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Digitalfotos optimieren mit Photoshop CS 2


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Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Dr. Hermann Joosten

Digitalfotos optimieren mit Photoshop CS 2 Das Buch behandelt genau das Thema, das auch der Titel verspricht. Allerdings hätte hinzugefügt werden müssen: "... für Hobbyfotografen", denn professionelle Digitalbildbearbeiter werden in diesem Buch wohl kaum Neues erfahren. Jedoch werden sich Hobbyfotografen andererseits wohl eher selten das enorm teure Photoshop von Adobe zulegen. Inhaltlich handelt der Autor alles Wesentliche für den Hobbyfotografen ab (Farbkorrektur, Retuschen (besonders der Haut), Fotos schärfen, rote Augen entfernen, Helligkeitskorrekturen usw.). Die Themenauswahl ist auf die typischen (und häufigen) Probleme zugeschnitten. Auf der beiliegenden CD findet der Leser die digitalen Bilder zu den meisten der im Buch vorstellten Bearbeitungen zum direkten Nachmachen. Der Autor setzt allerdings Kenntnisse in Photoshop voraus. Seine Darlegungen sind aber didaktisch so gut, dass man schon mit minimalem Grundwissen das Buch nutzen kann. Der Aufbau ist der eines Kochbuches: In der Kapitelüberschrift wird das Problem benannt ("Den Himmel austauschen.") und dann Schritt für Schritt die Lösung gezeigt. Dazu bekommt der Leser ergänzende und Verständnis fördernde Informationen über digitale Fotografie. Die Anleitungen sind sehr gut verständlich. Das erste Kapitel ist für Anfänger sehr hilfreich: Die ganzen Fragen um die Bildgröße werden behandelt. Das Buch kann man daher empfehlen. Es hebt sich von anderen Photoshop-Kochbüchern ab, weil es sich auf die häufigsten Probleme zentriert, diese aber didaktisch gelungen ausführlich genug darstellt. Das Buch ist, obwohl der Autor Kenntnisse voraussetzt, eigentlich auch für Photoshop Anfänger gut lesbar. Nun zu den Kritikpunkten (welche aber nicht den gelungenen Anleitungen gilt): Leider findet man nicht zu allen Übungsbeispielen die Bilder auf der CD. Es gibt öfter Anmerkungen der Art: "Leider gab uns der Fotograf nicht die Rechte, die Bilder auf CD zur Verfügung zu stellen. Nehmen sie ein Bild aus Ihrem eigenen Bestand.“ So geht es aber nicht. Gerade bei solchen Büchern kann man vom Autor bzw. Verlag erwarten, dass alle Übungsbilder digital auf der beiliegenden CD zu finden sind. Nervend ist der Hinweis zu vielen Bildern so etwa in der Art: "Dieses Bild ist nur für Übungszwecke freigegeben. Jegliche Veröffentlichung ist untersagt." Es sollte reichen, dies in die Einleitung zu schreiben. Wo wir also gerade beim Kritisieren sind: Da gibt es noch Weiteres. Im Vorwort verspricht der Autor dem "ambitionierten Amateurfotografen", wie er mit Photoshop aus seinen Aufnahmen ohne "unnötiges Technogeschwafel" "exzellente Fotos" machen kann. Das ist ziemlich daneben. Am Anfang der Aufnahme steht die Aufnahme und nicht Photoshop. Und dazu gehört Wissen um Belichtung und Beleuchtung und all die Kenntnisse um Motiverfassung. Aus mittelmäßigen Bildern kann auch Photoshop keine "exzellenten" mehr machen. Da wird dem Leser Unhaltbares versprochen. Im Kapitel Bildgröße hätte man sich mehr Erläuterungen gewünscht. Vielen Menschen mit digitalen Kameras und Computern ist der Zusammenhang zwischen Bildgröße und Auflösung, Bildproportion, Darstellung am