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Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt


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Rezension von

Adrian Witt

Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt Ob nun Bilderberger, Illuminati oder Skulls – Die Welt der Geheimbünde ist voller Mysterien. Doch kaum eine Vereinigung hat in den letzten Jahrhunderten eine derartige Aufmerksamkeit auf sich gezogen und ist so sagenumwoben wie die der Freimaurer. Und doch basiert das Fundament dieser Organisation auf humanistischen Tugenden wie Brüderlichkeit, Toleranz und sozialen Austausch. Zugegeben: Der Titel „Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt“ des von John Dickie im S. Fischer Verlag erschienen Buches mag auf den ersten Blick recht reißerisch erscheinen. Doch bei näherer Betrachtung und unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung seit Beginn des 18. Jahrhunderts (1701 bis heute) ist es nicht unwahrscheinlich, dass Freimaurer bei gleich zwei der wohl folgenreichsten Ereignisse der neuzeitlichen Geschichte eine zentrale Rolle gespielt haben: Bei der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1776 und der Französischen Revolution (1789 bis 1799). So finden sich im einstigen Motto der Französischen Revolution mit Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gleich drei der fünf Grundideale der Freimaurerei und auch die Abschaffung des damaligen feudalabsolutistischen Ständestaats sowie die Propagierung und Umsetzung wesentlicher Werte und Ideale der Aufklärung als Ziel der Französischen Revolution entsprechen der Toleranz und Brüderlichkeit die als viertes und fünftes Grundideal der Freimaurerei anzusehen sind. Auf der anderen Seite des Atlantiks finden sich dagegen noch heute im Stadtbild von Washington, D.C., der Hauptstadt der Vereinigten Staaten, bekannte Symbole wie Zirkel und Winkelmaß der Freimaurer, was die Straßenplanung und vor allem die bekannten Sichtachsen der Stadt betrifft. Doch auch auf der am häufigsten gedruckten US-Dollar-Note, dem Ein-Dollar-Schein, finden sich mit der Pyramide und dem Auge im Dreieck auf der Rückseite des Geldscheins zwei weitere bekannte Symbole der Freimaurer. Weiterhin ist heute nur wenigen bekannt, dass die Grundsteinlegung des US-Capitols am 18. September 1793 nach freimaurerischem Ritus erfolgte. Ähnliches gilt auch für die Freiheitsstatue, deren Entwurf und Konstruktion auf die beiden Freimaurer Frédéric-Auguste Bartholdi und Gustave Eiffel, dem Initiator des Pariser Eiffelturms, zurückgeht. Diese Aufzählung von Daten, Fakten und Hintergrundinformationen ließe sich sicher beliebig fortführen. Doch entgegen der Annahme, dass John Dickie in seinem Werk eine weltweite Verschwörung durch die Freimaurer aufdeckt, handelt es sich mit „Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt“ vielmehr um eine Rekapitulation der historischen Entwicklung einer der wohl ältesten global vertretenen Organisationen ihrer Art, wobei auf fast 500 Seiten mit allerlei Mythen und Sagen aufgeräumt wird, die mit den Freimaurern in Verbindung gebracht werden. Im nüchternen angelsächsischen Ton, in welchem John Dickie immer wieder packende historische Szenen einfließen lässt, gelingt ihm eine differenzierte und dokumentenbasierte Darstellung, die die Mythen der Freimaurer und ihrer Widersacher decouvriert. Dabei erfahren die Leser, dass die Freimaurer sich als Erben einer altehrwürdigen Tradition sehen, deren Wurzeln bis in das Mittelalter zurückreichen. Denn die signifikanten Symbole, welche die Freimaurer bis heute in ihren nicht öffentlich zugänglichen Ritualen verwenden – wie Schurze und Säulen, Winkel, Kellen und Zirkel – entstammen ursprünglich dem Arbeitsumfeld der Steinmetze. Jenem hoch angesehenen Handwerk, das bei der Errichtung der zahlreichen Kathedralen im Mittelalter eine zentrale Rolle gespielt hat. So vollständig, wie es allerdings die Verlagswerbung für die „erste umfassende Geschichte“ der Freimaurer verheißt, ist die chronologische Darstellung ohne Fußnoten, die Quellen lediglich in der kommentierten Bibliografie genannt, nicht. Im 17 Kapiteln umfassenden Werk „Die Freimaurer“ folgt der Autor den oft tragischen Umwälzungen der Geschichte bis in die jüngste Vergangenheit, wobei dargelegt wird, dass die offizielle Gründung der Bruderschaft der Freimaurer in London auf das Jahr 1717 datiert wird. Bei seiner Darstellung der Geschichte der Freimaurer geht John Dickie sowohl chronologisch als auch geografisch vor und setzt die Leser in jedem Kapitel an einen neuen Ort mit einem dort herrschenden Konflikt. Dabei konzentriert sich der Autor auf die für die Entwicklung der Freimaurerei bedeutsamen Länder Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und vor allem die USA. Ehemalige britische Kolonien wie Indien und Länder wie Russland oder Deutschland, wo u.a. Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich der Große zur Bruderschaft zählten, werden dagegen nur am Rande gestreift. Immerhin geht John Dickie aber auch auf die noch geheimnisvollere und mit weit mehr Verschwörungstheorien behaftete deutsche Variante des Geheimbundwesens ein: die im Jahr 1776 von Adam Weishaupt in Ingolstadt gegründete Organisation der Illuminati. Gleichwohl erhalten die Leser neben all den historischen Daten, Fakten und Zahlen auch einen Eindruck davon vermittelt, wer oder was die Freimaurer eigentlich sind: Eine überwiegend aus Männern bestehende und international vertretende Bruderschaft, die sich zu einem ethischen Bund zusammengeschlossen hat, der wiederum in Logen organisiert ist. Die Grundideale, denen sich die Freimaurer seit mehr als 300 Jahren verpflichtet fühlen, sind wie eingangs beschrieben: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sowie Toleranz und Menschlichkeit. Dabei betreibt die Freimaurerei das, was man als die Arbeit am rauen Stein bezeichnen würde. Der raue Stein, ist in diesem Kontext mit uns selbst gleichzusetzen, wobei die Arbeit des Steinmetz, der den Stein in Form bringen möchte, mit der Arbeit an uns selbst zu definieren ist. Oder anders ausgedrückt: Das Ziel der Freimaurer ist es, an sich selbst zu arbeiten, damit die eigenen Grundideale sich soweit verinnerlicht haben, dass sie letztlich ihr eigenes Handeln irgendwann bestimmen. In einem Raum, den die Freimaurer selbst als Tempel bezeichnen, huldigen sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihren Idealen und schweigen zudem darüber, was konkret bei ihren Ritualen passiert. Doch diese Geheimniskrämerei hat einen guten Grund: Die oft liberalen Ansichten, die die Freimaurer in ihrer Anfangszeit vertraten, waren der Obrigkeit lange Zeit suspekt. Außerdem sahen sich die Mitglieder der Freimaurer immer wieder mit Ausgrenzung und Verfolgung konfrontiert, wie es zuletzt während der Zeit des Nationalsozialismus war. Die Verschwiegenheit der Gemeinschaft der Freimaurer darf somit nicht fälschlicherweise der Verschwörung anheimfallen, sondern sollte vielmehr unter dem Blickwinkel der Notwendigkeit angesehen werden. Aus der Notwendigkeit zu schweigen und lange Zeit im Verborgenen zu operieren, ist also eine Tugend geworden. Und vielleicht steckt genau darin das eigentliche Geheimnis der Freimaurer: Dass sie es seit mehr als 300 Jahren schaffen, mysteriös zu bleiben. Der lebendige Schreibstil, mit der das Buch „Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt“ geschrieben wurde, zeugt von der Begeisterung John Dickies für das Thema. Großes Vorwissen braucht man dabei nicht, zumal der Autor alle geschichtlichen Zusammenhänge bis hin zu den Initiationsritualen, geheimen Handschlägen und viele weitere Informationen detailliert beschreibt. Eine besondere Erwähnung verdient zudem die äußere Gestaltung des Buches. Der Umschlag mit der filigranen Freimaurersymbolik und die prächtigen Farbabbildungen im Innenteil hinterlassen einen professionellen Eindruck und vermitteln die Liebe des Autors zum Detail.

