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Alles Märchen!


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Rezension von

Magdalena Kneisel

Alles Märchen! Dabei stehen im gut bekannte Märchen im Mittelpunkt, die aus der Sichtweise von verschiedenen Aktanten berichten, was sich wirklich zu getragen hat: Da wird aus der Menschenfresserin in Hänsel und Gretel eine alte Frau im Wald, die sich nach Gesellschaft sehnt und wird trotzdem in den Ofen gestoßen, weil der Käfig dann doch auf Dauer zu klein ist. Hänsel wird von seiner Schwester zu Bulimie gezwungen und der eigene Säufer-Vater weigert sich der rein auf Leistung-Kosten getrimmten Stiefmutter die Stirn zu bieten. Aber auch Schneewittchen, der Hase und der Igel oder das tapfere Schneiderlein werden behandelt: Dabei finden sich Stereotype Rollenbeschreibungen in der Geschichte und auch wenn soziale Kritik in diesen Märchen geübt wird, stellt sich doch immer wieder die Frage: Wer darf was? Und wie ist es gerechtfertigt die Meinungen der Charaktere zu hoch zu stilisieren: Dass die „böse Stiefmutter“ in Schneewittchen nur auf Schönheit aus ist, ist die eine Sache, sie dann aber aufgrund von unzüchtiger Kleidung als „Schlampe“ zu stilisieren – auch wenn dieses Wort nicht fällt – ist eine andere. Hin und wieder schießt Heide Simonis dann vielleicht auch für meinen Geschmack zu sehr über den Tellerrand. Neben den Hauptrollen Prinz, Prinzessin kommen dabei auch Nebenfiguren wie Gouvernanten, Eheleute und Kinder zu Wort. Kluge und naive Frauen spinnen Intrigen und Ränke. Leider werden die meisten männlichen Aktanten dabei unbeholfen, a-sozial oder rein profitorientiert dargestellt. Auch wenn mir die Rollenbilder alter Märchen auch nicht zusagen, so ist es schade, dass in 15 Geschichten keine männliche Figur auch mal gute Züge zeigt. Wie Heide Simonis jedoch auf ihre Neuinterpretation gekommen ist und was sie mit den Geschichten Aussagen will, wird im Vorwort gut dargelegt. Die Cartoons von Steffen Butz zu Ende des Märchens unterstreichen vereinzelt Simonis Grundaussagen. Zumeist jedoch scheinen sie die klassisch-bekannten Märchen als Vorlage zu haben, so dass ehe selten Bezug zu Simonis Märchenwelt besteht. Erheiternd sind sie trotz allem. Fazit: Kurzweilige Episoden aus unterschiedlichen Sichtweisen! Bekannt müssen jedoch die klassischen Märchen sein, sonst findet man sich in Simonis Märchenwelt nicht zurecht. Im Gegensatz zu modernen Märchenrealisationen, die zwischen Fiktion und Action schwelgen, nimmt Heide Simonis vor allem die sozialen Verhaltensmuster und mögliche wahre Beweggründe von Handlungen ins Visier ohne dabei dem „Ende gut – alles gut!“ Muster zu sehr zu verfallen. Für mich persönlich mal spannend diese Richtung zu lesen, auch wenn es mich nicht vom Hocker reißt.

Dabei stehen im gut bekannte Märchen im Mittelpunkt, die aus der Sichtweise von verschiedenen Aktanten berichten, was sich wirklich zu getragen hat: Da wird aus der Menschenfresserin in Hänsel und Gretel eine alte Frau im Wald, die sich nach Gesellschaft sehnt und wird trotzdem in den Ofen gestoßen, weil der Käfig dann doch auf Dauer zu klein ist. Hänsel wird von seiner Schwester zu Bulimie gezwungen und der eigene Säufer-Vater weigert sich der rein auf Leistung-Kosten getrimmten Stiefmutter die Stirn zu bieten.

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Aber auch Schneewittchen, der Hase und der Igel oder das tapfere Schneiderlein werden behandelt: Dabei finden sich Stereotype Rollenbeschreibungen in der Geschichte und auch wenn soziale Kritik in diesen Märchen geübt wird, stellt sich doch immer wieder die Frage: Wer darf was? Und wie ist es gerechtfertigt die Meinungen der Charaktere zu hoch zu stilisieren: Dass die „böse Stiefmutter“ in Schneewittchen nur auf Schönheit aus ist, ist die eine Sache, sie dann aber aufgrund von unzüchtiger Kleidung als „Schlampe“ zu stilisieren – auch wenn dieses Wort nicht fällt – ist eine andere. Hin und wieder schießt Heide Simonis dann vielleicht auch für meinen Geschmack zu sehr über den Tellerrand.

Neben den Hauptrollen Prinz, Prinzessin kommen dabei auch Nebenfiguren wie Gouvernanten, Eheleute und Kinder zu Wort. Kluge und naive Frauen spinnen Intrigen und Ränke. Leider werden die meisten männlichen Aktanten dabei unbeholfen, a-sozial oder rein profitorientiert dargestellt. Auch wenn mir die Rollenbilder alter Märchen auch nicht zusagen, so ist es schade, dass in 15 Geschichten keine männliche Figur auch mal gute Züge zeigt.

Wie Heide Simonis jedoch auf ihre Neuinterpretation gekommen ist und was sie mit den Geschichten Aussagen will, wird im Vorwort gut dargelegt. Die Cartoons von Steffen Butz zu Ende des Märchens unterstreichen vereinzelt Simonis Grundaussagen. Zumeist jedoch scheinen sie die klassisch-bekannten Märchen als Vorlage zu haben, so dass ehe selten Bezug zu Simonis Märchenwelt besteht. Erheiternd sind sie trotz allem.

Fazit: Kurzweilige Episoden aus unterschiedlichen Sichtweisen! Bekannt müssen jedoch die klassischen Märchen sein, sonst findet man sich in Simonis Märchenwelt nicht zurecht. Im Gegensatz zu modernen Märchenrealisationen, die zwischen Fiktion und Action schwelgen, nimmt Heide Simonis vor allem die sozialen Verhaltensmuster und mögliche wahre Beweggründe von Handlungen ins Visier ohne dabei dem „Ende gut – alles gut!“ Muster zu sehr zu verfallen. Für mich persönlich mal spannend diese Richtung zu lesen, auch wenn es mich nicht vom Hocker reißt.

geschrieben am 29.05.2014 | 393 Wörter | 2222 Zeichen

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