Monitor und Druckgröße usw. nicht klar. Das hat auch der Autor erkannt. Jedoch bleiben seine Erläuterungen unvollständig und teilweise unklar. Da der Autor didaktisches Geschick hat, wären hier ausführlichere Erläuterungen zu diesen grundlegenden Fragen sehr hilfreich gewesen. Ähnliches gilt für das Kapitel "Die richtige Farbe". Solch ein Kapitel erfordert gerade für Amateure eine Einleitung in die gesamte Farbproblematik. Aber wenn man exzellente Fotos verspricht, muss man diese Thematik natürlich verschweigen, weil dann deutlich würde, dass man das Versprechen nicht halten kann, denn exzellente Fotos erfordern Farbmanagement und das wiederum erfordert Investitionen und vertiefte Fachkenntnisse. Dennoch hätte der Autor dem Leser die Möglichkeit geben können, in diese Richtung gehen zu können: Die richtigen Einstellung am Computer (im Betriebssystem, im Grafikkartentreiber und am Monitor), z. B. der Farbtemperatur etc. Viele Anwender kämpfen mit dem Problem, dass der Monitor andere Farben anzeigt, als dann der Drucker im Ausdruck zeigt. Auch hierzu wären Tipps hilfreich gewesen. Zudem wäre ein Kapitel das Scannen (insbesondere über die wichtigen Scaneinstellungen) hilfreich gewesen, denn Digitalfotos können auch vom Scanner kommen. Ganz allgemein fällt eine unkritische Haltung des Autors gegenüber Photoshop auf. Das Programm wird zwar als Profiprogramm gehandelt, was sicherlich berechtigt ist. Jedoch ist Photoshop enorm umständlich und hat eine ganze Reihe fehlerhafter und ungeeigneter Menü-Benennungen (Als Beispiel: Wenn man in Photoshop ein Bild beschneiden will, liegt man mit einem Bescheidungspfad falsch, denn das ist ein Freistellungswerkzeug. Hingegen ist das Freistellungswerkzeug in Photoshop ein Bescheidungswerkzeug). Gerade für Amateure ist solch ein Begriffswirrwarr ein enormes Hindernis. Nun gibt es zudem eine ganze Reihe von teilweise kostenlosen Programmen, mit denen man die Ergebnisse effizienter erzielen kann. Gelegentliche Hinweise darauf wären für viele Anwender sicherlich sehr hilfreich gewesen. Unkritisch ist auch die lobende Erwähnung von "Adobe Bridge", dem neuen Dateibrowser. Einmal ist es schon peinlich, dass Photoshop vor der Version "CS" keinen hatte. Das jetzige Programm ist aber nicht in Photoshop integriert, sondern startet einen eigenen Prozess, der viel Speicher belegt. Die Ansicht des Autors, dass andere Bildverwaltungsprogramme nicht mehr erforderlich seien, ist unkritisch-werbend. Von den Funktionen her betrachtet, ist es so, dass andere Bildverwaltungsprogramme effizienter und schneller arbeiten und auch mehr oder auch andere Funktionen haben. Nun noch etwas zum Layout des Buches, was aber nicht der Autor, sondern der Verlag zu vertreten hat. Kurzum: Das ist einfach nicht gelungen. Die Bilder sind mal linksbündig, mal rechtsbündig angeordnet. Dadurch entsteht viel Weißraum und eine unruhige Gesamtwirkung. Auch wäre es gefälliger gewesen, statt der hochformatigen Beispielbilder überwiegend querformatige zu nehmen, weil dann die Weißraumverteilung einfacher ist. Die Bildlegenden stehen mal rechts, mal links und auch mal unten – einheitlich jeweils unter dem Bild würde das Erfassen erleichtern. Man kann noch weiteres Kritisches zum Satz anführen, was aber für diese Besprechung zu weit geht. Vielleicht sollte sich der Verlag einmal überlegen, den Satz besser zu honorieren.