Ob nun Bilderberger, Illuminati oder Skulls – Die Welt der Geheimbünde ist voller Mysterien. Doch kaum eine Vereinigung hat in den letzten Jahrhunderten eine derartige Aufmerksamkeit auf sich gezogen und ist so sagenumwoben wie die der Freimaurer. Und doch basiert das Fundament dieser Organisation auf humanistischen Tugenden wie Brüderlichkeit, Toleranz und sozialen Austausch.

Zugegeben: Der Titel „Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt“ des von John Dickie im S. Fischer Verlag erschienen Buches mag auf den ersten Blick recht reißerisch erscheinen. Doch bei näherer Betrachtung und unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung seit Beginn des 18. Jahrhunderts (1701 bis heute) ist es nicht unwahrscheinlich, dass Freimaurer bei gleich zwei der wohl folgenreichsten Ereignisse der neuzeitlichen Geschichte eine zentrale Rolle gespielt haben: Bei der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1776 und der Französischen Revolution (1789 bis 1799). So finden sich im einstigen Motto der Französischen Revolution mit Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gleich drei der fünf Grundideale der Freimaurerei und auch die Abschaffung des damaligen feudalabsolutistischen Ständestaats sowie die Propagierung und Umsetzung wesentlicher Werte und Ideale der Aufklärung als Ziel der Französischen Revolution entsprechen der Toleranz und Brüderlichkeit die als viertes und fünftes Grundideal der Freimaurerei anzusehen sind. Auf der anderen Seite des Atlantiks finden sich dagegen noch heute im Stadtbild von Washington, D.C., der Hauptstadt der Vereinigten Staaten, bekannte Symbole wie Zirkel und Winkelmaß der Freimaurer, was die Straßenplanung und vor allem die bekannten Sichtachsen der Stadt betrifft. Doch auch auf der am häufigsten gedruckten US-Dollar-Note, dem Ein-Dollar-Schein, finden sich mit der Pyramide und dem Auge im Dreieck auf der Rückseite des Geldscheins zwei weitere bekannte Symbole der Freimaurer. Weiterhin ist heute nur wenigen bekannt, dass die Grundsteinlegung des US-Capitols am 18. September 1793 nach freimaurerischem Ritus erfolgte. Ähnliches gilt auch für die Freiheitsstatue, deren Entwurf und Konstruktion auf die beiden Freimaurer Frédéric-Auguste Bartholdi und Gustave Eiffel, dem Initiator des Pariser Eiffelturms, zurückgeht. Diese Aufzählung von Daten, Fakten und Hintergrundinformationen ließe sich sicher beliebig fortführen. Doch entgegen der Annahme, dass John Dickie in seinem Werk eine weltweite Verschwörung durch die Freimaurer aufdeckt, handelt es sich mit „Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt“ vielmehr um eine Rekapitulation der historischen Entwicklung einer der wohl ältesten global vertretenen Organisationen ihrer Art, wobei auf fast 500 Seiten mit allerlei Mythen und Sagen aufgeräumt wird, die mit den Freimaurern in Verbindung gebracht werden.

