leben können, so wie ihre Vorfahren im 18. Jahrhundert. Eine ihrer wichtigsten Vorgaben: nach dem geschriebenen Wort der Bibel zu leben und jeglicher Form moderner Technik zu entsagen.

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Im Laufe der Jahrhunderte hat sich seit Ende des 30-Jährigen Krieges durch diverse Auswanderungswellen deutschstämmiger Siedler die deutsche Kultur und damit auch die deutsche Sprache auf der ganzen Welt etablieren können. Die Gründe die eigene Heimat zu verlassen und sich fernab eine neue zu suchen, sind bis zuletzt gleich geblieben: in dem Bemühen immerwährender Armut und dauerhaftem Leid zu entkommen oder sich innergesellschaftlichen Differenzen und religiöser Verfolgung zu entziehen. Von allen Staaten in Übersee sind für deutsche Siedler seit je her die Vereinigten Staaten von Amerika ein primäres Auswanderungsziel gewesen, weshalb dort auch die wohl größten bis heute existierenden deutschsprechenden Gruppen außerhalb Europas zu finden sind. Neben den eingewanderten deutschsprachigen Glaubensgruppen der Mennoniten und der Hutterer ist vor allem die Glaubensgemeinschaft der Amischen von großer Bedeutung. Denn ihr heutiges primäres Siedlungsgebiet im Lancaster County in Pennsylvania, bildet nicht nur die größte geschlossene deutsche Sprachinsel in den Vereinigten Staaten, sondern die dort gesprochene Sprache, das Pennsylvania German, hat trotz immer größer werdender Einflüsse des Englischen und einer immer moderner werdenden Welt, in den vergangenen 300 Jahren kaum eine Veränderung erfahren. Genauso wie der Lebensstil jener Menschen, die diese deutsche Mundart sprechen.

Mit der Veröffentlichung des Buches „Die Old Order Amish – Eine Glaubensgemeinschaft zwischen Beharrlichkeit und Entwicklung“ im Tectum-Verlag ermöglicht die Autorin Silke Langwasser einen interessanten und tiefgründigen Einblick in das Leben des älteren Zweiges der Amischen, den konservativen Old Order Amish. Auf 173 Seiten erfährt der Leser die historischen Ursprünge dieser Glaubensgemeinschaft, über ihre Auswanderung in die neue Welt bis hin zum alltäglichen Leben in heutiger Zeit. Ihre Herkunft aus dem Täufertum und die große Abspaltung von den Mennoniten im Jahr 1693, ihre Lebensweise, ihre Reaktion auf den Amerikanischen Bürgerkrieg und die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert erläutert Silke Langwasser in ihrem Buch ebenso ausführlich, wie die sozialen Strukturen, die im Laufe der Jahrhunderte eine ungewöhnliche Kontinuität aufweisen. Religiöse Aspekte wie Gottesdienst, Taufe und Beerdigung und ihre Bedeutung für das Überlegen der Gemeinschaft sind weitere Themen, die dieses Buch auf anschauliche und gut strukturierte Weise vermitteln. Dabei bringt die Autorin die einzelnen Themen auf den Punkt und deutet sie nicht nur an, wie in anderen Werken über die Amischen in deutscher Sprache. Ob es nun um die Gründe ihrer Auswanderung und Ansiedlung in Nordamerika geht, ihren Sieg über das amerikanische Bildungssystem oder ihre schreckliche Verfolgung in Europa, ist alles in diesem Buch enthalten, was benötigt wird, um die Glaubensgemeinschaft der Amischen verstehen zu können.

Das vorliegende Buch „Die Old Order Amish – Eine Glaubensgemeinschaft zwischen Beharrlichkeit und Entwicklung“ im Tectum-Verlag ist ein angenehm zu lesendes und von seiner Informationsfülle her außergewöhnliches Buch über den konservativen Teil der Amisch-Bewegung in Nordamerika. Es ist gut strukturiert, inhaltlich verständlich und in Sachen Quellen- und Literaturverwendung bemerkenswert. Die Art von Fachliteratur, die man unbedingt zur Hand nehmen sollte, wenn man das Leben der Amischen in Erfahrung bringen möchte.

geschrieben am 08.02.2014 | 583 Wörter | 3575 Zeichen

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