Das Buch behandelt genau das Thema, das auch der Titel verspricht. Allerdings hätte hinzugefügt werden müssen: "... für Hobbyfotografen", denn professionelle Digitalbildbearbeiter werden in diesem Buch wohl kaum Neues erfahren. Jedoch werden sich Hobbyfotografen andererseits wohl eher selten das enorm teure Photoshop von Adobe zulegen.

weitere Rezensionen von Dr. Hermann Joosten


Inhaltlich handelt der Autor alles Wesentliche für den Hobbyfotografen ab (Farbkorrektur, Retuschen (besonders der Haut), Fotos schärfen, rote Augen entfernen, Helligkeitskorrekturen usw.). Die Themenauswahl ist auf die typischen (und häufigen) Probleme zugeschnitten. Auf der beiliegenden CD findet der Leser die digitalen Bilder zu den meisten der im Buch vorstellten Bearbeitungen zum direkten Nachmachen.

Der Autor setzt allerdings Kenntnisse in Photoshop voraus. Seine Darlegungen sind aber didaktisch so gut, dass man schon mit minimalem Grundwissen das Buch nutzen kann. Der Aufbau ist der eines Kochbuches: In der Kapitelüberschrift wird das Problem benannt ("Den Himmel austauschen.") und dann Schritt für Schritt die Lösung gezeigt. Dazu bekommt der Leser ergänzende und Verständnis fördernde Informationen über digitale Fotografie. Die Anleitungen sind sehr gut verständlich. Das erste Kapitel ist für Anfänger sehr hilfreich: Die ganzen Fragen um die Bildgröße werden behandelt.

Das Buch kann man daher empfehlen. Es hebt sich von anderen Photoshop-Kochbüchern ab, weil es sich auf die häufigsten Probleme zentriert, diese aber didaktisch gelungen ausführlich genug darstellt. Das Buch ist, obwohl der Autor Kenntnisse voraussetzt, eigentlich auch für Photoshop Anfänger gut lesbar.

Nun zu den Kritikpunkten (welche aber nicht den gelungenen Anleitungen gilt): Leider findet man nicht zu allen Übungsbeispielen die Bilder auf der CD. Es gibt öfter Anmerkungen der Art: "Leider gab uns der Fotograf nicht die Rechte, die Bilder auf CD zur Verfügung zu stellen. Nehmen sie ein Bild aus Ihrem eigenen Bestand.“ So geht es aber nicht. Gerade bei solchen Büchern kann man vom Autor bzw. Verlag erwarten, dass alle Übungsbilder digital auf der beiliegenden CD zu finden sind. Nervend ist der Hinweis zu vielen Bildern so etwa in der Art: "Dieses Bild ist nur für Übungszwecke freigegeben. Jegliche Veröffentlichung ist untersagt." Es sollte reichen, dies in die Einleitung zu schreiben. Wo wir also gerade beim Kritisieren sind: Da gibt es noch Weiteres. Im Vorwort verspricht der Autor dem "ambitionierten Amateurfotografen", wie er mit Photoshop aus seinen Aufnahmen ohne "unnötiges Technogeschwafel" "exzellente Fotos" machen kann. Das ist ziemlich daneben. Am Anfang der Aufnahme steht die Aufnahme und nicht Photoshop. Und dazu gehört Wissen um Belichtung und Beleuchtung und all die Kenntnisse um Motiverfassung. Aus mittelmäßigen Bildern kann auch Photoshop keine "exzellenten" mehr machen. Da wird dem Leser Unhaltbares versprochen. Im Kapitel Bildgröße hätte man sich mehr Erläuterungen gewünscht. Vielen Menschen mit digitalen Kameras und Computern ist der Zusammenhang zwischen Bildgröße und Auflösung, Bildproportion, Darstellung am Monitor und Druckgröße usw. nicht klar. Das hat auch der Autor erkannt. Jedoch bleiben seine Erläuterungen unvollständig und teilweise unklar. Da der Autor didaktisches Geschick hat, wären hier ausführlichere Erläuterungen zu diesen grundlegenden Fragen sehr hilfreich gewesen.