Im nüchternen angelsächsischen Ton, in welchem John Dickie immer wieder packende historische Szenen einfließen lässt, gelingt ihm eine differenzierte und dokumentenbasierte Darstellung, die die Mythen der Freimaurer und ihrer Widersacher decouvriert. Dabei erfahren die Leser, dass die Freimaurer sich als Erben einer altehrwürdigen Tradition sehen, deren Wurzeln bis in das Mittelalter zurückreichen. Denn die signifikanten Symbole, welche die Freimaurer bis heute in ihren nicht öffentlich zugänglichen Ritualen verwenden – wie Schurze und Säulen, Winkel, Kellen und Zirkel – entstammen ursprünglich dem Arbeitsumfeld der Steinmetze. Jenem hoch angesehenen Handwerk, das bei der Errichtung der zahlreichen Kathedralen im Mittelalter eine zentrale Rolle gespielt hat. So vollständig, wie es allerdings die Verlagswerbung für die „erste umfassende Geschichte“ der Freimaurer verheißt, ist die chronologische Darstellung ohne Fußnoten, die Quellen lediglich in der kommentierten Bibliografie genannt, nicht. Im 17 Kapiteln umfassenden Werk „Die Freimaurer“ folgt der Autor den oft tragischen Umwälzungen der Geschichte bis in die jüngste Vergangenheit, wobei dargelegt wird, dass die offizielle Gründung der Bruderschaft der Freimaurer in London auf das Jahr 1717 datiert wird. Bei seiner Darstellung der Geschichte der Freimaurer geht John Dickie sowohl chronologisch als auch geografisch vor und setzt die Leser in jedem Kapitel an einen neuen Ort mit einem dort herrschenden Konflikt. Dabei konzentriert sich der Autor auf die für die Entwicklung der Freimaurerei bedeutsamen Länder Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und vor allem die USA. Ehemalige britische Kolonien wie Indien und Länder wie Russland oder Deutschland, wo u.a. Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich der Große zur Bruderschaft zählten, werden dagegen nur am Rande gestreift. Immerhin geht John Dickie aber auch auf die noch geheimnisvollere und mit weit mehr Verschwörungstheorien behaftete deutsche Variante des Geheimbundwesens ein: die im Jahr 1776 von Adam Weishaupt in Ingolstadt gegründete Organisation der Illuminati. Gleichwohl erhalten die Leser neben all den historischen Daten, Fakten und Zahlen auch einen Eindruck davon vermittelt, wer oder was die Freimaurer eigentlich sind: Eine überwiegend aus Männern bestehende und international vertretende Bruderschaft, die sich zu einem ethischen Bund zusammengeschlossen hat, der wiederum in Logen organisiert ist. Die Grundideale, denen sich die Freimaurer seit mehr als 300 Jahren verpflichtet fühlen, sind wie eingangs beschrieben: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sowie Toleranz und Menschlichkeit. Dabei betreibt die Freimaurerei das, was man als die Arbeit am rauen Stein bezeichnen würde. Der raue Stein, ist in diesem Kontext mit uns selbst gleichzusetzen, wobei die Arbeit des Steinmetz, der den Stein in Form bringen möchte, mit der Arbeit an uns selbst zu definieren ist. Oder anders ausgedrückt: Das Ziel der Freimaurer ist es, an sich selbst zu arbeiten, damit die eigenen Grundideale sich soweit verinnerlicht haben, dass sie letztlich ihr eigenes Handeln irgendwann bestimmen. In einem Raum, den die Freimaurer selbst als Tempel bezeichnen, huldigen sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihren Idealen und schweigen zudem darüber, was konkret bei ihren Ritualen passiert. Doch diese Geheimniskrämerei hat einen guten Grund: Die oft liberalen Ansichten, die die Freimaurer in ihrer Anfangszeit vertraten, waren der Obrigkeit lange Zeit suspekt. Außerdem sahen sich die Mitglieder der Freimaurer immer wieder mit Ausgrenzung und Verfolgung konfrontiert, wie es zuletzt während der Zeit des Nationalsozialismus war. Die Verschwiegenheit der Gemeinschaft der Freimaurer darf somit nicht fälschlicherweise der Verschwörung anheimfallen, sondern sollte vielmehr unter dem Blickwinkel der Notwendigkeit angesehen werden. Aus der Notwendigkeit zu schweigen und lange Zeit im Verborgenen zu operieren, ist also eine Tugend geworden. Und vielleicht steckt genau darin das eigentliche Geheimnis der Freimaurer: Dass sie es seit mehr als 300 Jahren schaffen, mysteriös zu bleiben.

Der lebendige Schreibstil, mit der das Buch „Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt“ geschrieben wurde, zeugt von der Begeisterung John Dickies für das Thema. Großes Vorwissen braucht man dabei nicht, zumal der Autor alle geschichtlichen Zusammenhänge bis hin zu den Initiationsritualen, geheimen Handschlägen und viele weitere Informationen detailliert beschreibt. Eine besondere Erwähnung verdient zudem die äußere Gestaltung des Buches. Der Umschlag mit der filigranen Freimaurersymbolik und die prächtigen Farbabbildungen im Innenteil hinterlassen einen professionellen Eindruck und vermitteln die Liebe des Autors zum Detail.

geschrieben am 11.09.2021 | 1054 Wörter | 6568 Zeichen

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