Ähnliches gilt für das Kapitel "Die richtige Farbe". Solch ein Kapitel erfordert gerade für Amateure eine Einleitung in die gesamte Farbproblematik. Aber wenn man exzellente Fotos verspricht, muss man diese Thematik natürlich verschweigen, weil dann deutlich würde, dass man das Versprechen nicht halten kann, denn exzellente Fotos erfordern Farbmanagement und das wiederum erfordert Investitionen und vertiefte Fachkenntnisse. Dennoch hätte der Autor dem Leser die Möglichkeit geben können, in diese Richtung gehen zu können: Die richtigen Einstellung am Computer (im Betriebssystem, im Grafikkartentreiber und am Monitor), z. B. der Farbtemperatur etc. Viele Anwender kämpfen mit dem Problem, dass der Monitor andere Farben anzeigt, als dann der Drucker im Ausdruck zeigt. Auch hierzu wären Tipps hilfreich gewesen. Zudem wäre ein Kapitel das Scannen (insbesondere über die wichtigen Scaneinstellungen) hilfreich gewesen, denn Digitalfotos können auch vom Scanner kommen.

Ganz allgemein fällt eine unkritische Haltung des Autors gegenüber Photoshop auf. Das Programm wird zwar als Profiprogramm gehandelt, was sicherlich berechtigt ist. Jedoch ist Photoshop enorm umständlich und hat eine ganze Reihe fehlerhafter und ungeeigneter Menü-Benennungen (Als Beispiel: Wenn man in Photoshop ein Bild beschneiden will, liegt man mit einem Bescheidungspfad falsch, denn das ist ein Freistellungswerkzeug. Hingegen ist das Freistellungswerkzeug in Photoshop ein Bescheidungswerkzeug). Gerade für Amateure ist solch ein Begriffswirrwarr ein enormes Hindernis. Nun gibt es zudem eine ganze Reihe von teilweise kostenlosen Programmen, mit denen man die Ergebnisse effizienter erzielen kann. Gelegentliche Hinweise darauf wären für viele Anwender sicherlich sehr hilfreich gewesen. Unkritisch ist auch die lobende Erwähnung von "Adobe Bridge", dem neuen Dateibrowser. Einmal ist es schon peinlich, dass Photoshop vor der Version "CS" keinen hatte. Das jetzige Programm ist aber nicht in Photoshop integriert, sondern startet einen eigenen Prozess, der viel Speicher belegt. Die Ansicht des Autors, dass andere Bildverwaltungsprogramme nicht mehr erforderlich seien, ist unkritisch-werbend. Von den Funktionen her betrachtet, ist es so, dass andere Bildverwaltungsprogramme effizienter und schneller arbeiten und auch mehr oder auch andere Funktionen haben.

Nun noch etwas zum Layout des Buches, was aber nicht der Autor, sondern der Verlag zu vertreten hat. Kurzum: Das ist einfach nicht gelungen. Die Bilder sind mal linksbündig, mal rechtsbündig angeordnet. Dadurch entsteht viel Weißraum und eine unruhige Gesamtwirkung. Auch wäre es gefälliger gewesen, statt der hochformatigen Beispielbilder überwiegend querformatige zu nehmen, weil dann die Weißraumverteilung einfacher ist. Die Bildlegenden stehen mal rechts, mal links und auch mal unten – einheitlich jeweils unter dem Bild würde das Erfassen erleichtern. Man kann noch weiteres Kritisches zum Satz anführen, was aber für diese Besprechung zu weit geht. Vielleicht sollte sich der Verlag einmal überlegen, den Satz besser zu honorieren.

geschrieben am 24.11.2006 | 903 Wörter | 5549 Zeichen

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